Glotzen

Freitag, 20. November 2009

Paranormal Activity



PS: Leider ist der Film kein neuer The Blair Witch Project oder [REC]. Katies Boyfriend Micah nervt genauso wie der britische Popsänger ähnlichen Namens und benimmt sich konstant daneben. In den nüchtern inszenierten Spukszenen werden zu viele Geisterklischees bemüht, so dass nur selten Gruselstimmung aufkommt. Eine Synchronisation bei Filmen mit "authentischem" Material ist zudem immer gefährlich für die Atmosphäre. Und Micah nervt.

Paranormal Activity
USA 2007 | IMDb | OFDb
Regie: Oren Peli
Buch: Oren Peli
Darsteller: Katie Featherston, Micah Sloat, Mark Fredrichs, Ashley Palmer

Dienstag, 17. März 2009

Fringe (Schema F?)

Gestern zur Primetime hatte Fringe - Grenzfälle des FBI seine deutsche Free-TV-Premiere, von ProSieben heftig und umstritten beworben (offenbar mit Erfolg). Nachdem Supernatural auf mich in der ersten Staffel wie eine auf Idiotie reduzierte Neuauflage von Akte X für Teenager wirkte, will es die neue Serie des Lost-Spezis J.J. Abrams nun wohl richtig machen.

Der Pilotfilm beginnt mit einem Paukenschlag: Flesh-Eater-Virus in einem Flugzeug aus Hamburg (rudimentär verändertes Lufthansa-Logo), alle Passagiere nicht mal mehr Haut, nur noch Knochen. Als FBI-Agent grinst uns Mark Valley an, mir bekannt als aalglatter Anwalt aus Boston Legal. Witzigerweise gab er dort einmal vor, ein knallharter Bundesagent zu sein - nun spielt er einen, John Scott. Jedoch erwischt ihn das Virus und seine Kollegin und Geliebte Olivia Dunham sucht ein Heilmittel, bevor er zerläuft.

Als grimmiger Vorgesetzter schaut Lance Reddick (zuletzt John Lockes geheimnisvoller Fahrer in Lost) der Heldin auf die Finger. Am Ende wird er sie für eine Spezialeinheit rekrutieren wollen, kann daher gar nicht so fies sein und stellt somit ungefähr Walter Skinner aus Akte X dar. Um ihren Lover zu retten, muss sich Dunham an den obskuren Wissenschaftler Walter Bishop wenden, der leider seit 30 Jahren in der Klapse hockt. Nächster Besetzungscoup: John Noble, Denethor aus Herr der Ringe! An Bishop kommt sie aber nur über seinen dezent zwielichtigen Sohn heran, dargestellt von Joshua Jackson, Pacey aus Dawnson's Creek!
Leider ist Doc Bishop nicht mehr so ganz dicht - hoffentlich nervt das auf Dauer nicht. Außerdem hat er sich damals im Regierungsauftrag mit Grenzwissenschaften beschäftigt und zwar anscheinend mit allen denkbaren! Er ist damit Mischung aus Mulders Believing (Bishops Labor ist im Keller ;-), Scullys Science und den Lone Gunmen. Bishop hat nach drei Dekaden immer noch locker den Durchblick und schlägt Dunham als erstes vor, sich in Scotts Gedanken einzuklinken - klotzen, nicht kleckern! Solch eine Technik aus den 70ern funktioniert natürlich nur mit ordentlich Drogen, aber es wirkt und ein Verdächtiger kann identifiziert werden. Der arbeitete für den Riesenkonzern Massive Dynamics, dessen Gründer seinerzeit mit Bishop forschte, aha. In dem surrealen, weißdominierten HQ faselt eine hohe Angestellte vom hochgeheimen "Schema" merkwürdiger Phänomene (die Backstory), singt eine Jubelarie auf den Konzernchef und präsentiert als Krönung ihre CGI-Terminator-Armprothese. WTF!?

Schließlich wird der Verdächtige aufgegabelt, Bishop junior macht auf Jack Bauer und die Infos fürs Heilmittel sprudeln aus dem Gefangenen heraus. Scott kann gerettet werden, doch da der Kniff: Er gehört selbst zu einer Verschwörerbande! Am Ende ist er tot, doch in der Firmenzentrale von Massive Dynamics wird seine Leiche angekarrt: Bis sechs Stunden nach dem Tod kann man ihn nämlich noch verhören. Oder mehr...

Fringe haut dem Zuschauer viel Tobak um die Ohren. Es wird zwar angedeutet, dass die auftretenden Phänomene wohl zügelloser Wissenschaft denn dem Übernatürlichen entstammen werden, aber der Phantastikpegel ist hier klar plakativer als noch in Akte X (also eher Nemesis/Threshold plus Eureka). Zwar ist Dunham am Ende noch nicht völlig vom "Schema" überzeugt, ein ideologischer Wettstreit zwischen dem Glauben ans Übernatürliche (Mulder) und wissenschaftlicher Rationalität (Scully) scheint jedoch kein zentrales Motiv der Serie zu sein.

Ansonsten war der Pilotfilm recht aufwändig inszeniert, mit Szenen im Irak und Autoverfolgungsjagden. Visuell sind die Ortseinblendungen bemerkenswert, die es ja auch schon in AKte X gab, hier aber in einer Lost-ähnlichen 3D-Schriftart mitten in den Filmraum eingebettet werden. So schwebt der Schriftzug "Bagdad" wie ein riesiges Flugobjekt über der Stadt und ist aus Bodenperspektive ebenso zu sehen. Die US-Werbeblöcke werden mit merkwürdigen Röntgenbildern (?) von Äpfeln oder Blättern eingeleitet.

Alles in allem ziemlich viel Unsinn, aber seriös und durchaus unterhaltsam vermittelt. Mal sehen, ob der Kurs klarer sein wird als bei Akte X oder Lost...

Montag, 16. März 2009

The Wrestler

Mickey Rourke ist Randy "The Ram" Robinson und Randy ist Mickey. Das Comeback Rourkes als abgehalfteter Wrestler im gleichnamigen Drama von Darren Aronofsky ist sowohl bewegendes Porträt des gescheiterten Protagonisten als auch seines Darstellers. Vielleicht ist es da nur konsequent, dass Rourke für diese Rolle keinen Oscar erhielt.

Randy Robinson hatte seine Hochphase in den 80ern (wie Mickey Rourke) und kongenial werden die 20 Jahre seines Niedergangs einfach übersprungen. Nun ist er alt, zehrt aber immer noch an Wochenenden in miefigen Lokalkämpfen vom Ruhm vergangener Tage, genießt einzig dort die Anerkennung als lebende Legende. Die spärlichen Fantreffen jedoch sind verwaist und gleichen mit ihren ruinierten Ex-Wrestlern eher Seniorenkreisen. Dort bietet Randy Videokassetten an, ein Telefon besitzt er nicht, mit den Nachbarskindern stellt er sein größtes Match gegen den "Ayatollah" im eigenen NES-Wrestlingspiel nach. Begeistern lassen sich die Kids davon nicht mehr - alles aus einer anderen Zeit. Nicht einmal die Miete seiner Unterkunft im Trailerpark, Sinnbild des American White Trash, kann Randy pünktlich bezahlen. Als er nach einem Kampf einen Herzinfarkt erleidet, droht sein Lebensinhalt wegzubrechen.

Darren Aronofsky inszeniert The Wrestler beinahe als Dokumentarfilm, nüchtern und ohne Spuren von formaler Verspieltheit à la Pi oder Requiem for a Dream. Ausgewaschene Bilder, der Lack ist ab. Die Kamera bleibt immer nah bei und hinter Randy und seinem deformierten Körper, den Mickey Rourke wohl mit den gleichen Mitteln fitgespritzt hat, die er auch im Film konsumiert. Entfernt sich die Kamera, Symbol für Starruhm und mediale Aufmerksamkeit, droht Randy Gefahr.

Er lebt fürs Wrestling, er möchte und kann nicht loslassen. Alles andere in seinem Leben hat Randy in den Jahren seines Abstiegs verspielt. Stets besteht er nun darauf, nur Randy genannt zu werden - als Mr. Robinson wäre er ein Verlorener, ein Identitätsloser. Er ist aber The Ram, bis zum Ende. [4/5]

The Wrestler
USA 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Darren Aronofsky
Buch: Robert D. Siegel
Darsteller: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Mark Margolis u.a.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Phantastische TV-Schau II: Terminator S.C.C. & Co.

Terminator S.C.C. (ProSieben, Mo. um 21:15)

Der tumbe Zuschauer hätte bei dem Originaltitel vielleicht an dem Marc T. seine Ex denken können, weswegen bei ProSieben aus den Sarah Connor Chronicles eben S.C.C. wurde - logisch...
Sicher gab es wenige gewagtere TV-Adaptionen, aber erstaunlicherweise funktioniert Terminator auch in Serie. Aufbauend auf den ersten beiden Kinofilmen und Elementen des dritten, wenn ich's recht verstehe, kämpfen Sarah Connor (knackig: Lena Headey), ihr 16jähriger Sohn und zukünftiger Rebellenführer John (Thomas Dekker) sowie der weibliche Teenage-Cyborg Cameron (süß: Summer Glau) nach einer kleinen Zeitreise - waren Transfers in die Zukunft bisher möglich? - im Jahr 2007 gegen böse Maschinenmenschen und die Entstehung von Skynet.

Auch in der Serie machen die Terminatoren selten halbe Sachen, aber spätestens seit 24 sind hohe Body Counts auch nichts besonderes mehr. Action gibt's also durchaus reichlich, dazu eine sich stetig entwickelnde Geschichte - kein simples "Terminator of the Week"-Konzept.
Star ist natürlich die gute Terminatrix Cameron, die sowohl für die rücksichtslosen als auch die heiteren Momente im Bereich des "Zwischenmenschlichen" sorgt. Erstaunlicher- und glücklicherweise geht sie gerne rabiat zur Sache und behält ihre Lizenz zum Töten. Es bleibt zu hoffen, dass sie von den Autoren keinen Data'schen Drang zur Menschwerdung verpasst bekommt und fortan jeden retten will...

Neben dem Kampf gegen Skynet und die Terminatoren läuft noch eine bisher eher undurchsichtige und halbherzig vorangetriebene Teen-Storyline an der Schule von John und Cameron. Generell muss man zudem einwenden, dass die einzelnen Episoden auch jenseits der grundlegenden Zeitreiseparadoxie selten logisch in sich stimmig sind. Oft trifft dies im Bereich von Computertechnik auf, was auch fast immer Superhacker John Connor einschließt. Beim Auslesen fremder Technologie, Knacken von Verschlüsselung oder Eindringen in IT-Systeme muss man als Zuschauer ein Auge zudrücken können. Und eigentlich könnte Cameron das alles wohl auch viel besser als John, aber der hätte ansonsten wohl nix mehr zu tun. Immerhin nervt er nur selten mit Besserwisserei und dummen Pubertätsaktionen.

Also einschalten! Die erste Staffel hat nur neun Episoden, die dürfte ProSieben trotz schlechter Quoten wohl durchsenden.

Lost (ProSieben, Mo. um 22:10)

Die gute vierte Staffel der in Deutschland quotentechnisch chronisch darbenden Mystery-Serie läuft seit Mitte Januar auf ProSieben. Durch den Kontakt mit der Außenwelt passiert eine Menge, der Zuschauer muss aber auch mit mehr Übernatürlichem rechnen...

24 (Premiere, Mo. um 20:15)

Hervorragend: Der Pay-TV-Sender zeigt die siebte Staffel quasi zeitgleich mit der US-Ausstrahlung! Nach drei Folgen lässt sich sagen, dass Jack immer noch der härteste Typ ist, der stets Recht hat und ohne zu zögern für sein Vaterland einspringt. Zu Beginn scheint es, als ob der totgeglaubte Tony Almeida den Schurken gibt - eine Rolle, in der ich seit einiger Zeit Jack Bauer nach all der fehlenden Anerkennung für seine Taten sehen möchte. Wird wohl nie passieren, ebenso wie ein Selbstmord, wie man es Ende der sechsten Staffel angedeutet bekam.

Na ja, zu Beginn ist Jack Bauer wegen seiner "zünftigen" Vorgehensweise in der Vergangenheit angeklagt und die CTU aufgelöst. Passt natürlich zum Regierungswechsel in den USA, wo der War on Terror nicht mehr so en vogue ist. Jack Bauer lässt dazu auch entsprechende Phrasen ab: Natürlich bereue er seine Taten nicht, aber die Öffentlichkeit müsse davon wissen und dann entscheiden, ob eben der Zweck die Mittel heilige.

Nachdem dann Almeida auftaucht, holt sich das FBI Jack zu Hilfe, der sofort das Ruder an sich reißt, alles durchschaut und - sicher auch aus mehrfacher Erfahrung heraus ;-) - feststellt: Maulwürfe im FBI, traue niemandem! Tony versagt als Bösewicht trotz grimmiger Flunsch und nachlässiger Rasur leider völlig und wird schon in der zweiten Folge von Jack kassiert. Doch da die Wende: Bill Buchanan, Chloe O'Brian und eben Tony arbeiten freischaffend gegen eine Riesenverschwörung, die aber bisher scheinbar "nur" ein massenmordendes Regime in Afrika supportet. Tony war dort eingeschleust worden, weswegen Jack ihn nun aus dem FBI-HQ rausknüppeln muss. Zu viert gegen ALLE...

Good vs. Bad

Pushing Daisies (ProSieben, Mi. um 21:15)

War ich zu Beginn vom skurrilen Charme und Humor (Chi McBride!) im Amélie-Stil noch angetan, blieb mir die Serie schon in der ersten Staffel irgendwie zu harmlos und, äh, künstlich. Schaue ich also nicht mehr.

Smallville (RTL2, Mi. um 22:05)

Regelmäßig verfolgt habe ich diese Serie nie, dazu war sie lange Zeit zu banal. Hass wie der Wortvogel verspüre ich dagegen nicht, zum Reinzappen ist's zu gebrauchen. Auf RTL2 läuft die siebte Staffel gerade langsam aus.

Prison Break (RTL, Do. um 23:15)

Die erste Staffel war ein ziemlich kompromissloser Hit, vor allem die erste Hälfte. Danach ging es langsam bergab. In der dritten Staffel sitzen Michael Scofield und ein paar alte Feinde im von den Knastis übernommenen Gefängnis Sona in Panama ein. Leider ist dieses angebliche Höllenloch kaum gefährlicher als damals Fox River - das Konzept wird also verwässert. Zudem ist die Involvierung der bösen Company sehr konstruiert, aber wirklich abstrus wird es erst in der vierten Staffel, die in den USA gerade pausiert. Eine weitere Staffel wird es zum Glück nicht geben.
Warum kann man Serie nicht einfach beenden, wenn es nichts mehr zu erwählen gibt (in dem Zusammenhang bin ich auf die dritte Staffel von Dexter gespannt)...

Jekyll (arte, Fr. um 22:30)

Eine moderne Mischung aus Neuinterpretation und Fortsetzung von Dr. Jekyll und Mr. Hyde aus England. Leider habe ich von der Miniserie die zweite Folge verpasst, kann also nicht sagen, wie es sich entwickeln wird. Uninteressant war die erste Episode sicher nicht.

Und sonst?

Ist How I met your Mother eigentlich wirklich so gut? Habe bisher alle Folgen auf ProSieben verpasst. Und was sollen eigentlich alle diese Vampirserien der letzten Zeit: Moonlight, momentan Blood Ties auf RTL2. Da soll lieber mal die Blade-Serie fortgesetzt werden, denn die war wirklich gut!

Samstag, 29. November 2008

Ein Quantum Trost

Ein Quantum Trost ist der zweite Teil des Serien-Relaunches mit Daniel Craig als bester Geheimagent Ihrer Majestät, der 2006 das mir unbekannte Casino Royal besuchte. Nachdem die Jason-Bourne-Trilogie als Bond des neuen Jahrtausends angesehen werden konnte, zieht das Original nach und präsentiert sich abgeklärt, kantig und hart - vom charmanten Gentleman "007" bleibt kaum etwas übrig.

Eine rasante Autoverfolgungsjagd über enge Bergstraßen eröffnet den Film, jedoch derart hektisch geschnitten, dass die Übersicht oft auf der Strecke bleibt. In späteren Szenen Mann gegen Mann verstärkt sich dies noch und ohne schnelle Augen wird der geneigte Zuschauer schwerlich nachvollziehen, wer jetzt wen gerade verdrischt - miserabel! Manch einer mag scherzen, dass Ein Quantum Trost aufgrund der schnellen Schnitte nur auf etwas mehr als 100 min Laufzeit kommt. Auch am Bond-Girl ist der Schnitt erkennbar: Olga Kurylenko trägt eine Narbe auf dem Rücken, die erst am Ende des Filmes überhaupt Erwähnung finde. Kurylenko landet mit Bond übrigens nicht in der Kiste; dafür ist eine Quasi-Moneypenny zur Stelle, die später als Goldfinger-Zitat herhalten muss.

Viel mehr bleibt von den "Essentials" der Bond-Universums nicht übrig, so wurden bis auf ein paar hippe Touch-Displays sämtliche (!) Agentengimmicks gestrichen. Außer einem Fotohandy hat Bond nichts dabei und fällt überall auf der Welt mit der Tür ins Haus. Die Geschichte selbst ist eher wirr und wenig aufregend, die Bad Company, die niemand kennt und ihre Leute überall hat, wirkt selten bedrohlich. Grundsätzlich ist Bond auch noch auf einem Rachefeldzug wegen des Todes seiner Verlobten aus Casino Royal, weswegen der Film teils wie ein Remake von Lizenz zum Töten wirkt. Das große Finale ist dann eher unfreiwillig komisch im Zwang, ein "klassisches" Hauptquartier der Schurken präsentieren zu müssen, um es aufwändig in die Luft zu jagen.

Trotz dieser geballten Kritik ist Ein Quantum Trost meistens ordentlich inszeniert und bietet viele Locations, schicke Bilder und einige Action. Nur von einem altehrwürdigen James Bond kann nicht mehr die Rede sein, während gleichzeitig die Neuausrichtung nicht gelungen wirkt. [3/5]

007: Ein Quantum Trost
GB/USA 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Marc Forster
Buch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
Darsteller: Daniel Craig, Mathieu Almaric, Olga Kurylenko, Judi Dench, Jeffrey Wright u.a.

Sonntag, 23. November 2008

Waltz with Bashir

Wer einschlägige Kulturmagazine im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder wahrscheinlich auch die Feuilletons der Tagespresse verfolgt hat, wird von Waltz with Bashir gehört haben, dem "erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge" über die Suche Ari Folmans nach seiner verdrängten Vergangenheit im Libanonkrieg 1982.

Nach einem aufrüttelnden Gespräch mit einem Freund macht Folman alte Kriegskameraden ausfindig und erkundet nach und nach seine vergessenen Erlebnisse im Krieg und schließlich seine Rolle bei den Massakern von Sabra und Schatila...

Waltz with Bashir ist mehr ein "klassischer" Antikriegsfilm denn eine Dokumentation. Die Gespräche und Interviews mit Zeitzeugen bilden die authentische Rahmenhandlung, worin die jeweiligen Erinnerungen und Schilderungen als Sequenzen eingebettet werden. So umgeht der Film in seiner Animationsform zwei Probleme: Historische Ereignisse können frei dargestellt werden, ohne auf Nachstellungen zurückgreifen zu müssen, und subjektive Rückblicke bleiben unverbindlich und gaukeln keine Wahrheit vor, wie es Realfilme immanent tun.

Dies funktioniert natürlich nur durch die verwendete Animationstechnik, die sich nicht um einen Hyperrealismus bemüht. Personen sind stilisiert dargestellt - die "echten" Interviews wurden übergezeichnet -, ihre Animationen oft langsam und einfach; Panzer und andere Fahrzeuge dagegen sind originalgetreu modelliert. Die Hintergründe schwanken jedoch in meinen Augen ohne erkennbares Konzept zwischen Realismus, Stilisierung und nur halbherzig verfremdeten Fotografien (Holland!).

Trotzdem behindert diese künstlerisch-künstliche Optik nicht die Immersion des Zuschauers, zumal die Erinnerungssequenzen oft ins Traumhafte abdriften und zusammen mit der rockigen Musikuntermalung eine besondere Sogwirkung entfalten. Wäre dies in einem Realfilm umgesetzt worden, hätte es wohl lächerlich gewirkt, bei Waltz with Bashir wird das Gegenteil erzielt.

Dramaturgisch folgt der Film wie erwähnt den typischen Mustern einschlägiger Antikriegsfilme: Die Boys ziehen ohne Ahnung, aber mit der Hoffnung auf ein großes Abenteuer in den Krieg. Bald weicht die Party einer Verlorenheit im großen Spiel der Befehlshaber, bis sich schließlich die Erkenntnis über die Gräuel des Krieges durchsetzt und Ari Folman sich an alles erinnert.

Ein paar Kenntnisse über den ersten Libanonkrieg sollten vorhanden sein, da nicht alle Hintergründe erklärt werden; schwere Verständnisprobleme treten aber nich auf. Waltz with Bashir ist ein visuell beeindruckender Film, der gekonnt die Freude über die äußere Form in Betroffenheit über die Inhalte umwandelt. [4/5]

Waltz with Bashir
IL/D/F 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Ari Folman
Buch: Ari Folman
Darsteller/Sprecher: Ari Folman, Boaz Rein-Buskila, Ori Sivan, Ron Ben-Yishai u.a.

Freitag, 31. Oktober 2008

Panorama - Die Doku-Soap

Am 29.10. lief die zweite Ausgabe von Panorama - Die Reporter, in die ich zufällig reingeschaltet hatte, nachdem die Pilotfolge Mitte Juli an mir vorbeigegangen war. Das Mutterformat Panorama war 1961 das erste politische Magazin im deutschen Fernsehen und berichtet heutzutage alle drei Wochen "pointiert und engagiert über soziale Missstände und politische Fehltritte". Leider schießt die Redaktion um Anja Reschke auch mal übers Ziel hinaus, reihte sich beispielsweise unrühmlich in das öffentlich-rechtliche Bashing gegen "Killerspiele" ein.
«Die Reihe "Panorama - Die Reporter" steht für einen ganz neuen Einblick in den Arbeitsalltag investigativer Journalisten. [...] Die Kamera ist immer dabei, wenn die Panorama-Reporter schwierige Aufgaben durchleben: hartnäckige Nachfragen, konfrontative Interviews und auch die Nervosität vor einem Einsatz mit verdeckter Kamera.»
Panorama - Die Reporter ist nun überspitzt formuliert eine Art Spin-off der Hauptsendung fürs "Unterschichtenfernsehen", nur dass es eben nicht bei den Privatsendern läuft. Neben den eigentlichen Themen stehen die recherchierenden Journalisten im Mittelpunkt. Wie in einer Doku-Soap werden die "Reporter" von mehreren Kameras bei ihren Nachforschungen begleitet, immer ganz auf unverstellten Realismus getrimmt: Das Bild wackelt manchmal, die Kameraleute filmen sich auch gegenseitig und der Journalist interagiert mit ihnen.

Hinter die Kulissen der sonst vorgefertigen, unpersönlichen TV-Beiträge zu schauen und die Anstrengungen der Macher zu sehen kann natürlich interessant sein, aber es wirkte auf mich oft plump, verstellt und effekthascherisch: Anja Reschke schreitet falschparkende Diplomatenautos ab und die Kameras wuseln wie Bienen um den Honig herum; die Reporterin winkt "aufgeregt" den Filmenden heran, damit der ein (verpixeltes) Namensschild aufnimmt...

In der Sendung kommen drei Themen und damit meist drei Reporter vor, dabei werden aber die einzelnen "Live"-Reportagen nicht nacheinander gebracht, sondern passend zur kurzen Aufmerksamkeitsspanne des gewünschten Zuschauerklientels mehrmals dazwischen hin- und hergezappt. Die Themen selbst waren auch nicht übermäßig interessant, da es mir eher wie Wiederkäuen von älteren Meldungen vorkam, die in der Redaktion herumschwirrten:
  • "Anleitung für Steuerhinterzieher - Deutsche Banken im Ausland" (im regulären Panorama zweitverwertet)
  • "Auf eigene Faust durch Afghanistan" (Deutscher Soldat tötete irrtümlich eine Familie und "[Stefan Buchen] will klären, ob die Menschen dort wirklich befriedet sind, nachdem die Bundeswehr eine Art Blutgeld gezahlt hatte".)
  • "Reschke recherchiert in Berlin" (Diplomatenimmunität; im Forum dazu ein interessanter Beitrag...)
Die aktuelle Ausgabe von Panorama - Die Reporter gibt es noch nicht online zu sehen (nur eine Video-Vorschau), aber die damals intensiv diskutierte Pilotfolge vom 17.07. findet sich hier.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Krabat & Running Time

Krabat

Dies ist die Verfilmung von Ottfried Preußlers bekanntem Jugendbuch, das ich aber selbst nicht kenne, mich nur dunkel an den deutsch-tschechischen Animationsfilm von 1977 erinnern kann.

Inhalt: Den bettelnde Waisenjunge Krabat verschlägt es zu einer Mühle, wo er Lehrling nicht nur im Müllerhandwerk wird, sondern auch in der schwarzen Kunst. Doch der Preis ist hoch...

Krabat ist ein kleiner Fantasy-Film, mit nur zwei Handlungsorten ein Kammerspiel, abgeschottet von der vom dreißigjährigen Krieg verheerten Welt. Durch die schöne Ausstattung mit dreckigen, windschiefen Holzhütten und verlumpten Kleidern wird eine gelungene Atmosphäre erzeugt, auch wenn in den düsteren Szenen um den magischen Müllermeister kaum wirkliche Gruselstimmung aufkommt - zumindest nicht bei älteren Zuschauern.
Auch technisch gibt sich der Film keine Blöße, neben den erwähnten Sets sind die (eher spärlichen) Spezialeffekte wie z.B. die Verwandlungen in Raben gut gelungen; in einer zentralen, etwas unglücklichen Kampfszene hampelt dann aber leider die Kamera einmal wieder extrem herum.

Die Schauspielerriege bietet mit Brühl und Stadlober zwei bekannte Nachwuchsstars, sind jedoch nicht die Hauptfiguren. Und gerade David Kross als Krabat sowie ein paar andere Lehrlinge in der Mühle schauspielern phasenweise etwas holprig. Leider ist das Finale des Films absolut unspektakulär und befriedigt die Erwartungshaltung des Zuschauers nicht. Trotzdem ein zumindest ordentlicher deutscher Genrefilm. [3/5]

Running Time [DVD]

Vor einigen Jahren wurde dieser Low-Budget-Film in der Splatting Image sehr gelobt, mittlerweile bekommt man ihn auf DVD für unter 10 Euro. In gediegenem Schwarzweiß gedreht verpatzt Bruce Campbell direkt nach seiner Entlassung aus dem Knast "dank" inkompetenter Handlager einen Überfall und muss vor der Polizei fliehen.
Leider ist die "Running Time" im Film, der eh nur 65 Minuten dauert, sehr beschränkt und von atemloser Hetze kaum eine Spur. Am Ende spielt gar Campbells Jugendliebe eine große Rolle, Running Time wird dadurch seinen Titelversprechungen überhaupt nicht gerecht!

Immerhin ist die visuelle Form gelungen, denn mit einigen Kameratricks soll der Film als einzige, zusammenhängene Plansequenz wirken - keine sichtbaren Schnitte, die dynamische Steadycam ist immer dabei. Schön anzusehen, nur hat mich halt der Inhalt nicht vom Hocker gerissen. Und kann mir jemand sagen, wo Campbells Kondom landet...? [3/5]

Krabat
D 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Marco Kreuzpaintner
Buch: Michael Gutmann, Marco Kreuzpaintner
Darsteller: David Kross, Daniel Brühl, Christian Redl, Robert Stadlober u.a.

Running Time
USA 1997 | IMDb | OFDb
Regie: Josh Becker
Buch: Josh Becker, Peter Choi
Darsteller: Bruce Campbell, Jeremy Roberts, Anita Barone, William Stanford Davis u.a.

Montag, 22. September 2008

Gomorrha

Die Reise in das Reich der Camorra führt den Zuschauer in italienische Vorstädte, labyrinthische Betonbauten voller Terassen und Treppen, Licht und Schatten. Hier herrscht die Camorra, ein Sammelsurium verschiedenster mafiöser Clans, die das gesamte Leben in diesen Klötzen zu durchdringen scheinen. Job, Lohn, Verpflegung geschieht aus der Hand der Camorra, "ehrliche Arbeit" wird an diesen Orten nicht sichtbar, auf den sonnendurchfluteten Gängen und Fluren lungern die Jugendlichen tagein, tagsaus "cool" herum. Ein Mikrokosmos tut sich auf, die restliche Welt wird ausgeblendet. Wenn Gomorrha diese italienischen Hartz-IV-Locations verlässt, sieht man doch nur weitere Orte der Korruption - oder menschenleere Gegenden. Die Polizei bleibt gesichtslos, taucht nur manchmal von irgendwo her auf, verschwindet wieder.

Filmisch festgehalten wird diese unwirklich erscheinende Parallelwelt durch eine dynamische Kamera, die den Eindruck eines uninszenierten Dokumtarfilms erweckt. Oft wird auf Tiefenschärfe verzichtet, Figuren im Hintergrund bleiben unscharf, selbst wie sie aktiv in die Handlung eingreifen.

Gomorrha erzählt mehrere Geschichten von Bewohnern in diesen Wohnblocks, klingt sich in den Alltag der Protagonisten ein und geht, wenn sie tot oder in ein neues Leben geflohen sind. Dabei haben die wirklichen Gangster und Bosse nur Nebenrollen inne, das Leben gewöhnlicher Menschen in den isoliert anmutenden Soziotopen steht im Mittelpunkt. Die Erzählweise verbleibt simpel, die einzelnen Stränge überlagern sich kaum.

Der Film zeigt, wie die Camorra sich in alle Teile des Lebens der Menschen ausgebreitet hat und kaum noch davon zu trennen ist. In diesem chaotischen Moloch gerät man schnell unter die Räder. Gut gemacht (auch wenn die Synchronisation zu Beginn gewöhnungsbedürfig ist), sicher ein Gegenpol zu "romantisierenden" Gangster-Epen, wie manche Kritik feststellte. [4/5]

Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra
I 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Matteo Garrone
Buch: Roberto Saviano
Darsteller: Toni Servillo, Gianfelice Imparato, Maria Nazionale, Salvatore Cantalupo u.a.

Montag, 1. September 2008

The Dark Knight

Hype, Heath und Platz 3 in der Top 250 der Internet Movie Database - "The Dark Knight" ist das Filmereignis des Jahres. Christopher Nolans zweiter Teil seiner Neuinterpretation mit Christian Bale als Flattermann führt selbstbewusst nicht einmal "Batman" im Titel und schaffte den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten. Ohne Kenntnis von Batman begins und einzelner Comics, dafür mit dem Versuch einer Ausblendung der Kritikerverzückung über The Dark Knight besuchte ich das hiesige CinemaxX - und wurde nicht enttäuscht. Jedoch kann ich auch nicht einfach in die Lobeshymnen einstimmen, weswegen der folgende Text nun negativer klingen wird als gemeint.

Der Film erzählt von der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in der US-Großstadt Gotham City in Gestalt des effizient durchgreifenden Bezirksstaatsanwalts Harvey Dent, die durch das Auftauchen des unberechenbaren Schurken "Joker" zerplatzt. Batman, der außergesetzliche Beschützer der Stadt und nächtliches Alter Ego des Milliardärs Bruce Wayne, gerät an seine Grenzen im Kampf gegen den Joker. Selbst die Mafia muss erkennen, dass sie die Büchse der Pandora geöffnet hat, indem sie ihn ins Boot holte...

Batman ist ein "Superheld" ohne übernatürliche Fähigkeiten, seine Superkräfte sind Technik und Verstand. The Dark Knight ignoriert alle sonstigen phantastischen Bestandteile des Batman-Universums, reduziert sich mit einem Genrewechsel vom "klassischen" Superheldenfilm Marke Spider-Man und Co. zu einem realistischen Actiondrama um einen Mann im Kampfanzug, der bei seiner rechtschaffenen Jagd auf einen wahnsinnigen Antagonisten zu verzweifeln droht.

Batman, der "dunkle Ritter", ist die Schattenseite Bruce Waynes, jedoch nicht in Tradition eines Mr. Hyde, denn er bleibt ein selbstloser Streiter des Guten. Doch der Joker in The Dark Knight ist ein solch irrationales Element, ein Zerstörer, dessen wahre Absichten und Werte ebenso unklar bleiben wie seine Herkunft und Identität, dass Batman schließlich bereit ist zu kapitulieren.
Die Reduktion im Film umfasst also auch die Entstehung des Gegenspielers, seine Motivation. In den früheren Verfilmungen von Tim Burton oder Joel Schumacher war die Genese des Bösen noch ein wichtiger Pfeiler, in The Dark Knight existiert der Joker einfach, um Angst, Schrecken und Terror zu verbreiten. Geprägt von "9/11" wird die Machtlosigkeit der eigentlich Mächtigen im Krieg Kampf gegen einen unbeherrschbaren, unverständlichen Gegner offenbar. In The Dark Knight gibt es beim Joker nichts zu verstehen, er ist ein archetypischer Anarchist, der planvoll keinen Plan verfolgt (und in meinen Augen auch nicht mehr so stark spiegelbildlich zu Batman konzipiert ist, obschon der Joker natürlich Batman als seinen zentralen Widersacher betrachtet). Kann man in solch finsteren Zeiten obsiegen, ohne von seine Idealen abzurücken?

Diese Frage steht im Raum, diese Frage schwingt auch im Filmtitel mit. Um eine Antwort drückt sich The Dark Knight. Batman blickt nur kurz in den Abgrund, dieser nicht zurück; ein "dunkler Ritter" ist Batman vor allem nur wegen seines Anzuges. Klar, er langt ordentlich zu und bricht zahlreiche Knochen - den Kampfgeräuschen nach, denn wirklich zu sehen bekommt der Zuschauer derartiges nicht. Jedoch zieht Batman sich in einer seiner Meinung nach aussichtlosen Situation lieber zurück, möchte den Umhang an den Nagel hängen (und die Stadt im Stich lassen?). Konflikt umgangen, er bleibt moralisch integer. Langweilig.

Was nun aber nicht auf den ganzen Film bezogen ist! The Dark Knight ist hervorragend inszeniert, bietet einige vorzüglich fotografierte Szenen, sehr gelungene Musik und eine namhafte Besetzung. Erwähnt werden muss hier Heath Leadgers Interpretation des Jokers, der den Wahnsinn mit Methode beeindruckend transportiert (auch wenn mir persönlich der Einsatz seiner Zunge nicht so zusagte, aber ich war auch von Batmans Sprachverzerrung leicht genervt); Gary Oldman gefällt als späterer Commissioner Gordon, Aaron Echhart als Harvey Dent. Die anderen Schauspieler inklusive Christian Bale verblassen gegen dieses Dreigestirn etwas.
Das Terrorchaos in Gotham City und die Verunsicherung der Stadtbevölkerung in der zweiten Filmhälfte wird superb eingefangen, hier hat der Film sehr eindrucksvolle Momente. Überraschenderweise sind die Actionszenen nicht außergewöhnlich, die zentrale Autoverfolgung in weiten Teilen gar recht unspektakulär. Ein weiteres Indiz, der die "innneren Werte" des Films im Mittelpunkt stehen sollen?

Der moralische Zwist, dem sich der Film wie beschrieben entzieht, wird zum Ende nochmals durch des Jokers allgegenwärtige Bomben verschärft, jedoch an dieser Stelle in meinen Augen wiederum unbefriedigend und vor allem unglaubwürdig aufgelöst:
Nach Saw-Art - wie es im Film öfter vorkommt - führt die eigene Rettung nur über ein großes Opfer, doch wird dieses dann gar nicht nötig und eine eher plakative Moralauffassung blitzt auf. Man mag es als Glauben an die Humanität auffassen, wenn Menschen selbst in Todesgefahr ihren Gemeinschaftssinn über den Selbsterhaltungstrieb stellen, für mich hat The Dark Knight dort wiederholt Angst vor seiner eigenen Courage bekommen und sich wohl daran erinnert, dass er immer noch ein Hollywood-Blockbuster sein und niemanden verstören soll.

Dies ist dann auch meine Kernkritik: The Dark Knight ist nicht mutig genug, das "Dunkle" wird oft nur behauptet. Es gibt zwar einige tragische Verluste zu beklagen, ein vom Joker pervertierter "Two-Face" mit leicht übertriebener CGI-Fratze bleibt am Ende aber das einzige ideelle Opfer.
Kleinigkeiten wie logisch holprige Geschehnisse sowie ein Ausfall im realistischen Gesamtbild durch eine lächerliche Technologie bei ansonsten sehr spärlichen Bat-Gimmicks störten mich noch, auch war mir der Film mit über 150 min insgesamt ein wenig zu lang; anstatt in der Filmmitte ein narrativ zwar schon schlüssiges retardierendes Moment aber auszuwalzen, hätte die gesamte Handlung stringenter und dann konsequenter aufgebaut werden können.

Ein sehr gutes Werk, das jedoch in meinen Augem in wenigen, aber entscheidenden Momenten seinem düsteren Anspruch nicht gerecht wird. [4/5]

The Dark Knight
USA 2008 | IMDb | OFDb
Regie: Christopher Nolan
Buch: Christopher & Jonathan Nolan, David S. Goyer
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman u.a.

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