Donnerstag, 23. April 2009

Wer zu spät kommt...

Das "erste österreichische Online-Magazin" GamingXP ist in der aktuellen GEE April 2009 mit einer Anzeige vertreten. Ein eher unästhetischer Mann ruft beim Zocken per Sprechblase "Feel the Experience", während am Rand der Seite steht: "Täglich News, Berichte und Winnings [sic] auf www.gamingxp.de!" Aber vielleicht hätte man mittlerweile eine aktuellere Konsole wählen sollen...?

GamingXP

Freitag, 3. April 2009

Plagiat? GameStar-Test in gamesTM?

Beim Schmökern in der neuen gamesTM 05-06/2009 kam mir der Test zum Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3-Add-on Der Aufstand irgendwie bekannt vor. Und es erscheint offensichtlich, dass der Halbseiter eine runtergebrochene Version des Zwei-Seiten-Reviews aus der GameStar 05/2009 ist. Nur werden die beiden Publikationen nicht vom selben Verlag herausgebracht, eine Synergiemaßnahme wie bei GamePro und GameStar manchmal zu beobachten kann daher ausgeschlossen werden. Den gamesTM-Artikel verfasste Benjamin Kratsch, für GameStar schrieb Daniel Matschijewsky; beide Autoren werden im jeweiligen Impressum als feste Redakteure und auch nicht als freie Mitarbeiter beim jeweils anderen Blatt aufgeführt. Die gamesTM liegt seit dem 1. April am Kiosk aus, die GameStar bereits seit dem 25. März.

GameStar-Test (online seit 13.03.2009), Auszug:
«So bekommt es Ihr unterlegener Trupp russischer Fußsoldaten bereits in Mission Nr. 1 nicht nur mit durch Energieschilde geschützten Athena-Fahrzeugen, sondern auch mit den neuen Pacifiern der Alliierten zu tun. Die vierbeinigen Panzer feuern über die halbe Karte und haben Ihre Einheiten bereits dezimiert, noch bevor sie dem Beschuss überhaupt etwas entgegensetzen können -- unfair! Das knackige Niveau hebt das Programm mit jedem Auftrag weiter an, richtet sich also nur an nervenstarke Profis. Immerhin: Wer die erste Russland-Mission meistert, schaltet damit auch die Alliierten- und Japan-Kampagnen frei. Die fallen zwar weniger anspruchsvoll aus, sind für Einsteiger aber trotzdem viel zu hart, selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad.
Dass Der Aufstand so schwer ist, liegt nicht am taktischen Anspruch (es entfällt sogar die im Hauptprogramm eingeführte Koop-KI), sondern hauptsächlich an gnadenlosen Startbedingungen und Skriptereignissen. Da reißen alliierte X1-Mechs bereits nach wenigen Minuten provisorisch hochgezogene Abwehranlagen ein [...].
[...] Glücklicherweise blitzt oft genug die aus Alarmstufe Rot 3 bekannte Kreativität bei den Aufträgen durch. So müssen wir beispielsweise in einer Alliierten-Mission Shinzos Villa mit Cryo-Coptern und -Legionären einfrieren, um ihn anschließend zu verhaften. Doch der Bursche flieht plötzlich in einem von sechs davonfahrenden Trucks - ein Hütchenspiel.»
gamesTM-Test (nicht online), Auszug:
«Bereits in der ersten Sowjet-Mission gilt es, mit leichten Infanterieeinheiten sowie einigen Teslatroopern gegen alliierte Athena-Kanonen zu bestehen, die sich per Energieschild schützen. Parallel dazu muss man sich an den neuen Pacifier-Panzern vorbeimogeln, die im stationären Spezialmodus über die halbe Karte ballern und mit ihren Explosivgeschossen unsere Jungs schneller ausradieren, als diese "Für Mütterchen Russland!" schreien können. Das knackige Niveau steigt mit jedem weiteren Auftrag. Die Alliierten- und die Japan-Kampagne zeigen sich zwar etwas humaner, dürften Gelegenheitsstrategen aber selbst im einfachsten Modus überfordern. Schuld sind fiese Skripts, die dafür sorgen, dass beispielsweise nach nur einer Spielminute der neue US-Superpanzer X1 unsere Basis auseinandernimmt. [...] Der schlechten Balance steht kreatives Missionsdesign gegenüber. So wird Shinzos Villa mit den neuen Cryo-Legionären tiefgekühlt. Dann flieht der Mann in einem von sechs Trucks, die sich in alle Himmelsrichtungen entfernen - das Hütchenspiel beginnt.»
Kann mir jemand diese auffällige Ähnlichkeit in Struktur und Wortwahl erklären...? (Die GameStar gibt übrigens 72%, die gamesTM 7,3/10.)

Mittwoch, 18. März 2009

Nintendo DSi (Treib' keine Spielchen mit mir)

Aus dem Nintendo-Newsletter:
«Sie und Ihr Nintendo DSi

Sie gibt's nur einmal. Genauso wie Ihren Nintendo DSi. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar und damit genug Raum für Ihre Gedanken, Ihre Ideen und Ihre Vorlieben. Der Nintendo DSi erscheint am 03. April in Deutschland. Der Vorverkauf beginnt jetzt.

Der Nintendo DSi bringt noch mehr Persönlichkeit ins Spiel - und zwar Ihre. Entdecken Sie Ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt mit der Nintendo DSi Kamera. Bearbeiten Sie Ihre Bilder mit den unterschiedlichsten Filtern und Effekten. Peppen Sie Schnappschüsse mit witzigen Animationen auf. Bringen Sie Ihre Stimmungen zum Klingen. Mit Nintendo DSi Sound. Spielen Sie mit unterschiedlichen Musikstilen - ob Jazz, Klassik oder Rock und geben Sie Ihrer Lieblingsmusik Ihre persönliche Note. Sie können Sounds langsamer und schneller, höher und tiefer abspielen und Sie können ganz neue Töne erklingen lassen. Laden Sie sich jederzeit und Überall drahtlos im Internet neue Spiele und nützliche Anwendungen herunter: im Nintendo DSi Shop. Genießen Sie Ihre Nintendo DS Spielesammlung auch auf dem Nintendo DSi.

Sichern Sie sich jetzt die Garantie auf Ihren Nintendo DSi und ein gutes Stück Persönlichkeit! Ihren Nintendo DSi gibt's nur einmal. Nutzen Sie jetzt den Vorverkauf in allen teilnehmenden Vorverkaufsstellen.»

Dienstag, 17. März 2009

Fringe (Schema F?)

Gestern zur Primetime hatte Fringe - Grenzfälle des FBI seine deutsche Free-TV-Premiere, von ProSieben heftig und umstritten beworben (offenbar mit Erfolg). Nachdem Supernatural auf mich in der ersten Staffel wie eine auf Idiotie reduzierte Neuauflage von Akte X für Teenager wirkte, will es die neue Serie des Lost-Spezis J.J. Abrams nun wohl richtig machen.

Der Pilotfilm beginnt mit einem Paukenschlag: Flesh-Eater-Virus in einem Flugzeug aus Hamburg (rudimentär verändertes Lufthansa-Logo), alle Passagiere nicht mal mehr Haut, nur noch Knochen. Als FBI-Agent grinst uns Mark Valley an, mir bekannt als aalglatter Anwalt aus Boston Legal. Witzigerweise gab er dort einmal vor, ein knallharter Bundesagent zu sein - nun spielt er einen, John Scott. Jedoch erwischt ihn das Virus und seine Kollegin und Geliebte Olivia Dunham (Anna Torv) sucht ein Heilmittel, bevor er zerläuft.

Als grimmiger Vorgesetzter schaut Lance Reddick (zuletzt John Lockes geheimnisvoller Fahrer in Lost) der Heldin auf die Finger. Am Ende wird er sie für eine Spezialeinheit rekrutieren wollen, kann daher gar nicht so fies sein und stellt somit ungefähr Walter Skinner aus Akte X dar. Um ihren Lover zu retten, muss sich Dunham an den obskuren Wissenschaftler Walter Bishop wenden, der leider seit 30 Jahren in der Klapse hockt. Nächster Besetzungscoup: John Noble, Denethor aus Herr der Ringe! An Bishop kommt sie aber nur über seinen dezent zwielichtigen Sohn heran, dargestellt von Joshua Jackson, Pacey aus Dawnson's Creek!

Leider ist Doc Bishop nicht mehr so ganz dicht - hoffentlich nervt das auf Dauer nicht. Außerdem hat er sich damals im Regierungsauftrag mit Grenzwissenschaften beschäftigt und zwar anscheinend mit allen denkbaren! Er ist damit Mischung aus Mulders Believing (Bishops Labor ist im Keller ;-), Scullys Science und den Lone Gunmen. Bishop hat nach drei Dekaden immer noch locker den Durchblick und schlägt Dunham als erstes vor, sich in Scotts Gedanken einzuklinken - klotzen, nicht kleckern! Solch eine Technik aus den 70ern funktioniert natürlich nur mit ordentlich Drogen, aber es wirkt und ein Verdächtiger kann identifiziert werden. Der arbeitete für den Riesenkonzern Massive Dynamics, dessen Gründer seinerzeit mit Bishop forschte, aha. In dem surrealen, weißdominierten HQ faselt eine hohe Angestellte vom hochgeheimen "Schema" merkwürdiger Phänomene (die Backstory), singt eine Jubelarie auf den Konzernchef und präsentiert als Krönung ihre CGI-Terminator-Armprothese. WTF!?

Schließlich wird der Verdächtige aufgegabelt, Bishop junior macht auf Jack Bauer und die Infos fürs Heilmittel sprudeln aus dem Gefangenen heraus. Scott kann gerettet werden, doch da der Kniff: Er gehört selbst zu einer Verschwörerbande! Am Ende ist er tot, doch in der Firmenzentrale von Massive Dynamics wird seine Leiche angekarrt: Bis sechs Stunden nach dem Tod kann man ihn nämlich noch verhören. Oder mehr...

Fringe haut dem Zuschauer viel Tobak um die Ohren. Es wird zwar angedeutet, dass die auftretenden Phänomene wohl zügelloser Wissenschaft denn dem Übernatürlichen entstammen werden, aber der Phantastikpegel ist hier klar plakativer als noch in Akte X (also eher Nemesis/Threshold plus Eureka). Zwar ist Dunham am Ende noch nicht völlig vom "Schema" überzeugt, ein ideologischer Wettstreit zwischen dem Glauben ans Übernatürliche (Mulder) und wissenschaftlicher Rationalität (Scully) scheint jedoch kein zentrales Motiv der Serie zu sein.

Ansonsten war der Pilotfilm recht aufwändig inszeniert, mit Szenen im Irak und Autoverfolgungsjagden. Visuell sind die Ortseinblendungen bemerkenswert, die es ja auch schon in AKte X gab, hier aber in einer Lost-ähnlichen 3D-Schriftart mitten in den Filmraum eingebettet werden. So schwebt der Schriftzug "Bagdad" wie ein riesiges Flugobjekt über der Stadt und ist aus Bodenperspektive ebenso zu sehen. Die US-Werbeblöcke werden mit merkwürdigen Röntgenbildern (?) von Äpfeln oder Blättern eingeleitet.

Alles in allem ziemlich viel Unsinn, aber seriös und durchaus unterhaltsam vermittelt. Mal sehen, ob der Kurs klarer sein wird als bei Akte X oder Lost...

Montag, 16. März 2009

The Wrestler

Mickey Rourke ist Randy "The Ram" Robinson und Randy ist Mickey. Das Comeback Rourkes als abgehalfteter Wrestler im gleichnamigen Drama von Darren Aronofsky ist sowohl bewegendes Porträt des gescheiterten Protagonisten als auch seines Darstellers. Vielleicht ist es da nur konsequent, dass Rourke für diese Rolle keinen Oscar erhielt.

Randy Robinson hatte seine Hochphase in den 80ern (wie Mickey Rourke) und kongenial werden die 20 Jahre seines Niedergangs einfach übersprungen. Nun ist er alt, zehrt aber immer noch an Wochenenden in miefigen Lokalkämpfen vom Ruhm vergangener Tage, genießt einzig dort die Anerkennung als lebende Legende. Die spärlichen Fantreffen jedoch sind verwaist und gleichen mit ihren ruinierten Ex-Wrestlern eher Seniorenkreisen. Dort bietet Randy Videokassetten an, ein Telefon besitzt er nicht, mit den Nachbarskindern stellt er sein größtes Match gegen den "Ayatollah" im eigenen NES-Wrestlingspiel nach. Begeistern lassen sich die Kids davon nicht mehr - alles aus einer anderen Zeit. Nicht einmal die Miete seiner Unterkunft im Trailerpark, Sinnbild des American White Trash, kann Randy pünktlich bezahlen. Als er nach einem Kampf einen Herzinfarkt erleidet, droht sein Lebensinhalt wegzubrechen.

Darren Aronofsky inszeniert The Wrestler beinahe als Dokumentarfilm, nüchtern und ohne Spuren von formaler Verspieltheit à la Pi oder Requiem for a Dream. Ausgewaschene Bilder, der Lack ist ab. Die Kamera bleibt immer nah bei und hinter Randy und seinem deformierten Körper, den Mickey Rourke wohl mit den gleichen Mitteln fitgespritzt hat, die er auch im Film konsumiert. Entfernt sich die Kamera, Symbol für Starruhm und mediale Aufmerksamkeit, droht Randy Gefahr.

Er lebt fürs Wrestling, er möchte und kann nicht loslassen. Alles andere in seinem Leben hat Randy in den Jahren seines Abstiegs verspielt. Stets besteht er nun darauf, nur Randy genannt zu werden - als Mr. Robinson wäre er ein Verlorener, ein Identitätsloser. Er ist aber The Ram, bis zum Ende. [4/5]

The Wrestler
USA 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Darren Aronofsky
Buch: Robert D. Siegel
Darsteller: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Mark Margolis u.a.

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Erstellt: 2006-09-02 17:58
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