Fringe (5.04) [Update]

Peter wird beinahe von Beobachtern gefangen, kann sich aber leicht verletzt ins Labor retten. Da er von der unerklärten Holografieüberwachung aufgezeichnet wurde, klickt es bei den Besatzern endlich: Das Fringe-Team muss von den Rebellen unterstützt werden. Wie gut, dass just einer ihrer Spione unter den Loyalisten enttarnt wurde. Im schmerzhaften Verhör wird das Harvard-Labor als Unterschlupf und die "Taube" offenbart. Letztere ist offenbar ein mächtiger Verbündeter der Rebellen - in Gestalt von Broyles, der endlich wieder auftaucht. Es folgt ein stiller Machtkampf zwischen einem Observer und Broyles, der aber zu nichts führt, auch weil kein Gedankenlesen versucht wird.

Derweil bergen Walter und Astrid weitere Videokassetten aus dem Amber. Was bringt es bitte, die Informationen zum Anti-Beobachter-Plan auf verschiedenen und stets unzuverlässigen Tapes zu verteilen, diese dann aber alle am selben Ort aufzubewahren?! Und sollte man nicht alle Bänder am Stück sammeln, fragt Cordial Deconstruction. Ein neuer Ort für ein wichtiges Bauteil ist schnell identifiziert, aber schwer zugänglich. Walter zaubert daraufhin sein privates Fringe-Archiv im Keller aus dem Ärmel, in dem viele Requisiten Asservaten früherer Fälle zu sehen sind. Nostalgie. Walter hofft hier Hilfsmittel zur Bergung des Waffenteils zu finden: "There was a time when we solved Fringe cases. Now I think it's time we created a few of our own" (Cordial Deconstruction: "WTF? That's nothing especially new. Weren't nearly all of the Fringe cases at least indirectly caused by Walter?"). Das herumstehende Portal, das "uns in ein anderes Universum bringt", wird von Peter abgelehnt - weiterhin also kein klares Bekenntnis zum Alternativuniversum der vergangenen Staffeln.

Als dann die Loyalisten zur Razzia anrücken, sind die Fringe-Rebellen längst von Broyles gewarnt und das Labor unverdächtig hergerichtet. Eine nähere Untersuchung mit fortschrittlicher Observer-Technik steht natürlich nicht an. Danach schlägt das Fringe-Team los, das lächerliche Sicherheitssystem der Besatzer darf wieder einmal "glänzen", Cordial Deconstruction geradezu verzweifelt:
«I am constantly baffled by the Observers techniques for observing. They occasionally have holographic footage of suspects at large, and yet whatever captures this holographic footage appears to not be particularly ubiquitous as they really see very little of what's going on. You'd think they would have cameras, spy drones, and satellites all over the place recording everything that goes on, at least in populated areas. You'd also think they would be constantly monitoring all communications in real time, but apparently you'd be wrong.»
Als Waffe benutzen Walter und Co. das "barbarische" Gas (O-Ton Beobachter) aus einem früheren Fringe-Fall der ersten (!) Staffel, welches das Gesicht zuwachsen lässt; "befremdlich, mit welcher Kaltblütigkeit unsere Helden nicht nur die Observer, sondern auch die menschlichen Kollaborateure umlegen" (Serienjunkies). Nach der Bergung des Waffenteils - selbst für Walter unverständliche Matheformeln - und ein paar ungefährliche Schießereien inklusive Dual-Wielding-Peter erfährt das Team erst, dass Broyles noch lebt und auf ihrer Seite ist. Er wagte ein Treffen bisher nicht, macht es nun aber doch und riskiert damit alles (das Fringe-Team ist noch nicht in der Blockade des Observer-Gedankenlesens geschult, was ungefähr ein Jahr dauert - "good move, Colonel Broyles", meint Cordial Deconstruction trocken). Und natürlich wurde zuvor ein Autopeilsender angebracht und die Beobachter tauchen auf. Warum nicht auf einmal in Überzahl, wird auf ewig ihr Geheimnis bleiben, so materialisieren sie sich schön nacheinander und können in Seelenruhe abgeschossen werden (Polite Dissent: "For being geniuses, they sure haven't learn not to teleport into battle one a time").

Das Fringe-Team flieht dann zu Fuß und kann von Broyles' mitgebrachten Waffen kaum etwas mitnehmen, Loyalisten und Beobachter auf ihren Fersen. In einem ruinösen Lagerhaus kommt es zu wirren Schießereien und Verfolgungsjagden, an deren Ende Etta vom Oberbeobachter Windmark gefangen wird. Und dieser erschießt sie dann einfach! Kurz darauf findet das restliche Team die Sterbende. Sie hat da schon eine Zeitbombe aktiviert und wird schweren Herzens zurückgelassen. Windmark, längst wieder vor dem Gebäude, fällt dann ein, dass die Flüchtenden aus Liebe wohl bei Etta sein dürften (Serienjunkies: Er "hat verstanden, was für eine mächtige Waffe die Liebe sein kann, auch wenn er das Gefühl selbst nicht teilt"). Und hätte das Fringe-Team Ettas Bombe versteckt, wäre Windmark bei der folgenden Explosion auch draufgegangen.

Diese Episode deckt einmal mehr die gesamte Bandbreite ab: Aus logischer Sicht liegt weiterhin eine Menge im Argen, dafür gibt es humorige Walter-Szenen, ein schönes, zart herantastendes Gespräch zwischen Etta und Olivia (um "die Kugel, die die Welt rettete", also Olivia einst in den Kopf traf) und eben den dramatischen Tod Ettas. Den hatte ich absolut nicht vorhergesehen, "weil einfach so viel passiert, dass man nicht viel Zeit zum nachdenken hat. Zum anderen ist das foreshadowing in der Folge selbst so subtil, dass man es erst am Ende der Folge versteht" (Serienjunkies). Und auch wenn man mit Peter und Olivias Tochter noch nicht allzu sehr emotional verbunden war, trifft ihre intensive Todesszene (hoffentlich ist und bleibt sie wirklich tot, gibt Serienjunkies zu bedenken). Jetzt dürfte das Fringe-Team keinerlei Gnade mehr kennen, von der es ja schon durch den Einsatz des Giftgases Abstand nahm. Vielleicht erwachen nun Olivias Cortexiphan-Fähigkeiten? Ob sie die gegen die dilettantisch vorgehenden Besatzer überhaupt braucht, ist jedoch fraglich. Ebenso ärgerlich, dass Geschehnisse früherer Staffel in dieser Episode zwar verstärkt angedeutet, aber kaum offen angesprochen und damit efektiv verschwiegen werden.

Mehr ein Spionagethriller, findet Polite Dissent, sieht aber eine gute Folge trotz "some poor decision making on both the Fringe team and Observers". "Sw2012" für Serienjunkies fragt sich gar, ob eine Folge so gut sein könne, dass sie zu gut ist, sieht auf der "Meckerliste" nur Triviales und eine der "stärksten Folgen von Fringe überhaupt" (5/5 Punkte); nach dem Tod Ettas sei die Frage nach einem Reboot der Zeitlinie nun dringender denn je, denn Olivia verdiene nach den vergangenen fünf Jahren nicht nur einen Sieg, sondern klassische poetische Gerechtigkeit, wenn nicht sogar Glück. Dem stimme ich zu, es macht aber aufgrund der Entbehrungen der letzten Folgen diese Episode nicht automatisch zu einem Meisterstück.

PS: Für Vladislav Tinchev ist Fringe "ein Labyrinth aus Erinnerungen und die Liebe ist die einzige Navigation, die man hat." Der A.V. Club zückt eine A-.

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