Panorama - Die Doku-Soap

Am 29.10. lief die zweite Ausgabe von Panorama - Die Reporter, in die ich zufällig reingeschaltet hatte, nachdem die Pilotfolge Mitte Juli an mir vorbeigegangen war. Das Mutterformat Panorama war 1961 das erste politische Magazin im deutschen Fernsehen und berichtet heutzutage alle drei Wochen "pointiert und engagiert über soziale Missstände und politische Fehltritte". Leider schießt die Redaktion um Anja Reschke auch mal übers Ziel hinaus, reihte sich beispielsweise unrühmlich in das öffentlich-rechtliche Bashing gegen "Killerspiele" ein.
«Die Reihe "Panorama - Die Reporter" steht für einen ganz neuen Einblick in den Arbeitsalltag investigativer Journalisten. [...] Die Kamera ist immer dabei, wenn die Panorama-Reporter schwierige Aufgaben durchleben: hartnäckige Nachfragen, konfrontative Interviews und auch die Nervosität vor einem Einsatz mit verdeckter Kamera.»
Panorama - Die Reporter ist nun überspitzt formuliert eine Art Spin-off der Hauptsendung fürs "Unterschichtenfernsehen", nur dass es eben nicht bei den Privatsendern läuft. Neben den eigentlichen Themen stehen die recherchierenden Journalisten im Mittelpunkt. Wie in einer Doku-Soap werden die "Reporter" von mehreren Kameras bei ihren Nachforschungen begleitet, immer ganz auf unverstellten Realismus getrimmt: Das Bild wackelt manchmal, die Kameraleute filmen sich auch gegenseitig und der Journalist interagiert mit ihnen.

Hinter die Kulissen der sonst vorgefertigen, unpersönlichen TV-Beiträge zu schauen und die Anstrengungen der Macher zu sehen kann natürlich interessant sein, aber es wirkte auf mich oft plump, verstellt und effekthascherisch: Anja Reschke schreitet falschparkende Diplomatenautos ab und die Kameras wuseln wie Bienen um den Honig herum; die Reporterin winkt "aufgeregt" den Filmenden heran, damit der ein (verpixeltes) Namensschild aufnimmt...

In der Sendung kommen drei Themen und damit meist drei Reporter vor, dabei werden aber die einzelnen "Live"-Reportagen nicht nacheinander gebracht, sondern passend zur kurzen Aufmerksamkeitsspanne des gewünschten Zuschauerklientels mehrmals dazwischen hin- und hergezappt. Die Themen selbst waren auch nicht übermäßig interessant, da es mir eher wie Wiederkäuen von älteren Meldungen vorkam, die in der Redaktion herumschwirrten:
  • "Anleitung für Steuerhinterzieher - Deutsche Banken im Ausland" (im regulären Panorama zweitverwertet)
  • "Auf eigene Faust durch Afghanistan" (Deutscher Soldat tötete irrtümlich eine Familie und "[Stefan Buchen] will klären, ob die Menschen dort wirklich befriedet sind, nachdem die Bundeswehr eine Art Blutgeld gezahlt hatte".)
  • "Reschke recherchiert in Berlin" (Diplomatenimmunität; im Forum dazu ein interessanter Beitrag...)
Die aktuelle Ausgabe von Panorama - Die Reporter gibt es noch nicht online zu sehen (nur eine Video-Vorschau), aber die damals intensiv diskutierte Pilotfolge vom 17.07. findet sich hier.
Tim (Gast) am 2008-11-25 08:26

Panorama die Reporter

Ich finde die Sendung sehr gelungen, da passiet mal wieder was im ö/r Fernsehen. Wenn Sie die Hauptsendung einstellen würden verstünde ich die Kritik, sich aber dem 'Spin-off" so zu verwehren weil die Kamera wackelt man dem Reporter sieht wie er seine Arbeit macht, kann ich leider nicht verstehen. Es lebe der Mut beim NDR für eines neuen Format! Weiter so!

HomiSite am 2008-11-25 12:40

Ich kritiere ja nicht den reinen Umstand, dass die Kamera im Sinne eines "realistischen Approaches" wackelt, und den (vorgeblichen) Arbeitsalltag der Reporter zu sehen, ist an sich schon interessant.

Nur das Endergebnis ist in meinen Augen mehr gut gemeint als gemacht. Die äußere Form ist nicht wichtig für die Inhalte, soll diese teilweise wohl nur "spektakulärer" erscheinen lassen.

Vielleicht braucht so ein Format etwas Zeit zum Wachsen, aber es lagen nun einige Monate zwischen den beiden Sendungen.

PS: Der Blutgeld-Bericht lief nun auch im regulären Panorama.

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