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Sonntag, 15. November 2009

Call of Duty: Modern Warfare 2

Modern Warfare 2, äh, Call of Duty: Modern Warfare 2 bricht Verkaufs- und Spielerrekorde, wie erhofft, erwartet, geplant. Der Vorläufer von 2007 war aufgrund der positiven Darstellung des US-Militärs nicht unumstritten, aber setzte Maßstäbe in der Inszenierung und ist besonders auf den Konsolen ein Mehrspieler-Dauerbrenner. Daran soll Modern Warfare 2 anschließen, geriet aber neben dem obligatorischen Hype auch in die negativen Schlagzeilen wegen eines bisher unbekannten Spielabschnitts, in dem Zivilisten niedergemacht wurden. Die deutsche Version, die der Publisher Activision Blizzard zuvor auffallend ausführlich als ungeschnitten anpries, wurde in dieser Szene auch verändert. Außerdem mussten Computerspieler erleben, dass Activision neben harschen Sperrfristen zunächst einen höheren Verkaufspreis durchsetzen wollte und Entwickler Infinity Ward im Mehrspielermodus quasi alle PC-Vorzüge strich: keine dezidierten Server und somit kein Serverbrowser, keine Modtools und somit keine Karten von Spielern und weitere große Kleinigkeiten. Ohne Valves Steam läuft auf dem PC auch nix, zudem dürfte zukünftiger DLC wie neue Karten kostenpflichtig werden - auf Konsolen leider ja längst Standard -, von Gerüchten über Multiplayer-Zusatzgebühren ganz zu schweigen (Infinity-Ward-Mitarbeiter Robert Bowling versuchte die Vorteile des IWNETs aufzuzählen).

"Story"-Modus

Das Spiel bietet drei Spielmodi: Neben der typischen Einzelspielerkampagne und dem Mehrspielermodus wurden die Spezialeinsätze hinzugefügt, die sich an Missionen aus MW1 und 2 anlehnen. Bis zu drei Sterne kann man sich pro Einsatz verdienen, womit zusätzliche Szenarien freigeschaltet werden. Der Clou ist, dass man alle Missionen auch zu zweit sowohl lokal als auch online spielen kann, einige sogar muss (bspw. den legendären "Tod von oben"-Level aus Call of Duty 4). Somit entschuldigen die Spezialeinsätze das Fehlen einer echten Koop-Kampagne.

Der zentrale Einzelspielermodus teilt sich in drei Akte auf, in denen der Spieler wie schon im Vorgänger in die Haut verschiedener Soldaten aus den USA und Großbritannien schlüpft und bösen Terroristen und Russen zu Hunderten den Arsch versohlt und dabei deren Leben mitnimmt. Die einzelnen Missionen sind fast ausnahmslos spannend inszeniert und durchaus abwechslungsreich. Jedoch bleibt das Spiel immer ein spielmechanisch eher simpler Ego-Shooter, daran können auch Fernlenkwaffen, bemannbare Geschütze oder Schneemobilfahrten wenig ändern. Vielmehr noch fällt auf, dass wenig wirklich neue Elemente hinzugefügt wurden, stattdessen schlicht Bestandteile des Vorgängers durchgeschüttelt und auf die einzelnen Level verteilt wurden. Dabei hatte ich das Gefühl, dass Infinity Ward den Wiedererkennungswert durch schnellen Wechel geringhalten wollte - oft hätte ich gerne noch länger bspw. an der Kanone eines Helikopters gesessen, wurde aber bereits weitergescheucht. Das führt schließlich zu einer Spielzeit von von 5-7 Stunden (auf "Soldat"); ich war nach knapp etwas mehr als 6 Stunden durch.

Die Spielinhalte mögen oft bekannt sein, bei den Schauplätzen wurde jedoch kein Recycling betrieben. Es wirkt, als sei die wirre Geschichte des Spiels um Terror und Verrat so gestrickt worden, um möglichst viele mehr oder weniger exotische Locations einbauen zu können. Von arabischen über brasilianische Städte und russische Landschaften hin ins Herz Amerikas wird der Spieler geführt. Die Örtlichkeiten sind dabei aufwändig gestaltet und die Grafik protzt mit deutlich mehr Details, Beleuchtung und Effekten als im Vorgänger. Leider existiert die Physikengine nur partiell, manche Mülltonne liegt wie festbetoniert auf dem Boden. Die Animationen und Waffenmodelle sind famos, die Musik etwas plakativ aber passend. Es scheint Usus, deutsche Synchronisationen pauschal schlecht zu finden, aber auch ohne Vergleichsmöglichkeit sind die Sprecher meist ordentlich motiviert bei der Sache; dass die Stimme der OpFor im Multiplayer stark an Harris im ersten FIFA Street erinnert, finde ich eher lustig denn störend. Wenn mehrere Figuren gleichzeitig sprechen und gerade dicke Explosionen passieren, tendiert die Soundausgabe über Röhrenfernseher zum Audiobrei. Immerhin unterstützt MW2 noch SDTV (man kann die Bildschirmausnutzung konfigurieren), es gibt also keine Zwangsbalken oder unleserlich kleine Schrift wie bspw. bei Battlefield 1943.

Modern Gamedesign?

Ein überwiegend klassischer Shooter muss nichts schlechtes sein, doch leider ist bei MW2 wenig Verbesserung zum Vorgänger zu erkennen. Oft stark begrenzte Level nimmt man ob der Action noch kaum negativ wahr, zumal es später weitläufigere Areale gibt (alternative Routen oder Handlungsfreiheit gibt es trotzdem nicht). Verlaufen kann man sich nicht, da stets der nächste Wegpunkt oder die Bezugsperson angezeigt wird, was bspw. eine Flucht über Dächer ziemlich ruiniert, wenn die einzelnen Wegmarken nur ein paar Meter auseinaderliegen - da hätte man gleich den Leuchtpfad aus Fable 2 einbauen können.

Leider hat es der Entwickler versäumt, die Skriptszenen dynamischer zu gestalten: Wie schon im Vorgänger schieben Verbündete den Spieler sturr vor sich her, sollte dieser in dessen Laufwegen stehen. Im bereits erwähnten Flughafenabschnitt ballern die Mitstreiter unbeirrt in die festgelegte Richtung und mähen dabei gegebenenfalls auch den Spieler um. Und in einer Szene kann man zu einem versprengten Soldaten hinsprinten, der dann aber trotzdem nur mit dem eigenen, dutzende Meter entfernten Trupp interagiert... Auch wartet das Spiel nicht auf den Spieler, wenn der sich gerade etwas umsieht. So kann man durchaus ein paar Ereignisse verpassen, jedoch geht es an kritischen Stellen nie ohne Vorrücken des Spielers weiter (manchmal gibt es sogar Zeitlimits).

Wenn man's genau nimmt, macht es sich Infinity Ward beim Balancing sehr leicht: Dutzende Gegner stürmen aus verschiedenen Richtungen auf den Spieler ein (Rio de Janeiro...), der weniger mit der recht ordentlichen KI als mit der Übermacht zu kämpfen hat. Wenn man ins Gras beißt, geht es dank vieler Kontrollpunkte ohne großen Frust sofort wieder ins Gefecht. Auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden wird das Spiel natürlich fordernder, doch dort hat der Spieler nur viel weniger Widerstandskraft, was das Spiel stark ausbremst und trotzdem viele Tode bedeutet (oder ich bin einfach schlecht bzw. zu ungeduldig bei so einem Actionspiel). Immerhin gibt es nun keine endlosen Gegnermassen mehr wie noch in CoD4, wo der Spieler sich stetig von einem unsichtbaren Triggerpunkt zum nächsten vorkämpfen musste - somit ist MW2 einfacher. Diese Trigger existieren nach wie vor, was dazu führt, dass aus einem von Gegnern besetzen Haus plötzlich nicht mehr geschossen wird.

In einigen Szenen besteht das Spiel aus Quick-Time-Events, in denen man schlicht die Knöpfe drücken muss, die auf dem Bildschirm auftauchen. Alles gewohnt gut inszeniert, aber halt sehr simpel.

Untergang des Abendlandes?

Call of Duty 4 stellte die US-Streitkräfte als rechtschaffene Draufgänger dar, die Gegner waren böse und mussten sterben. Die eindrucksvolle Atombombenexplosion raffte die Spielfigur dahin und konnte immerhin als kritischer Kommentar auf Krieg gelesen werden. Oder als Zeichen, wie böse die Terroristen wirklich sind. Im zweiten Teil werden zu Beginn wieder große Reden auf die amerikanische Armee geschwungen, was sich aber durch spätere Wendungen etwas relativiert - "Geschichte wird von den Siegern geschrieben". Ein Antikriegsspiel wird MW2 dadurch ganz sicher nicht, auch die viel diskutierte Flughafenszene namens "Kein Russisch" vermag dem Thema wenig hinzuzufügen.

Diese für den weiteren Storyverlauf elementare "Mission" in Russland ist optional und muss nicht gespielt werden; zweimal fragt MW2 nach. Der Spieler wurde als Agent in eine russische Terrorgruppe eingeschleust, die just einen perfiden Überfall auf den Moskauer Flughafen durchführt: Mit Maschinengewehren (!) bewaffnet schlendern die Schufte seelenruhig durch die Hallen und metzeln alles nieder, vor allem Zivilisten. Der Spieler kann an dieser Stelle nicht rennen noch das Massaker verhindern. In der Originalversion des Spiels vermag er sogar mitmachen, was in der deutschen Fassung zum Game Over führt - das gezielte Erschießen von Wachpersonal und späteren Sondereinsatzkommandos ist dann trotzdem möglich und nötig...

Ich persönlich war von dem Level schon etwas getroffen, da es zu Beginn einzig um das Töten von Zivilisten geht, die ohne Rücksicht niedergemacht werden. Kane & Lynch lieferten sich Feuergefechte auf der vollen Tanzfläche einer Disko, aber die Gäste waren nicht das Ziel. Zumindest verlangen die Terroristen in MW2 keinen "Vertrauensbeweis" vom Spieler und zwingen ihn zum Mitmorden (wenn es in der deutschen Fassung ginge).

Es gibt also keinen Anreiz noch Belohnung für das Massaker, es liegt allein beim Spieler. Doch eine ethische Reflexion ist die Szene noch lange nicht, da es keine unterschiedlichen möglichen Konsequenzen gibt. Die Handlungsfreiheit beschränkt sich auf abdrücken oder eben nicht - dabei ist die Situation auch keinesfalls uneindeutig: Die Terroristen sind längst als gewissenlose Schurken bekannt (laut Activision soll die "Bösartigkeit und Kaltblütigkeit" gezeigt werden). Eine moralische Zwickmühle für den Spieler existiert schlicht nicht - die Attentäter einfach erschießen ist auch verboten, sowohl vom Spiel als auch von den Vorgesetzten.

Auch wenn sich das jetzt irgendwie makaber anhört, aber technisch ist das Gemetzel nicht besonders gut umgesetzt und wirkt unfertig, gerade weil jede Reaktion der Zivilisten, jeder Blutlache auf dem Boden und jede Leiche geskriptet ist. Am Ende des Levels wird die Spielfigur dann erschossen - büßt der Spieler aufgrund seiner (Nicht-)Taten? Schließlich kommt nun der Krieg nach Amerika, was aber auch bedeutet: Das Spiel geht erst richtig los. Und ganz am Ende machen die Guten dann sogar gemeinsame Sache mit dem Boss der Terroristen, was die Sache nochmals schaler erscheinen lässt.

Ist die Mission nun verdammenswert? Einige hiesige Magazine sehen darin bereits neuen Brennstoff für Pfeiffer & Co., was aufgrund der Bekanntheit von Call of Duty sicher noch interessant werden dürfte. Meiner Meinung nach ist der Level ein eher unbeholfener Versuch, auf mehreren Ebenen zu schocken: Aufmerksamkeit erregen, dunkle Spielergelüste befriedigen und gleichzeitig irgendwie den moralischen Zeigefinger heben. Fail - aber mit Wirkung!

Hier noch einige deutschen Stellungnahmen/Kolumnen, oft als "entlastende" Ergänzung zu der sehr guten Testwertungen des Spiels: 4players.de, DerWesten (Etienne Gardé), GamePro, GameStar (dazu eine Gegenposition), Gamezone Pro und Contra, Golem.de. Die amerikanische GamePro führte ein Interview mit dem Storyautor von Modern Warfare 2.

America at War

Die Teilnahme/Anwesenheit des Spielers am Flughafenmassaker führt zum Krieg mit Russland, das mal eben die USA invasiert. Trotz ernster Präsentation wirkt dieses Szenario doch etwas trashig und erinnert stark an Freedom Fighters, einen gelungenen 2003er Taktik-Shooter von IO Interactive (Kane & Lynch...). Nichtsdestrotrotz dürften die Kämpfe um und in Washington amerikanische Spieler mehr aufwühlen als tote Zivilisten in Moskau. Es wirkt schon apokalyptisch, wenn man sich im Dämmerlicht durch die Suburbs Amerikas - weiße Holzhäuser, Golfplätze, Swimmingpools - kämpft. Von verzweifelten Hausfrauen ist aber nichts zu sehen, Zivilisten geraten nur im Ausland ins Kreuzfeuer. Von taktischer Bedeutung sind später Schnellrestaurants und Tankstellen - verteidige den amerikanischen Traum von Fast Food und Öl! Dass die USA nicht besiegt sind, zeigen die Sternenbanner, die überall wie Feldstandarten noch unversehrt hängen und stehen. Selbst auf von Russen besetzten Regierungsgebäuden wehen noch die Stars and Stripes, eine einzelne brennende Flagge habe ich entdeckt, bevor man wie in Michael Bays The Rock (1996) die Bombardierung Washingtons auf dem Dach des verheerten Weißen Hauses abwendet. Auch wenn ich den Film eher lahm fand, bin ich dann doch wie weiland Nicolas Cage beim Schwenken der Signalfackeln in die Hocke gegangen. America, fuck yeah?

Fazit

Modern Warfare 2 bietet eine fantastische, technisch versiert umgesetzte Bildkomposition, brachiale Action und einiges an Abwechslung. Rein spielerisch kann das neue Call of Duty jedoch nicht mit der äußeren Form mithalten. Es bleibt ein uneingeschränkt spielbarer Konsolenshooter, der eine Menge eindrucksvolle bis beklemmende Szenen bietet, jedoch auf starre Mechaniken setzt. Call of Duty 4 war in sich geschlossener, die Geschichte bodenständiger und verständlicher - viel weiter kann Infinity Ward nun nicht mehr gehen, ohne völlig in einen unrealistischen Hollywood-Blockbuster abzusinken. 60 Euro für 6 Stunden Spielzeit und eine Menge Patriotismus wären außerdem kein guter Deal, aber es gibt ja noch den Multiplayer, zu dem ich die Tage noch etwas schreibe...

PS: "Soap" MacTavish sieht aus wie ein Gears of War-Recke, dem man die Luft aus den Muskeln gelassen hat.

Sonntag, 8. November 2009

Schöpfung Digital

Im Kunstforum Halle findet noch bis zum 29. November die Ausstellung "Schöpfung Digital - Historie und Kunst im Computerspiel" statt. Der Untertitel ist irreführend, weil es nicht um Geschichte im, sondern des Computerspiels geht und die Kunst ebenso unterrepräsentiert ist. Vielmehr werden im Erdgeschoss wegweisende Heimcomputer und Konsolen inkl. DDR-Maschinen in Glasvitrinen gezeigt, chronologisch geordnet und jeweils von einem nicht zu knappen Text ergänzt. Hier und da holpern die Erläuterungen etwas, bspw. wenn das NES als "Videospiel" bezeichnet wird oder ein "heute" im PlayStation-Text das Jahr 2002 meint. Auch schade, dass keines der historischen Geräte angeschlossen oder gar bespielbar ist - dafür stehen einige Automaten (Gauntlet, Frogger etc.) bereit sowie aktuellere Konsolen im Obergeschoss.

Auf einer großen Leinwand lief ein Quiz im Wer wird Millionär-Stil, leider nur für einen Spieler und mit teils unglücklichen Fragen, bspw. beherrscht die PS3 sehr wohl Kantenglättung. Zum Schmunzeln war die vielleicht gar nicht so falsche Antwortmöglichkeit, welches Setting S.T.A.L.K.E.R. und Fallout 3 gemein hätten: Halle-Neustadt.

Im Obergeschoss finden sich dann einige Spielstationen mit Donkey Konga, Guitar Hero oder Rock Band, Super Mario Kart auf einem Winzfernseher - nur SingStar war verwaist. Dazu wurden an Wandtafeln verschiedene Spielgenres samt ihrer Genese beschrieben, außerdem grob die Einstehungsprozesse bei der Spielentwicklung. Leider hatten wir die zweite Etage zu spät entdeckt, als dass wir ausführlich spielen oder lesen konnten - die Ausstellung hatte nur bis 17:00 geöffnet, der Eintritt war ausnahmsweise frei (sonst max. 2,50 €).

Alles in allem eine gehaltvollere Ausstellung als auf den ersten Blick zu vermuten war, wenn auch recht konservativ konzipiert. Wer seinen Gameplan in- und auswändig kennt und die Hardware-Ausstellungen auf Games Convention oder gamescom besucht hat, erfährt nicht zwingend Neues. Trotzdem empfehlenswert!

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Samstag, 3. Oktober 2009

Fable II in Häppchen [Update II]

In Xbox Live wird seit dem 29. September Fable II (Microsoft/Lionhead 2008) in fünf einzelnen Episoden zum Download angeboten. Die erste Episode ist umsonst, dürfte also als ausführliche Demo gelten (erreichte Erfolge werden erst mit der zweiten Episode angezeigt). Die vier anderen Teile kosten jeweils 1120 Microsoft-Punkte, was insgesamt nur eine marginale Ersparnis von knapp 50 Cent zur deutschen DVD-Version ergibt, wenn ich den Ladenpreis von Amazon.de nehme (47,45 €) und meine Punkte bei Wolfsoft kaufe (2100 Punkte für knapp 22 €).

Nach einer Viertelstunde Anspielen: Schöne und atmosphärische Grafik, aber das Spiel selbst rumpelt irgendwie vor sich her. Der Einstieg ist wenig spannend, die Einbettung von Zwischensequenzen oft wenig elegant und wirr - mal als starre Ingame-Szenen, dann als pseudo-interaktive Ereignisse. Die Sprachausgabe ist durchwachsen und trotz Audio-Einstellung "TV" sind einige Stimmen mal viel zu laut, dann wieder kaum hörbar. Das Kommunikations- bzw. eher Interaktionssystem nervt mich jetzt schon, normal reden kann man anscheinend nicht. Wichtige NPCs werden auf Gesten und Gegenstände und ihre jeweiligen Reaktionen darauf reduziert. Und die Menüstruktur ist ohne einen einzigen eingesammelten Gegenstand (okay, ein Tagebuch) schon viel zu umständlich! Ich glaube, mit dem Spiel werde ich nicht warm...

Update: Ich habe jetzt bis einschließlich des ersten Dungeons gespielt und bin immer noch nicht begeistert. Der Ablauf einiger Zwischensequenzen ist weiterhin hochnotpeinlich (lange Dialogpausen), die Kindheitsphase wird verschenkt. Nach dem unmotivierten Zeitsprung ist der Held zehn Jahre älter und lebt in einer Wagensiedlung. Ich fange sofort an, mit ein oder zwei Gesten herumzuflirten und bald laufen mir alle Frauen (und Männer) der Umgebung verliebt nach. Wenn das so einfach wäre :-). Gibt's später eigentlich Eifersucht seitens von NPCs?

Nachdem ich dann bemerkt habe, dass ich hässlichen Vetteln den Hof gemacht habe, schieße ich auf Hühner und treffe aus Versehen einen Bewohner (bei deaktiviertem "Verletzungsschutz"). Da nun eh alle auf mich sauer sind, metzele ich mich durch das gesamte Dorf! Zwischendurch schlafe ich eine Woche in einem fremden Wagen - währenddessen greift mich aber niemand an, obwohl selbst die Dorftanten zuvor alle Pistolen zückten. Außerdem hat sich nix verändert, die letzten Überlebenden haben sich immer noch an den gleichen Stellen verkrochen (Kinder kann man nicht schlagen oder anmachen).

Dann gehe ich zu meiner unantastbaren Ausbilderin, der meine Untaten ziemlich egal sind. Gut, sie soll blind sein, aber die Schreie meiner Opfer wird die Magierin kaum überhört haben können. Na ja, sie schickt mich in den ersten Dungeon, der auf einer kleinen Insel liegt. Die Zelda-ähnliche Seenlandschaft in malerischen Wäldern ist wirklich wunderschön und mein Köter - Cujo - erschnüffelt auch bald den ersten vergrabenen Schatz: Ein Kondom. Wenige Minuten später habe ich bereits zwei Bücher ausgebuddelt, durch deren Inhalt mein Hund noch besser Dinge aufspürt. Schließlich betrete ich die Tempelhöhle, kloppe ein paar Riesenkäfer tot und kann zwei-, dreimal vom leuchtend markierten Pfad abweichen, um Ausrüstung zu bergen. Am Ende lerne ich Magie, mit der ich nur ein Portal aktivieren muss - kein Endkampf. Vor dem magischen Ausgang steht noch eine Truhe, die mich aber nur per Textkasten auf fable2.com verweist! Da war die Immersion, die sich zumindest etwas eingestellt hatte, auch schon wieder weg. Speichern und Ende.

Update II, nur der Vollständigkeit halber: Die erste Episode endet nicht, sondern lässt einen nur nicht in die Stadt der Kindheit reisen. Man kann also noch die bereits zugängliche Welt durchstöbern und vielleicht Quests erledigen. Davon gab es im Wagendorf wohl ein paar, die ich jedoch nicht angenommen hatte, weil alle Bewohner von mir niedergemacht wurden. Nach dem ersten Dungeon war das Dorf übrigens wieder bevölkert - ob auch die Quest-NPCs von den Toten zurückgeholt wurden, habe ich nicht überprüft. Insgesamt war die Spieldauer der Episode 1 deutlich länger als bei herkömmlichen Demos, aber stellt hoffentlich nicht wirklich bereits ein Fünftel des ganzen Spiels da. Na ja, mir egal, ich lege es mir sicher nicht zu.

Freitag, 2. Oktober 2009

Enthauptuuung! (Brütal Legend Demo)

Gestern erschien die Demo von Tim Schafers neuem Spiel Brütal Legend, die Appetit auf die Vollversion macht: Eine abgedrehte Heavy-Metal-Parallelwelt, die vielleicht als Mischung aus Henry Selicks Animationsfilmen und American McGee's Alice bezeichnet werden kann. Dazu gelungene Technik mit ausdrucksstarken Animationen, viel Old-School-Metal und natürlich Humor.

Beworben wird das Spiel mit Jack Black, dessen Alter Ego der Protagonist Eddie Riggs darstellt und auch von Black toll aber nicht zu albern synchronisiert wird. In der Demo kann man vor Spielstart - das Menü ist als Langspielplatte inszeniert - Sprachausgabe und Untertitel frei wählen; die deutsche Version ist dabei nicht misslungen, auch wenn Blacks (und Kiefer Sutherlands) Synchronsprecher Tobias Meister mehr das Bild Jack Bauers denn Jack Blacks vor dem inneren Auge entstehen lässt. Aber das muss nichts falsches sein, schließlich metzelt der Spieler sich durch Horden von Untoten und anderen Ungeheuern - passt irgendwie zu Jack Bauer. Weniger gelungen fand ich die deutsche Synchro der Rockerbraut, die etwas zu ausdruckslos wirkte. Also wohl englische Version mit optionalen deutschen oder englischen Untertiteln, schon allein weil der brillante Ausruf "Decapitation!" zum nüchternen "Volltreffer!" wird (und eben nicht "Enthauptuuung").

An Spielinhalten tauchen in der Demo Kampf- und Fahrtsequenzen auf, besonders bei letzteren ist die Kamera nicht ganz gelungen. Das Kampfsystem bietet ein paar einfache Kombos und macht Spaß, die Auseinandersetzungen wirken nicht konfus. Kann man dabei in der Demo eigentlich sterben (ich wurde nur einmal im Auto zertreten)? Im Spiel wird man noch ähnlich wie in Pikmin oder Overlord Gefährten befehligen können und weitere Fähigkeiten erwerben. Mal sehen, wie sehr Brütal Legend 3D-Jump&Run-Anleihen haben wird, zumindest springen kann Eddie nicht.

Hat man die kurze Demo durchgespielt und den grandiosen Spiel-Witz (sic!) aufgesogen, kann man sich bis zum 15. Oktober Tim Schafers letztes Spiel Psychonauts als Xbox Original kaufen. Oder die Section 8-Demo zocken.

PS: Hm, die deutsche Website ist tatsächlich Brütal-Legend.de, während das US-Pendant nur unter brutallegend.com erreichbar ist.

Sonntag, 27. September 2009

Mailbox Crossing

Ich habe heute nach zwei Jahren mal wieder in meinen Briefkasten geschaut: Er war zwar proppevoll, trotzdem aber nur zehn Briefe. Irgendeine Lana schreibt, dass sie weggezogen sei - erinnern kann ich mich an die nicht. Dann nimmt sich so eine Akademie heraus, meine Wohungseinrichtung zu bewerten und angebliche Unordnung zu monieren. Die müssen wohl heimlich durch die Fenster spionieren, werde mich mal beschweren. Der Rest des Briefkasteninhalts bestand aus Päckchen mit mehr oder weniger nutzlosen Geschenken. Zumindest nett gedacht.

Mittwoch, 9. September 2009

"Ich auch": Some kind of Bilderrätsel

Da Rätsel zuletzt bei deutschen Spieleblogs irgendwie total angesagt waren, mache ich auch mal eines. Zu welchem Spiel gehören folgende Aufzeichnungen (erstmal ohne jegliche Tipps):

Raetsel01

Dienstag, 25. August 2009

gamescom 2009

Der nicht ganz saubere Kampf um die Games Convention ist vorbei, das Überbleibsel Games Convention Online ("Browser|Client|Mobile") fand in Leipzig vom 31.7.-2.8. ohne große mediale Beachtung statt und der neue König gamescom stellte sich in Köln vom 20.-23.8. dem nach Babes und Spielen lechzenden Volk.

Da wir in der weiteren Umgebung der Rheinstadt eine kostenlose Lagerstatt bei meinem Bruder fanden, haben sich der Damnlord und ich die Premiere der gamescom am Donnerstag und Freitag angesehen; die übervollen Wochenenden meiden wir schon in Leipzig seit Jahren.

Vorgeplänkel

Am Montag der Messewoche stolzierte ich in den hiesigen Saturn, bekanntlich Vorverkaufsstelle der GC-Tickets. Dort wurde mir berichtet, dass diese Filiale nie Karten führte und auch gar nicht zum Einkauf angeboten bekommen hätte. Seltsamerweise war der Saturn in der offiziellen Liste der gamescom-Karten vorverkaufenden Märkte aufgeführt. Am Mittwoch in einem anderen Saturn gab es dann nur noch Dauer- und Wochenendkarten im Angebot, weswegen wir auf den Online-Shop der Koelnmesse ausweichen mussten, der aber in den Abendstunden einige Zeit wegen "Wartungsarbeiten" geschlossen war. Irgendwann lief die Webseite wieder und nach einer Registrierung konnte ich ermäßigte Karten erwerben, die aber personalisiert sind: Der Name steht auf den grünen Tickets. Man konnte auch für andere Personen Eintrittskarten erwerben und trotz Bankeinzug ließen sich die "e-Ticket"-PDFs sofort ausdrucken.

Auf der Eintrittskarte selbst war die Gültigkeit für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) vermerkt, für den Verbund Rhein-Sieg (VRS) gab es seltsamerweise ein zweites Ticket mit aufwändiger Gestaltung zwecks Kopierschutz oder so. Und auf dieser Karte stand auch noch meine Anschrift, die natürlich auch beim Damnlord abgedruckt war. Da wir aber nicht ein einziges Mal kontrolliert wurden, weiß ich nicht, ob sich ein ein übereifriger Kontrolleur vielleicht wegen der falschen Anschrift beim Damnlord aufgeregt hätte. Wie schon zur Games Convention wurde beim Betreten der Messe nie die Ermäßigungsberechtigung geprüft.

Mit den Ticketpreisen hat die Koelnmesse wohl versucht, den erwarteten Besucheransturm etwas zu steuern. Während in Leipzig jeder Tag gleich teuer war und es m.E. auch keinen verbilligten Vorverkauf gab, waren in Köln der Donnerstag und Freitag günstiger: Die normale Tageskarte kostete dort 12,50 Euro, im Vorverkauf 10 Euro und ermäßigt sogar nur 6 Euro; am Wochenende musste man 15 Euro (VVK 13,50) bzw. ermäßigt 9 Euro löhnen. In Leipzig kostete der Eintritt zuletzt pro Tag 12 Euro, ermäßigt 8,50 Euro.

Ankunft

Mein Wenigkeit fuhr am Mittwoch per teurer Bahn zu unserem GC-HQ, der Damnlord flog dekadent direkt am Donnerstag nach Köln - es ist geradezu pervers, dass Fliegen billiger als Bahnfahren ist! Nach einer zweistündigen Anfahrt trafen uns also dann im Herzen von Köln, von der gamescom war aber im Umfeld des Hauptbahnhofs kaum etwas zu sehen.

GC Hbf

Die Messe selbst befindet sich mitten in der Stadt und nicht etwas außerhalb wie in Leipzig, die belegten Hallen lagen jedoch am anderen Ende des Geländes, weshalb wir über fünf Minuten durch kahle Gänge und über leere Plätze latschen mussten, bis es endlich nach Spielemesse aussah. Zuvor hatten wir die "Bändchen Ausgabe" formally known as "Bändchen-Point" (Konzept 1:1 übernommen) besucht, wo der Ansturm recht überschaubar war, derweil die Polizei noch Barrikaden aufstellte.

GC Cops

GC Eingang

Inside the Mess(e)

Zumindest am Vormittag wirkten die vier Hallen noch nicht besonders voll, was auch an den größeren Freiflächen liegen mag. Der Gebäudeaufbau der Messe ist zwar nicht so übersichtlich und zentralisiert wie in Leipzig, dafür krankte die Games Convention an engen Verbindungsgängen, die am Wochenende auch gerne zu Einbahnwegen erklärt wurden, weil sonst kein Durchkommen mehr war (nicht persönlich erlebt). In Köln gab es zusätzlich in den einzelnen Hallen ein paar Chill-out-Plätze sowie sehr breite Außenwege, die selbst bei vielen Besuchern oft verwaist waren.

GC leer

Letztes Jahr hatte die GC in Leipzig eine Ausstellungsfläche von 115.000 m², die gamescom nun 120.000 m². Gleichzeitig gab es aber in Köln knapp 90 Aussteller weniger (Abschlussberichte hier und hier), was zusammen mit den größeren Leerräumen gefühlt leider keine größeren Stände der Aussteller bedeutete - trotz der erwarteten größeren Besucherzahl. Und so kam es dann, dass einige Publikumsmagnete wie Modern Warfare 2 oder der Blizzard-Stand (Diablo III, StarCraft II) Wartezeiten von zwei Stunden und mehr erforderten! Dass die Schlangen am Donnerstag und Freitag jedoch generell unzumutbar lang waren, kann ich nicht bestätigen; bis auf einige Ausnahmen wie oben erwähnt kam man mit vertretbarem Anstehen zum Zocken.

Vielleicht waren wir immer zur rechten Zeit am falschen Ort, aber die Bühnenshows schienen im Vergleich zu Leipzig nicht so zahlreich. Einzelne Hersteller fielen mit ihren brüllenden Agitatoren on stage deshalb um so mehr auf. Partys an jedem größeren Stand samt eigenem DJ waren schon in Leipzig seit einigen Jahren nicht mehr en vogue. Aber trotz subjektiv geringerer Beschallung war die Akustik in den Hallen ziemlich beschissen und verkam zu einem breiig-penetranten Hintergrundrauschen.

Wo Frauen noch Objekt sein können

Was Nerds und langjährigen Messebesuchern ebenfalls aufgefallen sein dürfte: Die Zahl der Hostessen, umgangssprachlich Messe-Babes, war gering, deren Nudity-Pegel schien auch runtergeschraubt worden zu sein (ob's am Standort Köln lag ;-). Trotzdem:

GC Babes

Man beachte die Blickrichtung des linken Herren in Weiß und was der rothemdige Junge im Hintergrund filmt. Gezeigte Damen lenkten uns übrigens beim Wii Sports Resort-Schwertkampf kurzzeitig durch ihre Ankunft ab und ich bin kurz darauf bei einem ausladenden Schlagmanöver rückwärts in die Blonde gekracht. Trotzdem gewonnen (aber der Damnlord konnte sich am nächsten Tag erfolgreich revanchieren)!

Respekt übrigens an die im Wortsinne Booth Babes in den DJ Hero-Kabinen, die erklären und tanzen mussten. Wie man zu meinen unfreiwilligen Breakbeats abhotten konnte, ist ein Rätsel, ebenso wo ich später dann die Kanye-West-Sonnenbrille verloren habe...

Spiele, Spiele, Spiele

Wenn man sich im Vorfeld nicht über Aussteller und gezeigte Spiele informiert, wird man viele Perlen und Geheimtipps übersehen. Wir bereiten uns seit Jahren nicht wirklich vor, sondern schauen meist nur ins Messemagazin. Das haben wir u.a. gespielt:

Red Steel 2 ist ganz nett, profitiert grafisch vom Cel-Shading-Look, ist aber nicht besonders detailliert. Man stand nahe an der Sensorleiste, trotzdem funktionierte die Steuerung recht gut, obschon der Fokus des Wiimote gerne verrückt spielte. Der Wechsel zwischen Schusswaffe und Schwert geht flüssig, aber wirklich 1:1 zur Spielerbewegung schienen die ausgeführten Nahkampfmänover nicht umgesetzt.

Heavy Rain sah schön aus, aber der Demoabschnitt sagte nicht allzu viel über das Spiel aus - zumindest hoffe ich das! Zuerst latscht man mit dem Helden durch eine Garage und scannt mit einer Spezialbrille alle paar Meter die Umgebung nach Hotspots. Schließlich kommt es zu toll inszenierter Action, die aber nur Quick-Time-Events sind! Immerhin ist das ins Spielgeschehen integrierte Interface gut gelungen.

Uncharted 2 bietet sehr aufwändige Umgebungsgrafik und im Gegensatz zur Präsentation des Vorläufers vor zwei Jahren waren die Displays ordentlich eingestellt. Das Spiel selbst ist eine typische Mischung aus Cover&Shoot sowie Sprungeinlagen, welche jedoch keinerlei Timing erforderten.

Mass Effect 2 hätte man sich auch schenken können, denn ein Rollenspiel anzuzocken bringt kaum etwas. So gab's nur kurze Dialoge und eine Ballerszene. Das Invertieren der Kamera funktionierte noch nicht, weswegen ich meistens in den Himmel oder auf den Boden starrte. Grafisch sind die Gesichter der Figuren immer noch schön, aber nichts besonderes mehr. Der Damnlord meinte, die Echtzeit-Feuergefechte steuerten sich im Gegensatz zum Vorgänger nun flüssiger und direkter. Dragon Age hätte mich mehr interessiert, aber die Schlange war uns zu lang und nach ME2 hatte ich kein Bock mehr.

FIFA 10, gähn. Mittlerweile gilt EAs Kicker ja als Pro Evolution Soccer etwas überlegen, mal schauen, ob Konami wieder zurückfindet. Hab nur 1:3 gegen Damnlord verloren.

Wii Sports Resort war unterhaltsam, auch wenn wir fast nur den Schwertkampf gespielt haben. Generell sind die "aktiven" Spiele auf der Messe immer ein Spaß, so auch Wii Fit Plus. Bei letzterem habe ich es nicht geschafft, in so einem Laufspiel meine Figur zu was anderem als Springen zu bewegen. O body control, where art thou? New Super Mario Bros. Wii mit vier Spielern war spaßig, da man gleichzeitig gegen- und miteinander spielen musste. Hinderlich waren die kurzen Pausen, wenn ein Spieler getroffen wurde.

Mafia II und Borderlands wurden als kommentierte Videos präsentiert, BioShock 2 nur als Trailer. Angefixt waren wir davon nicht, immerhin gab's Goodies. Irgendeine GTA-Episode auf PS3 habe ich auch noch gespielt - die hampelige Kamera ist ja extrem nervig! Ist das auch so bei GTA4? Und wo war Red Dead Redemption, dessen Artworks zu sehen waren?

Halo 3: ODST haben wir zu viert gegen den Computer gespielt. Die Steuerung von Halo ist bekanntlich super, nur das Spiel interessiert mich kaum. Lost Planet 2 war da schon etwas interessanter und wirkte nicht mehr so träge wie in der Demo des ersten Teils. Wir haben es aber nicht geschafft, den Endboss zu besiegen - ob es an uns oder den beiden Kids lag? Die probierten wohl schon den ganzen Tag über den Obermotz (geiles Wort, Toni!) zu plätten.

EyePet schien witzig, aber nicht selbst probiert. Scribblenauts haben wir auch total verpasst. Cursed Mountain hat mich nicht gerade begeistert: Recht karge Umgebung, ein Eispickel zum Schießen und selbst das Rennen ist lahm. Ghostbusters war auch nur nett, Batman: Arkham Asylum gab's als längst veröffentlichte Demo.

René Meyers Ausstellung Retro-Gaming haben wir übersehen. Waren eigentlich diese Franzosen vor Ort, bei denen man in Leipzig auf alten Konsolen spielen konnte? Auch gab es auf der GC zuletzt Multimediakunst, hat davon jemand etwas in Köln gesehen? Die Games Academy hatte auf der gamescom wohl nur noch einen kleinen Stand ohne Podiumspräsentationen ihrer Spiele? Modern Warfare 2 haben wir uns ob der langen Wartezeit geschenkt, zumal nur das bekannte E3-Level vorgespielt wurde. Konnten einige Zuschauer danach eigentlich auch selbst zocken wie noch in Leipzig vor zwei Jahren?

Der Rest drumherum

Die Gastronomie der Messe bot zwar mehr Vielfalt als die der Games Convention, dafür waren die Preise auch gepfeffert! Wurst, Pommes, Ketchup und Cola:

GC Essen

Es gab auch einige wenig heimelig wirkende Außenbereiche, die wir aber kaum wahrnahmen bzw. nicht wiederfanden. Die Wegfindung in der Koelnmesse war halt nicht so prall, auch die Beschilderung in den Hallen ("in welcher Halle sind wir jetzt?") kann verbessert werden.

GC Aussen

Kann es außerdem sein, dass weniger Goodies verteilt wurden oder man selbst aggressiv beim jeweiligen Standpersonal nachfragen musste? Zweimal haben Leute beim Verlassen eines Ab-18-Bereichs Sachen in die Hand gedrückt bekommen, wir aber nicht. Muss ich jetzt einen Minderwertigkeitskomplex entwickeln :-)?

Fazit

Lohnte sich der Besuch? Allein um zu sehen, was die gamescom anders als die GC macht, sicher. Jedoch muss man auch bedenken, dass weltexklusive Enthüllungen von Bedeutung eher rar waren, von Sonys PS3 Slim mal abgesehen. Um Demos zu spielen, die man schon downloaden kann oder zum ersten Messetag online gehen (Lost Planet 2, glaube ich), muss man nicht nach Köln kommen (inbesondere wenn man per Bahn o.ä. anreisen muss). Aber nirgends kann man so viel sehen, erleben und anzocken für einen wirklich lächerlichen Spottpreis - wir haben mehr fürs Essen bezahlt als für den Eintritt! Wenn die Wartezeiten jedoch in den hohen zwei- oder gar dreistelligen Minutenbereich gehen, ist es sicherlich kein Spaß. Wie voll war es am Wochenende?

Die Besucherzahlen sind per se ein Erfolg für Köln: 245.000 Gäste im Vergleich zu 203.000 in Leipzig letztes Jahr. Jedoch leben in dem Gebiet, aus dem man mit der Eintrittskarte umsonst anreisen konnte (VRR und VRS), über 10 Millionen Menschen, während der mitteldeutsche MDV auf nur 2 Millionen kommt! Da sieht das Plus an Besuchern nicht mehr so gewaltig aus... Auch müssen die Stände selbst anwachsen und mehr Spielstationen bieten, um mit der wachsenden Gästezahl mitzuhalten. Sind die Standpreise eigentlich vergleichbar mit Leipzig? Und was kosten Hotels und ähnliches?

Alles in allem hat es sich in meinen Augen schon gelohnt und der neue Ort konnte die Begeisterung, die in den letzten ein, zwei Jahren auf der GC spürbar bei uns nachließ, zumindest kurzfristig neu entfachen. Mal sehen, was wir nächstes Jahr verspüren...

Freitag, 5. Juni 2009

Altlasten?

Die offizielle Super Smash Bros. Brawl-Website verkündet:
«As of June 30th, 2009, the current service that accepts user-generated snapshots, stage designs, and replay data will no longer be available. Please note, however, that we will continue to distribute such data after that date.»
Ist der interne Speicher der Wii, die sie als Server benutzen, voll? :-)

Und Microsoft wird nach einem kommenden letzen Titel keine weiteren Xbox Originals mehr veröffentlichen (hm, diese Liste ist kürzer). Die 360-Software-Emulation für alte Xbox-Spiele wurde auch schon lange nicht mehr erweitert; hätte man aber nicht alle kompatiblen Spiele einfach zum Download anbieten könnne?

PS: Wenn ich meine LIVE-Daten per Xbox-Website ändern möchte, muss ich eine Telefonnummer hinterlegen - per Dashboard geht's auch ohne...

Mittwoch, 18. März 2009

Nintendo DSi (Treib' keine Spielchen mit mir)

Aus dem Nintendo-Newsletter:
«Sie und Ihr Nintendo DSi

Sie gibt's nur einmal. Genauso wie Ihren Nintendo DSi. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar und damit genug Raum für Ihre Gedanken, Ihre Ideen und Ihre Vorlieben. Der Nintendo DSi erscheint am 03. April in Deutschland. Der Vorverkauf beginnt jetzt.

Der Nintendo DSi bringt noch mehr Persönlichkeit ins Spiel - und zwar Ihre. Entdecken Sie Ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt mit der Nintendo DSi Kamera. Bearbeiten Sie Ihre Bilder mit den unterschiedlichsten Filtern und Effekten. Peppen Sie Schnappschüsse mit witzigen Animationen auf. Bringen Sie Ihre Stimmungen zum Klingen. Mit Nintendo DSi Sound. Spielen Sie mit unterschiedlichen Musikstilen - ob Jazz, Klassik oder Rock und geben Sie Ihrer Lieblingsmusik Ihre persönliche Note. Sie können Sounds langsamer und schneller, höher und tiefer abspielen und Sie können ganz neue Töne erklingen lassen. Laden Sie sich jederzeit und Überall drahtlos im Internet neue Spiele und nützliche Anwendungen herunter: im Nintendo DSi Shop. Genießen Sie Ihre Nintendo DS Spielesammlung auch auf dem Nintendo DSi.

Sichern Sie sich jetzt die Garantie auf Ihren Nintendo DSi und ein gutes Stück Persönlichkeit! Ihren Nintendo DSi gibt's nur einmal. Nutzen Sie jetzt den Vorverkauf in allen teilnehmenden Vorverkaufsstellen.»

Montag, 1. September 2008

Bayern, Deine Killerspielgegner

In einer heutigen Pressemitteilung fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrman das schnellstmögliche Verbot von "Killerspielen":
«Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, an deren erster Stelle ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele im Strafgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder einer empfindlichen Geldstrafe steht. [...]»
Soll es etwa in Deutschland nur noch solche Spiele geben:

GC 2007 Mami

PS: Golem.de weist am Ende seiner Meldung hin: "In Bayern finden am 28. September 2008 Landtagswahlen statt."

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