Netzweit

Samstag, 15. November 2008

Ein LINKEr sperrt Wikipedia.de [Update]

Wikipedia

Mehr Information bei Golem.de und heise online.

Mittlerweile erklärte Lutz Heilmann, dass es "keine weiteren juristischen Schritte gegen Wikipedia" geben werde (Golem.de, heise online).

Mittwoch, 7. Mai 2008

Social Networking mit CD WOW!

Vor einiger Zeit hatte ich zum ersten Mal The Legend of Zelda: Link's Awakening gespielt und plante einen Vergleich mit dem 14 Jahre jüngeren Phantom Hourglass-Ableger, welcher sicher bald in meinen Händen wäre, denn der End of Level Boss wies am 27. Februar auf eine 24-Stunden-Sonderaktion bei CD WOW! hin.

Doch sollte ich mehr als ein Stundenglas beim Warten auf die Sendung brauchen und am Ende mein Spiel sich gar als Phantom entpuppen...

Die Bestellung lief ohne Probleme: Eine Registrierung bei CD WOW! - früher absoluter Geheimtipp für spottbillige CDs - war nicht nötig, ich konnte die 19,99 € bequem per giropay zahlen (abgewickelt über Paynova) und bekam eine Versandbestätigung am 29. Februar; CD WOW! versendet weltweit versandkostenfrei aus Hongkong, weswegen die Lieferzeit fünf bis sieben Werktage beträgt. Im Nachhinein fiel mir zwar ein, dass ich wahrscheinlich nicht die deutsche Version bekommen würde, aber das war mir relativ egal (leider bietet CD WOW! keine Versionsangaben zu den angebotenen Titeln).

Am 12. März hatte ich noch kein Spiel, also eine Mail an den Support geschickt. Noch am selben Tag meldete sich Johanna bei mir und stellte fest, "dass viele unserer Bestellungen mit dem Versanddatum noch nicht bei unseren Kunden eingetroffen sind." Der Zoll habe meine Ware wohl länger aufgehalten und ich möge doch noch bitte vier bis fünf Tage Geduld haben. Kein Ding!

Am 19. März ging dann meine nächste Mail an CD WOW! raus und ich bekam erneut sofort Antwort, nun von Sarah. Der Zoll habe die Ware erst am Dienstag freigegeben, die daher in ein bis zwei Werktagen da sein sollte - ein "absoluter Einzelfall". Immerhin muss neben der schnellen Reaktion auch der Tonfall des Supports gelobt werden: "Lassen Sie mich wissen, wenn ich sonst noch etwas für Sie tun kann."

Und das tat ich am 27. März. Wie gewohnt unmittelbare Antwort - aber nun plötzlich aus England und von Craig: "Can we please ask you to kindly write back in English, if possible [...]." Hm...

Wie auch immer, ich umriss kurz das Geschehen und Jacob zeigte sich am 29. März betroffen: "[...] sorry to hear you are still yet to receive your order - it really should have reached you by now." Indeed!
Obwohl ich meine Adresse in der vorherigen Mail angegeben hatte, sollte ich sie noch einmal mitteilen. Auf meine Frage in derselben Mail, warum ich denn nun plötzlich Englisch schreiben müsse, hieß es: "Also like to inform you that at present we have our customer service only in english." Aha.

Am 31. März informierte mich Ersin dann, dass eine Ersatzlieferung auf den Weg gebracht wird, die auch am 3. April versandt wurde. Angekommen ist aber nie etwas, weswegen ich dezent "pissed" am 29. April CD WOW! mitteilte, dass Link immer noch nicht meinen DS besucht hat.
Kim war sofort "very sorry to hear you have not received the replacement either." Die Firmenpolitik ließe aber nur eine Ersatzlieferung zu (sonst könnte in der Tat jeder dauernd behaupten, nichts erhalten zu haben). Es werde also eine Rücküberweisung geben, die am 5. Mai auch ausgeführt wurde.

Und gestern Abend las ich, dass der End of Level Boss das Gleiche erlebt hat...

PS: Sofern CD WOW! wirklich beide Male die Spiele versandt hat: Ich hoffe die betroffenen Zollbeamten oder Postboten hatten viel Spaß mit Phantom Hourglass.

Mittwoch, 9. April 2008

Drei Meldungen [Update II]

1. Heise online meldet, dass der "Weg frei für Auskunftsanspruch gegen Internetprovider bei Urheberrechtsverletzungen" sei:
«Kern des Vorhabens ist es, einen Auskunftsanspruch gegen an Rechtsverletzungen unbeteiligte Dritte wie Internetprovider zu schaffen. Damit soll es einfacher werden, die Identität von möglichen Rechtsverletzern etwa in Tauschbörsen aufzudecken. Über die entsprechende Herausgabe von hinter einer IP-Adresse stehenden Nutzerdaten muss gemäß dem Entwurf ein Richter entscheiden. Gegen diese Auflage hatten Musik- und Filmindustrie sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei einer parlamentarischen Anhörung protestiert.» (Hervorhebung von mir)
Gulli bringt es auf den Punkt: "Bundestag schafft Freiwild für die Content-Industrie. [...] Im Gesamten betrachtet, ein Meisterwerk der Lobby."

Update: Wie erwartet wurde am 11.04. der Gesetzentwurf zur "Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums" vom Bundestag beschlossen (Pressemitteilung mit anschaulichen Beispielen); wenn der Bundesrat demnächst zustimmt, kann das Gesetzt bereits im Sommer diesen Jahres in Kraft treten. Neben dem Richtervorbehalt bei IP-Auskünften wurde immerhin eine Deckelung der Abmahngebühren beim ersten Urheberverstoß auf 100 Euro festgelegt. Es scheint aber einige schwammige Formulierungen zu geben, heise online und Golem.de bieten ausführliche Übersichten zum Gesetzesinhalt und zu Politikeraussagen.

Update II: Golem.de berichtet am 30.04. über ein thematisch verwandtes Urteil des Landgerichts Offenburg, welches faktisch den nötigen Gerichtsbeschluss bei Herausgabe von Providerdaten an Staatsanwaltschaft und Polizei negiert. 3DCenter kommentiert:
«Da die staatlichen Ermittler aber in typischen Filesharing-Fällen die IP-Adresse schließlich schon in der Hand haben und dafür dann "nur" noch den Kundenamen wollen, handelt es sich hier um einen Zugriff auf Bestandsdaten - und die sind wie gesagt mit der neuen Gesetzeslage nicht besonders geschützt. In der Summe gibt es somit einen Richtervorbehalt bei staatlicher Anforderung von Personendaten zu einer IP-Adresse nicht mehr. Technisch hat das Gericht hier sicherlich absolut recht, der Fehler ist anscheinend bei der Gesetzgebung passiert - wenn das ganze nicht womöglich sogar Absicht war. In jedem Fall konterkariert nun aber der aktuelle Gesetzestext die eigentliche Zielsetzung des Gesetzes in Datenschutzfragen, wonach zu Zeiten der Gesetzgebung ganz klar die Rede von einem Richtervorbehalt in solchen Fällen war.»
2. Spiegel Online berichtet von einer möglichen Abschaffung der Synchronisierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, was aber in meinen Ohren nicht besonders plausibel klingt:
«Wenn es nach dem Willen des Europaparlaments geht, sollen Fernsehfilme in Deutschland bald im Original und mit Untertiteln gezeigt werden. Selbst die "Tagesschau" wäre betroffen.»
3. Damit hätte wohl keiner gerechnet! Wie Golem.de ausführt, wird die "Wertgrenze für zollfreie Warensendungen deutlich erhöht":
«Einkäufe in Onlineshops von Ländern außerhalb der EU dürften ab Ende 2008 einfacher werden. Das Bundesfinanzministerium weist auf eine Anhebung der Wertobergrenze für zollfreie Kleinsendungen von 22,- auf 150,- Euro hin.»

Mittwoch, 2. April 2008

Bakschisch: OOXML wird ISO-Standard [Update II]

Wie heise online aufgrund der offiziellen ISO-Pressemitteilung meldet, wird Microsofts neues Dokumentenformat "Office Open XML", kurz OOXML, zum ISO-Standard erhoben - neben dem "Open Document Format" (ODF), das bereits 2006 von der ISO standardisiert wurde! Wer braucht bitte zwei Formate?! Ein wenig dämpft Heise Microsofts Jubel, trotzdem ist das Lobbyziel erreicht:
«Ein Großteil der Arbeit steht für Microsoft aber noch aus. So haben 36 Länder und Standardisierungsorganisationen ihrem abschließenden Votum bei der ISO-Endrunde zur OOXML-Standardisierung erneut umfangreiche technische Kommentare hinzugefügt, die von Microsoft noch zu berücksichtigen sind. Der Konzern wird nicht umhinkommen, für die voraussichtliche erste Implementierung des "neuen" OOXML das bisherige Office-Standardspeicherformat gründlich umzubauen.»
Bemerkenswert sind die zahlreichen Unregelmäßigkeiten im Abstimmungsverfahren, die eine massive Einflussnahme Microsofts auf die stimmberechtigten Länder nahelegen. Die Kampagnenseite NoOOXML ist entsprechend wütend über das Ergebnis und listet die vielen Merkwürdigkeiten auf, Groklaw geht auf das Abstimmungsgemauschel einiger Länder noch ausführlicher ein, z.B. jüngst Deutschland (!), Kroatien und die Philippinen. Besonders lächerlich sind diese Wahlmodalitäten! Bei Groklaw findet sich auch eine umfassende Materialsammlung zum Thema, u.a. eine Chonologie. In Norwegen wurde gar formaler Protest gegen die Ja-Stimme des skandinavischen Landes eingelegt.

Microsoft Money, Money, Money...

Update: Die ISO scheint nun gemerkt zu haben, dass zwei Standards für dieselbe Sache zu haben nicht so prall ist, weswegen auf lange Sicht ODF und OOXML "harmonisiert" werden sollen, wie heise online meldet. Dazu werden erst einmal ordentlich Arbeitsgruppen gegründet - durch die ganze Organisation steigt eigentlich kaum einer mehr durch (siehe hier und hier für Kommentare zu den ISO-Plänen).
Die c't 9/08 fasst die bisherigen Ereignisse zusammen und bilanziert pragmatisch:
«Nach wie vor hat man bei Bürosuiten die Wahl zwischen Anwendungen, die auf das unvollständig spezifizierte ODF setzen, und auf der anderen Seite Microsoft Office für Windows, das momentan und wohl auf absehbare Zeit als einziges Produkt OOXML und per Add-ins auch ODF unterstützt. Für die Interoperabilität zwischen den Suiten verschiedener Anbieter dürfte die angesehene ISO-Anerkennung von OOXML also ohne Auswirkungen bleiben, abgesehen von absehbaren Patches für Microsoft Office 2007 sowie die Compatibility Packs zu dessen Vorgängerversionen. Außer Spesen nichts gewesen.»
Update II: Wie heise online am 30. Mai meldet, haben nach Südafrika nun auch Brasilien und Indien Einspruch gegen die ISO-Zertifzierung von OOXML eingelegt - das erste Mail, dass dies im ISO-Gremium für Dokumentenformate passierte...

Freitag, 4. Mai 2007

Wir müssen draußenbleiben... [Update]

Wir müssen draußenbleiben I

Wie Xbox-Produkt-Manager Boris Schneider-Johne in seinem bekannten Blog schreibt, wird Microsoft mit dem nächsten "Dashboard"-Update für die Xbox 360 endgültig "Marketplace"-Downloads aus dem Ausland unterbinden; Grund sind wie immer Lizenzrechts- und Jugendschutzfragen (Update von BSJ: "Im wesentlichen sind also nur indizierte Spiele und die unlizensierten Filmdownloads betroffen"). Dumm nur, dass das Download-Angebot für Deutsche eher mager ist und man außerdem in Zukunft gezwungen sein wird, sich lokalisierte Versionen von Spielen zu kaufen, wenn man zusätzliche Online-Inhalte nutzen möchte (dann kann man aber eventuell nur mit deutschen Mitspielern über Xbox Live spielen, wenn die Games für den hiesigen Markt "angepasst" wurden und dadurch international inkompatibel sind).
Und dass es in Deutschland keine praktikablen Möglichkeiten gibt, nicht-jugendfreie Inhalte online anzubieten, ist natürlich Quatsch (Stichwort Identitätsprüfung via PostIdent), auch wenn "Doc Bobo" etwas anderes behauptet. Immerhin habe aber das Deutschsein als Xbox-Live-Kunde auch ein paar, äh, gute Seiten...

Wir müssen draußenbleiben II

Das Pandora Internet Radio, mit welchem man dank Musikanalysen dem eigenen Geschmack entsprechende Lieder entdecken und anhören konnte, muss aus Lizenzrechtsgründen Nutzer, die nicht aus den USA stammen, per IP-Check aussperren:
«We are deeply, deeply sorry to say that due to licensing constraints, we can no longer allow access to Pandora for most listeners located outside of the U.S. We will continue to work diligently to realize the vision of a truly global Pandora, but for the time being we are required to restrict its use. We are very sad to have to do this, but there is no other alternative.»
Mit anonymen Proxy-Servern (z.B. Proxy List oder Web-Proxys bei Privax) gelingt der Zugriff noch, außerdem gibt es auch andere vergleichbare Angebote.

Michael & Truth

Wer die letzten Tage öffentlich-rechtliche Kulturmagazine auf ARD oder BR geschaut (oder ZEIT online gelesen) hat, wird sicher einen herumgereichten Beitrag über den linken US-Filmemacher Michael Moore mitbekommen haben. In dem neuen Dokumentarfilm Manufacturing Dissent von Debbie Melnyk und Rick Caine werden Moores Methoden untersucht, die bei näherer Betrachtung manipulativer und wahrheitsverdrehender als bisher angenommen sind; der in Deutschland sehr beliebte Moore kam bereits 2005 wegen angeblicher Doppelzüngigkeit ins Gerede. Bowling for Columbine bleibt trotzdem ein toller Film, auch wenn man ihn und Moores weiteren Output jetzt noch differenzierter betrachten muss...

Donnerstag, 15. März 2007

404

Wenn man ein Gefühl bekommen möchte, wie sich das Internet unwiderruflich verändert, sollte man mal alte Benutzerkonten überprüfen - das habe ich heute getan: Im Password-Manager meiner Wahl die Einträge durchgegangen und versucht, sich überall mit den gespeicherten Log-ins und Passwörtern anzumelden (schon interessant, wo ich mich im Laufe der Zeit überall registriert habe).

Viele Websites und Foren gab es gar nicht mehr oder führten jetzt zu völlig neuen Angeboten, anderswo waren meine Daten wegen Inaktivität längst gelöscht oder die URLs hatten sich komplett geändert. Manchmal klappte auch die Reaktivierung eines Accounts nicht - mal schauen, ob da Mails im Spam-Filter gelandet sind...

Donnerstag, 4. Januar 2007

Masters of the new Year!

Frohes Neujahr erstmal!

Dank The Formless One habe ich kürzlich "Unemployed Skeletor's video blog of evil" bei YouTube kennengelernt, ein sehr amüsantes Vlog, in dem sich der arbeitslose und übergewichtige Skeletor - bekanntlich Oberschurke bei den Masters of the Universe - seit April 2006 über He-Man und andere Dinge auslässt.
Nicht alle der mittlerweile über 40 Ausgaben sind hervorragend, auch lässt die Tonqualität und Kameraführung manchmal zu wünschen übrig, aber allein "Skellys" Stimme ist das Ansehen aller der meisten Folgen wert!
Hinter der Maske steckt Kevin Conn, ein 31jähriger Stehaufkomiker aus den USA, der auch ein Blog und eine MySpace-Seite hat.

PS: Um die Flash-Filme von YouTube & Co. lokal zu speichern, bietet sich KeepVid o.ä. an.

PPS: MySpace sucks!

Sonntag, 15. Oktober 2006

Nachtrag

Google - YouTube
(c't, 10/2006)

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