Sonntag, 30. Oktober 2011

Venetica

Venetica ist ein sympathisches, überwiegend schönes und gut spielbares Action-Adventure aus Deutschland irgendwo zwischen Fable und Zelda. Dank vieler Nebenquests habe ich 25 Stunden in der phantastischen Interpretation des alten Venedigs verbracht, paradoxerweise kann es jedoch umfänglich eigentlich nicht mit vorgenannten Titeln mithalten. Der Budgetunterschied zu internationalen Produktionen ist jederzeit bemerkbar, trotzdem ist es eindrucksvoll, was das recht kleine Team von Deck 13 (Ankh) auf die Beine gestellt hat. Ausführliche Eindrücke habe ich mehrfach im Forum von YiYa.de niedergeschrieben (als "DocTriv").

Venetica (PC/360)
Dtp/Deck13 2009/2010 | MobyGames | OGDb
Director: Jan Klose
Producer: Achim Heidelauf

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ein Brief Deiner Tochter

Da ich meine Notizen zum erzählerisch faszinierenden Action-Adventure Nier wohl nicht so bald zu einem Text und damit zur Forsetzung dieses Artikels formen werde, hier ein Brief, der an die herumreisende Spielerfigur geschickt wird.
«Lieber Papa,

ich hoffe, du bist wohlauf. Mir geht es gut hier, obwohl ich mich manchmal etwas einsam fühle. Aber wenn das passiert, schaue ich einfach in den Himmel und frage mich, ob er bei dir wohl die gleiche Farbe hat. Dann geht es mir in der Regel besser.

Erkälte dich nicht, okay?

Yonah»

Dienstag, 18. Oktober 2011

Steven Spielberg vs. Science Fiction

Die beiden großen TV-Neustarts 2011 des - abgesehen von Vampiren oder ähnlichem - eher darbenden Phantastikgenres waren Falling Skies und Terra Nova. Bei beiden Serien fungiert neben einem Heer weiterer Produzenten Steven Spielberg als Executive Producer. Ich weiß nicht, wie sehr er im Tagesgeschäft involviert ist, aber sein Name ist das Aushängeschild. Und deswegen mache ich ihn dafür verantwortlich, dass sowohl Falling Skies als auch Terra Nova ziemliche Enttäuschungen sind.

Mir scheint, der berühmte Regisseur ist mit den Jahren nicht nur altersmilde, sondern auch zahnlos geworden. Durch Funkgeräte ersetzte Pistolen bei E.T. sind da nur ein Indiz. Die beiden erwähnten Serien hatten interessante Konzepte: Falling Skies spielt nach der Besetzung der Erde durch Aliens und handelt von einer Widerstandszelle. Bei Terra Nova ist unser Planet am Ende, weswegen der Menschheit ein Neustart ermöglicht werden soll, 85 Millionen Jahre in der Vergangenheit. Und dann kam Spielberg an Bord und empfahl: "Wir brauchen mehr emotionale Ankerpunte für den Mainstream - wir bauen jeweils eine zentrale Familie ein!" Die Schöpfer der beiden Serien dachten sich daraufhin: "Das ist doch total dumm, 08/15-Drama, nervige Kinder, Überväter." Aber so etwas sagt man offenbar keiner Regielegende und deshalb wurden aus zwei vielversprechenden Science-Fiction-Shows verkappte Familienserien, garniert mit Klischees und altbekannten Plots.

Vielleicht war es nicht so, aber die Familien- und Spielbergparallelen sind leider ebenso unübersehbar wie die Mittelmäßigkeit der beiden Serien.

Donnerstag, 22. September 2011

Movie Tweets

Dark Remains = klischeehafter, einfallsloser und öder Wannabe-Horrorfilm.

King of the Hill (2007): Anfixender Beginn, aber schöne Landschaft + dumme Protagonisten erschweren das Mitfiebern, als es gefährlich wird.

Lake Mungo (2008): Statische und (zu) handlungsarme Fake-Doku über Trauer, Familiengeheimnisse, Fotos, Wahrnehmung und Geister.

Martyrs (2008): Selbst mit unvorteilhafter größerer Gruppe phasenweise keine entlastenden Zwischenrufe. Must-See! Diese Franzosen...

Handlung + Titel des staubtrockenen Mystery-Kriegsfilms Operation Desert (2008) ergeben wenig Sinn. Lakonisch, hypnotisch oder langweilig?

Rubber = Abgedreht ("no reason"), im Kern recht konventionell.

Wozu ein an sich gelungener Spannungsaufbau, wenn der durch die Eingangsszene bereits vorab untergraben wird?! Salvage (2009), solide.

The Keep (1983): Nazis, Nebel, Gegenlicht. Gabriel Byrne als Major Kaempffer (!), Ian McKellen overactet. Tangerine Dream. Dämonen. Wirr.

The Tree of Life: Malick wagt sich an die ganz großen Fragen und kommt durch Selbstzweck-Symbolismus etwas vom Weg ab. Deshalb sehenswert.

Trollhunter (2010): Found-Footage-Film, Norwegen-Niemandsland, tolle Trolle. Der Mittelteil nach überraschendem Tonfallwechsel ist famos!

Valhalla Rising (2009): Mads Mikkelsen, einäugig, stumm. Krieger, Christen, Kreuzzug. Wikinger, Wallfahrt, Wahnsinn. Pushende Bildgewalt.

Donnerstag, 15. September 2011

Parasiten-Mörder

«Ich hatte einen sehr beunruhigenden Traum letzte Nacht. Ich träumte, dass ich mit einem sehr seltsamen Mann Sex habe. Dieser Mann macht mir ganz schön zu schaffen, weil... er fast tot ist. Er ist alt. Und ich finde ihn richtig abstoßend, weil er so ekelhaft stinkt. Aber dann erzählt er mir, dass... alles erotisch ist. Alles mit Sex zu tun hat. Verstehst du, was ich meine? Er erklärt mir, dass sogar altes Fleisch erotisches Fleisch ist. Dass eine Krankheit nichts anderes ist als die Liebe zweier fremder Organismen zueinander. Dass sogar der Tod in irgendeiner Art Erotik bedeutet. Dass Reden... Sex ist. Dass selbst das Atmen Sex ist. Dass jede physische Existenz eine Form von Sex darstellt. Und ich glaube ihm... und wir machen Liebe miteinander und es ist wunderschön.»
Parasiten-Mörder | Shivers
CDN 1975 | IMDb | OFDb
Regie: David Cronenberg
Buch: David Cronenberg
Darsteller: Paul Hampton, Joe Silver, Lynn Lowry, Allan Kolman, Susan Petrie, Barbara Steele, Ronald Mlodzik, Barry Baldaro u.a.

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