Freitag, 6. April 2007

Panorama strikes back!

Tja, was anderes wäre auch überraschend gewesen! Nach dem (berechtigten!) Sturm der Entrüstung auf Panoramas letzten Beitrag zum Thema "Killerspiele" vollzog das Magazin gestern einen durchaus genialen Spin. Anja Reschke moderierte nämlich wie folgt an:
«Vor ein paar Wochen haben wir in Panorama über Killer-Computerspiele berichtet. Und die Frage, warum die brutalsten solcher Spiele eigentlich nicht verboten werden. Sie können sich nicht vorstellen, was nach der Sendung bei uns los war. Eine Flut von Zuschriften. Klar, werden Sie denken, schockierte Eltern, die gar nicht wussten, was ihre Kinder da so spielen. Von wegen. Sie kamen von Spielern. Oft wütende Spieler, die uns beschimpften. Bei vielen ist man erschrocken, wie wichtig diese Spiele für sie sind. Wie groß die Angst, solche Spiele könnte es nicht mehr geben. Thomas Berndt, Michael Cordero und Sonia Mayr haben sich deshalb noch mal mit Computerspielen beschäftigt. Aber diesmal mit der Sucht danach.»
Die Reaktionen der Spieler auf den älteren Panorama-Beitrag seien also quasi der Beweis für Spielesucht gewesen, von den eigenen Falschdarstellungen ist keine Rede (von einer Richtigstellung ganz zu schweigen).

Im Filmbeitrag "Spiel ohne Grenzen - wenn Computersucht die Kindheit zerstört" standen dann zwei Mütter mit ihren widerspenstigen Kindern Rede und Antwort: Die Eltern wiesen quasi jegliche Erziehungsverantwortung von sich, während die jugendlichen Zocker sich kontinuirlich vor der Kamera daneben benahmen... Christian Pfeiffer war natürlich auch wieder dabei, denn "wir wissen, je mehr die Kinder Computer spielen und je brutaler die Inhalte sind, umso schlechter fallen die Noten aus (...)." (Beitrag als PDF und Video)

Spielesucht ist ein wichtiges Thema - man denke nur an World of WarCraft -, aber dann bitte doch eine seriöse Behandlung und nicht für einen Schuss vor den Bug von Computerspielern missbrauchen.

Mittwoch, 21. März 2007

Kawumm! GRAW2 Impressions by Damnlord

Gegen 19:50 Uhr war es vollbracht - die Solokampagne des Taktik-Shooters Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 (GRAW2) war nach fünf Tagen durchgezockt.

Von der Präsentation und der Atmosphäre ist das Game eine absolute Wucht, immer wieder gibt es packende Highlights und Überraschungen. Da wäre zum Beispiel im ersten Spieldrittel folgende Szene:
Der Damnlord steht mit seinem Ghost-Team vor einem Tal und muss dieses durchqueren. Es gibt dort lediglich Schutt, diverse Baufahrzeuge und kleine Fertigungmaschinen - es ist ruhig, zu ruhig! Just als der Damnlord ins Tal hinabsteigt, ertönt ein lautes "Zisch", Sekundenbruchteile später brüllt ein Ghost "Mörserfeeeeuuuerr!" und die Hölle bricht los! Ich sprinte also durch dieses verdammte Tal, meine Ghosts hinterher - immer wieder schlagen die Mörsergranaten ein -, vor mir sehe ich einen abgewrackten Betonmischwagen: Hin und in Deckung gehen, aber nix da! Kurz bevor ich meine Deckung erreiche, wird diese mit einem lauten "Wumms" zerstört. Shit! Also weiter, MOVE, MOVE, MOVE! Auf einmal tauchen auf diesem infernalischen Schlachtfeld auch noch feindliche Soldaten auf und mitten im Getöse entbrennt dann ein Schusswechsel, der sich gewaschen hat. Ächz, unglaublich!
Im Verlauf des Spiels gibt es noch Dutzende solche Beispiele und das ist eine der großen Stärken von GRAW2.

Die Story weist dezentes 24-Niveau auf, Storywendungen inklusive. Leider ist der amerikanische Pathos ziemlich dick aufgetragen und für einen Nicht-Ami nur ganz schwer zu ertragen (Tom Clancy halt).

Ein großes Plus sind auch die Helikoptermissionen: Wenn ich mich hinter ein Bordgeschütz klemme und einfach so in die Massen reinbratze und eine Explosion die andere jagt, dann rockt das schon ziemlich!

Absolut genial ist, dass man nun mittels Knopfdruck auf die Helmkameras der Teammitglieder schalten und seine Ghosts dadurch direkt steuern kann. So sind z.B. Flankenläufe, Einkreisungen und Sperrfeuer ohne weiteres möglich. Wenn man zwei Teams gleichzeitig befehligen muss, ist es im Feuergefecht zwar manchmal recht fummelig, aber nach einer gewissen Zeit hat man es raus.
In den seltensten Fällen reagieren die Teammitglieder bockig und stehen irgendwo in der Pampa herum, anstatt einem den Rücken freizuhalten, aber das kam im gesamten Spielverlauf vielleicht dreimal vor.

Das waren jetzt in Kürze die markantesten Stärken, Grafik (geile Rauch- und Explosionseffekte) und Spielbarkeit sowie der von Black Hawk Down inspirierte Score sind ebenfalls über alle Zweifel erhaben - absolut Top!

Was war nicht so prall? Zunächst einmal die Spieldauer, ich habe vielleicht insgesamt acht Stunden zum Durchzocken gebraucht, da wäre mehr drin gewesen. Auch der Schwierigkeitsgrad war mir zu seicht, ich habe zwar auf "normal" gespielt, doch da bin ich vom Vorgänger mehr gefordert worden. Hinzukommt dass meine Kameraden die Drecksarbeit ohne eigenes Zutun (bis auf das Befehlen) erledigen können: Manchmal habe ich mich einfach in die Ecke gekauert und meine Ghosts die Arbeit für mich machen lassen - das finde ich nich ganz so toll ausbalanciert.
Auch vom letzten Level inklusive des Showdowns war ich enttäuscht. Zwar hat der Gegner noch einmal alles mobilisiert um mich aufzuhalten, aber irgendwie hatte ich das Gefühl hier fehlt etwas, besonders da man in den Levels zuvor immer wieder mit aufregenden Highlights gekickt wurde - da ist den Entwicklern auf der Zielgerade wohl etwas die Luft ausgegangen. Auch der Abspann war ein schlechter Witz, aber was soll's.

Im Endeffekt bin ich mit den hohen Wertungen vollends einverstanden (GamePro 89%, MAN!AC 90%), GRAW2 ist wie ein guter Blockbuster - laut und unterhaltsam, darauf kommt's an! [9/10]

Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 (Xbox 360)
Ubisoft/Ubisoft Paris 2007 | MobyGames | OGDb
Dies ist der erste Gastbeitrag von Damnlord a.k.a. Dämlord, der schon auf HomiSite.com zu manchem Kinofilm seine Eindrücke kundtat.

Montag, 19. März 2007

MTVIVA Zapping

Viel Musik läuft bei VIVA und MTV bekanntlich nicht mehr, zudem auch wenig abwechslungsreiches und vor allem viel schlechtes. Davon drei Beispiele:

Scooter - "Maria (I Like It Loud)"
Blondspargel H.P. Baxxter und seine Mannen malträtieren uns seit über zehn Jahren mit Magix Music Maker-Dumpftechno für die Dorfdiskos dieser Republik. Bei "Maria (I Like It Loud)" ist sogar ein muskelbepackter Doppelgänger von 50 Cent am Start und unterstützt Baxxters wie immer sehr erheiternde, debile Vocals - düp düp düp dü dü düp düp düp! Da kann man sich die mitgröhlenden Halbstarken beim Komasaufen richtig vorstellen.
Highlight des Videos ist aber Ralf Möller, deutsches Abziehbild von Arnie Schwarzenegger, der eine heiße, wenn auch etwas unbeholfende Sohle aufs Paket legt. Ist aber witzig. Bin schon auf das neue Single-Machwerk "Lass uns tanzen" (!) gespannt...

Avril Lavigne - "Girlfriend"
Okay, ich muss zugeben, dass ich ihre ersten beiden Alben hier herumstehen habe und auch als überwiegend gut hörbar erachte. Aber bei der Vorabsingle zum neuen Album ist von Weiterentwicklung so gar nix zu sehen, der Punk-Rockpop-Stil vergangener Tage wurde zugunsten einer belanglosen Teenie-Pop-Nummer mit peinlichem Refrain entsorgt.

Nevada Tan - "Revolution"
Die Frage, was nach Tokio Hotel kommt, ist beantwortet: "Newada Tann", sechs Jungs, die als deutsche Ausgabe von Linkin Park daherkommen und mit pseudo-deepen Texten baden gehen. Wenn man nicht singen, rocken und rappen kann, nützt alles zusammen auch nichts! Da hat es der DJ der Truppe schon richtig gemacht und tritt nur mit Wollmaske in Erscheinung.

Donnerstag, 15. März 2007

404

Wenn man ein Gefühl bekommen möchte, wie sich das Internet unwiderruflich verändert, sollte man mal alte Benutzerkonten überprüfen - das habe ich heute getan: Im Password-Manager meiner Wahl die Einträge durchgegangen und versucht, sich überall mit den gespeicherten Log-ins und Passwörtern anzumelden (schon interessant, wo ich mich im Laufe der Zeit überall registriert habe).

Viele Websites und Foren gab es gar nicht mehr oder führten jetzt zu völlig neuen Angeboten, anderswo waren meine Daten wegen Inaktivität längst gelöscht oder die URLs hatten sich komplett geändert. Manchmal klappte auch die Reaktivierung eines Accounts nicht - mal schauen, ob da Mails im Spam-Filter gelandet sind...

Mittwoch, 7. März 2007

Hyrule befreit! Das Fazit...

Das war es also, das angeblich beste Zelda aller Zeiten - knapp 55 Stunden habe ich gespielt. Alle Geisterseelen habe ich nicht gesammelt (Rubine...), ebenso fehlen mir zwei Herzcontainer, aber ansonsten habe ich die allermeisten optionalen Dinge erledigt.

Wie ich schon im zweiten Teil meiner Spieleindrücke schrieb, ist Twilight Princess zumindest für einen erfahrenen Zelda-Spieler nicht der unumstritten beste Teil der Reihe. Das Spiel ist ohne Frage sehr gut, hat manch genialen Moment und bietet vor allem eine überragende Spielbarkeit, das alles jedoch auf Kosten der Komplexität und Innovation.

Die teils wunderschön designte Spielwelt wird nicht ausgenutzt, es gibt keine richtigen Nebenquests und wenige interessante NPCs. Einige Örtlichkeiten wirken irgendwie leer und nutzen ihr Potential nicht aus (auch die eigentlich vor Leben pulsierende Hyrule-Stadt). Ein realistischeres, erwachseneres Zelda ist Twilight Princess aufgrund des Grafikstils, aber die Handlung spiegelt dies kaum wieder. Generell bleibt die Geschichte über lange Zeit im Hintergrund, die Bedrohung Hyrules durch die unbekannten Schattenwesen scheint fast nur Link und Midna zu interessieren.

Twilight Princess ist wie ein Edelstein, den man zu sehr geschliffen hat. Oft geht es nur sehr linear voran, gegen Ende muss man viele, zumeist leichte Kämpfe innerhalb von auftauchenden Energiebarrieren bestreiten. Es gibt keine Masken, keine frei bespielbaren Musikinstrumente, keine Zaubersprüche oder magische Energie, keine Schleicheinlagen und man kann gegnerische Waffen nicht benutzen (The Wind Waker). Das Spiel funktioniert auch ohne diese Features hervorragend und ist vom "Flow" vielleicht sogar der beste Teil, aber als Zelda-Veteran hat man zunehmend das Gefühl, es fehlt irgend etwas, da muss doch noch mehr kommen (das Gegenteil ist der Fall, das Spiel wird gegen Ende schwächer).

Ein erfahrener Spieler der Zelda-Reihe, der auf große Herausforderungen oder eine glaubwürdigere, lebendigere Spielwelt gehofft hat, mag - wie ich - etwas enttäuscht sein (8/10), für sich betrachtet ist Twilight Princess nichtsdestotrotz ein hervorragendes Action-Adventure.
[9/10]

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