Samstag, 28. Januar 2012

Spartacus: Blood and Text

Zum Start der regulären zweiten Spartacus-Staffel mit Untertitel Vengeance hier zum Nachlesen knapp ein Jahr alte Texte zu Blood and Sand und dem Ableger Gods of the Arena. Kommentierte Szenenbilder sind hier zu sehen.

SPARTACUS: BLOOD AND SAND

1.01-1.02

Nachdem mein (nomineller :-) Mitautor Damnlord mir einige Zeit eindringlich von Spartacus vorschwärmte, geht's jetzt los! Nach zwei Episoden, deren erste wie mir vom Damnlord gesagt nicht zwingend nötig ist, bin ich durchaus angetan. Von Intrigen und Machtspielen ist natürlich noch kaum etwas zu sehen, weswegen die Serie sich bis jetzt eher auf Schauwerte reduzieren lassen muss. Dazu zähle ich jetzt auch mal die Schauspieler, die allesamt sehr einprägsam und ausdrucksstark sind. Ansonsten schwelgt die Serie in brutalen Kampfszenen, viel Computerblut, SlowMo bis der Amputierer kommt, Rockmucke und auf mich noch etwas befremdlich weil arg künstlich wirkende CGI-Backgrounds. Die inszenatorische Nähe zu 300 ist nicht zu leugnen, ich fand es aber teils zu gezwungen/selbstzweckhaft. Ich musste schon dauergrinsen (schwankend zwischen "cool" und "unfreiwillig komisch"), als die erste Drillsession von Spartacus stattfanden und er wie weiland Arnie in Conan geschunden wurde, während dauernd der unfassbare Oberausbilder videoclipästhetisch reinmontiert wurde und mit unverwechselbarer Flunsch stylish seine Peitsche schwang! Sonst gibt der fast ausnahmslose dolle Sprüche von sich und ist als Mischung aus Matrix' Morpheus und Fringes Broyles zusammen mit Nicolas Cages Aggro-Synchronstimme bis jetzt der heimliche Star der Serie (man kennt den Darsteller vom Sehen); er heißt Oenomaus und wird laut Wikipedia Doctore genannt, aber bei mir kommt nur "Drago" an - so heißt er in der deutschen Synchro.

Auch gab's bereits die erste Orgie, eine Menge Titten (Stoffstreifen-Outfits der Sklavinnen - wenn nicht eh nackt - und Dildomasken) und männliche Full Frontal Nudity. Also im Ernst: Die Szenen in der Gladiatorenschule Ludus (= Spiel ;-) sind Gay Porn! Aber auch die blankziehende Lucy Lawless sowie die Gattin des wahrscheinlichen Antagonisten Legat Ichbinbösus werden ganz feucht, wenn sie diese Sammlung fleischgewordenen Testosterons sehen. Dann gehen Lawless (historische MILF-Krone bleibt bei Romes Polly Walker) und ihr Mann und Ludus-Besitzer Batiatus ins Schlafgemach und lassen sich jeweils von Sklavinnen verwöhnen...

Wenn man Rome kennt, überrascht einen die Derb- und Offenheit nicht wirklich, aber darüber will ich mich nicht beschweren. Die Kampfinszenierung bwz. -stilisierung gab es aber so nicht bei der visuell eher auf realistisch getrimmten Rom-Serie. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht - auch wenn bis jetzt eher niedere Gelüste angesprochen werden.

1.03

Die dritte Episode fand ich etwas durchwachsen (aber unterhaltsam); nach dem furiosen Start musste wohl erstmal eine kleine Verschnaufpause sein. Durch mehr Alltagsleben im Ludus gewinnen die Charaktere an Profil - vor allem die Kämpfer wie Crixus -, während aber Spartacus etwas unsympathisch daherkommt: Er überschätzt sich gnadenlos selbst, was irgendwie nicht so ganz zu dem Bild passte, das ich von ihm hatte: Ich hatte den Eindruck, er wäre ein erfahrener Kämpfer, jetzt benimmt er sich wie ein Grünschnabel und denkt, jeder Gegner sei ein Spast und die - natürlich übertriebenen - Klatschgeschichten über sie nur Unsinn (hier beißt sich die Serie aber selbst in den Schwanz, denn die thrakischen Gegner aus 1.01 waren auch schon arg "übernatürlich" dargestellt). Muss aber aus dramaturgischen Gründen wohl so sein, damit Spartacus geläutert und gefallen zum "Gott der Arena" werden kann. Es war daher auch von vornherein klar, dass Spartacus am Ende doch die Geste der Unterwerfung zeigt. Die Inszenierung der CGI-getränkten Kämpfen kommt besonders gut zur Geltung, wenn es um mythische Überhöhung geht (bspw. wenn von legendären Kämpfen erzählt wird - was an sich auch jeder Kampf Spartacus' ist), ansonsten ist der Blue-/Greenscreen-Look oft etwas zu auffällig; packend fand ich die Im-Helm-Perspektive. Hört sich jetzt alles arg negativ an, aber ich bin gespannt, wie es weitergeht - latin decadence goes on!

1.04-1.07

Nach seinem Versagen gegen Crixus ist Spartacus' Ruhm verbrannt und Batiatus lässt ihn in den brutalen Höhlen antreten (Gladiatorenkämpfe fürs Prekariat). In dieser kaum noch als real anzunehmenden Halbwelt drohen sich die dort Verkehrenden im Blutrausch der drastischen Gewalt zu verlieren. Könnte man natürlich auch auf den Zuschauer übertragen, der sich die blutigen Kampfszenen der Serie anschaut. Derweil entspinnt sich auch ein Interessensdreieck um Crixus, denn das Legatsweib ist genauso geil auf ihn wie Lucy Lawless und ihre Sklavin. Unbezahlbar sind ab da immer die Gesichtsausdrücke der Beteiligten, wenn es um Crixus geht. Dass die Fruchbarkeitspriesterin, die "Xena" endlich ein Kind schenken soll, nicht vorher von dem Zeitfenster des Beischlafs erzählt, ist ein billiger Drehbuchkniff, wird aber immerhin auch von der Legatsgattin kritisiert. Interessant: Lucy Lawless schätzt/liebt Crixus so sehr, dass sie seinen Wunsch respektiert, vor einem großen Kampf nicht zu kopulieren, wodurch sie das Zeitfenster zum Kindermachen verstreichen lässt! Mal sehen, ob das Wissen der Legatsfrau um "Xenas" Geliebten eine Gefahr sein wird...

Es offenbart sich außerdem, dass Batiatus vor blutiger Rache nicht zurückschreckt und ein Kind morden lässt. Auch ist seine Feindschaft mit Solonius nun todernst, wenn auch noch nicht offen ausgebrochen. Im epischen Kampf gegen die Legende Theokoles (Albino-Uruk'hai) müssen Crixus und Spartacus dann zusammenhalten - beim vorhergehenden Training frug ich mich aber, warum Oenomaus nicht eigentlich noch kämpft, wenn er Spartacus UND Crixus aufhält. Anyway, der Kampf zieht wieder alle inszenatorischen Register und wie der baumlange Theo gefühlt endlos zu Boden fällt, ist, ja, episch. Dachte da, sein vorschneller Tod wäre ein Kommentar auf das Schicksal von zu alten Gladiatoren, aber danach ging's erst los. Typisch mythisch fängt es mit dem Sieg Spartacus' dann an zu regnen - obwohl er nur gewonnen hat, weil Crixus Theo dank der brennenden Sonne blendet!

Nach seinem Sieg ist Spartacus die römische Lena, während Crixus von fast allen verlassen mit dem Leben ringt. Auf die Meldung, dass endlich Spartacus' Frau gefunden wurde und zum Ludus gebracht wird, beginnt dieser sofort mit dem Schmieden selten dämlicher Fluchtpläne. Meine neue Lieblingsfigur Lockenblondie Varro ist davon entsprechend unterbeeindruckt. Mit Spartacus als Charakter hab ich echt so meine Probleme, so doof und selbstgefällig ist er manchmal! Na ja, als Ablenkungsmanöver leitet er einiges in die Wege, wie z.B. eine derbe Orgie in der Gladiatorenbude: Saufen, kotzen, Titten und DP... Gleichzeitig droht Batiatus' Rachemord auf ihn zurückzufallen und um Wetteinsätze an Crixus-Homie und Anusanbeter Barca auszahlen zu können, offenbart sich Adjutantenkrüppel Ashur "Schlangenzunge" als extrem verschlagen und verantwortet am Ende Barcas Tod! Dann kommt Spartacus' Frau, aber nein: Es gab einen Überfäll auf den Wagen, sie stirbt in seinen Armen! Ich dachte nach dem Wissen um Batiatus' Kaltblütigkeit gleich an ein abgekatertes Spiel und die Serie fackelt auch nicht lange: Ja, er ließ sie ermorden, um Spartacus an seinen Ludus zu binden - evil! Lucy Lawless, abgesehen vom Crixus-Kopulationen treu ihrem Mann ergeben, scheint angesichts von Kinds- und Weibstötung für Sekundenbruchteile von ihrem Mann erstaunt/entsetzt?

Nach dem Tod von Spartacus' Frau gibt es ein paar Flashbacks in Träumen, am Ende folgt Spartacus nun den lange verleugneten Göttern. Oder so. Der Ausbilder weiß von Spartacus' Fluchtplänen, schweigt aber vorerst und untersucht außerdem Barcas "Verschwinden". Die Familie von Blondie kommt mal zu Besuch, aber das Weib ist schwanger von 'nem Anderen - Varro landet deshalb wieder am Spieltisch (was in der Serie immer wieder schön erwähnt wurde). Crixus erwacht als zweite Geige, Barcas Jüngling erhängt sich, weil ein anderer Gladiator ihn brutal missbracht (Prison Break/T-Bag ;-), worauf Spartacus diesen von den Klippen kickt! Es läuft also für alle nicht besonders gut, außer für Batiatus, der dank der Kohle aus Spartacus' Ruhm reich wird. Am Ende metzelt sich Spartacus in der Rolle eines Römers in der Arena durch gleich sechs "Wilde", tötet damit seine Vergangenheit und brüllt, während im Publikum auch mal gefickt wird und das Gemetzel teils schlecht getrickst wurde: "ICH BIN SPARTACUS!"

Zwischenfazit nach der Halbzeit: Eine sehr unterhaltsame Serie, aber völlig dem Damnlord'schen Jubel kann ich mich (noch?) nicht anschließen. Die Prämisse der Serie ist offensichtlich die Darstellung eines abgeschlossenen Handlungsortes, wodurch die bisherigen Inrigen - soweit bekannt/durchschaut - auch nicht so "groß" wirken wie bspw. in Rome. Da dürfte aber sicher noch einiges kommen, zumal erst jetzt Spartacus wirklich Spartacus ist (das Auf und Ab in seiner bisherigen Kampfperformance mal ignorierend). Die Charaktere müssen glaubhaft und interessant bleiben, denn ein paar Intrigen, Titten und CGI-Blut könnten auch schnell eintönig werden...

1.08-1.10

Ein Jahr ist in den vergangenen Episoden vergangen (schon?!) und eine neue Gruppe Gladiatoren kommt in den Ludus - und der Zuschauer fühlt sich heimisch, weil er das ganze Ritual schon kennt. Diesmal aber ist Spartacus der Erste Kämpfer, zeigt aber auch seine soziale Ader bei der Essensaufsgabe für die Neuen. Darüber bricht dann endlich der offene Machtkampf mit dem genesenen Crixus aus, dessen Tage aber im Ludus gezählt scheinen. Crixus mag zwar nicht der Hellste sein, aber Ehre und Pflicht gehen ihm über alles (damit ist er vielleicht "eindimensionaler" als Spartacus, aber auch nicht so seltsam wankelmütig): Er rettet den "Bruder" Spartacus vor dem Anschlag durch einen neuen Kämpfer, der im Auftrag der Legatsfrau handelt, die bekanntlich Spartacus hasst. Als Strafe wird der Angreifer gekreuzigt (das wollte die Legatsgattin eigentlich bei einem Ungehorsam für Spartacus) und sein Dirk-Diggler-Penis abgeschnitten; dass die Legatsfrau die Anstifterin ist, ist Batiatus und "Xena" bekannt. Generell spitzt sich der subtile Kampf zwischen Lucy Lawless und dem Legatsweib zu, auch weil "Xena" höhergestellte Bekannte im Blick hat.

So wie Batiatus bei Demütigungen brutal zurückschlägt, macht dies dann auch "Xena" bei Seitensprungwünschen ihrer Freundinnen (Batiatus hatte ihr verboten, etwas zu unternehmen): Spartacus ist der derbste Ficker und besorgt es dem Legatsweib - was beide ziemlich andisst, als die Masken fallen. Leider geht "Xenas" inszenierte Bloßstellung in die Hose, denn die Legatsfrau tickt aus und zerschmettert den Kopf einer anderen verhassten "Freundin". Jetzt hat Lucy Lawless sie fest in der Hand! Ich fand "Xenas" Plan überraschend, aber auch arg riskant - sie hätte es sich ohne den Affektmord auf ewig mit der Legatsfrau verscherzt.

Die ist von ihrer Tat auch ziemlich mitgenommen, um nicht zu sagen: Crazy! Doch im Wahn entstehen gefährliche Pläne. Bei einem großen Fest zu Ehren der Mannwerdung des Magistratssohns, das eigentlich Batiatus' Aufstieg in die Politik ebnen soll, vernascht die Legatsfrau den Jüngling, der ihr dann einen perfiden und von mir nicht vorhergesehenen Wunsch erfüllt: Im Schaukampf tritt Spartacus nicht gegen Crixus, sondern gegen seinen Kumpel Varro an (runter vom Würfelspiel und rauf auf seine Frau)! Und dann fordert der Bengel auch noch Varros tot! Spartacus zögert - früher hätte er aber sofort alle anderen angegriffen oder wäre mit Varro gestorben! Varro nimmt ihm die Entscheidung ab und tötet sich quasi selbst, danach hat Spartacus in seiner Schlafzelle einen Zusammenbruch...

Wie geht es jetzt für ihn weiter, das ist die Frage. Schade, dass Varro tot ist, aber Crixus ist immerhin zurück in alter Stärke. Auf seine nächsten Schritte gegen Spartacus bin ich gespannt. Derweil drohen viele lose Enden zu explodieren: Die kleinen und großen Geheimnisse, die "Xena" und die geistig angeschlagene Legatsfrau teilen; Ashur "Schlangenzunge" als Spinne in einem Netz aus Informationen; Solonius, der dank Ashur über Batiatus' Tötungsabsichten weiß; das Liebesdreieck um Crixus mit der Sklavin, der eifersüchtigen "Xena" und dem begehrenden Legatsweib; der vom Magistraten zurückgesetzte Batiatus, der schon wieder von Blutrache faselt... Die Serie gefällt mir immer noch sehr gut, einzelne schwächere Episoden zu identifzieren, wenn man mehrere am Stück schaut, ist recht schwierig. Auch die laut Damnlord etwas schwache 1.09 fand ich ob der Ruhe und der Story-Gewichtigkeit (Mord durch die Legatsfrau) ganz gut. Bezüglich der Kämpfe und Gewalt finden sich immer noch neue Variationen - ich würde gerne mal sehen, wie man das im deutschen Free-TV ausstrahlen kann.

1.11

Nachdem Spartacus Varro töten musste, entzündet sich psychosomatisch seine Kampfwunde aus dem "Schaukampf" und er halluziniert: Varro erscheint und rät ihm, auf die Wunde zu achten. Bald bricht Spartacus im Fieberwahn zusammen. Durch schöne, glaubhafte Zufälle landet Batiatus' Mann fürs Grobe neben Spartacus' Krankenliege und endlich klickt's: Dessen Wunde, die er beim angeblichen Überfall auf den Wagen mit Spartacus' Frau davongetragen hat - sie fehlt! Mithilfe der ihm schon einige Zeit zugetanen Sklavin tötet Spartacus den Schuft, nicht ohne vorher den Auftraggeber zu erfahren: Batiatus.

Jener hat derweil den Magistraten entführen lassen und scheint ob seines verletzten Stolzes nicht mehr ganz rational zu handeln. Okay, Batiatus war immer vorschnell mit Blutrache am Start. Der Zuschauer fragt sich, was Ashur nun machen wird - verrät er Batiatus, ist alles ein doppeltes Spiel?

Derweil vertritt Crixus den kranken Spartacus bei einem prestigeträchtigen Kampf und dies ist der bis jetzt spannendeste Fight, da es nicht klar ist, ob Crixus hier gewinnen wird. Aber er schlägt sich wacker und tötet seinen Gegner in mit Abstand brutalster Weise: Die Gedärme quillen aus dem aufgeschlitzten Bauch, dann zertritt Crixus den Schädel des Anderen! Als sein Blick zur Tribüne wandert, um den Blick seiner Geliebtenn Naevia zu suchen, findet er sie nicht - denn "Xena" hatte einen Schwächeanfall und ist mit der Sklavin zurück in die Villa. Ich dachte da noch kurz an einen Giftanschlag o.ä. durch vielleicht Solonius.

Jener wird einmal mehr von Ashur aufgesucht, der sich wohl gegen Batiatus entschieden hat und verrät, was mit dem Magistraten passieren soll. Also ziehen sie los to the rescue - doch der Entführte ist längst tot und es wird klar: Es war alles abgekatert, gerade als Solonius sich über den Toten beugt, kommt die Rettungsmannschaft unter der Leitung von Batiatus und des in seiner Freizeit Varros tötenden Jungen. Pech, Solonius! Hier muss ich Damnlord klar rechtgeben, dass Batiatus' Ränkespiel auf wackeligen Beinen steht, denn sowohl Solonius als auch Batiatus mussten perfekt abgepasst zusammentreffen, damit sich der Plan in Gänze entfaltet (sprich: Solonius als Mörder darszustellen). Hm...

Spartacus ist derweil genesen und von Rache erfüllt. Im Fieberwahn sah er die Leiche seines früheren Ichs und seine Frau frug, wieso er ihn getötet habe. Als nun Batiatus nach absolvierter Intrige mit Spartacus zusammentrifft und diesen fragt, ob er wieder gesund ist, heißt es doppeldeutig und vielversprechend: "Ja, Dominus, ich bin wieder der, der ich war!"

1.12

Nun steht Solonius' Strafe an - durch Tod in der Arena. Batiatus besucht ihn noch kurz für Hohn und Spott in seiner Zelle; Ashur sei die ganze Zeit treu gewesen, aber ich denke, "Schlangenzunge" war/ist doch wankelmütiger als sein Herr denkt. Solonius ist für sein augenscheinliches Alter gut in Form, sein Gegner und Henker: Spartacus! Der gestand Drago zuvor, als Erster Kämpfer vieler Fehler gemacht zu haben, dies aber ändern zu wollen (kill 'em all?), während Crixus sich wieder in die Herzen der Zuschauer schlachtet und wie Randy "Legend Killer" Orton posiert. Solonius spricht alsbald mit aufgeschlitztem Bauch seine letzten Worte zu Spartacus: "Du tötest den Falschen. Der wahre Verbrechter ist Batiatus!" Der Erste Kämpfer antwortet wissend nur: "Ihr werdet bald vereint sein!" Erkennend und darüber freudig lachend wird Solonius dann der Kopf vom Rumpf geschlagen - epischer Abgang! Und während die Menge dem Regenbringer zujubelt, wirkt Batiatus ob Spartacus' starr-entschlossenem Blick etwas verwirrt... Übrigens: Sind die Rockriffs diese und vielleicht schon letzte Folge härter und dominanter geworden?

Ashur wird von Batiatus in einen höheren Stand erhoben und dieser bekommt eine Frau seiner Wahl - wen wohl? Die "unbeschmutzte" Sklavin von "Xena", Crixus' Liebste (wovon "Schlangenzunge" ja weiß)! Spartacus erzählt derweil seiner vertrauten Sklavin seine Rachegelüste, sie antwortet entsetzt, dass dies alle Sklaven in den Tod reißen würde. Doch Spartacus hat mal wieder eine seiner Launen und meint nur: Leck mich! Okay, er sagt: "Jedem einzelnen sein Schicksal, und mir das meine." Als dann Spartacus kurz vor dem Angriff ist, entdeckt er Varros Frau, die das "Blutgeld" von Spartacus, das er ihr schickt, nicht will und lieber die Schulden abarbeitet. Um sie nicht zu gefährden - seine vertraute Sklavin, die viel für ihn tat, ist ihm also ziemlich egal! -, nimmt er Abstand von seinem Ansinnen. Nur für den Augenblick, natürlich!

Nun schlägt auch die Stunde der Legatsfrau, die für Lucy Lawless die Gunst ihres Gatten für das Haus Batiatus besorgen soll. Doch sie ist durchtrieben, macht nur das, was sie wortwörtlich zugesichert hat (like Batiatus), demütigt so Batiatus - ihr angedeuteter Wahn ist wohl überwunden, fand alles trotzdem etwas zu gewitzt für sie. Als schließlich der Legat sich doch mit Batiatus trifft, nachdem der Lanista durch die Stadt gehetzt wurde (dachte, bei dieser Gelegenheit würde das Affäre von "Xena" und Crixus auffliegen), nutzt der Legat die Gelegenheit, um Spartacus in einem unfairen Kampf gegen seine Legionäre antreten zu lassen. Während die Legatsfrau ganz feucht wird ob des möglichen Todes des verhassten Thrakers, lodert in diesem der Zorn des Hasses - fast alle seine Feinde sind versammelt, God Mode on! Er haut alle Soldaten um und beugt am Ende sogar das Knie vor dem Legaten, um alle vorerst in Sicherheit zu wiegen.

Auftritt Ashur: Er gesellt sich zu seiner neuen Frau Naevia und küsst sie. Crixus, wie alle anderen Gladiatoren anwesend, dreht bei dem Anblick durch und greift ihn an - Ashur wollte also Crixus größtmöglich demütigen (dieser zertrümmerte ihm einst sein Bein und verhinderte so Ashurs Gladiatorkarriere). Der Gladiator wird aufgehalten und "Schlangenzunge" tritt nach, erzählt allen von der Liebe der beiden. Jetzt Sieger im Dumm-aus-der-Wäsche-gucken: "Xena"! Der Legat ist angesichts dieses Zwischenfalls wieder verstimmt, aber Batiatus präsentiert ihm ein Teil des Weibes, das seine Frau im Zorn erschlug - da dachte das Legatsweib, sie käme wohl davon (also doch nicht so clever), nun kriegt sie eine Klatsche von ihrem Mann, der Batiatus zähneknirschend seine Gunst gewährt, und wird nicht zurück nach Rom genommen. Für "Xena" liegen Leid und Freude heute dicht beieinander.

Batiatus sieht sich schon im Olymp und schlägt nach Crixus' Ausraster einen härteren Ton im Ludus an. Er enthüllt auch, dass er stets von "Xenas" Verhältnis gewusst habe, es aber zu ihrer Freunde gewährte. Crixus hat nun die gleiche Motivation wie damals Spartacus: Frei sein, um mit seiner Geliebten zusammen zu sein. Die wurde von einer wutentbrannten "Xena" zuvor verprügelt und wird nun in die Fremde verkauft. Und Drago erfährt vom Mord an Barca - was ist nur aus "seinem" Ludus geworden? In den Schlafzellen plant Spartacus derweil die Revolte: "Es gibt nur einen Weg: Wir bringen sie alle um!"

1.13

Judgement Day! Diese Episode wird in der ansonsten recht billigen Rückblendentechnik erzählt, aber passt dank mehrerer Zeitsprünge. Um seinen Aufstieg zu feiern, gibt Batiatus ein Fest für die Honoratioren der Stadt. Highlight: Ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Spartacus und Crixus, den Batiatus und "Xena" nur noch loswerden wollen. Der epische Kampf entbrennt, beide kämpfen erstmals für mehr als nur Ehre. In den Rückblenden wird die Spannung aufrechterhalten durch die Fragen: Wird Crixus bei Spartacus' Plan mitmachen? Denn Drago hat ihm vorher gesagt, dass der (nicht undankbare!) Batiatus ihn zum neuen Luduschef machen wird, die Freiheit Crixus' dann also in Dragos Händen liegen würde...

Um den Tod von Crixus sicherzustellen, soll dieser mit Gift geschwächt werden - wird dies verhindert werden? So streiten die beiden voller Inbrunst, während auf dem Balkon die hohen Leute doppeldeutige Zwistigkeiten austauschen. Etwas lame: Spartacus' vertraute Sklavin, die ihn wegen seines eigensinnigen Racheplans kritisierte, hilft nun aktiv - einzig für einen Liebesfick mit dem Ersten Kämpfer. Im rechten Augenblick entscheidet sich Crixus für Spartacus und der wiederholt den patentierten Schildsprung und landet auf dem Balkon. Ab da heißt es nur noch: KILL 'EM ALL! Die übrigen Gladiatoren befreien und metzeln sich durch das Anwesen, während das Legatsweib sich frühzeitig absetzt und die Tore von außen verriegeln lässt - vor der Nase einer ihrer "Freundinnen".

Crixus trifft auf "Xena", die sich hinter ihrem ungeborenen Baby verstecken will, dass von ihm stammen soll (deswegen ihre Schwächeanfälle). "Es wär mir lieber, es ist tot, als dass es an deiner Brust saugt", sind seine bitteren Worte und er rammt ihr sein Schwert in den Bauch! Drago stellt Ashur zur Rechenschaft, aber "Schlangenzunge" kann mit fiesen Mitteln entkommen. Varros Frau hat die Aufgabe, den Magistratssohn in Sicherheit zu bringen, aber sie hat andere Pläne für den eigentlichen Mörder ihres Mannes Varro. In unfassbarer Raserei sticht sie den Bengel nieder - "ER WAR MEIN!" Und dann das Ende, Batiatus gegen Spartacus, umringt von allen. "Xena" kommt sterbend hereingetorkelt und als Batiatus mit aufgeschlitzter Kehle zu Boden geht, verrecken die beiden nebeneinander. Uff, was für ein brachial-episches Finale!

Fazit

Eigentlich wollte ich die Seriezusammenfassend und mehr analytisch denn deskriptiv behandeln, nun ist's aber doch eine längliche Nacherzählung geworden. Die Serie ist ingesamt sicher ziemlich einzigartig in ihrem Handlungsort gepaart mit Derbheit und Gewalt sowie der Videoclipästhetik der Inszenierung. Die Darsteller sind hervorragend und die Drehbücher meistens wasserdicht. Mich als Rome-Kenner hat zumindest der Aspekt des römischen Lifestyles (Intrigen, Mord, Sexiorgien) nicht überrascht, das dürfte auch der Grund sein, dass ich die Spartacus-Serie "nur" sehr gut und unterhaltsam finde. Es kann auch daran liegen, dass locationbedingt die Intrigen nicht ganz so ausgefeilt sind bzw. sein können wie in Rome (wenn ich mich recht entsinne), was aber ja konzeptionell bedingt ist; am Ende wird alles schön aufgelöst.

Auf Seiten der Visualität und Gewalt ist Spartacus aber ganz weit vorne dabei; ich würde aus dem Stand nur The Walking Dead als ungefähr ähnlich blutige TV-Serie nennen können. Man könnte die stilisierte Gewalt von Spartacus kritisieren als Schauwert, denn sie ist meist eben nicht abstoßend, sondern auf funsplattrige Weise anregend, besonders zusammen mit der rockigem Musik. Zum Ende sieht man dann aber doch mal Gedärme und nicht nur "saubere" Blutfontänen. Und gerade da die gezeigte Gewalt mich teilweise ähnlich ekstatisch hat werden lassen wie die gezeigten Arenabesucher, könnte die Art der Gewaltpräsentation auch ein kritischer Kommentar auf die Rezeption von Derartigem in den Medien sein. Na ja, die Serie rockte die Scheiße fett, ich bin auf das Prequel gespannt, auch weil dort Crixus wohl die Hauptrolle spielen wird. Spartacus selbst hat mich doch etwas oft mit seinen Handlungen irritiert, als dass er meine uneingeschränkte Sympathie hätte. In der regulären zweiten Staffel wird er von einem anderen Schauspieler dargestellt, weil Andy Whitfield leider 2011 an Krebs verstarb. Was werden wir dort sehen? Spartacus & Co. verheeren Capua? Die Suche nach Crixus' Geliebten? Die Abrechnung mit dem Legaten (der auch als Klammer für die ganze Serie diente - nur anwesend zu Beginn und am Ende), seiner Frau (dessen Beischlaf mit Spartacus noch nicht dem Legaten bekannt ist) und dem flüchtigen Ashur? KILL 'EM ALL!

 

SPARTACUS: GODS OF THE ARENA

Handlung (1.01-1.06)

Gods of the Arena ist bekanntlich ein Prequel zu Blood and Sand und spielt fast unmittelbar davor. Im Zentrum stehen Batiatus und seine Frau Lucretia/"Xena", die um eine höhere Position in Capua und die Anerkennung von Titus, Batiatus' Vater, kämpfen. So bekommt der Zuschauer mehr Einblick, wie die Charakere und ihre Beziehungen zueinander zu Beginn von BaS zustandekamen.

Da das Haus Batiatus noch klein ist, sind Intrigen und Machtspiele ähnlich überschaubar. Schwerpunkt sind kleinere und größere Sticheleien zwischen Batiatus und seinen Konkurrenten Tullius und Vettius sowie die Versuche, die Gunst Höhergestellter durch außergewöhnliche Feste (okay, Orgien) zu gewinnen. Als Batiatus' Dad auftaucht, werden die Bemühungen seines Sohnes durch dessen bodenständig-unterwürfige Haltung gegenüber dem Arschloch Tullius untergraben.

Bei den Gladiatoren stehen Oenomaus/Drago und sein Aufstieg zum Doctore/Ausbilder, der Werdegang Crixus' und des aktuellen Champions Gannicus im Zentrum.

Anschluss an Blood and Sand

Sehr vieles aus BaS wird in GotA eingeführt, aufgegriffen oder erklärt, selbst unwichtige Dinge wie Barcas Tauben und sein Status als Batiatus' Leibwächter (aber nicht woher sein BaS-Jüngling kommt). Ein wenig holpert die Lösung für die Nichterwähnung von Gannicus und Tullius in BaS: Batiatus will deren Namen nie mehr im Ludus hören. Gannicus könnte ein heißer Kandidat für eine Rückkehr in BaS-Staffel 2 sein, während die flüchtige Sklavin Diona noch gefangen und hingerichtet wird. Randnotiz: BaS beginnt mit einer Dürre, in GotA zieht vom Horizont ein Gewitter heran - "there's a storm coming" (Terminator)...

Unterschiede zu Blood and Sand

Man bekommt mehr vom Alltag in der Stadt mit (öffentliche Klos :-), während im Ludus das Gladiatorenleben fast eine nebensächliche Rolle spielt - man kennt dies ja bereits aus BaS (jedoch erfahren wir mehr zu den Kampfstilen). Etwas zu plakativ setzt GotA viel auf Sex: Heiße Lesbenaction und Dreier, Orgien, Sexdienste für Höhergestellte (oh man, ist der Typ bei der DP-Defloration von Naevias Freundin Diona widerlich schmierig), Gayness. Durch den brutalen Zwangssex kommt das Ausgeliefertsein der Sklaven eindringlicher rüber, auch Batiatus und Lucretia geraten in einen Strudel ob der Wünsche der Bessergestellten.

Die Inszenierung hat sich geändert: Musikalisch wird nun auch in Kämpfen oft auf Chorale/Gesänge und klassische Musik gesetzt, die treibende Rockmucke wurde zurückgefahren. Auch wurde die 300'eske Stilisierung reduziert: Der generelle Look ist "echter", es gibt weniger aufwändige Überblendungen oder verfremdete Backgrounds, der Einsatz von CGI in den Kämpfen wurde massiv reduziert: Wenig Computer-, dafür viel Kunstblut, die Splattereffekte sind meist handgemacht (und oft härter als in BaS). Zeitlupenszenen gibt es immer noch, vielleicht aber seltener. Unschön: Wackelige Kamera v.a. bei Massenkämpfen. Ich denke, es gab weniger Geld oder man hatte nicht die Zeit für eine aufwändige Nachbearbeitung (schließlich war GotA auch eine Notlösung wegen der Krebserkrankung des Spartacus-Darstellers).

Fazit

Wie auch BaS hat mit GotA sehr gut gefallen. Der Werdegang von Batiatus und Lucretia - schon in BaS mit die interessantesten Figuren - ist stimmig und auch einigermaßen spannend. Der geringere Intrigengehalt ist verschmerzbar, weil man dafür auf die Verknüpfungen von BaS und GotA achtet. Enttäuscht war ich von Crixus, der wider Erwarten eine eher kleine Rolle spielt und unverständlicherweise den Neandertaler mimt. Gannicus hat Unterhaltungswert und ist eine dritte Variante des Champions neben dem späteren Crixus und Spartacus, aber bleibt eher platt, bekommt dafür jedoch zu viel Screentime - in der letzten Folge ist er gar die Hauptfigur. Die Autoren vermeiden ein entscheidendes Aufeinandertreffen von Crixus und Gannicus, auch Oenomaus vs. Gannicus findet nicht statt, weil die Melitta-Affäre unentdeckt bleibt. Schade!

Eine durchaus bittere Pille kann die veränderte Inszenierung sein, die - böse ausgedrückt - klassischer, damit billiger geraten ist. Die Kämpfe sind brutaler weil realistischer dargestellt, was ich an sich gut finde (wir sehen aber sehr oft nur Übungskämpfe!). Nur gibt so die Serie etwas von ihrer in BaS aufgebauten Identität auf; ein Mittelweg wäre ideal gewesen (und Verzicht auf Wackelkamera). Die vielfältigere Musik führt zu einigen tollen Szenen - z.B. Batiatus-Gaia-Lucretia-Dreier oder Tod von Titus und Melitta (schiefe Geigen, Chor) -, nimmt aber manchen Kämpfen etwas die Wucht.

Die letzte Folge kann nicht mit BaS mithalten, weil die Konflikte kleiner sind. Trotzdem ist das Ende von Tullius "schön" und die finale Massenschlacht gut gemacht. Problem bei letzterer: Es stehen sich keine Todfeinde gegenüber, das Ergebnis ist nicht so bedeutungsschwer (Gannicus als nur sechs Episoden alte Figur kämpft gegen unbekannte Hanseln). Alles in allem ein sehr gelungenes und unterhaltsames Prequel, das uns mehr aus der Spartacus-Welt zeigt. Inhaltlich bleibt es aber in fast allen Belangen hinter BaS zurück.

Anhang: Charaktere

Batiatus sowie seine Frau waren schon in BaS nicht schlicht "böse", die schrittweise Enthüllung ihrer dunklen Seiten war sogar zentraler Bestandteil der Serie. In GotA erfährt man, dass Batiatus - ein Mann mit Ambitionen - durch die Höhergestellten und seinen Vater Titus "gestählt" wurde: Tullius und Vettius demütigen ihn fortwährend, lassen ihn seinen niedrigeren Stand spüren, fordern viel mehr als sie geben, pissen ihm buchstäblich ins Gesicht! Rückhalt bekommt Batiatus nur von seiner Frau, während sein Vater ihn offen geringschätzt und seine Bemühungen oft untergräbt, somit Batiatus wieder demütigt - kein Wunder, dass Batiatus verhärtet und zunehmend aggressiver zurückschlägt. Uum von Lucretia vorgeschlagenen Vatermord ist er aber schlussendlich (noch?) nicht fähig. Wie sagt er zu Beginn: "A man of ambition is capable of anything"...

Lucretia/"Xena" liebt Batiatus aufrichtig und innig. Wie schon in BaS steht sie fest zu ihm, er dafür auch zu ihr und entscheidet sich schließlich für sie und damit gegen den Willen seines Vaters Titus und den Ludus (etwas übertrieben, dass die beiden dann quasi mittellos wären). Titus möchte die Ehe beendet sehen - er mag Lucretia nicht, weil sie keinen großen Namen trägt und bisher keine Kinder gebar. Sie scheint durch ihre Großstadtfreundin (und früheren Gespielin?) Gaia ins Ränkespiel zu geraten, aber tatsächlich hat sie Titus schon lange kontinuierlich vergiftet, schlägt auch den Vatermord vor (zu dem Batiatus nicht fähig ist). Ihr "seelischer Abstieg" dürfte früher als bei Batiatus begonnen haben, aber er wird schnell extremer. Ihre Liebe bleibt bis zum Ende intakt, Batiatus erfährt nie, dass sie Titus umbrachte. Sie erwählt Crixus nur, um endlich ein Kind zu bekommen (nachdem Batiatus dies ihr im Streit an den Kopf warf), kann sich zu Beginn nicht vorstellen, mit einem Sklaven zu schlafen; Liebe ihrerseits sieht man da noch nicht.

Titus ist ein respektierter und angesehener Bürger Capuas, der aber offenbar nie große Ambitionen hatte und den Aufstieg seines Hauses nur mit kleinen, jedoch standfesten Schritten angeht. Dafür ist er bereit, Demütigungen der Höheren zu ertragen und diese auch seinem Sohn aufzrlich noch kaum etwas zu sehen, weswegen die Serie sich bis jetzt eher auf Schauwerte reduzieren lassen muss. Dazu znnte man natXenar die Honoratioren der Stadt. Highlight: Ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Spartacus und Crixus, den Batiatus und lle). nurhnliche Feste (okay, Orgien) zu gewinnen. Als Batiatus' Dad auftaucht, werden die Bemrlich noch kaum etwas zu sehen, weswegen die Serie sich bis jetzt eher auf Schauwerte reduzieren lassen muss. Dazu znnte man natXenar die Honoratioren der Stadt. Highlight: Ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Spartacus und Crixus, den Batiatus und lle). nurhnliche Feste (okay, Orgien) zu gewinnen. Als Batiatus' Dad auftaucht, werden die Bemubürden. Mir scheint, er passt nicht mehr in die Zeit, ist zu ehrlich und verkennt den bösartigen Charakter von Tullius/Vettius. Seine Geringschätzung für Batiatus und Lucretia fand ich teils aber viel zu harsch, da er quasi immer gegen die beiden und ihre Bemühungen/Erfolge entscheidet oder handelt. Wie hätte Batiatus setet damit seine Vergangenheit und brine Anerkennung überhaupt gewinnen können? Selbst als dessen Kauf von Crixus sich unleugbar als kluge Handlung entpuppt, vergisst Titus nur kurz seine Geringschätzung und versucht diesen Erfolg seines Sohnen dann zu assimilieren. Sein herablassender Starrsinn kostet ihn schließlich das Leben durch die Hand Lucretias.

Gaia (Lila aus Dexter, sieht in GotA viel attraktiver aus, ist ähnlich verrucht) als welterfahrene Römerin fungiert etwas zu auffällig als Antriebsfeder für die Story: Sie kennt JEDEN Höhergestellten, den es zu beeindrucken gilt, inklusive Tullius, und schafft diese in das Haus Batiatus. Sie treibt die Sexspirale voran und wird am Ende von Tullius erschlagen (weil ihre Verbindungen eine Gefahr für ihn sind?), was wiederum Lucretia erhärtet.

Tullius und Vettius sind dezent psychotische bzw. herablassend-verzogene Arschlöcher, Ausgeburten der römische Dekadenz - so wäre wohl der Magistratssohn in BaS geworden; Tullius' Darsteller kennt man und er passt hervorragend. In der Story sind die beiden aber eher Reibepunkte für Batiatus & Co. als richtige Antagonisten.

Oenomaus bzw. Drago ist sowohl Batiatus als auch seinem Vater treu und aufrichtig ergeben, auch weil er mit seiner Frau, der extrem süßen Sklavin Melitta verkehren darf. Er wird Doctore, weil sein markanter Vorgänger als Mann Titus' etwas plötzlich von Batiatus abgesägt wird, der übrigens wie später Oenomaus in BaS den Verfall des Hauses sieht und den Tod im Zweikampf mit Oenemaus wählt. Eine Charakterentwicklung auf dem Weg GotA-BoS findet kaum statt, auch der Tod seiner Frau scheint wenig an seiner Art zu verändern.

Gannicus als aktueller Champion im Jared-Leto-imitieren und Treudoof-gucken ist ein Saufkopf und Lebemann, bester Kumpel von Oenomaus und hat von der ersten Episode klar erkennbar Interesse an dessen Frau. Außer dass er einen etwas tieferen Lebenssinn durch diese verbotene Liebe (wie Crixus in BaS!) findet, passiert in ihm nicht viel. Er ist meines Erachtens nicht so interessant wie ihm Platz eingeräumt wird.

Crixus kommt neu in den Ludus und grunzt und glotzt die meiste Zeit wie ein Höhlenmensch. Er war in BaS schon von eher einfacher Natur, aber wie er in GotA dargestellt wird, irritierte mich schon sehr. Wir erfahren nicht allzu viel über seine Herkunft, seine nicht völlig nachvollziehbare Hauptmotivation ist das Besiegen Gannicus' im Zweikampf, weswegen er auch Ashurs Bein zertrümmert. Am Ende von GotA ist er noch NICHT der völlig dem Gladiatorendaseins ergebene Kämpfer wie in BaS, außerdem ist er noch nicht Barcas bester Buddy (er hat dessen Boyfriend in der Arena getötet). Seinen neuen Haarschnitt bekommt er wegen Lucretia, weil er wie ein Wilder aussähe - vielleicht wurde er dadurch schlauer? Interessant: In GotA laufen die Sklaven rum wie sie wollen, aber in BaS ist Batiatus' erster Befehl bezüglich Spartacus, dessen Haare zu schneiden...?!

Solonius und Ashur sind beides bereits Schlangen, ersterer zu Beginn aber noch Freund von Batiatus - der ihn nicht allzu gut behandelt - und ihm und seinen Plänen eigentlich treu (um sich am Ende dann doch hinter Batiatus' Rücken zu verbessern). Trotzdem fand ich dessen Hass auf Solonius in BaS etwas zu stark angesichts der GotA-Geschehnisse. Während Solonius unauffällig bleibt, ist Ashur aktiv durchtrieben und auch noch großmäulig, weswegen er sich's schnell mit allen verscherzt. Die Feindschaft zu Crixus wird erklärt, seinen Aufstieg zum Vertrauten Batiatus' nicht so sehr (Ashur bekam das Gladiatoren-Brandzeichen nur aufgrund seiner Teilnahme in einem Überfall).

Montag, 23. Januar 2012

Fringe (4.09)

Fauxlivia und Lee sind auf dem Weg zu David Robert Jones' Unterschlupf, wo er - vorgewarnt vom vermutlichen Gestaltwandler "O'Broyles" (der durch Zufall abgehalten wird, Nerdlee zu vergiften) - auf sie wartet und sich festnehmen lässt. Selbstsicher berichtet er von fast 50 existierenden Gestaltwandlern und lässt nebenbei per Giftgas ein paar Leute umbringen - er ist zu allem entschlossen. Nachdem er sich eine Festplatte aushändigen lässt, wird er von Walternate freigelassen, um nicht noch mehr Zivilisten zu gefährden. Zuvor sprach Peter noch mit Jones - in der originalen Zeitlinie tötete Peter ihn, in einer (bzw. zwei) Welt ohne Peter überlebte jedoch Jones.

Dank O'Broyles kann sich Jones dann der Überwachung entziehen, während die Fringe Division die natürlich kopierten Daten von Jones' Festplatte analysiert. Peter findet heraus, dass Jones das Mineral Amphilizit sucht, mit dem man ein Loch ins Universum sprengen könnte. Am Steinbruch muss das Team jedoch erkennen, dass Jones das Mineral im anderen Universum zu fördern gedenkt. Also schnell zurückgereist und hingefahren. Ja, hingefahren - von nur einer Seite nähert sich das Fringe-Team mit bloß drei Autos, keine Luftunterstützung oder ähnliches. Es kommt zu einer lächerlichen Schießerei und Jones flieht mit einer Lastwagenladung des Minerals ins alternative Universum... Cordial Deconstruction störte sich auch an der Szene und in den dortigen Kommentaren wird angemerkt, dass die Fringe Division das Portal, welches Peter und Nerdlee nutzten, automatisch entdeckte - hätte dies nicht auch bei Jones' Dimensionsreise passieren müssen?

Elizabeth, Walternates Frau, hat derweil Walter besucht und ihn von seinen Schuldgefühlen befreit - er wird Peter helfen, zurück in seine Zeitlinie zu kommen. Nun sind beide Universen im Kampf vereint und Peter, der als einziger Jones kennt, ist der Joker in diesem Spiel (und O'Broyles der Verräter), bei dem Jones' Ziel unbekannt bleibt. Am Ende chattet dieser mit... Nina Sharp: "Phase One complete. Where do we stand in Phase Two?" Und sie antwortet: "In due time. We're working on her. She'll be ready soon." Olivia, die all die Jahre heimlich weiter mit Cortexiphan behandelt wurde, ist also ein wichtiger Bestandteil des Schurkenstücks.

Alles in allem eine eher unspektakuläre, aber noch gelungene Folge, in der die Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Jones hätte meiner Meinung nach sich aber gar nicht fangen lassen müssen, um an die Festplatte zu gelangen (wenn das sein hauptsächliches Anliegen war). Und Polite Dissent wirft zurecht ein:
«Once again, everyone is way too trusting knowing there are shapeshifters all around. Walternate is even suggesting that Fringe team is compromised, but doesn’t check if the person he’s telling is the real alternaBroyles (probably not, but I wouldn’t put it past the writers to try and pull a fast one).»
Und Vladislav Tinchev bei Serienjunkies vergibt zwar wieder die maximale Punktzahl, weil ihm der "Seiltanz" gefällt, den die Serien aktuell vollführt, meint aber auch:
«„Fringe“ muss nun den Zuschauern langsam zeigen, was sie zu erwarten haben: Sollen wir Emotionen und Hoffnung in diese Figuren investieren, mit Veränderungen und Entwicklungen rechnen - oder sollen wir darauf warten, mit Peter zusammen nach Hause zurückzukehren?»

Montag, 16. Januar 2012

Fringe (4.08)

Die letzten zwei Drittel der vierten Staffel - kann sich Fringe wieder zu alter Stärke emporschwingen...?

Peter macht jetzt ernst, in seine Zeitlinie zurückzukommen - was auch immer das am Ende bedeuten mag. Walter verweigert ihm weiter jede Hilfe, also bittet er Olivia um Beistand, ihn zu Walternate zu bringen (außer Migräne wird die Cortexiphan-Enthüllung der letzten Folge leider nicht thematisiert). Olivia und Nerdlee willigen ein, haben aber auch vor, im alternativen Universum Nachforschungen über die neuen Formwandler anzustellen. Mithilfe von Walters ursprünglichem Portalgerät reisen Peter und Nerdlee dann nach drüben. Cordial Deconstruction merkt korrekt an:
«If the use of Walter’s portal device was the cause of all the Fringe events in the first place, why would Olivia ever consider using it to recon the other side (or help Peter), especially now that both sides have been stabilized? Wouldn’t it be kept under very tight security, and not just kept “in storage”?»
Im alternativen Universum werden sie dank ihres löchrigen Plans (vgl. Cordial Deconstruction) aber recht schnell gestellt. Peter kann sich jedoch absetzen und schließlich über dessen Frau, die ihn als ihren (vermeindlichen) Sohn erkennt, zu Walternate gelangen. Dieser klärt Peter auf, dass er nicht für die neuen Shapeshifter verantwortlich sei, seine Regierung gar schon unterwandert wurde (z.B. sein oberster Wissenschaftler). Er werde Peter bei seiner Rückreise helfen, wenn er zuvor dem anderen Universum berichtet, dass Walternate nicht der Feind ist. Peter willigt ein.

Peter entkam übrigens, weil beim Fringe-Division-Gefangenentransport einer ihrer Bewacher einen seltsamen Anruf bekam, daraufhin Peter und Nerdlee befreite. Während Peter dann abhaute, ließ sich Nerdlee zur Ablenkung fangen und erzählt nun Fauxlivia und Lee vom Verdacht, dass Walternate hinter allem steckt. Er wird unter dem Radar in eine Besenkammer gesperrt und die beiden finden den Herkunftsort des Anrufs heraus. Das sagen sie immerhin Broyles und ziehen los - und Broyles, offenbar ein Shapeshifter, ruft daraufhin den Dunkelmann an: David Robert Jones, ein Bösewicht aus Staffel 1 (also jetzt seine andere Version), der nun in seinem Formwandlerlabor auf Fauxlivia und Lee wartet...

Und schließlich taucht bei Olivia noch ein angeschossener Beobachter auf und eröffnet ihr, bevor er spurlos verschwindet, dass in allen möglichen Zukünften sie sterben müsse... Für Vladislav Tinchev von Serienjunkies ist "die Frage offen, ob Olivia der Preis sein soll, um den Peter wieder in die Zeitlinie eingefügt werden kann"; sie weiß übrigens immer noch nichts von ihrer Gabe, aus eigener Kraft interdimensional zu reisen.

Für sich ist die Folge gut gelungen, die größtenteils im Paralleluniversum spielt (Team Badass!), aber auch die "echten" Figuren auftreten lässt. Peter stellt ziemlich egoistisch/desinteressiert klar, dass die Dinge in beiden Universen nicht seine Kämpfe seien (vgl. Cordial Deconstruction). Leider scheint sich die Serie noch länger in der Fake-Zeitlinie aufhalten zu wollen: Nina Sharp als Cortexiphan-Bitch und nun eine dritte Partei, die mit neuen Formwandlern beide Universen attackiert. Zu deren wahrscheinlichem Boss bemerkt Polite Dissent:
«The “bad guy” Peter was so non-chalant about cutting in half and killing? That’s the same David Robert Jones that Broyles was calling at the end of the show [...].»
Grundsätzlich passieren interessante Dinge, auch wenn noch wenig Hintergründe bekannt sind, aber es ist eben nicht die eigentliche Realität (wenn's die noch gibt!). Und Unterwanderung durch Formwandler ist ein aufgewärmtes Motiv - typisch für die vierte Fringe-Staffel. Mal schauen, wo das alles hingeht, diese Episode war nur der Auftakt. Zur Kritik an der aktuellen Richtung von Fringe hebt "Vladi", der dieser Episode natürlich 5/5 Sterne gibt, wie immer ab:
«Etliche „Fringe“-Zuschauer beschwerten sich darüber, wie Fringe in der alternativen Zeitlinie des Nicht-das-Fringe-wie-wir-es-kennen gefangen blieb, ohne sich irgendwohin zu bewegen. Fehlende Entwicklung wurde bemängelt, fehlende Action... Eigentlich aber begehren die Zuschauer etwas ganz Einfaches. Sie wollen, so wie Peter, nach Hause zurückkehren, ihre emotionalen Orientierungspunkte wiederfinden - denn ein Spiegelbild ist vielleicht nicht das, was es sein sollte: Es ist nicht man selbst.»

Donnerstag, 12. Januar 2012

POLYGONaler Jahresabschluss 2011

Polygon 2011

Game of the Year Time! Für den diesjährigen POLYGON dürfen bis zu zehn beliebige Spiele genannt werden, die für einen 2011 relevant waren, aber nicht zwingend da erschienen sein müssen. Sehr schön, denn irgendwie spiele ich Games fast nie zeitnah. Die folgenden, alphabetisch sortierten Nominierungen hatten im letzten Jahr eine besondere Bedeutung für mich, positiv wie negativ (für diverse Spiel-des-Jahres-Listen aus dem Netz inkl. POLYGON siehe hier).

Bulletstorm (360 2011): Abgesehen von den lächerlichen Kürzungen der deutschen Version - ich spielte die PEGI-Fassung - wurde Bulletstorm recht häufig als Enttäuschung bezeichnet. Ich empfand es genau gegenteilig: Endlich eine farbenfrohe Shooter-Welt mit neuartigen Spielelementen wie der Laserpeitsche und dem Herumrutschen - dynamische Kämpfe, here I come! Geschichte, Charaktere und Sprüche gefielen mir trotz Plattheiten auch, obwohl sich das alles etwas mit der (unrealistischen) Gewaltorgie biss. Man muss Bulletstorm aber nach dem Motto "Kill with Skill" spielen, nicht wie eine Call of Duty-Schießbude.

Call of Duty: Modern Warfare 3 (360 2011): Call of Duty ist unverwüstlich, trotzdem ist MW3 meine Enttäuschung des Jahres. Die gewohnt lineare Over-the-Top-Kampagne entzieht dem Spieler andauernd die Kontrolle und ist nochmals kürzer als die der Vorgänger, aber CoD steht ja eh für Multiplayer. Und hier gibt's den Tiefschlag, denn diverse Verbesserungen aus Black Ops wurden schlecht oder gar nicht eingebaut. Zeitmangel, Faulheit oder Ignoranz? Dann noch unverhoffte Lag- und Spawn-Probleme sowie Elite-Blödsinn. Ich erwartete "MW2 + Pointstreaks + BO - Lag", aber bekam "MW2 + Pointstreaks - (BO - Lag)". Trotzdem schon wieder über 50 Stunden online gekämpft. Unverwüstlich.

Dead Island (PC 2011): Ja, es wurde etwas vorschnell herausgebracht. Ja, es ist auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich. Ja, Freude soll hauptsächlich im Mehrspieler aufkommen. Trotzdem habe ich es begeistert und alleine durchgespielt, mich an den Nahkämpfen, dem Rollenspielunterbau und der liebevoll gestalteten Urlaubsinsel ergötzt. GotY!

Nier (360 2010): Im vorletzten (ächz!) Jahr erschienen einige Hochkaräter, trotzdem wäre Nier wohl mein Spiel des Jahres geworden, hätte ich es nicht erst Anfang 2011 gespielt. Ein grafisch wenig beeindruckendes Action-Adventure samt einiger Detailmängel, aber mit fantastischer Musik, schrägen Ideen und vor allem wunderschönen bis tieftraurigen Geschichten. Die (spielerisch simple) Nebenquest mit dem Hund werde ich nie vergessen... GotY der Herzen!

Gears of War 3 (360 2011): Gemeinsam mit Freunden ist die lange Kampagne herausragend, auch wenn hier und da etwas die Epik fehlte. "Horde" und die anderen kooperativen Modi sind ebenso gelungen, was natürlich auch für die Technik gilt (nur für weibliche Gesichter hat die Unreal Engine wohl zu wenig Östrogene). Die Story steckt leider etwas zurück und online gegen andere Spieler bricht in meinen Augen das Deckungsspielprinzip in sich zusammen. PvE Top, PvP Flop.

Section 8: Prejudice (XBLA 2011): Hätte diese spannende Mischung aus Halo, Tribes, Battlefield plus Tower Defense bloß 1% der CoD-Spielerschaft... Aber die Einstiegshürde ist leider recht hoch, außerdem bedarf die Steuerung etwas Eingewöhnungszeit. Und ein schwerer Bug in den Wochen nach dem Erscheinen half auch nicht. Trotzdem erlebt man mit Prejudice mit die befriedigendsten und abwechslungsreichsten Matches im Shooter-Genre. Multiplayer-Geheimtipp!

To the Moon (PC 2011): In feinster 16-Bit-JRPG-Optik ist To the Moon kein wirkliches Spiel, sondern eine interaktive Geschichte, dessen herzerweichende bis tränendrückende Handlung vor allem per Textboxen erzählt wird (Nier macht es oft auch so). Der geringe spielerische Gehalt ist wahrscheinlich gerade nötig, damit der Titel seine Wirkung entfalten kann - ob das auch bei Leuten gelingt, die nie ein 2D-Rollenspiel gespielt haben? Story-GotY!

Vanquish (360 2010): Wie mein Game of the Year 2010 Bayonetta landete es verspätet in der Xbox und begeisterte mich dann ähnlich. Nicht so abgedreht, aber die hektisch-komplexen Feuergefechte gefielen mir noch etwas besser als die Nahkämpfe in Platinums Hexenspiel. Dafür ist Vanquish leider nicht einmal halb so umfangreich (ich spiele nicht auf Highscores).

Warhammer 40.000: Space Marine (360 2011): Angesichts der Möglichkeiten der zugrundeliegenden Spielwelt kann man es durchaus als Enttäuschung bezeichnen - Umfang, Abwechslung und Technik können nicht wirklich mit Gears of War 3 mithalten, trotzdem bezeichnete ich Space Marine provokant als das bessere Gears . Denn die zünftige Mischung aus Fern- und Nahkampf ist brillant, auch der Multiplayer überzeugt trotz weniger Karten und Modi - wenn das Lag nicht zuschlägt.

Welche Spiele warum fehlen: Skyrim, weil ich den offiziellen Mod-Support abwarten wollte und zudem noch viele weitere Rollenspiele ungespielt herumliegen. The Witcher 2 schlummert in meiner GOG-Bibiothek, weil ich im Vorläufer gerade erst Wyzima erreichte. Battlefield 3, weil ich kein Gefühl für die Waffen dort bekomme. Batman: Arkham City habe ich bisher nicht gespielt (und weil es ein halbswegs aktueller Titel ist, verzichtete ich auf eine Nennung des sehr guten und erst 2011 gespielten Vorgängers Arkham Asylum; Red Dead Redemption zockte ich übrigens auch erst letztes Jahr - fantastische Landschaften). Bevor Deus Ex: Human Revolution vielleicht gekauft wird, möchte ich den legendären Erstling nachholen. Dark Souls fehlt, weil Etrian Odyssey mir offenbarte, dass ich nicht auf unbarmherzige Spiele stehe. Dead Space 2, weil ich vom Vorgänger nicht so begeistert war und bisher kaum spielte. Uncharted 3, weil ich keine Sony-Konsolen besitze. Leider keine Muße fand ich für Men of War: Allied Assault, Frozen Synapse, Minecraft oder Magicka. Bastion und Portal 2 interessierten mich nicht so und Deadly Premonition habe ich immer noch nicht richtig begonnen. Ghost Trick vom Grabbeltisch ist bisher "nur nett". Dann gibt es noch gefühlte 100 weitere Spiele aus Steam Sales und Indie Bundles...

Welche kommenden Spiele mich interessieren: Armored Core V (Multiplayer-Commander); Dead State ("Survival RPG" mit Zombies); Dragon's Dogma (Monster plätten); Hawken ("Mech Combat FPS"); Kingdoms of Amalur: Reckoning (das Beste aus allen Rollenspielen?); Spec Ops - The Line (taktisches Geballer?); Tomb Raider (düsterer Reboot?); XCOM: Enemy Unknown (a Blast from the Past?)

Jetzt noch ein paar Worte zu bemerkenswerten Serien und Filmen, die 2011 entweder erstmals oder in Deutschland erschienen.

Serien 2011: Unerwartete Qualitätseinbrüche gab es leider in der vierten Staffel von Fringe, der dritten von Misfits und der öden sechsten von Dexter - drei Flops des Jahres. Ebenso unerwartet, aber hervorragend ist Homeland, zusammen mit Game of Thrones mein Serienneustart 2011. Kernige Action erwartete mich in der zweiten Season von Strike Back. Breaking Bad hatte in der vierten Staffel auch ein paar Anlaufschwierigkeiten, erreichte dann aber wieder die gewohnte Meisterschaft. Und das düstere The Fades ist der Geheimtipp 2011. Nicht unerwähnt bleiben darf The Shield: Zwar schon ein paar Jahre alt, aber erst dieses Jahr von mir nachgeholt und bisher nie komplett im deutschen TV gelaufen - für mich eine der beste Serien aller Zeiten mit einem unvergleichlichen Ende (mittlerweile bezweifle ich, dass Dexter da mithalten können wird).

Filme 2011: Mein Film des Jahres ist Lars von Triers Melancholia, quasi zwei Filme in einem über die Leichtigkeit des Vergehens mit einer sphärischen Kirsten Dunst (Nicolas Winding Refns Drive startet hierzulande ja erst diesen Monat). Winter's Bone beeindruckte mit seltsamer Hinterwäldlersoziologie. Wer ist Hanna? hält das Tempo leider nicht immer durch, rast aber auch nicht auf der Überholspur, sondern leicht wahnsinnig auf dem Seitenstreifen. Trollhunter behandelt sein Thema mit detailverliebtem Ernst und ist dadurch umso unterhaltsamer. Die Dokumentationen Armadillo und Restrepo zeigen Abgründe des Krieges. Und Biutiful übertreibt zwar etwas, aber garantiert mindestens den Kloß im Hals. Nicht gesehen von den "großen Filmen" habe ich z.B. das "am Ende doch nur bildungsbürgerlich hochgejazztes Ohnsorg-Theater" The King's Speech, Black Swan und Der Gott des Gemetzels, der überall, nur nicht hier in die Kinos kam. Die typischen Blockbuster habe ich weitgehend gemieden oder waren meist stumpfes Entertainment (Tron: Legacy fand ich ganz unterhaltsam).

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