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Montag, 16. Mai 2016

Jahresabschluss 2015

Auf den Tag genau wie letztes Jahr erneut unverschämt verspätet und noch dazu dieses Mal sehr kurz:

Film des Jahres



Spiel des Jahres

Samstag, 16. Mai 2015

Jahresabschluss 2014

Wenn SpielerDrei Ende April seine "Best of 2014" vorstellt, kann ich das auch erst so spät tun! Die lange Verzögerung bedeutete nicht, dass ich im letzten Jahr wenig gespielt habe. Aber es waren keine Titel dabei, die auf einschlägigen Bestenlisten landeten, und kaum etwas, was mich uneingeschränkt begeisterte. Ich wühlte mich zudem durch ältere Titel in meiner Steam-Bibliothek oder probierte die kostenlosen "Games with Gold" auf der Xbox 360 aus. Ich glaube, ich habe tatsächlich so gut wie nichts gespielt, was auch 2014 erschienen war!

The Walking Dead: Season Two (PC) konnte mich nach der umwerfenden ersten Staffel nicht mitreißen trotz so manch schöner Szenen. Die Handlung war nicht allzu stringent und ich fühlte mich dadurch weniger den Figuren verbunden. Schlussendlich war es wohl ein Fehler, Clementine zur Spielfigur zu machen, die dadurch fortwährend mit Aufgaben und Entscheidungen eines Erwachsenen betraut wurde.

The Fall (PC) ist laut meiner Buchführung das zweite und letzte 2014er Singeplayer-Spiel, das mir zwar gefiel, aber qualitativ nicht unbedingt einen Platz in einem Jahresrückblick erhält. Mehr dazu hier.

TowerFall Ascension (PC) habe ich leider nicht so häufig spielen können, weil es nur lokalen Multiplayer bietet - aber was für einen! Die Mischung aus Zugänglichkeit und Spieltiefe ist brillant, glorreiche Erfolge und demütigende Niederlagen geben sich die Hand. Fantastisch!

Überhaupt stellten kooperative und kom­pe­ti­tive Spiele einen Großteil meiner "Zockzeit" dar. Nachgeholt wurden zu zweit die Kampagnen von Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden (360; brachial toll), Ghost Recon: Future Soldier (360; gut, aber im Vergleich zu den Vorgängern stark vereinfacht und gescriptet), Iron Brigade (360; unterhaltsam) und Orcs Must Die! 2 (PC). Letzteres war wirklich sehr schön und forderte bei über 20 Stunden auch etwas mehr Taktik als Iron Brigade. Und immer noch aktuell ist Might & Magic: Clash of Heroes (360), das ich wohl ewig spielen kann.

Als unterhaltsamste Zweitverschwendung würde ich Spintires (PC) bezeichnen: Russische Laster transportieren Holz über unwegsame Schlammpisten. Die Physik des Matsches ist toll und wenn man sich gemeinsam bis zum Zielpunkt schleppt, aber dann doch in einem Wasserloch umkippt, ist das auch toll. Irgendwie. Da man aber offenbar auf den riesigen Karten seinen Fortschritt nicht speichern kann, habe ich nach sechs Stunden aufgehört.

Da ich immer noch keine aktuellen Nintendo-, Microsoft- oder Sony-Konsolen besitze, spare ich mir eine lange Liste von Titeln, die ich durchaus gerne gespielt hätte. Nennen möchte ich nur: Bayonetta 2, Divinity: Original Sin, Mittelerde: Mordors Schatten und This War of Mine. Und Wasteland 2, das ich sogar als alter Fallout-Fan auf Kickstarter unterstützt hatte.

Spiele, die ich letztes Jahr als ungespielt aufführte: 18 Stück

Spiele, die ich davon mittlerweile gespielt habe: 3 Stück (u.a. State of Decay auf PC, das mir anfangs sehr gefiel, aber später abbaute, weil die offene Spielwelt mal wieder hinderlich für die Erzählung ist und das Verwalten der Basis und Gruppe bedeutender hätte sein können)

FILME UND SERIEN

Ich habe keinen "Film des Jahres", auch weil ich mal wieder nicht so viel im Kino gesehen habe, aber im Actiongenre muss The Raid 2 genannt werden, trotz Überlange. Under the Skin verleihe ich das Prädikat "Kinotrip" und für Snowpiercer gibt's "Groteske des Jahres". Interstellar ist fantastisch inszeniert, aber ziemlich blödsinnig. Und Transformers: Ära des Untergangs ist schrecklich!

Bei Fernsehserien war für mich Fargo der beste Neustart. Im Phantastikgenre war leider nur wenig qualitativ hochwertig, besonders The Strain soll als ödes Negativbeispiel genannt werden. Wenn es unterhaltsam ist, genieße ich jedoch auch Trash wie Helix, The 100 (wird in der zweiten Staffel sogar ernsthaft gut) und Z Nation. Gar nicht warmgeworden bin ich mit True Detective und The Leftovers, beides wirkte auf mich arg prätentiös.

MUSIK

Wanda mit Amore.

Sonntag, 26. Januar 2014

Jahresabschluss 2013

Schon wieder ist ein Jahr und bereits fast der neue Januar um - Zeit also für meinen multimedialen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate.

Spiele 2013

Die aufgeladene Debatte um Sexismus unter Videospiele(r)n verfolgte ich nur peripher, obschon es traurig ist, dass dies immer noch ein Problem darstellt. Beunruhigend empfand ich den Trend, dass in Free-to-Play-Titeln Microtransactions nicht nur teils unverschämt teuer sind (PlanetSide 2, Warframe), sondern auch langsam in Vollpreisspiele hineinschwappen. Die prominenten Beispiele wie Dead Space 3 oder jüngst Forza Motorsport 5 habe ich aber allesamt nicht gespielt. Aus demselben Grund wurde ich von unfertigen Konsolenspielen und sich endlos hinziehenden Patch-Orgien verschont (bspw. Battlefield 4 oder Batman: Arkham Origins, bei letzterem wurde der 10h-Spielstand meines inaktiven Mitautors Damnlord zerschossen).

Der "Skandal" um YouTubes neue Haltung gegenüber Let's-Play-Videos passte perfekt zu Googles Strategie der letzten Jahre, ihre Angebote zunehmend einzuzäunen, zu zentralisieren und zu monetarisieren. Wesentlich unterhaltsamer war Microsofts katastrophale Konzeption wie auch Außendarstellung der Xbox One. Dass ein Weltkonzern so unbeholfen und blind agieren kann, hätte ich nicht für möglich gehalten, und dies mündete (immerhin) in der "Xbox One-Eighty". Trotzdem fühle ich mich weiterhin zur PS4 hingezogen, doch sind Pflichtkäufe auf beiden neuen Geräten bisher Mangelware und es müssen noch einige Funktionen der nun alten Konsolen nachgerüstet werden.

Der alteingesessene Publisher THQ wurde abgewickelt, die meisten Spielemarken kamen aber anderweitig unter und jetzt bleibt abzuwarten, was daraus im Einzelfall entstehen wird. Trauriger war für mich der Bankrott vom Entwicklerstudio TimeGate, da ich die Mehrspieler-Action deren Section 8-Reihe sehr mochte. Und bezüglich Abschied: Ich kündigte mein langjähriges GamePro-Abonnement. Der Mehrwert für zahlende Kunden wurde immer überschaubarer, weil zu viele Artikel für jeden online zugänglich waren. Somit lese ich aus der Games-Sparte kein Printmagazin mehr regelmäßig. Vielleicht trenne ich mich dann demnächst auch von der Zeitschriftensammlung...

Ich spielte 2013 für meine Verhältnisse ziemlich viele Spiele zumindest an, aber schrieb dazu nicht so viel wie geplant. Und es waren überwiegend Indie-Titel oder ältere Spiele; den aktuellen Mainstream/AAA-Bereich, der sich abgesehen von einigen großen "Abschiedstiteln" im Übergang zur nächsten Generation befand, habe ich quasi komplett ausgelassen. Dafür explodierte der Indie-Sektor weiterhin und man wartet gespannt, was dieses Jahr tatsächlich aus vielversprechenden Crowdfunding-Kampagnen entstehen wird. Und dank "Early Access" verschwimmt zudem das genaue Erscheinungsdatum eines Spiels, auch wenn mich die Schwemme an unvollständigen Alpha-Versionen auf Steam eher nervt.

Spiele des Jahres

Der POLYGON, die Wahl der Lieblingsspiele deutscher Blogger, scheint nicht mehr stattzufinden (hier eine Übersicht diverser Game-of-the-Year-Liste), aber ich behalte das Prinzip bei: Es folgen die Spiele, die mich 2013 unabhängig vom Erscheinungsjahr am meisten umtrieben.

BioShock Infinite (360 2013): BioShock war erzählerisch eines der wichtigsten Spiele der letzten Jahre und dies befeuert als auch behindert den Nachfolger Infinite. Der aufmerksame Spieler erhält nach und nach immer mehr Informationen über die fantastische und fremde Welt der fliegenden Stadt Columbia. Doch wer sich darüber keine Gedanken machen mag, hat bei der hochkomplexen und, äh, abgehobenen Auflösung dann das Nachsehen. BioShock war da fokussierter und geschlossener, weil die unterseeische Metropole Rapture bereits, äh, untergegangen war. In Columbia tobt dagegen das "normale" Leben und dies vermag BioShock Infinite mit starren Figuren und wenig abwechslungsreichen Begegnungen kaum darzustellen. Hinzu kommt auf der Xbox 360 eine limitierte Technik, die mit manch mäßigen Texturen und kantigen Modellen dem tollen Design im Weg steht. Spielerisch waren die BioShock-Titel nie so gut wie ihre Geschichten und Welten, dies trifft ebenso auf Infinite zu: Einige Elemente wirken unausgegoren oder beschnitten, besonders wenn man frühere Ankündigungen bedenkt. Aber die spielerische Erfahrung hängt auch stark vom Spieler ab. Ich hatte - im Gegensatz zum Erstling - große Lust, alle Waffen und Kräfte auszuprobieren und zu kombinieren, wodurch die oft kritisierten und sehr zahlreichen Schießereien mir fast so viel Spaß machten wie über die Handlung nachzudenken.

Brothers - A Tale of Two Sons (PC 2013): "Das Licht und die Landschaften, der Stein und die Schluchten, der Verfall und das Vertrauen", so twitterte ich etwas gestelzt. Mit einfachen Stilmitteln entfaltet sich eine wunderschöne Welt, an dessen Säulen aber der Tod zu nagen scheint. Zwei Brüder begeben sich wort- und furchtlos auf eine Reise, um ihren Vater zu retten, und nehmen den Spieler dabei mit. Dieser steuert beide Figuren gleichzeitig mit bloß je Analogstick und einer Taste - genug für abwechslungsreiche, doch selten schwierige Herausforderungen. Der Weg ist das Ziel, weswegen einige Wendungen auch nicht allzu überraschen, dafür einen ablenken und man unverhofft vom besten Spielmoment des Jahres getroffen wird! (Ich wollte einen Text zu Brothers schreiben, doch wie so oft ist der nicht über Stichworte hinausgekommen.)

Drakensang: Am Fluss der Zeit (PC 2010): Aventurien, eine klassische Rollenspielwelt in verträumter Grafik, Helden mit genügend Persönlichkeit und Quests, deren Geschichten schön an Pen&Paper-Abenteuer erinnern. Aber das unnötig sperrige Das Schwarze Auge-Regelwerk und dadurch durchwachsene Kämpfe, lahmes Laufen auf langen Wegen sowie eine störrische Kamera. Je nachdem, ob die positiven oder negativen Eigenschaften überwogen, spielte ich viel oder machte Pausen. Seit mehreren Wochen ist letzteres der Fall, kurz vor dem wahrscheinlichen Höhepunkt der mäßig spannenden Haupthandlung.

Driftmoon (PC 2013): Sehr unterhaltsam und mit einem gelungenen "Flow", eine nachdrückliche Empfehlung für Freunde etwas seichterer und textlastigerer Rollenspiele! (Mehr...)

Dust: An Elysian Tail (PC 2013): Wenn man bedenkt, dass dieses Spiel in langjähriger Arbeit weitgehend von Entwickler Dean Dodrill alleine erschaffen wurde, kann man in Ehrfurcht erstarren. Trotz Furry-Figuren ist Dust ein wunderschöner und umfangreicher, wenn auch nicht übermäßig komplexer Vertreter des Metroidvania-Subgenres mit fantastischen 2D-Welten: Viele echte Animationen - nicht bloß rotierende Gliedmaßen -, hochauflösende Grafiken und tolle Effekte. Mich hatte das Spiel allein dadurch überzeugt, dass die recht fantasievollen Gegner nicht nur in der Landschaft herumstehen, sondern im Hintergrund deren Camps zu sehen sind. Die Kämpfe sehen eindrucksvoll aus, werden jedoch schnell unübersichtlich. Zum Glück sind sie nicht allzu herausfordernd, da der titelgebende Spielercharakter sehr agil und wehrhaft ist (Button mashing kann man dem Kampfsystem aber nicht ganz absprechen). Ich bin kurz vor dem Finale und suche aktuell die letzten versteckten Schätze.

Saints Row: The Third (PC 2011): Ein beinahe perfekt spielbarer Open-World-Wahnwitz ohne die Schizophrenie eines Grand Theft Auto (aber auch ohne dessen Detailreichtum). Weil sofort von 0 auf 100 beschleunigt wird, nutzt sich die bekloppte Zügellosigkeit mit der Zeit jedoch ab.

The Witcher 2 - Assassins of Kings: Enhanced Edition (PC 2012): Ein außergewöhnliches Rollenspiel mit einer interessanten Fantasy-Welt, tollen Figuren, verzwickten Geschichten und den wahrscheinlich besten Dialogen des Genres. (Mehr...)

Tomb Raider: Anniversary (PC 2007): Das Remake des von mir nie gespielten legendären Originals fesselt mit dem Erkunden und Erklimmen von teils weitläufigen Höhlen und Tempeln. Die Charaktermodelle wie auch die Präsentation der kümmerlichen Geschichte sind grafisch veraltet, die Umgebungen sehen dank gut entworfener Texturen immer noch sehr atmosphärisch aus. Die Kamera ist etwas zickig und besonders zum Ende zerren die Feuerkämpfe gegen Gegnerhorden an den Nerven. Wenn Lara Croft erforscht, ist die Welt noch in Ordnung.

Waking Mars (PC 2012): Ein meditativ-explorativer Trip, dahinfließend, friedfertig, stressfrei und eine der schönsten Reisen auf einen anderen Planeten! (Mehr...)

Mehrspieler

Obwohl ich die Microtransactions kritisierte, hielt mich PlanetSide 2 mit seinem konkurrenzlosen Schlachtengefühl auch 2013 bei Laune. Gebt mir eine Sanitäter- oder Ingenieursklasse und ich bin dabei (weil ich zu schlecht beim Zielen mit der Maus bin)! Neu eingestiegen war ich in Warframe, an dessen Grafikdesign ich mich erst gewöhnen musste. Aber die kooperativen Runden zu viert gegen feindliche Aliens lassen sich flüssig spielen, bieten Nah- und Fernkampf und packen einen mit "Looten und Leveln". Um überteuerten Echtgeldkäufen aus dem Weg zu gehen, droht jedoch Grinding, und das Interface bzw. die Informationsvermittlung sind immer noch verbesserungswürdig. Das 2D-Jump&Shoot Gun Monkeys für zwei Spieler war leider kein großer kommerzieller Erfolg, bietet dafür trotz manchmal schwammig wirkender Steuerung viel Spaß und Spannung. Wiederentdeckt habe ich Frozen Synapse, aber um dort erfolgreich zu sein (was ich war :-), muss man viel Zeit in die Planung seiner Spielzüge stecken. Da ist das vom Spielprinzip ähnliche und an Robo Rally erinnernde Clairvoyance simpler und entsprechend schneller. Und in eine nicht mehr für möglich gehaltene Sucht trieb den Damnlord und mich das fantastische Might & Magic: Clash of Heroes.

Welche Spiele warum fehlen

The Last of Us, weil ich keine Sony-Hardware besitze. Super Mario 3D World und The Legend of Zelda: A Link Between Worlds, weil ich keine aktuelle Nintendo-Hardware besitze. Grand Theft Auto V, weil ich damals zu GTA4 gar keinen Zugang gefunden hatte und 2013 lieber Saints Row spielte - The Third, nicht den vierten Teil. Tomb Raider, weil ich lieber das Anniversary-Remake des Originals nachholte (und da war gerade das Schießen der Schwachpunkt). XCOM: Enemy Within und Metro: Last Light, weil die Hauptspiele immer noch nicht von mir begonnen worden sind. Assassin's Creed IV: Black Flag, weil das Piratenspiel weiterhin Animus-Quatsch beinhaltet.

Gone Home, The Stanley Parable und Papers, Please, weil ich für diese ungewöhnlichen Titel noch keine Muße gefunden habe. Far Cry 3: Blood Dragon, weil die Werbekampagne und die 80er-Atmosphäre besser waren als das eher kontraproduktive Open-World-Gameplay. Call of Juarez: Gunslinger, weil ich es erst zum Jahresende als mein vielleicht letztes Xbox-360-Spiel gekauft hatte. Monaco - What's Yours Is Mine, weil ich das Einbrechen zwar interessant, aber viel zu hektisch und die artifizielle Pixeloptik zu schwer zu lesen fand. Kentucky Road Zero, The Walking Dead: Season Two und The Wolf Among Us, weil bisher nicht alle Episoden erschienen sind (400 Days von TWD war eher "Business as usual"). Rogue(like)likes wie Spelunky oder Rogue Legacy, weil es Roguelikes sind. State of Decay, weil ich träge wie ein Zombie bin.

Spiele, die ich letztes Jahr als fehlend oder interessant aufführte: 12 Stück

Spiele, die ich davon mittlerweile gespielt habe: 2 Stück

An Brett- und Rollenspielen war 2013 bei mir einmal mehr ein verlorenes Jahr, dafür verlängern sich meine entsprechenden Merklisten ins Bodenlose. Mit ein paar Podcasts bleibe ich in der RPG-Szene immerhin halbwegs auf dem Laufenden. Und zwischen den Jahren konnte ich einige Runden des empfehlenswerten Würfel Bohnanza spielen, das kleine Ideen gekonnt verbindet.

Serien 2013

Ich habe eine Vielzahl von Serien gesehen, die ich nicht alle hier aufzählen werde. Oft waren neue Staffeln zwar unterhaltsam, aber Gewöhnung stellte sich trotzdem ein. Darüber erhaben waren Game of Thrones und natürlich Breaking Bad, das epochal zu Ende ging. Auch Being Human (UK) und Misfits fanden starke Abschlüsse, während Fringe sich durchquälte, leider.

Die absolute Enttäuschung, erst recht im Vergleich zu Breaking Bad, war aber die letzte Staffel von Dexter. Eine bizarre, lustlose und unfreiwillig komische Abfolge von Szenen und Wendungen - immerhin hätte die finale Episode noch schlechter werden können.

Die Krise der nordamerikanischen Phantastik schwelt weiterhin: Revolution und Falling Skies bleiben ambitionslose Shows mit zumindest leichten Aufwärtstendenzen, The Walking Dead wird immer noch überschätzt. Continuum und Lost Girl sind stets unterhaltsam, aber besonders letzteres erzählerisch fahrig. Das recht nette Defiance ist wie viele der erwähnten Serien zu wenig Science-Fiction. Ernüchternd bis lächerlich gerieten Neustart-Totalausfälle wie Siberia, The Tomorrow People und Under the Dome.

Überzeugende frische Serien und auch meine Highlights des Jahres sind dagegen das düstere Rogue mit Thandie Newton als Undercover-Polizistin sowie das harte Banshee über einen Undercover-Verbrecher (Antony Starr), beides mitgenommene Figuren. Hervorzuheben wären noch das skurrile Utopia und die atmosphärischen Vikings. Mit Einschränkungen funktionierten Ray Donovan und The Americans als Minidramen, da wird es jedoch spannend, ob die kommende Staffeln überhaupt das Niveau halten können (dies droht auch Banshee). Im von mir wenig frequentierten Comedy-Bereich stachen das alberne Brooklyn Nine-Nine hervor sowie die beeindruckende "Dramedy" Orange is the new Black.

Andere viel gelobte, aber (immer noch) nicht gesehene Serien: Boardwalk Empire, Hannibal, House of Cards, The Good Wife und die vierte Staffel von Engrenages (Spiral). Vielleicht eine zweite Chance bekommen Bates Motel und Sons of Anarchy.

Filme 2013

Nachdem vorletztes Jahr das Filmmagazin Schnitt sowohl gedruckt als auch später digital eingestellt wurde, erwischte es 2013 meine Lieblingszeitschrift Splatting Image. Die erschien nur noch als PDF, aber das Lesen am Bildschirm ohne Tablet war äußerst mühsam. Dann wurde zum Jahresende eine Auszeit verkündet, um einen "Relaunch" in 2014 vorzubereiten...

Zur Mitte des Jahres nahm mein Interesse und mein Konsum an Spielfilmen deutlich ab, was auch am seitdem brachliegenden Zweitblog Zelluloidfreaks ersichtlich wird. Kinobesuche waren sehr rar und ich verpasste selbst die Werke von liebgewonnenen Filmschaffenden wie Edgar Wright und Simon Pegg (The World's End), Neill Blomkamp (Elysium), Nicolas Winding Refn (Only God Forgives) oder Park Chan-wook (Stoker). Außergewöhnliches, Exotisches oder die allermeisten Filme auf einschlägigen Bestenlisten des letzten Jahres habe ich nicht gesehen.

Quentin Tarantinos Django Unchained war unterhaltsam, aber uninspiriert. Guillermo del Toros herrlich infantile Roboter-gegen-Monster-Schlacht Pacific Rim verhedderte sich im Zwischenmenschlichen (ich hoffe sehr auf Gareth Edwards' Godzilla). Und J.J. Abrams' Star Trek Into Darkness war zwar gelungener als befürchtet, doch kann ich den Zuspruch für seinen Reboot des SF-Klassikers weiterhin nur bedingt nachvollziehen. Ohne Frage beeindruckend gelang Kathryn Bigelow die Aufarbeitung der Bin-Laden-Jagd in Zero Dark Thirty, wirkte auf mich trotzdem zu angepasst. Ich kann also keinen Film des Jahres benennen.

Musik 2013

Im vorletzten Jahr hatte ich einige Singles und Alben bis zum Exzess gehört - dies wiederholte sich nicht. Stattdessen verzerrter Rock mit Deap Vallys Debüt Sistrionix, Synthie-Kaskaden mit Kavinskys überfälligem Longplayer Outrun, sphärische Klangwelten auf Yugen von Koreless und düster waberndes Schwermetall mit Windhands Soma.

Sehr positiv überrascht wurde ich vom deutschsprachigen Hip-Hop. Prezidents erste kaufbare Platte Kunst ist eine besitzergreifende Geliebte überragt im Storytelling-Fluss, ist mir inhaltlich jedoch etwas zu oft Einführung in seinen "Whiskeyrap". Blausicht von Gerard verlangt eine Gewöhnungsphase an seinen Flow und die pathetischen Refrains, bietet aber tolle Elektrobeats. Cr7z hingegen fällt mit An7ma musikalisch weniger auf, dafür positioniert er sich als eine Art Hardcore-Curse. Alle drei Alben behandeln eindrücklich die undeutliche Zukunft der aktuellen Generation um die 30 Jahre, treffen oft zielgenau die Lebenswirklichkeit und hängen zwischen nüchterner Resignation und selbstsicherer Hoffnung. Davon ist auf Grim104s selbstbetitelter EP Grim104 nichts zu spüren, hier herrscht bei mäanderndem Sound die assoziativ artikulierte wütende Leere einer desillusionierten Jugend.

Netz & Politik 2013

Die Blase von freien und freiheitlichen Kommunikationstechnologien zerplatzte durch Edward Snowdens anhaltenden NSA-Enthüllungen, die mein Vertrauen in demokratische Staaten durchaus erschütterten. Ob das Internets, so wie wir es kennen, 2014 untergehen wird? Aufgerieben zwischen maßloser Überwachung, Terrorparanoia, phlegmatischer Politik einer zu großen Koalition und staatlichem Misstrauen gegenüber den Bürgern einerseits sowie kommerzieller Unterwanderung und Entmündigung der Kunden andererseits (Abschaffung von Flatrates und Netzneutralität, Wiederkehr von rigidem DRM)?

Nicht so stark, doch trotzdem enttäuscht wurde ich vom "generalüberholten" Browser Opera. Die Freude, dass die zwar nicht schlechte, aber öfters inkompatible Render-Engine ausgetauscht werden würde, verflog schlagartig, als im Juli Opera 15 erschien: Ein Chrome-Klon ohne jegliche Features - bis heute gibt es nicht einmal Lesezeichen! Der integrierte Mail-Client wurde natürlich auch gestrichen (zusammen mit RSS-Unterstützung), aber immerhin als Opera Mail ausgegliedert. Und seitdem nicht mehr aktualisiert... Mir ist absolut unverständlich, wie man Opera, der sich mit vielen klugen Ideen und fortgeschrittenen Funktionen klar an Power-User richtete, derart entschlacken konnte und seither bloß im Schneckentempo ein paar Dinge nachrüstet. Einen Wechsel auf den überflüssigen Browser kann ich mir aktuell nicht vorstellen und werde Version 12 so lange nutzen wie möglich. Dazu leider passend verstarb zur Jahreswende unerwartet der Betreiber der bedeutendsten deutschen Opera-Community, was das Aus für das Forum bedeutet.

Immerhin eine positive Entwicklung: Voller Überzeugung spiele ich meine Musik weiterhin aus der lokalen Bibliothek ab und habe endlich in MusicBee einen adäquaten Ersatz für den seit Jahren sterbenden musikCube gefunden.

Donnerstag, 10. Januar 2013

POLYGONaler Jahresabschluss 2012



Das Jahr 2012 ist vorbei und wir sind von den Geschehnisse aus Roland Emmerichs gleichnamigem Schrottfilm verschont geblieben. Also Zeit für die Tradition des multimedialen Jahresrückblicks. Für den POLYGON dürfen bis zu zehn vornehmlich 2012er Spiele genannt werden, die im letzten Jahr "unterhalten, geprägt, interessiert oder von der Arbeit abgehalten haben". Wie so oft sind das bei mir gar nicht so viele aktuelle Titel und außerdem habe ich - zumindest hier im Blog - sehr wenig darüber verfasst... Meine Übersicht über diverse Spiel-des-Jahres-Listen findet sich übrigens hier. Nun also alphabetisch mir wichtige Spiele des zurückliegenden Jahres in alphabetischer Reihenfolge. Abschließend folgen dann noch Serien-, Film- und Musikrückblicke meinerseits.

Spiele 2012

DayZ (PC 2012+): Zombiespiele gibt es mittlerweile unüberschaubar viele und DayZ war bloß eine Modifikation in technisch durchwachsenem Zustand für die ebenso unzugängliche Militärsimulation ArmA II. Der simple, aber geniale Kniff: Nicht unbedingt die Zombies stellen die größte Gefahr dar, sondern die anderen Online-Spieler in dem riesigen Ostblockland. Nebenbei muss man noch essen, trinken und gesund bleiben, während das unkomfortable Interface den Überlebenskampf vor dem Bildschirm spürbar werden lässt. Und der Tod bedeutet schlicht den kompletten Neuanfang. Psychologie und Geografie zeichnen DayZ aus: Der innere Widerstreit zwischen Vertrauen und Misstrauen Fremden gegenüber, Philanthropismus versus Utilitarismus. Außerdem der oft lange Leerlauf im trostlosen und weiträumigen Staat Chernarus - aber niemals unwachsam werden! Als ich ins Spiel einstieg, kippte leider bald die allgemeine Grundhaltung der Spielerschaft ins Paranoide und fast immer wurde auf Unbekannte sofort geschossen. Später kamen Hackerangriffe dazu, da ließ ich DayZ dann liegen, aber warte auf die sich in der Entwicklung befindende Vollversion. Einige der denkwürdigsten Spielerlebnisse können mir eh nie mehr genommen werden.

Dishonored (360 2012): Das aktuelle Werk der französischen Arkane Studios, deren Ultima Underworld-Hommage Arx Fatalis ich einst angetan anspielte, schwappte immer mal wieder in meine Wahrnehmung, bis es plötzlich in meinen Händen lag. Eine Mixtur aus Bioshock (toll) und Thief oder Hitman (nie gespielt und eigentlich nicht mein Genre), die am Ende nicht jedem vorbehaltlos mundete, weil der Geschmack nicht ganz vollkommen war. Dishonored unterhält mit großen, frei erkundbaren Spielabschnitten, unterschiedlichen Lösungswegen - ich schlich eher und kämpfte kaum -, einer steampunkigen Welt und einem interessanten Grafikstil. Doch letzterer leidet auf Konsolen an schwacher Technik und die Hintergrundwelt bleibt generell zu blass, auch aufgrund der vorhersehbaren, aber konsequenten Geschichte. Findet und liest man die vielen Bücher und Schriftstücke, bekommt man einen besseren Eindruck von der Welt, die im Spiel nur selten derart lebendig wird (auch weil kleine Details der Handlung leicht übersehen werden können). Dies mag zur Atmosphäre passen, denn Niedergang und Verfall haben die Oberhand, ein jeder Charakter weist seelische Risse auf. Dishonored ist ein eigenständiges Spiel, keine Fortsetzung, das dem Spieler viele Freiheiten gewährt. Allein deswegen hat es mir sehr gefallen und ich bin eher froh, dass es in Teilen zu wenig liefert, anstatt wie andere Titel offenbar völlig überladen zu sein (Assassin's Creed III, Far Cry 3).

FTL (PC 2012): Ich liebe die Echtzeitkämpfe samt Crew- und Schiffsverwaltung. Ich mag die Musik. Ich hadere mit dem Roguelike-Spielprinzip. Ich hasse den Endboss und das Freischalten neuer Raumschiffe. Ich wünsche mir eine richtige Singleplayer-Kampagne und Multiplayer-Duelle.

Hotline Miami (PC 2012): Aufgrund geringer Frustschwelle habe ich diesen Blutrausch noch nicht ausgestanden, aber genug getötet gespielt, um es als höchst bemerkenswert zu erachten. Eine reduzierte, aber ausgereifte Spielmechanik und in allen Leveln ein durch die Auftraggeber euphemistisch umschriebenes Ziel: Kill them all! Der Kern eines jeden Actionspiels wird hier nicht hinter angeblichen Motiven versteckt, sondern auf brutale Weise vorexerziert. Die grobe Grafik schafft dazu die nötige Distanz, quasi der Pixelfilter aus Kane & Lynch 2 auf ein ganzes Spiel ausgedehnt. Hotline Miamis surreal wirkende Geschichte, die nichtsdestrotrotz existiert, habe ich noch nicht verstanden. Vielleicht besser so? Violence: ultra. Music: hypno. Game: psycho.

Spec Ops: The Line (360 2012): Das erste und gleichzeitig einzige Spiel des deutschen Entwicklers Yager war Yager aus dem Jahr 2003. Dann wurde irgendwann Spec Ops: The Line angekündigt, ein packender Deckungsshooter mit moralischen Entscheidungen und viel Sand sollte es werden. Das wurde geliefert, obschon besagte Spielelemente für sich "nur" gut sind. Vielmehr dokumentiert das Spiel jedoch sowohl die Abgründe des Krieges als auch des Kriegsspiels, schleicht sich subversiv als wachsendes Unbehagen in den gemeinen Call of Duty-Zocker. Der kommerzielle Erfolg blieb wenig überraschend aus - eine Auseinandersetzung in Form des Gegenstands der Kritik ist erst einmal schwer zu schlucken. Dafür wurde wohl kaum ein Spiel ausführlicher analysiert und kommentiert. Spec Ops: The Line ist nicht bloß gelungen, sondern ebenso wichtig.

The Walking Dead (PC 2012): Telltale schneidet das Adventure aus ihrem fünfteiligen Adventure und gibt dem Genre so das Abenteuer und die Relevanz zurück. Im letzten Jahr bewegte mich To the Moon, das lineare Interaktionen bot und zudem im 16-Bit-Gewand daherkam. Wahrscheinlich gerade deswegen berührte mich kein Spiel jemals so emotional. Die Spielmechanik von The Walking Dead ist ebenfalls beschränkt, die Grafik bekennt sich mit Cel-Shading zu den Comicwurzeln. Und zusammen mit toll geschriebenen Figuren und hervorragenden Synchronsprechern (Clementine als wahrscheinlich bester Kindercharakter) entfaltet sich eine ergreifende Tragödie über Zusammenhalt und Misstrauen, Mut und Feigheit in einer untoten Welt. Dass die Entscheidungen, die der Spieler treffen muss, die Handlung leider nur bedingt verändern, wird hoffentlich in der kommenden zweiten Staffel verbessert. Aber wie sagte es einer der Gamers with Jobs: Man beeinflusst nicht die Geschichte, sondern die Charaktere.

Welche Spiele warum fehlen

Umgefähr alle Gruselspiele des Jahres (Home, Lone Survivor, SCP-087, Slender), weil ich ein Angsthase bin. Assassin's Creed III, weil ich keinen Teil der Reihe spielte. Crusader Kings II, weil mich das Tutorial überforderte. Far Cry 3, weil ich erst neun Stunden im sperrig-faszinierenden Far Cry 2 verbrachte. Fez, weil mich die Demo damals jenseits der Optik nicht umhaute. Guild Wars 2, weil ich für Multiplayer stattdessen Awesomenauts, Happy Wars, Hybrid, PayDay, PlanetSide 2, wie immer etwas Call of Duty und vor allem Space Marine und natürlich DayZ spielte. Halo 4, weil die Kampagne im Splitscreen ernüchternd eintönig war - Enttäuschung des Jahres! Journey, weil ich keine Sony-Hardware besitze (und auch keine aktuelle von Nintendo). Legend of Grimrock, weil ich zwar Oldschool bin, aber bisher nur die vierte Ebene erreichte. Mark of the Ninja, weil ich die Steuerung zu komfortabel fand. Mass Effect 3, weil ich Rollenspiele mit miesem Ende nicht anfasse. The Witcher II: Enhanced Edition, weil ich erst in Kapitel 1 bin. XCOM: Enemy Unknown, weil es keine Hummermenschen hat.

Spiele, die ich letztes Jahr als fehlend oder interessant aufführte: 24 Stück

Spiele, die ich davon mittlerweile gespielt habe: 5 Stück

Serien 2012

Kaum eine Serie konnte das Niveau ihrer Vorgängerstaffel halten: Alphas schwankte hin und her, nahm zum Finale aber wieder einigermaßen Fahrt auf. Dexter bot endlich die seit Jahren herbeigesehnte Bloßstellung und war dadurch allein schon besser als die arg mäßige sechste Staffel, verhedderte sich aber in ziellosen Nebenplots - jedoch: Jennifer Carpenter und Yvonne Strahovski! Fringe plätschert noch weiter auf durchwachsenem Niveau dahin und hat leider zu viel seiner Vergangenheit entsorgt. Das nach wie vor hochklassige Game of Thrones bekam leichte Probleme mit dem komplexer werdenden Ausgangsmaterial. Homeland näherte sich trotz brillanter Momente und Schauspielleistungen zu sehr 24 an. Spartacus litt vor allem am neuen Hauptdarsteller. Und Strike Back war leider nicht mehr ganz so düster und rücksichtslos.

Überraschend dagegen Misfits und Being Human (UK), die sich konsequent neu erfanden, auch wenn nun beinahe alle alten Charakter ersetzt wurden. Und The Walking Dead ist zur dritten Staffel endlich aufgewacht, auch wenn Telltales Episodenspiel die bessere Adaption gewesen sein dürfte. Leider noch nicht international verfügbar ist die vierte Staffel der abgründigen Krimiserie Engrenages (Spiral) aus Frankreich. American Horror Story, deren erste Staffel eher enttäuschte, habe ich noch nicht weitergesehen. Und während andere unten wursteln, ging Breaking Bad locker oben lang. Als verspätete Entdeckungen nenne ich Justified und als neuen Guilty Pleasure, der ungeahnt zwischen Plattheit und Anspruch pendelt: Teen Wolf.

Enttäuschend leider in der Breite die US- und UK-Neustarts dieses Jahr, vor allem im Bereich der Phantastik: Revolution ist klinisch sauberer Endzeitmüll, Last Resort mangelt es an Charakterbindung und Sinbad bietet nur gute Spezialeffekte (die Inszenierung ist bei Hunted neben der Besetzung auch bloß das Auffälligste). Dass Falling Skies weiterhin SF-Trash blieb, erstaunte nicht.

Filme 2012

Ich hatte im Rahmen der Zelluloidfreaks versucht, wieder mehr Rezensionen statt Movie Tweets zu schreiben und das auch bis Dezember ganz gut durchgehalten. Mein Film des Jahres ist natürlich Drive, der weltweit schon 2011 abgefeiert wurde. Beasts of the Southern Wild ist einer der schönsten und mitnehmendsten Filme. Und wenn man einen Actionfilm wegen Action sehen möchte, führt kein Weg an The Raid vorbei.

Weitere außergewöhnliche Filme sind Die Wand, Moonrise Kingdom und The Cabin in the Woods. Der "Blockbuster done right"-Preis geht an The Avengers, ansonsten haben einige namhafte Filme enttäuscht (The Dark Knight Rises und vor allem die Frechheit Prometheus).

Ältere Filme, die unbedingt zu erwähnen sind: Bad Lieutenant von Werner Herzog, Kill List und The Woman. Den unbeholfenen Iron Sky fand ich übrigens sehr unterhaltsam. Nachholen möchte ich noch Alpen von Dogtooth-Regisseur Giorgos Lanthimos und auch Universal Soldier: Day of Reckoning, weil das Werk des Regisseurs John Hyams in einschlägigen Kreisen hochgelobt wird, der Vorgängerfilm mich aber nicht überzeugen konnte.

Musik 2012

Ausgehend von musikCube hörte ich an letztjährigen Erscheinungen mit Abstand am häufigsten "Blue Jeans" von Lana Del Rey (dank Misfits) - und zwar nur dieses Lied, da ich ihre Musik ansonsten nicht hervorragend finde. Außerdem die Alben "88:88" von Makeup and Vanity Set, "Lehnt dankend ab" von Frau Potz, "SubMashine" von N3XTST3P (dank Teen Wolf), "CVI" von Royal Thunder und "The Killing Jar" von Black Moth. Etwas enttäuscht war ich leider vom überproduzierten "Time I" von Wintersun. Nicht Musik, sondern ein denkwürdiger Stand-up-Comedy-Auftritt, ohne zu viel zu verraten: "Live" von Tig Notaro.

Donnerstag, 12. Januar 2012

POLYGONaler Jahresabschluss 2011

Polygon 2011

Game of the Year Time! Für den diesjährigen POLYGON dürfen bis zu zehn beliebige Spiele genannt werden, die für einen 2011 relevant waren, aber nicht zwingend da erschienen sein müssen. Sehr schön, denn irgendwie spiele ich Games fast nie zeitnah. Die folgenden, alphabetisch sortierten Nominierungen hatten im letzten Jahr eine besondere Bedeutung für mich, positiv wie negativ (für diverse Spiel-des-Jahres-Listen aus dem Netz inkl. POLYGON siehe hier).

Bulletstorm (360 2011): Abgesehen von den lächerlichen Kürzungen der deutschen Version - ich spielte die PEGI-Fassung - wurde Bulletstorm recht häufig als Enttäuschung bezeichnet. Ich empfand es genau gegenteilig: Endlich eine farbenfrohe Shooter-Welt mit neuartigen Spielelementen wie der Laserpeitsche und dem Herumrutschen - dynamische Kämpfe, here I come! Geschichte, Charaktere und Sprüche gefielen mir trotz Plattheiten auch, obwohl sich das alles etwas mit der (unrealistischen) Gewaltorgie biss. Man muss Bulletstorm aber nach dem Motto "Kill with Skill" spielen, nicht wie eine Call of Duty-Schießbude.

Call of Duty: Modern Warfare 3 (360 2011): Call of Duty ist unverwüstlich, trotzdem ist MW3 meine Enttäuschung des Jahres. Die gewohnt lineare Over-the-Top-Kampagne entzieht dem Spieler andauernd die Kontrolle und ist nochmals kürzer als die der Vorgänger, aber CoD steht ja eh für Multiplayer. Und hier gibt's den Tiefschlag, denn diverse Verbesserungen aus Black Ops wurden schlecht oder gar nicht eingebaut. Zeitmangel, Faulheit oder Ignoranz? Dann noch unverhoffte Lag- und Spawn-Probleme sowie Elite-Blödsinn. Ich erwartete "MW2 + Pointstreaks + BO - Lag", aber bekam "MW2 + Pointstreaks - (BO - Lag)". Trotzdem schon wieder über 50 Stunden online gekämpft. Unverwüstlich.

Dead Island (PC 2011): Ja, es wurde etwas vorschnell herausgebracht. Ja, es ist auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich. Ja, Freude soll hauptsächlich im Mehrspieler aufkommen. Trotzdem habe ich es begeistert und alleine durchgespielt, mich an den Nahkämpfen, dem Rollenspielunterbau und der liebevoll gestalteten Urlaubsinsel ergötzt. GotY!

Nier (360 2010): Im vorletzten (ächz!) Jahr erschienen einige Hochkaräter, trotzdem wäre Nier wohl mein Spiel des Jahres geworden, hätte ich es nicht erst Anfang 2011 gespielt. Ein grafisch wenig beeindruckendes Action-Adventure samt einiger Detailmängel, aber mit fantastischer Musik, schrägen Ideen und vor allem wunderschönen bis tieftraurigen Geschichten. Die (spielerisch simple) Nebenquest mit dem Hund werde ich nie vergessen... GotY der Herzen!

Gears of War 3 (360 2011): Gemeinsam mit Freunden ist die lange Kampagne herausragend, auch wenn hier und da etwas die Epik fehlte. "Horde" und die anderen kooperativen Modi sind ebenso gelungen, was natürlich auch für die Technik gilt (nur für weibliche Gesichter hat die Unreal Engine wohl zu wenig Östrogene). Die Story steckt leider etwas zurück und online gegen andere Spieler bricht in meinen Augen das Deckungsspielprinzip in sich zusammen. PvE Top, PvP Flop.

Section 8: Prejudice (XBLA 2011): Hätte diese spannende Mischung aus Halo, Tribes, Battlefield plus Tower Defense bloß 1% der CoD-Spielerschaft... Aber die Einstiegshürde ist leider recht hoch, außerdem bedarf die Steuerung etwas Eingewöhnungszeit. Und ein schwerer Bug in den Wochen nach dem Erscheinen half auch nicht. Trotzdem erlebt man mit Prejudice mit die befriedigendsten und abwechslungsreichsten Matches im Shooter-Genre. Multiplayer-Geheimtipp!

To the Moon (PC 2011): In feinster 16-Bit-JRPG-Optik ist To the Moon kein wirkliches Spiel, sondern eine interaktive Geschichte, dessen herzerweichende bis tränendrückende Handlung vor allem per Textboxen erzählt wird (Nier macht es oft auch so). Der geringe spielerische Gehalt ist wahrscheinlich gerade nötig, damit der Titel seine Wirkung entfalten kann - ob das auch bei Leuten gelingt, die nie ein 2D-Rollenspiel gespielt haben? Story-GotY!

Vanquish (360 2010): Wie mein Game of the Year 2010 Bayonetta landete es verspätet in der Xbox und begeisterte mich dann ähnlich. Nicht so abgedreht, aber die hektisch-komplexen Feuergefechte gefielen mir noch etwas besser als die Nahkämpfe in Platinums Hexenspiel. Dafür ist Vanquish leider nicht einmal halb so umfangreich (ich spiele nicht auf Highscores).

Warhammer 40.000: Space Marine (360 2011): Angesichts der Möglichkeiten der zugrundeliegenden Spielwelt kann man es durchaus als Enttäuschung bezeichnen - Umfang, Abwechslung und Technik können nicht wirklich mit Gears of War 3 mithalten, trotzdem bezeichnete ich Space Marine provokant als das bessere Gears . Denn die zünftige Mischung aus Fern- und Nahkampf ist brillant, auch der Multiplayer überzeugt trotz weniger Karten und Modi - wenn das Lag nicht zuschlägt.

Welche Spiele warum fehlen: Skyrim, weil ich den offiziellen Mod-Support abwarten wollte und zudem noch viele weitere Rollenspiele ungespielt herumliegen. The Witcher 2 schlummert in meiner GOG-Bibiothek, weil ich im Vorläufer gerade erst Wyzima erreichte. Battlefield 3, weil ich kein Gefühl für die Waffen dort bekomme. Batman: Arkham City habe ich bisher nicht gespielt (und weil es ein halbswegs aktueller Titel ist, verzichtete ich auf eine Nennung des sehr guten und erst 2011 gespielten Vorgängers Arkham Asylum; Red Dead Redemption zockte ich übrigens auch erst letztes Jahr - fantastische Landschaften). Bevor Deus Ex: Human Revolution vielleicht gekauft wird, möchte ich den legendären Erstling nachholen. Dark Souls fehlt, weil Etrian Odyssey mir offenbarte, dass ich nicht auf unbarmherzige Spiele stehe. Dead Space 2, weil ich vom Vorgänger nicht so begeistert war und bisher kaum spielte. Uncharted 3, weil ich keine Sony-Konsolen besitze. Leider keine Muße fand ich für Men of War: Allied Assault, Frozen Synapse, Minecraft oder Magicka. Bastion und Portal 2 interessierten mich nicht so und Deadly Premonition habe ich immer noch nicht richtig begonnen. Ghost Trick vom Grabbeltisch ist bisher "nur nett". Dann gibt es noch gefühlte 100 weitere Spiele aus Steam Sales und Indie Bundles...

Welche kommenden Spiele mich interessieren: Armored Core V (Multiplayer-Commander); Dead State ("Survival RPG" mit Zombies); Dragon's Dogma (Monster plätten); Hawken ("Mech Combat FPS"); Kingdoms of Amalur: Reckoning (das Beste aus allen Rollenspielen?); Spec Ops - The Line (taktisches Geballer?); Tomb Raider (düsterer Reboot?); XCOM: Enemy Unknown (a Blast from the Past?)

Jetzt noch ein paar Worte zu bemerkenswerten Serien und Filmen, die 2011 entweder erstmals oder in Deutschland erschienen.

Serien 2011: Unerwartete Qualitätseinbrüche gab es leider in der vierten Staffel von Fringe, der dritten von Misfits und der öden sechsten von Dexter - drei Flops des Jahres. Ebenso unerwartet, aber hervorragend ist Homeland, zusammen mit Game of Thrones mein Serienneustart 2011. Kernige Action erwartete mich in der zweiten Season von Strike Back. Breaking Bad hatte in der vierten Staffel auch ein paar Anlaufschwierigkeiten, erreichte dann aber wieder die gewohnte Meisterschaft. Und das düstere The Fades ist der Geheimtipp 2011. Nicht unerwähnt bleiben darf The Shield: Zwar schon ein paar Jahre alt, aber erst dieses Jahr von mir nachgeholt und bisher nie komplett im deutschen TV gelaufen - für mich eine der beste Serien aller Zeiten mit einem unvergleichlichen Ende (mittlerweile bezweifle ich, dass Dexter da mithalten können wird).

Filme 2011: Mein Film des Jahres ist Lars von Triers Melancholia, quasi zwei Filme in einem über die Leichtigkeit des Vergehens mit einer sphärischen Kirsten Dunst (Nicolas Winding Refns Drive startet hierzulande ja erst diesen Monat). Winter's Bone beeindruckte mit seltsamer Hinterwäldlersoziologie. Wer ist Hanna? hält das Tempo leider nicht immer durch, rast aber auch nicht auf der Überholspur, sondern leicht wahnsinnig auf dem Seitenstreifen. Trollhunter behandelt sein Thema mit detailverliebtem Ernst und ist dadurch umso unterhaltsamer. Die Dokumentationen Armadillo und Restrepo zeigen Abgründe des Krieges. Und Biutiful übertreibt zwar etwas, aber garantiert mindestens den Kloß im Hals. Nicht gesehen von den "großen Filmen" habe ich z.B. das "am Ende doch nur bildungsbürgerlich hochgejazztes Ohnsorg-Theater" The King's Speech, Black Swan und Der Gott des Gemetzels, der überall, nur nicht hier in die Kinos kam. Die typischen Blockbuster habe ich weitgehend gemieden oder waren meist stumpfes Entertainment (Tron: Legacy fand ich ganz unterhaltsam).

Freitag, 31. Dezember 2010

POLYGONaler Jahresabschluss [Update]

Polygon 2010

Bevor ich dann nachher Silvester boykottieren gehe, noch ad hoc mein Jahresrückblick. Auch wenn sich HomiSiteBlog nicht als reines Gaming-Blog versteht, so nehmen Bildschirmspiele doch genügend Platz hier ein, um einfach mal beim POLYGON mitzumachen - denn bei den Kategorien habe ich's einfach:

PC/Mac: Seit einigen Monaten besitze ich einen spieletauglichen Computer, aber genutzt habe ich ihn fürs Zocken aktueller Vollpreisspiele nicht.

PlayStation 3: Besitze ich nicht.

Xbox 360: Modern Warfare 2! Oh, das ist letztes Jahr erschienen? Naja, andere Leute zocken wegen WoW nix anderes, bei mir ist es fast wegen MW2 so. Alle großen Titel 2010 habe ich entweder aufgrund von Nichtinteresse ausgelassen (Mass Effect 2, Alan Wake, Assassin's Creed: Brotherhood), sind nach der Demo auf meiner Budget-Liste gelandet (Enslaved, Vanquish), will ich mal als Game-of-the-Year-Edition am PC spielen (Dragon Age: Origins) oder liegen unangetastet auf meinem "Pile of Shame" (Red Dead Redemption, Deadly Premonition ;-). Mein Co-Autor Damnlord hätte einen Großteil dieser Titel sicher genannt und die Koop-Kampagne von Halo: Reach war spaßig, aber ich nominiere jetzt nur ein einziges Spiel, das ich bis heute nicht einmal durchgespielt habe: Bayonetta! Weil es toll aussieht, verrückt, abgedreht und "easy to learn, hard to master" ist und ich Jeanne hasse.

Wii: Besitze ich nicht.

Eigenständiger Download-only-Titel (XBL/PSN/WiiWare/PC-Indie): Ich habe dieses Jahr ziemlich viele XBLA- und XBLIG-Spiele gespielt und auch bei manchen PC-Indies zugegriffen (the year of the bundles). Nur gespielt habe ich Hypetitel wie Frozen Synapse oder Minecraft kaum. Kam letzteres nicht eigentlich schon 2009 heraus? Aber wer kann das in unseren heutigen "Always Beta"-Zeiten schon wissen. Da könnte ich auch die 4.0 von AI War nennen, leider ebensowenig gezockt. BTW: Sonderpreis an Arcen Games für konstanten Patch-Output selbst über Weihnachten!
Wieviel Geld hat Minecraft jetzt eingespielt? Genau lässt es sich nicht sagen, da das Spiel am 20.12. in die Betaphase ging und der Preis damit auf 14,95 Euro angehoben wurde (Alphakäufer bekommen weiterhin "all future updates for free"). Während ich dies schreibe, haben 915.682 Leute Minecraft gekauft, davon 6.588 in den letzten 24 Stunden. Macht also einen Umsatz von mindestens 9,1 Millionen Euro! Glückwunsch!

Schlussendlich habe ich nur ein Download-only-Spiel gezockt, welches mich wirklich beeindruckt hat: LIMBO. Weil es aufgrund seiner archaischen Konventionalität erfrischend unkonventionell ist und audiovisuell tief beeindruckt.

DLC/AddOn: Die AI War-Expansions habe ich bisher nicht gespielt, den Rest wie kostenpflichtige Mappacks nominiere ich nicht. Also nenne ich einfach mal den "Spunky Cola Special"-DLC für Monday Night Combat, weswegen ich mir das Spiel überhaupt erst zulegte: Neue Maps, Spielmodi, Bugfixes etc. für umsonst!

Handheld/Mobil (iOS, DS, PSP, Android etc.): Keines der wenigen Spiele, die ich für meinen NDS dieses Jahr gekauft habe, sind auch 2010 erschienen.

Update: Die Gewinner des POLYGON 2010 wurden am 4. Januar bekanntgegeben. Nicht allzu viele Unterschiede zum Mainstream auf den vordersten Plätzen, aber über 40 Teilnehmer. Kritik an der Aktion gibt es auch, z.B. in den Kommentaren bei These Nerds.

Soviel dazu, jetzt noch kurz Serien und Filme:

Serien 2010: Flop des Jahres war The Event, weil nach dem Ende der "großen Serien" 24 und Lost (ächz, das Finale...) wohl ein Nachfolgehit am Reißbrett geplant werden sollte. Klischees über Klischees und ich wüsste kaum eine phantastische Serie der letzten Jahre, bei der nicht geklaut wurde - da helfen auch keine Hot Bad Bitch und D.B. Sweeney. Ebenfalls eher ernüchtert war ich von The Walking Dead, weil in der kurzen Zeit von nur sechs Folgen kaum eine Bindung zu den (zu) zahlreichen Charakteren aufgebaut werden konnte, die Serie aber oft darauf setzt. Aber hey, wann wurde so im TV gesplattert?

Famose Neustarts habe ich keine wahrgenommen, aber positiv überrascht wurde ich durch Fringe, dessen Ende von Staffel 2 und die bisherige Staffel 3 ungeahnte Qualitätsregionen erreicht - die Mythologie und die Charaktere sind dem Zuschauer mittlerweile vertraut und die Serie löst sich vom "Vorfall der Woche". Weiterhin ist die fünfte Staffel von Dexter die beste der Serie seit mindestens der dritten Season! Konstante Spannung, kein Leerlauf und glaubhafte Entwicklungen. Jetzt ein spektakulärer Serienabschluss mit Dexters Enttarnung in Staffel 6?

Filme 2010: Habe nicht viel gesehen und wie bei den Serien noch weniger darüber gebloggt. "Blockbuster des Jahres" ist Inception - auch wenn Christopher Nolan keine Schießereien inszenieren kann und das Filmplakat eigentlich den Zuschauer bescheißt. Komödie/Nerdfilm/Comicadaption (ohne die Vorlage zu kennen :-) des Jahres ist Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt.

Frohes Neues!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Wirre Weihnachtsgedanken

Zuletzt war in diesem Blog nicht so viel los, was sich zumindest in diesem Jahr auch nicht groß ändern wird. Aktiver weil weniger aufwändig bin ich in Twitter (siehe auch in der Seitenleiste); der Elektrische Reporter über "Microblogging: Leben in 140 Zeichen".

Was 2008 zuletzt u.a. angedacht war, aber nichts wurde:
  • Ein Artikel über Wertungsrevisionismus in GameStar. Sichtung der Quellen ist schon recht fortgeschritten, aber Struktur und tatsächlicher Inhalt nicht.
  • Eine Rezension zu Brad Andersons Film Transsiberian, dem ich bereits in Twitter wenig Gutes abgewinnen konnte. Klischeehaft und unglaubwürdig, zwei von fünf Punkte.
  • Vorstellungen der NDS-Spiele Lock's Quest und Soul Bubbles. Das erste ist ein Tower-Defense-Game, das zweite habe ich bisher nicht einmal angefangen (Grind That Authority findet's super).
  • Eine Betrachtung der recht neuen Videospielzeitschrift ConsolPLUS.
  • Ähnlich dem Bits und so-Adventskalender eine Vorstellung nützlicher, von mir mehr oder weniger täglich eingesetzter Windows-Programme. Kommt 2009 (natürlich nicht in Videoform).
Was mir gerade sonst noch einfällt:
  • Qwinn hat Version 3.0 seines "Ultimate WeiDU Fixpack" für Planescape: Torment veröffentlicht. Seine Mods "Unfinished Business" und "Tweak Pack" wurden ebenso aktualisiert.
  • Nach Umsatzproblemen scheint es studiVZ nicht mehr nötig zu haben, auf Feedback zu reagieren: URLs in Nachrichten werden immer noch durch Leerzeichen zerschossen und direkt verlinkte Bilder lassen sich ohne Anmeldung betrachten.
Ansonsten: Frohe Weihnachten und guten Rutsch!

PS: So, Xbox-360-Controller habe ich jetzt, nun fehlt noch die Konsole...

Samstag, 16. August 2008

"Bis hierher - und weiter" [Update]

Zeit Rekord

(Die Zeit, 31.07.2008, S. 27f.)

Der Jamaikaner Usain Bolt (21) gewann heute das olympische Finale im 100-Meter-Sprint mit einer Zeit von 9,69 Sekunden.

Update:
«Scharfe Kritik vor dem 200-Meter-Finale am Nachmittag in Peking: Der deutsche Leichtathlet Tobias Unger zieht die Leistung des Jamaikaners Usain Bolt in Zweifel.» (Spiegel Online)
Sehr interessant ist das SpOn-Interview mit dem ehemaligen Doping-Dealer Angel Heredia vom 11. August.

Und dann hat Usain Bolt im 200-Meter-Lauf auch Gold gewonnen, ebenfalls mit einem neuen Weltrekord von 19,30 (wurde sogar noch von 19,31 herabgesetzt; Michael Johnsons "ewige" 1996er Bestmarke lag bei 19,32). Immerhin musste Bolt dieses Rennen voll durchziehen und trudelte nicht wie noch auf den 100 Metern deutlich vor dem Ziel in Siegerpose aus. Eine Show zog er danach trotzdem ab: "I am number one! I AM number one!"

Samstag, 9. August 2008

Bodenschätze, Bodensätze

Seit einem Monat gibt es im Zeitschriftenhandel das PC Games Rollenspiel-Sonderheft ("100% WoW-frei!"), das zumindest eine recht nette Historie des Genres bietet. Wie im Magazin auch selbst erwähnt, gab es 1992 (!) bereits eine Spezialausgabe zum gleichen Thema, und dieses besaß ich - und tue es noch, glaube ich zumindest. Da mein geplanter Beitrag über Wertungsrevisionismus in GameStar von 1997 bis heute noch länger auf sich warten lassen wird, wollte ich zum Ausgleich die beiden Sonderhefte miteinander vergleichen und schauen, was sich in 16 Jahren so getan hat.

Dazu musste ich das alte Heft aber erst einmal wiederfinden; ich vermutete es irgendwo auf dem heimischen Dachboden, dessen Ordnung eine bildhafte Definition von Chaos sein könnte. So machte ich mich motiviert auf, ein wenig das Durcheinander zu lichten, was mir auch etwas gelang.

Transformers

Neben vielen zerdrückten Brettspielen *grrr* fand ich unter anderem Transformers Action Masters. Okay, richtig cool waren diese Figuren, die sich gar nicht verwandeln konnten ("echte" Transformers hatten wir keine), eigentlich nie und kamen meiner Erinnerung nach am Ende des Transformers-Hype nach Deutschland. Wir hatten sie damals auch nur gekauft, weil die Plastikroboter auf je fünf D-Mark reduziert waren!

Transformers

Nachdem die Transformers dann ordentlich verpackt waren, ging die Suche weiter. Das alte PC Games-Sonderheft hatte mich damals zusammen mit einer PowerPlay-Ausgabe über die besten Spiele von 1990 (solche Specials gab es in den 90ern noch regelmäßig) sehr geprägt, bevor meine bewusste Spielerlaufbahn jenseits des C64 SX-64 mit Play Time Nummer 9/93 begann. Jahre später, irgendwann nach dem Ende der Play Time 1995, hatte ich alle Hefte in einem Anfall von jugendlichem Leichtsinn - oder temporärer Emanzipation vom Zockerdasein - dem Müll überantwortet. Sicher der größe Fehler in meinem Nerd-Dasein...
Na ja, wie auch immer, das Rollenspiel-Sonderheft müsste noch erhalten sein, doch außer diversen Ausgaben von Mega Fun, Video Games, neXt Level, MAN!AC, PC Games und Game On! aus der Zeit um die Jahrtausendwende fand ich leider nichts weiter; zumindest eine Menge Exemplare von TOTAL! und N-Zone müssten auch noch irgendwo auf den Dachboden ihrer Wiederentdeckung entgegenharren.

MASK0MASK

Neben den Transformers gab es in den späten 80ern und frühen 90ern eine Menge Actionserien sowie dazugehörige Figuren, u.a. MASK. Hier konnten sich die Fahrzeuge verwandeln, während die menschlichen Helden komische Mehrzweckmasken aufgesetzt bekamen. Von MASK besaßen wir auch nichts - bis auf ein einzelnes Hörspiel. Die Audiokassette selbst ist mir nicht in die Hände gefallen - das beste bzw. (unfreiwillig) komischste Hörspiel ist eh Auf Schatzsuche am Kilimandscharo von Revell junior (ein durchaus treffender Verriss in der Hörspielhölle). Wenn das Urheberrecht in Deutschland nicht so knifflig wäre, würde ich es zum Download anbieten.

Man sollte überhaupt mehr Jugendhörspiele von "früher" hören, denn was da zum Teil aufgetischt wurde... Mir fällt hierzu auch gerade irgendeine TKKG-Episode ein - schon allein die einzelnen Folgentitel sind brilliant -, in der einer der vier Möchtegernspürnasen pädagogisch-platt verlautbaren lässt: "Wir können auch ohne Alkohol Spaß haben". Aber wir nicht ohne bei TKKG. Wie auch immer, ich habe den, äh, Umschlag der 1989er Kassette von MASK gefunden, dessen Texte allein schon unterhalten.

Steigen wir zuerst ein in die "Spielwelt von MASK":

MASK1

Ein aufwändig gestaltetes Diorama mit einigen MASK-Fahrzeugen, die sich die Kids nach dem Hören der Kassette natürlich sofort kaufen (lassen) sollen. Man beachte den laxen Umgang mit Kommaregeln, z.B. nach den "SUPER-Agenten", die durchaus doppelt gemoppelt für "Recht und Gerechtigkeit" kämpfen, wobei sie natürlich nicht für AIDS-Ausrottung, Menschenrechte in China oder Atomausstieg auftreten, sondern prägnanter als "Verteidiger der Erde". Wenn schon, denn schon!
Matt Trakkers "Helden" erleben dann natürlich "SUPER-Abenteuer", denn solche Agenten sind sie schließlich. Geheimagenten durchstehen Geheimabenteuer, Doppelagenten... äh... Na ja, wir können diese Erlebnisse nachspielen mit den abgebildeten "tollen Aktions-Fahrzeugen". Der Genetiv-Bindestrich ist zwar falsch, aber lustig hört sich das Wort trotzdem an. "Überall im Spielwarenhandel", lesen wir dann, gibt es "immer neuen" MASK-Abenteuer, die nicht nur super SUPER sind, sondern auch voller "Action" - in Form eines "farbigen Comic-Magazins". Wenn schon die Inhalte schwarz-weiß sind, sollten es zumindest nicht die Bilder sein.

Aber wer ist überhaupt MASK? Dies verrät folgender Scan (nein, der braune Dreck ist kein Kot, so schlecht war das Hörspiel bestimmt nicht):

MASK3

"Phantasie ist ihre Stärke"! Word! Die ganzen Aktionsfahrzeuge und Masken sind nur schnödes Beiwerk, eigentlich verteidigen sie die Erde mit ihrer Phantasie. So wie das IOC ganz fest an Besserungen in China durch die Olympischen Spiele glaubt(e). Damit soll man ja auch Berge versetzen können. Nun, unser "HELDEN-TEAM" ist insofern schlau und phantasievoll, als dass sie ihre geheime Basis "mitten auf unserem Planeten Erde" angelegt haben. So sparen sie schon Flugzeit im Gegensatz dazu, als wenn sie zum Beispiel auf dem Mond ihr Quartier aufgeschlagen hätten. Und wir lernen nebenbei auch, dass wir Menschen auf der Erde hausen, einem Planeten.

Zwar kämpfen die Agenten für Recht und Gerechtigkeit, aber Gleichberechtigung gehört noch nicht dazu, zumindest besteht das "unerschrockene Team" nur aus "mutigen Männern", die Bundeswehr-like zusammen leben. Aber jetzt wird's knallhart: Irgend jemand hat MASK beauftragt, die Erde vor der "Bedrohung des Bösen" zu schützen, "mit aller Kraft" - und natürlich Phantasie. Das Böse auf Erden hat bekanntlich einen Namen: VENOM! Dies ist kein Team, sondern eine "hinterlistige Mannschaft von trickreichen Doppelagenten", deren Boss den furcherregenden Namen Miles Mayhem trägt. Klingende Schurkennamen sind seit Lex Luthor en vogue, bei MASK ist man dann nur einen Buchstaben im Alphabet weitergegangen. Und während Miles Chaos ("Mayhem") verbreitet, ist ihm Matt auf den Fersen (Tracker/"Trakker").

VENOMs Ziel: Weltherrschaft "um jeden Preis", as usual. Blöd, dass MASK eben einen Verteidigungsauftrag hat, weswegen VENOM nun dieses mutige Team zu "überwinden" versucht. Solche Formulierungen gibt's heute doch gar nicht mehr, herrlich! Aber MASK wird sich nicht so einfach ausschalten lassen, denn Matt Trakker ist kein Faker, sondern ein "echter Teufelskerl, dem Recht und Gerechtigkeit über alles gehen". Müsste es nicht eher "geht" heißen [nein]? Auch der Satzbeginn ist zu stark verkürzt, aber im "Kampf gegen ihre bösen Gegenspieler" bleibt keine Zeit für Grammatik! Nun erfahren wir auch indirekt, warum es wohl keine Frauen bei MASK gibt, denn es kommen "alle erdenklichen modernen technischen Errungenschaften" zum Einsatz, auch Fahrzeuge. Das Klischee besagt ja: Frauen und Technik/Autos - dangerous. Aber am wichtigsten im Kampf gegen den "bösen Gegner" bleiben Mut, Entschlossenheit und natürlich Phantasie! Klingt wie das Ende des deutsches Intro von Xena : "Mit ihrer Kraft und ihrer Leidenschaft trotzte sie jeder Gefahr. Ihr Mut sollte die Welt verändern."

Zehn "Superaction-Hörspiel-Cassetten" gab es bis dato, und nie vergessen: "Phantasie ist ihre Stärke". Rechenaufgabe: MASK - Superaction + Spannung voller Phantasie = ?

MASK2

Anstatt die Erde zu verteidigen und auf der geheimen Basis zu leben, sind Trakker & Sohn in einem Zeltlager. Mit mehreren Lastwagen (für das Bier?). Für die "Superaction" sorgen bösartige Roboterkäfer, die neben Kommata auch Metall fressen - und bösartig sind.

Beim "Geheimdienst" hat wohl jemand besonders mitgedacht, als die Roteks entwickelt worden: Denn ohne "alle Waffensysteme" ist VENOM arm dran, da MASK schließlich die Phantasie besitzt!

Nun hat VENOM aber welche von den Metallkrabblern geklaut und erpresst "die ganze Welt"! Da das MASK-Team wohl im Zeltlager zuviel Bier konsumiert hat, muss Matts Nachwuchs Scotty/Scotti sich etwas einfallen lassen. Sein Roboter T-Bob kann ihm nicht helfen - "denn er ist ja aus Metall"...

Dienstag, 17. Juni 2008

As time goes by...

Heute bekam ich von MobyGames eine Mail:
«The company correction that you submitted on 29.01.2007 has been approved.» (Hervorhebung von mir)
Bedeutender: Der amerikanische Spezialeffektguru Stan Winston verstarb vor zwei Tagen im Alter von nur 62 Jahren an Krebs. Ein Nachruf zum Beispiel bei der Los Angeles Times.

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