Fringe (4.19) [Update]

«They came from the future. At first, they only watched. Arriving at key moments in human history. We called them OBSERVERS. But in 2015 they stopped watching... and seized control. Citizen uprisings proved bloody and futile. Those who survived became known as "Natives." In an attempt to show their allegiance some Native factions became Loyalists and were marked by the OBSERVERS. The original FRINGE TEAM fought the invasion, but was quickly defeated. FRINGE DIVISION was allowed to continue at a reduced capacity, but only to police the Natives. The resistance was quickly overcome ...or so they thought.»
So lautet der Text, der zu Beginn der Episode durchs Bild läuft, dann folgt ein neuer Vorspann, der ebenfalls die Besatzung zum Thema hat (Cordial Deconstruction zählt die Fringe-Begriffe auf und widmet sich sonst eher Nebensächlichkeiten der Zukunft). Ob die Einleitung nur für den Zuschauer gedacht ist oder auch Teil der Narration sein soll ("wir"), bleibt offen. Nicht offen bleibt dagegen unverkennbar, in was für einer Welt die Folge spielen wird - so direkt hätte es nicht vorab beschrieben werden müssen, aber es bleiben immerhin genügend Details unerklärt.

Im Jahr 2036 arbeiten Etta, eine blonde Frau, und Simon, Desmond aus Lost, in der Fringe Division, aber gleichzeitig für den Widerstand. Sie erinnert an eine junge Olivia, er an Walter in den Dreißigern. Das damalige Fringe-Team gilt als verschollen, aber Walter wurde jüngst entdeckt - in Amber eingeschlossen. Simon und Etta erwecken ihn, aber leider hat er Hirnschäden davongetragen, verhält sich kindisch-neugierig und ist keine große Hilfe (Vladislav Tinchev: "Fringe ist wie Walter: voller Melancholie, aber gleichzeitig voller Lebensfreude – und bemüht, nicht die Balance zu verlieren"). Nina Sharp, die in der Zukunft trotz weißer Haare irgendwie jünger aussieht, weist auf die Hirnmasse hin, die einst Walter entnommen wurde. Dass diese noch existiert, war mir nicht bewusst, aber da machen sich die Drei auch schon weitgehend unbehelligt zum jetzt stillgelegten Massive-Dynamic-Gebäude auf. Während sie dann auf Walters Heilung warten, erzählt Simon etwas von seinen getöteten Eltern. Da der Zuschauer ihn kaum kennt, nimmt es einen schwerlich mit. Dafür dürfte an dieser Stelle bereits deutlich werden, dass Etta Olivias und Peters Tochter ist. Walter erwacht als abgebrühter Badass und nimmt die Zügel in die Hand, als schon die Beobachter und deren Loyalisten anrücken. Gut, dass noch Antimaterie herumliegt, Walter schnell eine entsprechende Bombe bastelt und das Gebäude samt ihrer Verfolger desintegriert (was keinen wirklich zu interessieren scheint).

Walter erinnert sich wieder an den Ort, wo der Rest seines Teams eingeschlossen ist. Astrid wird befreit und man sieht William Bell im Amber! Eigentlich war er in Folge 3.19 endgültig gestorben und über ein alternatives Gegenstück war bisher nicht bekannt. Ist es der echte Bell, der aufgrund von Peters "Entrückung" irgendwie überlebte und zwischen der Gegenwart und 2015 wieder die Bildfläche betrat? Mehr wird nicht enthüllt, denn schon nahen die Häscher - Simon hat es nicht für nötig erachtet, seinen implantierten Peilsender zu stören... Dafür opfert er sich und wird an Peters Stelle im Amber eingeschlossen (obwohl zu Folgenbeginn nur von zwei weiteren Eingeschlossenen neben Walter - einem Mann und einer Frau - gesprochen wurde). Walter schneidet kurzentschlossen William Bells Hand ab (zu Astrid: "You remember what he did to Olivia. Even you can't be that compassionate"), um damit Zugang zu einem Labor oder so zu erlangen, wo das Team seinerzeit eine Anti-Beobachter-Waffe bastelte. Peter erkennt abschließend in Etta - Henrietta - seine Tochter. Immerhin wird das nicht noch ausgesprochen. Fortsetzung folgt...

Vier Episoden vor dem Staffelende und Fringe scheint einmal mehr eine Art Reset durchzuführen und gleichzeitig nach 2026 (Folge 3.22) eine andere mögliche Zukunft zu zeigen. Gerade erst wurde endlich etwas von Robert David Jones' Agenda enthüllt, nun spielt er überhaupt keine Rolle mehr! Dies bedeutet sicherlich nicht, dass er in der Zukunft nicht noch auftreten wird. Plötzlich sind die neutralen Beobachter, die meist zu losgelöst vom Seriengeschehen agierten, die Schurken und drangsalieren mit ihren Gerätschaften und obskuren Fähigkeiten (z.B. Gedanken lesen, klappt aber nicht bei Etta) die Menschheit. Die Kahlköpfe scheinen sich sehr sicher, denn für eine totalitäre Welt (von der aber kaum etwas berichtet wird) ist die Überwachung arg gering. Aufgrund der Existenz von Amber und dass ein gealterter Broyles die Fringe Division leitet (Kollaborateur?), ist nicht völlig klar, in welchem Universum sich die Handlung abspielt. Es gibt aber Massive Dynamic und keinerlei Alternativcharaktere treten auf - ein Hinweis, dass Jones, wie zur letzten Episode spekuliert, irgendwie beide Universen verschmolzen hat? Ungeachtet dessen fragt Polite Dissent, ob die Beobachter auch bzw. jemals im anderen Universum auftauchten.

Fragwürdig bleibt die Motivation der Beobachter. Laut Walter berichtete der hilfsbereite September, dessen Schicksal "unerwartet" gewesen sei, dass im Jahr 2609 die Erde am Ende sein wird und die zeitreisenden Beobachter deshalb 2015 die Kontrolle übernahmen. Passt dies zu den bisherigen Informationen über sie? Zeitlich durchaus, aber gefährden sie nicht ihre Existenz/Entstehung durch ein solch massives Eingreifen? Kaum ein Beobachter zeigte außerdem bisher Interesse jenseits vom Zuschauen, sie versuchten vielmehr alle Auswirkungen von Septembers Beeinflussung rückgängig zu machen. Vielleicht, nein, hoffentlich wird noch mehr über ihre Motivation enthüllt werden, zum Beispiel auch warum sie gerade diese Zeit zur Übernahme auserkoren, wo die Menschheit eine Waffe gegen sie entwickeln konnte.

Da diese Episode erst den Auftakt zu einem neuen Handlungsbogen und einer möglichen fünften Staffel darstellt, lässt sich vieles noch nicht abschließend einordnen; der Zuschauer hat jetzt einen Informationsnachteil gegenüber allen Hauptfiguren. Für sich genommen ist die Besatzungsgeschichte durchaus gelungen, auch wenn die totalitäre Welt wenig innovativ geraten ist. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass die Serienmacher erneut den einfachsten Ausweg in Form eines Neustarts/Zeitsprungs aus der (verfahrenen?) Handlung wählten. Anstatt Geschichten zum Abschluss zu bringen, werden einfach neue begonnen - ein kreatives Armutszeugnis? Polite Dissent meint:
«A solid episode, except that it’s just kind of hanging there, like a dangling participle. Hopefully it will tie into the grand storyline better at some point, otherwise it was an interesting experiment.»
Vladislav Tinchev verweist auf den Reisecharakter der vergangenen jeweiligen 19. Episoden und fragt sich, wie die Serie nach dem Zeitsprung die Kontrolle über all diese Plots bewahren will. Möglichen narrativen Unzulänglichkeiten erteilt er dann wenig überraschend die Absolution:
«Fringe hinterlässt, "vergisst", Sachen, aber es ist immer jemand da, um sie zu finden und ihnen Sinn zu verleihen: denn immer verweisen sie auf Ereignisse, denen man in irgendeiner Welt, in irgendeiner Zeit auf irgendeine Art und Weise schon begegnet ist.»
Bernd Michael Krannich für Serienjunkies ist euphorisch, diese Episode sei die bisher beste der Staffel (4,5/5 Punkte) und gleichsam bestes Argument für eine Serienverlängerung (ein Konzept mit Gegenwart und Zukunft statt Spiegeluniversen würde zudem den Quereinstieg für neue Zuschauer erleichtern). Krannich sieht die wichtigsten Fragen geklärt, obwohl für mich die Antworten nicht zwingend sind, zumindest nicht im jetzigen Kontext:
«Warum sind ausgerechnet Olivia und Peter so wichtig, dass die Observer ihr Leben lückenlos überwachen? Warum ist ihre Liebe so bedeutsam? Warum sollte Peter aus der Zeitlinie gelöscht werden? [...] Ihre Tochter Etta ist die Hoffnung der Menschheit [...]. Der Observer September war der gute Rebell, seine Kollegen sind böse Finsterlinge. Sie sind die eigentlichen Feinde.»
<< 4.18

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