Banshee (Brechende Knochen, gebrochene Menschen)



Der namenlose Protagonist wird nach 15 Jahre aus dem Gefängnis entlassen. Damals bestahl er mit seiner Geliebten einen mächtigen Gangster und will nun seinen Anteil der Beute. Auf der Flucht vor den schon lauernden Schergen des rachsüchtigen Bosses macht er seine Komplizin im kleinen Städtchen Banshee ausfinding, umgeben von Indianergebieten und Amischenland. Doch die frühere Partnerin hat mittlerweile eine Familie gegründet und das Diebesgut ist verloren. Zufällig trifft der Namenlose den neuen Gesetzeshüter von Banshee, der bald durch Schläger des hiesigen Großindustriellen den Tod findet. Um länger vor Ort bleiben zu können, nimmt der geprellte Protagonist dessen Identität an: Lucas Hood. Ein neuer Sheriff ist in der Stadt...

Banshee ist eine Serie des Schmerzes. Der Knast verändert jeden, lautet ein Allgemeinplatz, und Lucas Hood ist dabei keine Ausnahme. Nach und nach wird offenbart, wie sehr er davon mitgenommen wurde. Umso mehr schmerzt es ihn, dass seine Geliebte Ana sich von ihm abgewandt hat. In Gedanken war Hood in all den Jahren bei ihr und will dies wieder Realität werden lassen. Dabei setzt er ihr Familienglück bewusst aufs Spiel und akzeptiert kein Nein - Lucas Hood ist aggressiv und schmerzhaft selbstgerecht. "How many lives are you willing to destroy to take back what you think is yours?" fragt Ana ihn einmal und eine ehrliche Antwort will man gar nicht hören.

Lucas Hood verursacht Schmerzen, eingangs vor allem körperliche. Das Gefängnis machte ihn zum Kämpfer und nun geht er keiner Auseinandersetzung aus dem Weg (und keinem Alkohol oder Sex). Dies ist ungewohnt für Banshee, da die Stadt weitgehend unter der Knute des so reichen wie kriminellen Unternehmers Kai Proctor steht. Ein Sheriff, der sich nicht kaufen lässt, entspricht einer unbekannten Variablen. Hoods untergebene Polizisten sind überrascht, beeindruckt und auch entsetzt über die rabiate Vorgehensweise ihres Chefs. Ihre Blicke sind ein Höhepunkt der Serie, besonders wenn sich zwischendurch sogar Angst in ihre Augen schleicht.

Angst vor einem Sheriff, der in einer frühen Folge der zehnteiligen Staffel einen Kampfsportler regelrecht zum Invaliden prügelt. Die Auseinandersetzungen in Banshee sind keine harmlosen Balgereien oder eleganten Fausttänze, sondern unmittelbar, drastisch, blutig, brutal. Es sind rücksichtslose und dreckige Ausdauerschlachten und wahrscheinlich die härtesten Schlägereien im Fernsehen, wenn man historischen oder phantastischen Splatter außer Acht lässt. Und auch wenn Hood beteuert, kein Mörder zu sein, hat er kaum Bedenken, mehr als nur Knochen zu brechen.

Lucas Hood rollt durch die Stadt wie eine Dampfwalze, die positive Veränderungen bringt, aber zu einem hohen Preis. Das Drama nimmt seinen Lauf und am Ende ist kaum jemand unversehrt, körperlich als auch seelisch. Den tiefsten Abgründen weicht die Serie zwar schlussendlich aus, wohl aus Rücksicht auf eine zweite Staffel, aber es ist mehr ein erträgliches denn glückliches Finale.

Der Weg dahin ist auch wegen Banshees großem Makel steinig: Mit der Logik nimmt es die Serie nicht allzu genau. Allein, dass Hood als Sheriff überhaupt durchkommt, erfordert viel Nachsicht seitens des Zuschauers. Und immer wieder werden einzelne Handlungsstränge konstruiert verbunden. Die anfängliche Schwarzweißmalerei der Charaktere wird zumindest aufgelöst, wenn die Indianer und Amischen langsam in die Geschichte einsickern. Banshee ist trotzdem einer der aufregendsten Neustarts des noch jungen TV-Jahres!

Banshee | USA 2013+ | Created by Jonathan Tropper & David Schickler | Darsteller: Antony Starr, Ivana Milicevic, Ulrich Thomsen, Frankie Faison, Rus Blackwell, Ben Cross u.a.

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