Schmökern

Donnerstag, 4. September 2014

Kindliche Fantasterei V: Der Goblin Hans

«Der Goblin Hans wird aus dem Stamm verstoßen, weil das Gerücht umherging, daß seine Mutter ein Goblin, sein Vater aber ein Hobgoblin sei. Das stimmte zwar, trotzdem konnte man Hans nicht aus dem Stamm verbannen. Deshalb behaupteten die anderen Goblins des Stamms, daß sein Vater ein Mensch sei! So wurde Hans verbannt. Aber er kam jede Nacht wieder, um seine Mutter zu sehen. Eines Nachts wird er erwischt; seine Mutter wird getötet und er wird gefesselt zu den Menschen gebracht. Diese glauben, daß er der Mörder von einigen Menschen sein und sperren ihn in die Kellergewölbe des Schloßes vom König.

Dort leben viele Monster, die ihm nach dem Leben trachten. Ein Hobgoblin - sein Vater - rettet ihn, wird dabei aber tödlich verletzt. Im Sterben gibt er seinem Sohn eine Karte. Mit Hilfe der Karte gelangt Hans ins "Goblinviertel" abgesicherte "Goblinviertel". Dort lernt er Dumir, Khazad und Rinto, die Goblins und Scharnak, den Ork kennen. Sie leben von Schlangen- und Rattenfleisch, von Fisch aus ihrem unterirdischen Weiher und von eßbaren Pflanzen. In dieser eigentlich eintönigen "Landschaft" erleben die Fünf trotzdem immer wieder Abenteuer.»
Ein sprunghafter und teils unfreiwillig doppeldeutiger Einstieg in eine dürftig umrissene Fantasy-Welt, die sehr von Ultima Underworld geprägt sein dürfte. Den Rollenspielklassiker habe ich übrigens nie wirklich gespielt, denn damals waren die eigenen Englischkenntnisse noch rudimentär: "'The door is locked'? Ah, die Tür ist locker, dann also einfach weiter auf sie einschlagen..." Zwei, äh, Abenteuer von Klaus Hans wurden festgehalten:
«1. Abenteuer
Hans saß am Ufer des Weihers. Seit Stunden hatte kein Fisch angebissen. Plötzlich hörte er einen Ork fluchen. Kurz danach sah er, wie sich das Fallgatter, welches die Goblins schützte, öffnete, und Scharnak, der Ork flitzte an ihm vorbei. Hans warf seine Angel weg und hechtete zum Tor. Gerade noch rechtzeitig konnte er das Fallgatter schließen, als auch schon ein paar Oger heranstürmten. Sie hämmerten gegen das Eisentor und riefen wütend nach dem Ork. Dieser hatte sich aber auf einem Floß inmitten des Weihers postiert. Neben ihm lagen Hammelfleischkeulen.

2. Abenteuer
Dumir und Hans schlichen durch die Gänge des Kellergewölbes der Oger. Hier konnte man am meisten Essen finden. Urplötzlich standen 2 Oger vor ihnen. Sie schwänkten ihre Keulen und lachten bösartig. Die beiden Goblins schleuderten ihre Keulen den Ogern vor die Füße und rannten zurück ins "Goblinviertel".»

Dienstag, 2. September 2014

Kindliche Fantasterei IV: Das Raumschiff "Comet"

Ein von Star Trek mehr als inspiriertes Weltraumgefährt vom Typ "Kriegstransporter", jedoch deutlich klobiger. Ausgestattet mit unter anderem "Tractorstrahlen" und "Twinlaser (Doppellaser)", Höchstgeschwindigkeit: "Worp 5" [sic]. Auf einer Skizze der Enterprise-ähnlichen Brücke finden sich beispielsweise "drehbare Sitze der Brückenbesatzung" mit dem Hinweis: "Auf diesen Schienen können die Sitze hin- und hergeschoben werden".

Und dann gibt es noch verschiedene "Rassen". Neben den Menschen ("intelligent") werden drei weitere humanoide Völker, äh, prägnant beschrieben:
«Doppelgänger ["Huraka"]: Sie können sich in jede Kreatur, die sie sehen, verwandeln. Es sint sind bösartige Wesen.

Echsenmenschen ["Somilarer"]: Sie leben auf einem fernen Planeten und kennen keine Laser- oder andere Waffen. Sie sind neutral.

Mausmenschen ["Romaliker"]: Diese primitiv lebenden Wesen sind freundlich und kennen Laserwaffen [!].»

Dienstag, 26. August 2014

Kindliche Fantasterei III: Klaus' Quest II

«Die alte Eichenuhr in der Eingangshalle schlug 12. Klaus erwachte schweißgebadet. Er lag in einem der unzähligen Räume einer Villa, die er von einem vermummten Mann geschenkt bekommen hatte. Damals war Klaus sehr verwundert, aber auch glücklich. Aber als er die Eingangstür des bedrohlichen Gebäudes durchschritten hatte, wurde er mit untoten Wesen und schrecklichen Monstern konfrontiert! Das Grauen wollte durch dieses alte Haus in unsere Welt gelangen, doch Klaus hatte mit Hilfe von Waffen und Hinweisen das verfluchte Haus befreit. Doch dann wurde er wohl ohnmächtig.

Jetzt erhob er sich, neben ihm lag der Vorderlader aus der Bibliothek und die Laterne aus dem Tanzsaal. Klaus ging durch alle Räume und erschrak! Die magisch versiegelte Tür im Keller stand offen. Er sagte zu sich: "Die Kellergewölbe können warten. Ich will jetzt hier raus." Damit verließ er den Keller und schritt schnellen Schrittes zur Eingangstür. Er öffnete sie und hechtete hinaus. Doch er war nicht im unheimlichen Wald, vor seinem 1. Abenteuer den er ängstlich durchwandert hatte; nein, er war in einem mittelalterlichen Dorf. Blitzschnell drehte er sich zu seiner Villa um. Aber er erblickte nur eine abgebrannte Hütte!

Plötzlich sah er einen jungen Mann herbeieilen. Der Mann trug einen Lederpanzer und an seinem Gürtel baumelte eine Schwertschneide Schwertscheide. Diese war aber leer. Auf dem Kopf trug er einen Helm mit Nasenschutz. "Hey, du da!" rief er. Klaus schaute ihn an. Dann fragte er vorsichtig: "Was ist?" Der Mann antwortete: "Ich heiße Shandok. Ich komme vom Bürgermeister. Du sollst mit den anderen ins Verlies unter der Stadt..."»
Offenbar die Handlung eines Computerspiels mit Elementen von Alone in the Dark oder Resident Evil, klassischen PC-Rollenspielen und vielleicht auch The Legend of Zelda. Warum ich mit dem zweiten Teil begonnen hatte, wird auf ewig unergründet bleiben. Und ich verlor dann wohl auch die Lust am genauen Ausformulieren und schrieb auf den nächsten beiden Seiten nur noch die knappen Plots von zehn (!) Teilen nieder. Und warum überhaupt "Klaus' Quest"? Ich muss den Wortklang gemocht haben.

Montag, 25. August 2014

Kindliche Fantasterei II: Käpt'n Carcass, der Seeräuber

«Er lebt mit seiner Mannschaft auf einer Insel, "Pirate Isle" genannt. Von dort aus startet er seine Kaperfahrten. Das riesige Piratenschiff heißt "Korsar". Auf "Pirate Isle" leben außerdem noch eine recht große Gruppe Jugendlicher und Erwachsener. Sie nennen sich "Die Freiherrn". Ihr Hauptquartier ist ein riesiges Baumhaus. Das Hauptquartier der Piraten ist "Pirate Castle", ein Rundturm, der im Wasser steht.»
Sehr einfallsreich... Ich skizzierte neben dem Turm noch das Schiff und notierte dessen Maße (125 Meter lang, 25 Meter breit, 66 Meter hoch und Tiefgang von 10 Meter) sowie Ausstattung (52 Kanonen und 4 Mäste). Sind das eigentlich halbwegs realistische Werte?

Freitag, 22. August 2014

Kindliche Fantasterei I: Worlds of Water

In einem alten Schulheft vom Dachboden hatte ich offensichtlich diverse Geschichten, Ideen und Szenarios für (fiktive!) Computer- und Rollenspiele niedergeschrieben. Ich muss damals um die 13 Jahre alt gewesen sein, weil die letzten (!) zwei Seiten lateinische Grammatik enthalten. Beim jetzigen Lesen trieb es mir vor Lachen die Tränen in die Augen: Wie sorgfältig und detailversessen ich die kurzen Texte verfasste, Ausrüstungslisten führte und dazu kleine Illustrationen anfertigte! Und wie naiv und unfreiwillig komisch die Ergebnisse sich heutzutage lesen. Es folgt unkorrigiert die Lösung für den Anstieg des Meeresspiegels:
«Im Jahr 2078 sind die Pole zum größten Teil geschmolzen. Schuld daran sind Atomexperiemente. Durch die freigelegten Wassermassen wird die Erde überflutet und die Kontinente bestehen nur noch aus riesigen Inselgruppen. Der Held muß nun versuchen, das Wasser in riesige Tanks zu pumpen und dort durch Chemieprodukte zu vernichten. So könnte der Wasserspiegel gesenkt werden, und Menschen und Tiere können wieder normal leben. Wiedersacher sind große Firmen, die die Inseln besitzen und Umweltschützer, die die Chemieprodukte verachten.

Infos: Die Inseln sind durch eine Art Flugzeugkette verbunden. Häfen gibt es natürlich auch.»

Sonntag, 2. September 2012

15 Jahre GameStar & 10 Jahre GamePro! Wayne?

Ich mag Print. Ich habe über die Jahre sehr viele Zeitschriften gelesen, regelmäßig und sie danach auch nicht weggeschmissen, sondern ordentlich ins Regal sortiert. Es waren immer Special-Interest-Magazine aus dem Spiele- und Filmbereich. Meine "bewusste" Laufbahn als Bildschirmspieler begann mit der seligen Play Time, genauer der Ausgabe 9/93. Wenn ich mir jetzt aber die Cover anschaue, war wohl 1/93 mein erstes erworbenes Heft, aber ich habe dann wahrscheinlich erst später jeden Monat zugegriffen. Es gab Ende des Jahres einen radikalen Layoutwechsel und Mitte 1995 war schon Schluss mit dem Heft. Damals tobte noch richtig der Systemkrieg, man stritt mit Klassenkameraden auch über die Qualität der vielen existierenden Spielemagazine und erlebte das goldene 16-Bit- und das aufkeimende 3D-Zeitalter.

Ironischerweise gab es bei uns im Haushalt gar keine entsprechende Konsole, außer Game Boy und SX-64 mussten die Pixel- und frühen Polygonwelten bei Freunden erlebt werden. Ein Pentium 100 wurde zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt erworben und war bald für Jahre zu langsam für aktuelle Spiele, daher war schließlich das Nintendo 64 der Startschuss zur großen heimischen Zockerära. Im selben Jahr erschien auch ein neues Magazin, die GameStar mit Erstausgabe 10/97 (die Konsoleninfos kamen lange Zeit aus der N-Zone und der Total!, die Play Times hatte ich irgendwann etwas umnachtet weggeschmissen). Trotz kleinerer Aufrüstaktionen verfügte ich kaum über einen potenten PC für viele der vorgestellten Spiele - der Blick trübte sich zu oft beim Studieren der GameStar'schen Hardware-Angaben "Minimum", "Standard" und "Optimum". Aber die Informationen, die wollte ich. Wahrscheinlich waren nicht wenige Spiele in meiner Vorstellung besser als wenn ich sie wirklich gezockt hätte. Ich scherze noch heute, dass ich zwar fast jedes Game kennen würde, nur nie gespielt habe.

So wurde die GameStar die Standardlektüre, die ich mir immer freudig kaufte, stets mit einem offenen Auge, ob es nicht weitere interessante Magazine gibt. Einfach mal ein paar Kilometer zum Bahnhofskiosk zu radeln war keine Seltenheit. Ende 2002 wuchtete der Verlag der GameStar ein neues Konsolenmagazin auf den mittlerweile ausgedünnten Markt, die GamePro. Es muss mich überzeugt haben oder bloß fasziniert, weil eben neu, aber auch diese Zeitschrift wurde fortan monatlich gelesen, bald sogar im unzensierten "Ab 18"-Abonnement. Letzteres bezog sich aber nur auf die beiliegende DVD - redaktionelle Bewegtbilder von Videospielen, damals heißer Scheiß, denn YouTube & Co. waren noch Zukunftsmusik.

In der Zeit wandelte sich aber langsam mein Interesse an den Medien. Im Internet (Prä-DSL-Flatrate) gab es bereits zahllose Spielewebsites und der Fokus verschob sich bei mir unmerklich vom Spiel an sich hin zur Aufbereitung durch die jeweiligen Magazine. Als schließlich die Auswirkungen der kostenlosen Netzkonkurrenz in den Heften unübersehbar wurden, deren Redakteure jedoch die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollten oder durften, begannen die Grabenkämpfe in einschlägigen Foren. Man forderte die Qualität von früher(TM) und analysierte bis ins Detail die Veränderngen der Hefte. Auch ich hatte daran meinen Spaß, mit harten Fakten AKA nerdigen Umfangsberechnungen dem Marketingsprech der Heftemacher entgegenzutreten (mehrfach in diesem Blog). Aber es ist sicher auch keine angenehme Situation, den eigenen Bedeutungs- und Auflagenverlust schönreden zu müssen.

Irgendwann bahnte sich aber die Erkenntnis ihren Weg, dass die Magazine weitgehend nur noch aus nostalgischen Gefühlen so hochgehalten bzw. kritisch beäugt wurden. Wofür soll man "kämpfen", wenn die Zeitschriften selbst aufgegeben haben und einen Großteil ihres oft gefühlt austauschbaren Inhalts vorab für jedermann ins Netz kippen? Videos auf beiliegenden Speichermedien keine Besonderheit, sondern gar umständlicher als HD-Streams sind? Artikel identisch in den verschiedenen Heften eines Verlages erscheinen? Und die Magazine selbst eigentlich nur noch eine Menge Platz im Regal wegnehmen und man (wider Erwarten?) fast nie in alten Ausgaben schmökert.

Mitte diesen Jahres bemerkte ich schließlich überrascht, dass ich eine GameStar am Kiosk verpasst hatte und es mir ziemlich egal war, trotz noch vorhandenem Sammeltrieb. Das GamePro-Abo wurde nur aus Gewohnheit noch nicht gekündigt, die DVDs landen ungeschaut im Schuber (Sammeltrieb ;-). Zumindest die GameStar bietet ein recht faires Digitalabo an, bei der GamePro davon noch keine Spur. Aber weil eben so viel Content auf Kosten der Hefte frei online zur Verfügung gestellt wird, ist der Anreiz minimal, noch Geld dafür zu bezahlen...

Ich kaufe die GameStar nicht mehr. Ich überfliege die GamePro nur noch, wenn ich sie im Briefkasten finde. Ich spiele noch. Ich lese noch. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Mittwoch, 7. September 2011

Christian Schmidt gegen den Rest der Spielewelt? [Update X]

Das freut Spiegel Online bestimmt: Christian Schmidts dortige Generalabrechnung "Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester" mit dem deutschen Spielejournalismus vom 6.9.11 erzeugt massiv Wind im einschlägigen virtuellen Blätterwald. Die Langfassung wurde auf dem Privatblog von Gunnar Lott - wie Schmidt Ex-GameStar - veröffentlicht, inklusive erhellender Nachworte von seiner Seite sowie vieler Kommentare (z.B. SpielerZwei und Jeff Kelly, letzterer auch in Lotts eigener Nachlese vom Do., in der er eine "konstruktive Fortführung der Debatte" vermisst). In dieser erweiterten bzw. ungekürzten Version wird zudem Schmidts Breitseite gegen Jörg Langers GamersGlobal sowie natürlich GameStar unübersehbar. Nur folgerichtig, dass Mick Schnelle nach kurzem Statement, der wieder einmal das tiefe Zerwürfnis von Schnelle und Lott verdeutlicht, sich eben bei GamersGlobal in einem wütenden offenen Brief gegen Christian Schmidt wendet. Jörg Langer selbst meldet sich in den dortigen Kommentaren und ist "ca. 90% auf Micks Seite". Er bleibt aber nüchtern, obschon er Schmidts "erster Chefredakteur" war und laut diesem das Falsche gelehrt habe.

Weitere Reaktionen (Updates): AreaGames widerspricht, während consolPLUS-Chefredakteur Alexander Amon sich wie viele andere auf Twitter zum Thema auslässt. In Weblogs und Podcasts wurde sich auch schon geäußert, überwiegend zustimmend: Volker Bonacker, Dennis Kogel, Breakfast@manuspielt's, These Nerds (dort auch mehr von mir) und weitere. End of level boss geht mit Schmidt zwar d'accord, schießt aber auch gegen ihn und natürlich die Branche. Magaziniac findet Schmidts Text "schräg" und kommentiert einiges kritisch. Roland Austinats für "spätestens Freitag" angekündigter Beitrag fehlt immer noch (Tonfall wohl so).

Außerdem: Ex-PC PowerPlayer David Bergmann ausgewogen mehrfach auf Twitter, Ex-GS-Praktikantin Pia Steen kritisch (inkl. Erwiderung von Daniel Matschijewsky und versöhnlicher mittlerweile auch Heiko Klinge plus Mick Schnelle) sowie andere. Ahmet Iscitürk (und Simon Fistrich) ist's egal, Heinrich Lenhardt sieht eine "durchaus lesenswerte 'Abrechnung'". Jörg Luibl schweigt. Von GameStar melden sich noch Fabian Siegismund, Heiko Klinge und Rene Heuser, auch auf Facebook. Michael Orth formally known as Mikkl Galuschka "muss Christian völlig recht geben" - bei These Nerds. Dort mittlerweile mehr von Rene Heuser. Zustimmung auch bei Polygamia, abwägender dagegen PhanZero und andere, allgemeinere Überlegungen bei Valentina Hirsch. Felix Kothe hatte sich auch zeitnah mehrfach (bei Petra Fröhlich) gemeldet. Das TITEL-Kulturmagazin bringt Anfang Oktober eine umfangreiche Rückschau zur (versandeten?) Debatte. Chris von Polyneux beschreibt Ende Oktober Zustand und Chancen des New Games Journalism in Deutschland.

Die Antworten im Detail zu analysieren dürfte ebenso müßig [und mittlerweile zeitraubend] sein wie Christian Schmidts ursprünglichen Aufsatz. Trotzdem ist es natürlich interessant, wer wie reagiert. Beispielsweise ist die consol-Crew überaus sympathisch, aber der Schreibstil in den Heften sicher nicht der Weisheit letzter Schluss (generell würde mich Michael Furtenbachs Meinung zum Thema interessieren, da er im Podcast immer gute Analysen bringt). Und Ausdruck kritisiert Schmidt unter anderem. Der bekannte Einwand, dass sich anspruchsvollere Texte über Spiele in Deutschland nicht allzu gut verkaufen lassen (GEE...), dürfte dabei zwar stimmen, geht aber am Problem vorbei. Petra Fröhlich von PC Games nimmt daher in ihrer Antwort - ebenfalls auf SpOn ("Debatte über Game-Tests") - Spiele an sich in den Fokus:

"Nicht die Kritiken sind platt, aber viele Spiele". Sicher ebenfalls korrekt - zumindest letzteres -, jedoch ist es ein Unterschied, Spiele geistvoll zu interpretieren oder schlicht gut über sie zu schreiben. An diesem Punkt schießt Christian Schmidt meiner Meinung nach über das Ziel hinaus: Nicht nur ist seine Kritik am um sich greifenden "Laientum" in der Branche und an dem Niveau deutscher Spielekritiker arg hart formuliert, auch scheint er die vorherrschende Testpraxis komplett zu verdammen. Dabei sind detaillierteste Sezierungen von Spielen zulässig, sofern sie nicht in GameStar'scher Wertungsmathematik münden. Gleichzeitig wäre mehr New Games Journalism jenseits von Blogs hierzulande absolut wünschenswert. Ein Irrweg ist - und darauf destilliere ich Schmidts Kritik - die Vorgehensweise in den Printmagazinen: "Typisch deutsche" Detailbeschreibungen werden schablonenhaft eingedampft, wodurch das Ergebnis niemanden richtig zufriedenstellt, weil es schlicht unvollständig und lückenhaft erscheint. Dass wirtschaftliche Zwänge wie Platzmangel dafür mitverantwortlich sind, bleibt unbestritten.

Schlussendlich ist die geäußerte Kritik natürlich nicht neu; Boris Schneider-Johne formulierte sie zum Beispiel Ende 2009. BSJ ist ein Urgestein der deutschen Spielejournalisten, wechselte bereits vor Jahren die Seiten. Dies und seine Reviewkritik hat das Verhältnis zu anderen "Spieleveteranen" offensichtlich nicht gestört. Ob Christian Schmidt ebenso heil aus der Sache herauskommen wird, darf bezweifelt werden, aber vielleicht legt er darauf keinen Wert. Zumindest hat auch er einen Retro-Podcast gestartet - zusammen mit Gunnar Lott. Und Schmidt wird schon wissen, dass er jahrelang bei GameStar etwas zu sagen hatte, dort jedoch nichts veränderte, den Kurs der Zeitschrift zudem offen verteidigte (trotzdem erschien er mir zuletzt erfrischend abgeklärt, vielleicht schlicht desillusioniert). Diese Makel schmälern den Kern seiner Kritik aber nicht.

PS: Neben vielen, vielen Kommentaren in manchen der oben verlinkten Artikel gibt es zusätzliche Diskussionen z.B. im GameStar- und Man!ac-Forum.
PPS: Bezeichnendes Bild auf GameStar.de :-).

Sonntag, 1. Mai 2011

Followed the GEE [Update III]

Mittlerweile dürfte es jeder vernommen haben, dass die GEE in der jetzigen Form nicht mehr existisiert, sondern nach der "Best-of-Ausgabe" #61 primär als Digitalversion für iPad und Android erscheinen soll. Ich selbst hatte am 29.04. von der ganzen Sache via Mail erfahren, auch weil ich das Forum kaum besuchte ("Abschiedsthema" mit Redakteursbeiträgen u.a. hier und hier). Inhalt besagter Mail:
«Liebe GEE-Abonnenten,

wie ein paar von euch vielleicht schon vernommen haben, wird es GEE demnächst auch für iPad und Android geben. Im Gegenzuge müssen wir die Printausgabe auf 2-3 Ausgaben im Jahr mit höherem Seitenumfang, als die bisherigen Hefte umstellen.

Was passiert jetzt mit den Abos?
Zukünftig werden wir keine neuen Abonnements mehr anbieten können. Werden aber rechtzeitig darüber informieren, wann es wieder eine Sonderausgabe geben wird und unseren Lesern die Möglichkeit geben, diese rechtzeitig zum vergünstigen Preis vorzubestellen. Bereits bestehende Abonements laufen so lange weiter, bis die noch ausstehenden Hefte geliefert wurden.

Ihr Abonnement läuft bis Heft #61.»
Zum einzigartigen Magazin und auch zu dessen durchwachsener Kommunikationspolitik haben sich u.a. schon Grind That Authority (PlayStar ist bestimmt der fleißigste GEE-Forumsuser), Zockwork Orange (äußerst beliebt) und nun auch Magaziniac.Blog ausführlich geäußert, weswegen ich nur sage: Schade!

Update II: Nach einiger Verwirrung und strengem Tonfall im Forum hier (etwas) Aufklärung, wie's mit GEE weitergeht.

Update III: Manu hat mit dem ehemaligen Chefredakteur der GEE, Heiko Gogolin, ein Gespräch geführt. Allzu viel konkretes steuert Gogolin nicht bei, aber man bekommt einen guten Eindruck von den Leuten hinter dem Magazin. Kritiker der GEE werden sich in ihre Meinung bestätigt sehen...

Montag, 4. April 2011

GameProStar? GameStarPro? [Update III]

Anfang März vermeldete der Mediendienst Kress einen anstehenden Führungswechsel bei der GamePro: Der bisherige Chefredakteur Markus Schwerdtel werde Boss der Mobilsparte des IDG-Verlags.
«In seiner bisherigen Funktion habe er unter anderem einen iPhone-Kanal auf "GamePro.de" initiiert und den Launch der "GameStar"-Kiosk-App für das iPad begleitet, heißt es bei dem Münchner Medienunternehmen.»
Die Aussage ließ mich etwas säuerlich dreinblicken, denn während man bei IDG offensichtlich genug Reserven für iOS & Co. hat, ist von einem Relaunch der hässlich-unübersichtlichen GamePro-Website nichts zu sehen [Update II: Content Manager Daniel Feith machte am 07.04. dazu Andeutungen: "Die Uhr tickt"]. Kress zitiert zudem Verlagsleiter André Horn mit dessen euphorischen Worten:
«Die Verlage stehen vor der großen Herausforderung, Nutzer und Werbekunden mit passgenau zugeschnittenen Inhalten für mobile Endgeräte zu begeistern.»
Die klassische Homepage genießt in Zeiten von Werbeblockern wohl keine große Priorität mehr - zumindest nicht GamePro.de, denn an GameStar.de wurde zuletzt zweimal massiv geschraubt. Neuer Wagenlenker bei GamePro wird der Chefred der GameStar, Michael Trier. In Personalunion - die Synergie bei IDG schreitet voran. Neben dem schon länger zu bemängelnden Artikelaustausch zwischen dem Konsolen- und dem PC-Magazin sieht man das auch an der Heftausstattung: Mit Ausgabe 4/2011 schaffte die GameStar das Inlay für die DVD ab und setzte wie bisher die GamePro auf eine mit der Heftbindung verklebte, unperforierte Papierhülle (GP-Abonennten bekamen zeitweise bis einschließlich Ausgabe 8/2008 eine Plastikhülle). "Lustigerweise" hatte die GamePro gerade erst mit Heft 3/2011 endlich eine Perforation zum einfachen Heraustrennen eingeführt, die aber Markus Schwerdtel offenbar mit in sein neues Büro nimmt: In 5/2011 muss sich der GP-Leser wieder mit der altbekannten Hülle rumschlagen! The IDG Experience?

Die wunderbare Welt der Abonnements

Im GameStar-Pinboard - wo das Unterforum für Meinungen zum Heft übrigens seit geraumer Zeit "Fragen an die Redaktion" heißt - zitierte ein Leser die Auskunft des Kundenservices. Demnach gäbe es das DVD-Inlay nur noch bei der XL-Ausgabe (zwei statt einer DVD und 6,30€ statt 5,50€). Passend dazu wird im Editorial der GameStar 4/2011 massiv fürs XL-Abo geworben - das normale scheint es nicht mehr zu geben. Bei "meinem" Kiosk lagen vier Tage nach Erscheinungstag übrigens nur noch XL- und Magazin-Ausgaben der 5/2011 aus.

Links neben dem Editorial des März-Heftes prangte außerdem eine ganzseitige Anzeige für GameStar Premium, das "exklusive Angebot für Online-Abonennten mit vielen exklusiven Features!" Hier wird angepriesen, was die GamePro jahrelang als Abovorteil versprach und bis heute nicht einzulösen vermochte: Ein digitales Heftarchiv! Bei GameStar gibt es sogar das aktuelle Heft als PDF vor dem eigentlichen Erscheinungstermin. Unschönes Detail: Das sind keine kostenlosen Dienstleistungen für GS-Abonnenten, diese müssen monatlich noch 1,99€ zusätzlich berappen (beim XL-Abo spart man 55 Cent je Heft...)! Progressiv bietet der Verlag aber auch ein rein immaterielles Abo für 2,99€ an. Übrigens: Die "Jetzt 16 Seiten mehr!"-Offensive aus Heft 11/2010 ist seit 3/2011 offensichtlich beendet worden, 130 sind wieder Standard.

Videospieler, wie sie im Buche stehen

Markus Schwerdtel tauchte erstmals als Trainee in GameStar 6/2000 auf, still und heimlich im Impressum (zusammen mit Petra Schmitz, die erst 2/2002 Redakteurin wurde). Damals hatte das Magazin noch weit über 200 Seiten und jubelte im Editorial über 290.000 monatlich verkaufte Hefte. Zum "vollwertigen" Redakteur erhoben wurde Schwerdtel in Ausgabe 6/2001 (oder 5/2001, deren Impressum fehlt mir). Wer mal gut lachen möchte, beschaue die Teamfotos diesen Jahrgangs - zwölf Hefte wurden mit drei Shootings gefüllt und Schwerdtel glänzt mit Rundsonnenbrille und Spock-Shirt. In Ausgabe 9/2002 wurde Schwerdtel dann Leitender Redakteur ("Ressortleiter 'Aktuelles'"), weil Gunnar Lott als Chef zur neuen GamePro ging. Das Editorial der Ausgabe 1/2007 schließlich verabschiedete den "Testbereich"-Ressortleiter Schwerdtel, der nun seinerseits zur GamePro wechselte; Gunnar Lotts Job machte dort mittlerweile André Horn. Die GS erreichte in dieser Ausgabe letztmalig mehr als 200 Seiten und lag bei 240.000 verkauften Heften (IVW, Q IV/2006). Die GamePro 1/2007 grüßte mit den Worten:
«Markus Schwerdtel [...] steigt bei uns als Stellvertretender Chefredakteur ein. Für ihn die Gelegenheit, jetzt auch beruflich seiner privaten Konsolenleidenschaft zu frönen. Willkommen auf der hellen Seite der Macht, Markus!»
So sollten wohl Bedenken mancher Leser beruhigt werden, die sich noch an Schwerdtels berühmt-berüchtigten Silent Hill 3-"Test" erinnern konnten (GameStar 11/2003: 49%). In gewisser Weise wird Schwerdtel auch zum Gesicht des neu eingeführten und stets umstrittenen additiven Wertungssystems, das erst mit der Relaunch-Ausgabe 6/2010 entsorgt wurde. Mit GP 1/2008 wechselte André Horn in die IDG-Verlagsleitung und Schwerdtel übernahm den Chefredakteursposten. Heft 5/2011 schließlich ist seine letzte GamePro:
«Nach über vier Jahren GamePro-Chefredaktion kümmere ich mich in Zukunft als "Director Mobile Content & Applications" um alle mobilen Aktivitäten von GamePro und GameStar. [...] Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich vollständig aus der GamePro verschwinden werde. Schließlich sind Videospiele nach wie vor mein Leben und ich werde sicher hin und wieder einen Artikel oder Test beisteuern [...]. Das GamePro-Ruder übernimmt mein langjähriger Kollege Michael Trier, der auch unsere PC-Schwester GameStar [...] verantwortet. Michael spielt seit vielen, vielen Jahren leidenschaftlich und hat unter seinem HD-Fernseher daheim etliche Konsolen stehen.»
Markus Schwerdtels professionelles Zockerleben: 6,5 Jahre PC und 4,5 Jahre Konsolen; die Auflage der GamePro fiel in seiner Zeit dort von 50.000 im vierten Quartal 2006 auf 27.000 in Q IV/2010 nach IVW. Und dass sich Michael Trier in Zukunft auch professionell mit Konsolenspielen beschäftigen wird, bleibt ungesagt... Trier erschien im Impressum der GameStar 1/2002 urplötzlich als Leitender Hardware-Redakteur. Erst 2003 durfte er im Heft vermehrt seine Haarpracht zeigen, bis er 12/2004 im Editorial als neuer Stellvertretender Chefred präsentiert wurde, nachdem Florian Stangl mit einigen Abtrünnigen zur PC PowerPlay (R.I.P.) marschierte. Mit Ausgabe 2/2008 erklomm Trier dann den Chefredakteursthron und ersetzte IDG-Wanderer Gunnar Lott, der sich nun "Director of Online and New Business" schimpfte, mittlerweile aber zur PR-Seite gewechselt ist. Die GameStar kam damals noch auf 180 Seiten und 200.000 verkaufte Hefte (Q IV/2007), im gleichen Quartal drei Jahre später sind es 130 Seiten und 120.000 Exemplare laut IVW.

Quo vadis, GamePro?

Markus Schwerdtel versucht die GP-Leser zu beruhigen:
«Gemeinsam mit Henry bildet [Michael Trier] die GamePro-Chefredaktion, natürlich unterstützt von unseren alten Redakteurshasen wie Kai, Bernd, Nino, Thomas, Tobi oder Benedikt. An der einzigartigen GamePro-Mixtur aus Lesespaß, Informationen und kritischen Tests wird sich zukünftig also nichts ändern.»
Zur Selbstdarstellung schweige ich mal, während PhanZero nachschaute, wo die alten Hasen denn sind: Acht der zwölf Tests (ohne 3DS-Special) in GamePro 5/2011 stammen nicht aus der Feder des erwähnten Kernteams, den Handheld-lastigen Rest hat Nino Kerl quasi allein geschrieben. Bei den Berichten und Previews gehen sechs von 14 Texten mit insgesamt 21 von 40 Seiten auf das Konto von freien Mitarbeitern, Praktikanten und GS-Redakteuren. Das übrige Heft hat gefühlt Markus Schwerdtel gefüllt.

Update: In GameStar 5/2011 wird Michael Triers Zweitjob bei GP nicht erwähnt. Sieben Spiele kommen sowohl in GamePro als auch GameStar vor. Markus Schwerdtels News über Prey 2 sowie sein Kingdoms of Amalur-Preview werden von einem GS-Praktikanten dort zu News eingedampft, Ähnlichkeiten sind aber gering. Interessant: Petra Schmitz schreibt eine zweiseitige Brink-Vorschau in GP (!), in GS macht sie daraus nur eine kleine Meldung. F.E.A.R. 2 erhält ein Kai-Schmidt-Preview und eine Schmitz-News. Weitgehend identisch sind dann die seitenstarken Tests zu Crysis 2 und Homefront (beide Fabian Siegismund, GS) sowie das Shift 2 Unleashed-Review (Daniel Matschijewsky, GS).

Die Situation mit den deckungsgleichen Tests in beiden Magazinen, die fast immer von GameStar-Schreibern kommen, ist bekanntlich ärgerlich. Recht positiv überrascht war ich zuerst, dass diesmal in der GP längere Artikel als in GS zu einem Spiel stehen, auch wenn bei Brink wieder ein GS-Redakteur am Werke war. Doch genau diese Vorschau sowie die zu Kingdoms of Amalur stehen schon lange bei beiden Magazinen komplett online! Brink seit 28.02., KoA seit 7. bzw. 8. März! Ersteres bekommt im GP-Heft (aber nur dort!) ein neues Fazit von Tobias Veltin verpasst - das aber quasi identisch zu Schmitz' Meinung und sogar noch gekürzt ist! Auch Markus Schwerdtels abschließende Einschätzung zu KoA ist online umfangreicher. Auf beiden Websites. Übrigens nur folgerichtig, dass der aktuelle "GamePro Elements"-Artikel von Recycling handelt.

Update III: Von den acht Previews und zwölf regulären Tests in GP 5/2011 sind vier bzw. elf auch auf der Website zu finden! Die meisten Artikel gingen bereits Mitte März online. (Randnotiz: Michael Degeners Top Spin 4-Test bekommt im Netz ein Fazit von Thomas Wittulski, im Heft wird das aber Tobias Veltin zugeordnet.)


Ein PC-Chefredakteur, ein veralteter Webauftritt und ein Heft, das zur Hälfte nicht von der eigentlichen Redaktion geschrieben wird...

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Mittwoch, 12. Januar 2011

Zu alt für den Scheiß?

War's das jetzt? Im Forum wird die aktuelle GamePro-Ausgabe gelobt, aber ich werde einfach nicht mehr richtig warm mit dem Videospielmagazin. Der Relaunch Mitte 2010 hatte das Heft für mich optisch attraktiver gemacht, aber inhaltlich ist doch vieles beim Alten geblieben. Zusammen mit weniger Tests im Heft, einer schrecklicken Website und dem munteren Artikelaustausch mit GameStar bin ich nun reif für die Kündigung meines Abos. Ich wollte den Schlussstrich eigentlich erst ziehen, wenn die seit Jahren versprochenen PDF-Ausgaben das Licht der Welt erblickt haben, aber der Verlag sitzt die Angelegenheit beharrlich aus.

Jetzt also die erste Ausgabe (2/11 *hust*) des neuen Jahres. Die Formulierungen auf dem Cover sind bekannt grenzwertig und geschickt manipulativ, Fragezeichen sei Dank:

"Härter, blutiger, besser?" (Dead Space 2)
«Verstümmelung - ein Wort, das uns mit der Wucht eines stumpfen Axtblattes trifft. Ein Wort, das uns an zügellose Gewalt denken lässt. Ein Wort, das unabgenehme Bilder in unsere Köpfe projiziert. [...] Genau wie sich seine Ingenieurswerkzeuge in Waffen verwandelten, wurde Isaac selbst zu einer Waffe, bereit alles zu tun, um das eigene Überleben zu sichern - auch wenn das bedeutet, ehemalige Freunde und Kollegen zu verstümmeln.»
Ob das Spiel nun härter, blutiger und/oder besser als der 2008er Vorgänger Dead Space ist, bleibt in Henry Ernsts vierseitigem Test vage - das Fazit: "Horror, Druck und Blutfontänen. Wer es hart braucht, braucht Dead Space 2."

"Herzhaft genial oder geschmacklos brutal?" (Mortal Kombat)

Dies wird im sechsseitigen Preview nicht beantwortet, denn natürlich steht als Antwort "beides" zwischen den Zeilen. Der Text selbst von Kai Schmidt ist informativ, aber fragwürdig formuliert. Ab Seite 3 wird das Markenzeichen von Mortal Kombat thematisiert, nämlich dessen Brutalität und die Fatalitys, "übertrieben blutrünstige Finishing Moves":
«Egal ob der Sieger den Oberkörper des Unterlegenen mit einem lauten Schmatzen abreißt oder sein Körper der Länge nach durchgesägt wir - hier zeigt sich, dass Mortal Kombat nach wie vor kein Spiel für Kinder und Jugendliche ist [...].»
Nach dieser, äh, Mahnung können dann unbelastet weitere Details beschrieben werden und GamePro ist sich "ziemlich sicher, dass das noch längst nicht alle Stage-spezifischen Todesarten waren!" Knochen zertrümmern, Organe zermatschen, Augen ausstechen, Brustkästen pulverisieren, Wirbelsäulen brechen, freigelegte Kiefer, herausschauende Rippen, herumbaumelnde Fleischfetzen - "rein virtuell natürlich". Mortal Kombat bleibe "trotz allem immer noch ein Videospiel-Spektakel, das natürlich nicht ernst gemeint ist". Kunst darf schließlich alles und der entsprechende Anspruch des Spiels ist für GamePro: "Pfeif auf den guten Geschmack". Aber:
«Auch wenn man die aberwitzige Splatter-Eruptionen nicht für voll nehmen kann, haben sie ein nicht zu leugnendes Jugendgefährdungspotenzial. [...] Abgesehen von allen potenziellen Geschmacklosigkeiten und Jugendschutzvorbehalten ist Mortal Kombat ein erfrischend altmodisches Beat 'em up.»
Mortal Kombat soll im April 2010 erscheinen und GamePro gefällt daran: "unglaublich blutig".

GamePro Elements

Diese Rubrik behandelt an sich einfallslose, aber grundlegende Dinge wie Feindbilder oder Kleidung in Videospielen, diesen Monat passend zu oben genannten Spielen: Der freie Redakteuer Stephan Freundorfer, Autor fast alle Elements-Texte, befasst sich mit der Darstellung von Blut.
«Die zentrale Flüssigkeit von Mensch und Wirbeltier transportiert nicht nur Nährstoffe, sondern auch eine Botschaft: Wenn sie ungehemmt fließt, dann sind Leib und Leben in Gefahr; wenn Blut vergossen wird, dann ist körperliche Gewalt im Spiel. Blut besitzt Symbolcharakter - und enormes Konfliktpotential!»
Gewalt und Nacktheit

Man muss seine Prioritäten kennen! Von den 22 Zeilen des Previews zum Parasite Eve-Nachfolger The 3rd Birthday werden fünf auf diese, äh, wichtigen Details verwandt:
«Damit Aya mit den vielen Knarren eine gute Figur macht, erhält sie im Laufe des Spiels auch unterschiedliche Kostüme (etwa den Dienstmädchen- oder Santa-Look), die im Kampf immer weiter zerfetzt werden und zunehmend Haut zeigen. Wer noch mehr Haut sehen will, darf sich auf eine heiße Duschszene freuen.»
Mein Abonnement

Gerade sehe ich, dass gestern das Geld für die GamePro-Aboverlängerung abgebucht wurde. 6 Euro Ersparnis pro Jahr gegenüber dem Ladenkauf ist irgendwie auch ein Witz. Genauso lustig, dass ich beim Nachschlagen der Aboservice-Kontaktdaten jetzt erst lese, dass es auch ein Studentenabo für nochmals 6 Euro weniger gibt. Dann mal schauen, ob sich das Abo per Mail kündigen lässt...

PS: Drei Vier Texte bzw. sechs acht Seiten der GamePro 2/11 stammen von GameStar-Schreibern (GS 2/11); das Preview, die drei Tests sowie eine Wertung wurden marginalst verändert.

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