Netzweit

Freitag, 2. Juli 2010

RapidShare: "So flexibel und günstig wie nie"? [Update IV]

Der bekannte One-Click-Filehoster RapidShare hatte zum 29. Juni sein Produkt- und Zahlungsmodell umgestellt. Doch am 6. Juli wurde bereits kräftig zurückgerudert (und die alten News gelöscht) - "RapidShare hört zu und handelt: Ein Paket für alle User":
«In Folge der Umstellung unseres Produkt- und Preismodells in den vergangenen Tagen haben wir von unseren Usern intensives Feedback erhalten. Darunter waren auch positive Rückmeldungen, aber wir sind ehrlich: Die meisten Antworten waren negativ. Mit unseren Änderungen haben wir viele User verunsichert. Das ist natürlich keine Absicht gewesen. Denn unser Ziel ist es ein System einzuführen, das den Nutzern mehr Flexibilität bietet. Wir sind aber froh über jede Rückmeldung unserer Kunden, denn nur so wissen wir, was unsere User wirklich wollen. Deswegen haben wir unser Angebot noch einmal grundlegend überarbeitet und deutlich einfacher gemacht.»
Mehr zum neuen Paket namens "RapidPro" siehe weiter unten!

1. Das alte neue Modell

Statt den bisherigen vier Zeitpaketen mit einheitlichem Speicherplatz und Downloadvolumen gibt es nun eine Metawährung namens "Rapids", die für fünf Hosting-Pakete mit unterschiedlichen Storage- und Traffic-Kontigenten ausgegeben werden können:

RapidShare02

Vorbei also die Zeiten, wo man als Inhaber eines Premium-Accounts pauschal bis zu 50 GB Speicherplatz und pro Kalendertag 5 GB Traffic zum Herunterladen bekam, der sich bis 25 GB addierte. Ungenutztes Downloadvolumen verfällt im neuen System. Die Rapids selber können zu folgenden Konditionen erworben werden:

RapidShare01

Im alten System kosteten...
  • 30 Tage 6,99 € (23 Ct./Tag)
  • 90 Tage 16,99 € (19 Ct./Tag => 17% Ersparnis)
  • 180 Tage 29,99 € (17 Ct./Tag => 26% Ersparnis)
  • 365 Tage 54,99 € (15 Ct./Tag => 34% Ersparnis)
Je höher die Laufzeit, desto größer war die Ersparnis. Bei den neuen Prepaid-Aufladungen fällt dies leider weg. Bei 400 Punkten zahlt man 1,25 Ct. pro Rapid, ansonsten sind es immer 1 Ct. pro Rapid. Die kleinsten Pakete lohnen sich also in beiden Preismodellen nicht. Es gibt auch keine nennenswerten Boni für teurere Pakete; für 1 Rapid erhält man zwischen 0,25 und 0,27 GB Traffic. Wenn man die alten und neuen Preise nun auf Traffic-GB herunterbricht und vergleicht, ist das neue System etwas teurer: 90 Tage mit je 5 GB kosteten früher 16,99 € bzw. 19 Ct./Tag, das vergleichbare "RapidMedium"-Paket schlägt im selben Zeitraun mit 18 € bzw. 20 Ct./Tag zu Buche (wenn man 1.000 oder mehr Rapids erwirbt).

1.1. Umstellungen

Komplett weggefallen sind zum 1. Juli auch RapidDonations und TrafficShare sowie das Prämienprogramm RapidPoints. Am 18. Juni hieß es dazu: "Das Unternehmen reagiert damit auf Behauptungen, wonach das Prämienprogramm eine Belohnung für das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte darstelle." Die angesammelten Punkte lassen sich noch bis zum 6. Juli in Rapids umwandeln, jedoch zu starren Kursen:
«5.000 Free-RapidPoints und 5.000 Premium-RapidPoints entsprechen 600 Rapids, 50.000 Free-RapidPoints und 50.000 Premium-RapidPoints ergeben 6.000 Rapids.»
Ich habe diese ganzen Sachen nie genutzt oder verstanden :-), sitze aber jetzt auf uneinlösbaren 19.000 Free RapidPoints und 3.000 Premium RapidPoints [die mittlerweile verfallen sind]. Man kann auch seine Premiumpunkte in freie umwandeln, doch der Sinn entzieht sich mir.
[Zehn Tage nach einer Mail mit kritischen Fragen an RapidShare wurde mir überraschend die Gutschrift von 1.200 Rapids mitgeteilt, was quasi der Quote der ursprünglich möglichen Umwandlung entspricht.]

Ansonsten wurden die Accounts so umgestellt:
«Pro Resttag eines Premium Accounts werden dem Nutzer 20 Rapids gutgeschrieben. Beträgt die Restlaufzeit eines Premium Accounts beispielsweise 10 Tage, erhält der User 200 Rapids. Jedes GB TrafficShare wird in 5 Rapids umgewandelt.»
1.2. Kleingedrucktes

Das neue System ist offensichtlich flexibler und erweitert zudem die Obergrenzen für Speicherplatz und täglichen Download-Traffic. Laut der News-Meldung vom 25. Juni [nicht mehr verfügbar] lässt sich beliebig zwischen den Paketen wechseln, aber die Änderungen sollten erst am nächsten Tag gelten. Jedoch waren damit nur Downgrades gemeint! Tief im teilweise noch veralteten FAQ steht: "RapidShare wird Ihren Account automatisch hochstufen sobald wir bemerken das Sie mehr Speicherplatz oder Traffic benötigen."

RapidShare hat aber bereits Anpassungen vorgenommen und schreibt in einer etwas unklaren News-Meldung vom 1. Juli [nicht mehr verfügbar]: "Ab sofort können unsere Kunden auch von einem automatischen Paket-Downgrade nach Wunsch profitieren." In den Einstellungen findet sich dazu noch nichts und das FAQ schreibt weiterhin einzig von manuellem Rückstufen. Generell erfolgt ein Downgrade immer um 24:00 Uhr (MEZ). Und ein "Upgrade führt zudem dazu, dass die nächste Abbuchung von Rapids erst wieder nach 24 Stunden stattfindet".

Außerdem lassen sich nun die Minimal- und Maximalpakete festlegen. Bis zum 1. Juli (?) konnte man auch das "RapidFree"-Paket auswählen, wodurch keine laufenden Kosten anfallen würden, ohne dass man seinen Account verliert. Dies ist jetzt weggefallen - es sei denn, es verbirgt sich unter der Option "Kleinstmögliche Paket", was nicht der Fall zu sein scheint. Rapidshare führt mittlerweile im FAQ aus: "Das Minimum-Paket wird automatisch von unserem System am Ende der Abrechnungsperiode von 25 [?] Stunden gewählt."
In den Einstellungen kann der Benutzer sich über den Zustand von Traffic und Storage informieren und auch sehen, wann die nächste Abrechnung erfolgt und wie lange das Rapid-Guthaben für die einzelnen Pakete ausreichen würde.

Die Einführung von "Lizenzmanager" und "Lizenzmanager+" soll die Möglichkeit bieten, eigene Produkte wie Musik oder Programme via RapidShare zu verkaufen. Die Rapid-Währung könnte generell in Sachen eBusiness Potential haben. Ob Uploader nun deutlich schlechter gestellt sind, möchte ich hinsichtlich der Preise verneinen (das weggefallene RapidPoints-Programm außer Acht lassend); beim Downgrade muss man aber den genutzen Speicherplatz im Auge behalten, um Datenverlust zu vermeiden. Auch ohne Hosting-Paket lassen sich weiterhin Daten speichern, die nach 60 Tagen ohne Download gelöscht werden.

1.3. Fazit

Eine Menge Änderungen, die anscheinend einige Verärgerung im Internet ausgelöst hat (auf jeden Fall ist das Support-Team mit Anfragen überlastet). Sicher ist die Umstellung nicht gut gelöst worden, da vieles unklar oder gar nicht kommuniziert wurde (bspw. wohl AGB-Änderungen). Auch wurde das Preismodell von einer (unechten) Flatrate in einen etwas zu komplizierten Volumentarif verändert. Sollte das nachgebesserte automatische Up- und Downgrading jedoch fair und verlässlich funktionieren, könnte ich auch mit dem Fehlen des RapidFree-Pakets und der dezenten Preiserhöhung leben: Nach der automatischen Umstellung meines 90-Tage-Accounts würde mein Rapid-Guthaben im Medium-Paket 166 Tage, im Small-Paket, welches ich eh hauptsächlich nutzen würde, ganze 830 Tage reichen.

2. Das neue neue Modell

Mit der eingangs zitierten News-Meldung, die auch per Mail an die User ging, wird deutlich, dass bei RapidShare Panik um die Vormachtstellung im heiß umkämpften Filehoster-Markt ausgebrochen sein muss. Die Reaktion: Eine Mischung aus den bisherigen Systemen! An den Rapids und deren Kosten wird festgehalten, aber es gibt wieder nur noch ein Paket: "RapidPro".

Für den Preis von 99 Rapids (= 99 Ct. bzw. 3,3 Ct./Tag) erhält man für 30 Tage 10 GB Speicherplatz und 30 GB Downloadvolumen,was sich jederzeit erweitern lässt:
  • 1 GB mehr Storage = 2 Rapids/30 Tage (geschieht automatisch, s.u.)
  • 5 GB mehr Traffic = 14 Rapids (keine Nachlässe, wenn mehr als 5 GB erworben werden; momentan bis 100 GB in 5er-Schritten auf einmal möglich)
In den Einstellungen sind die neuen Optionen "Automatische RapidPro-Verlängerung" (für 30 Tage) sowie "Automatischer Traffic-Kauf" standardmäßig aktiviert; die Konditionen der letzteren Option sind noch nicht bekannt, wahrscheinlich in 5-GB-Schritten.
«Traffic kann unbegrenzt angesammelt werden und bleibt auch gültig, wenn es in dieser Rechnungsperiode von 30 Tagen nicht genutzt wird und RapidPro auch nicht erneuert wird. Der übrige Traffic kann dann wieder genutzt werden, wenn Sie RapidPro wieder aktivieren. Der übriggebliebene Traffic wird dann einfach Ihrem neuen Traffic hinzugefügt.»
Wollen Uploader gespeicherte Daten bei mehr als 10 GB Storage online erhalten, müssen sie die Option "Keep files forever" aktivieren, denn dann...
«[...] wird ihr Storage ganz automatisch an ihr Datenvolumen angepasst. Am ersten Tag einer neuen Abrechnungsperiode wird Ihr aktueller Storage gemessen und mit Rapids verrechnet.»
Prinzipiell entspricht RapidPro dem alten RapidSmall-Paket, außer dass es eben auf einen Schlag 30 GB gibt. Im Direktvergleich ist RapidPro 21 Cent je Monat billiger, worauf auch RapidShare hinweist. Um das klassische 90-Tage-Paket (s.o.) zu errreichen, müsste man pro Monat 40 GB Storage (= 80 Ct.) und 120 GB Traffic (= 3,36 €) hinzukaufen, was bei drei Monaten Gesamtkosten von 15,45 € oder etwas mehr als 17 Ct./Tag ergibt. Günstiger als die früheren 16,99 € bei zusätzlicher flexiblen Traffic-Nutzung! Die alten Langzeittarife mit 180 und 365 Tagen Laufzeit (s.o.) wären nun etwas teurer: Knapp 1 € mehr für 6 Monate, aber immerhin knapp 7 € für ein Jahr. Jedoch gab es im alten System bekanntlich die 25-GB-Obergrenze, wodurch sicher viel Traffic ungenutzt verfiel.

2.1. Fazit

Das neue System scheint für Downloader sehr attraktiv. Von einer Traffic-Maximalgrenze pro Tag ist noch nichts bekannt und gleichzeitig ist aus RapidShares Perspektive die neue Flexibilität gerade so "unübersichtlich" - obwohl jederzeit das Restvolumen eingesehen werden kann -, dass User vielleicht öfters (automatisch) Traffic hinzubuchen werden, ohne Geld für ungewollte Storage-Upgrades ausgeben zu müssen. 99 Ct./Monat für 30 GB sind auf jeden Fall ein Kampfpreis (ohne die Konkurrenzmodelle zu kennen :-).

Uploader bekommen von Haus aus zwar deutlich weniger Speicherplatz, dieser wird jedoch preiswert an die Erfordernisse angepasst (2 Ct. pro 1 GB/30 Tage). Wie übersichtlich dies jedoch angezeigt wird, weiß ich nicht. Im FileManager und Uploader taucht übrigens noch/wieder TrafficShare auf...

Wie die Funktionen der alten höherpreisigen Hosting-Pakete (Verifizierung, Lizenzmanager etc.) ins jetzige System eingebaut werden, soll "in Kürze verfügbar" sein. Nach der Aktualisierung des FAQ konnte ich dort auch keine fiesen Stolpersteine entdecken. Was für ein großes Hin und Her!

[Mittlerweile kann man Rapids auch an "Freunde" senden, sofern man dessen Public-ID kennt. Mal sehen, ob das noch weiter zu einem Bezahlmodell aufgebaut wird. Weiterhin kann man das Log der Rapid-Transaktionen einsehen.]

PS: Ich habe diesen abartig langen Text nun größtenteils umsonst geschrieben - danke, RS...

Samstag, 28. November 2009

Facebook und Twitter LIVE

Seit dem 17. November können Gold-Mitglieder von Xbox LIVE Facebook und Twitter nutzen, zu finden im Dashboard unter "Meine Community". Wie z.B. der Avatar-Editor sind dies separate Anwendungen, es erfolgen also keine Systembenachrichtigungen über neue Tweets.

Facebook

Nach der einmaligen Installation benötigt die Facebook-Anwendung runde 15 Sekunden zum Laden und Abrufen der Daten. Grundlegenden Funktionen werden unterstützt: Statusmeldungen abgeben, Neuigkeiten von Freunden beantworten und bewerten, Fotos betrachten und Profile ansehen (es scheinen aber nicht alle Angaben angezeigt zu werden, z.B. Interessen fehlen); das eigene Profil lässt sich nicht aktualisieren. Einträge mit Links oder Videos werden zwar angezeigt, sind aber natürlich jeweils nicht aufruf- oder abspielbar. Zumindest eingebettete YouTube-Videos hätte Microsoft durchaus unterstützen können, zumal beide Anwendungen erst ab 18 Jahren freigegeben sind. Facebooks Nachrichtenfunktion ist nicht integriert, immerhin sind die eigenen Listen ("News-Feeds") eingebaut. Als Besonderheit lässt sich der Gamertag mit dem Facebook-Namen verbinden und auf diese Weise auch nach Freunden suchen.
«Facebook und Xbox LIVE kooperieren miteinander, um es Xbox LIVE Goldmitgliedern zu ermöglichen, mit ihrer Xbox 360 auf Facebook zuzugreifen. Sie können ihren Freunden mitteilen, was sie gerade machen, ihren Status einsehen, gemeinsam Fotos ansehen, und, und, und. Und zwar direkt auf dem Fernseher!»
Twitter

Im Gegensatz zur Facebook-App wird Twitter nicht installiert und ist beinahe sofort geladen und kann genauso schnell beendet werden. Seltsamerweise muss man den Login mit Knopfdruck bestätigen - bei Facebook geschieht die Anmeldung automatisch. Es dauert dann unter fünf Sekunden, bis Tweets angezeigt werden: Auf die letzten 49 Tweets der Timeline wird zugegriffen, bei DMs, Mentions etc. sind es jeweils die letzten 25. Auf der Hauptseite sieht man den aktuellsten eigene Tweet sowie die vier neuesten Einträge seiner Timeline. Leider stehen jedem Tweet nur ein auf drei Zeilen fix begrenzter Bereich zur Verfügung - längere Einträge muss man also extra aufrufen, kann dort immerhin per Steuerkreuz durch die Nachrichten schalten. Es wäre sicher kein Problem gewesen, dynamisch den Platz an die Länge der verschiedenen Tweets anzupassen!

Ansonsten gibt es an weitergehenden Funktionen "Suchen" und "Themen Trends", in den Profilen anderer Benutzer werden deren Following und Follower angezeigt, man kann Direktmitteilungen verschicken und auch das Verfolgen kündigen - ungünstig als "Verf. von [Name] aufh." bezeichnet (das "aufh." fällt weg, wenn der Username zu lang ist).

Twitters neues Retweeting und die Listen werden nicht unterstützt, natürlich auch keine Links oder Bilder (wäre eine Anzeige von TwitPic-Bildern so schwer?). Mentions ("@") und Hashtags ("#") in Tweets lassen sich leider nicht direkt aufrufen.
«Xbox LIVE Goldmitglieder können zukünftig direkt über ihre Xbox 360 twittern! Sie können eigene News posten oder die Tweets ihrer Freunde abonnieren, um so immer auf dem Laufenden zu sein. Alles ganz easy und bequem … von der Couch aus.»
Fazit

Wer nicht konstant seinen Computer am Laufen hat oder kein Internet-fähiges Smartphone besitzt, dem dürften die beiden Anwendungen durchaus nützen, um sich schnell über Neuigkeiten zu informieren oder gar krampfig seinen Status durchzugeben. Natürlich wiegt das Fehlen einer WWW-Anbindung schwer (Videos, Links...), auch das Verwalten der eigenen Accounts ist nur am Computer möglich. Ich bin gespannt, ob v.a. die Twitter-Anwendung an neueste Entwicklungen angepasst werden wird. Bisher ungenutzt wurde ein möglicher Zugriff auf die Daten der Xbox 360, um bspw. einfach einen Tweet über aktuelle Spiele oder erreichte Erfolge zusammenklicken zu können.

Samstag, 15. November 2008

Ein LINKEr sperrt Wikipedia.de [Update]

Wikipedia

Mehr Information bei Golem.de und heise online.

Mittlerweile erklärte Lutz Heilmann, dass es "keine weiteren juristischen Schritte gegen Wikipedia" geben werde (Golem.de, heise online).

Mittwoch, 7. Mai 2008

Social Networking mit CD WOW!

Vor einiger Zeit hatte ich zum ersten Mal The Legend of Zelda: Link's Awakening gespielt und plante einen Vergleich mit dem 14 Jahre jüngeren Phantom Hourglass-Ableger, welcher sicher bald in meinen Händen wäre, denn der End of Level Boss wies am 27. Februar auf eine 24-Stunden-Sonderaktion bei CD WOW! hin. Doch sollte ich mehr als ein Stundenglas beim Warten auf die Sendung brauchen und am Ende mein Spiel sich gar als Phantom entpuppen...

Die Bestellung lief ohne Probleme: Eine Registrierung bei CD WOW! - früher absoluter Geheimtipp für spottbillige CDs - war nicht nötig, ich konnte die 19,99 € bequem per giropay zahlen (abgewickelt über Paynova) und bekam eine Versandbestätigung am 29. Februar; CD WOW! versendet weltweit versandkostenfrei aus Hongkong, weswegen die Lieferzeit fünf bis sieben Werktage beträgt. Im Nachhinein fiel mir zwar ein, dass ich wahrscheinlich nicht die deutsche Version bekommen würde, aber das war mir relativ egal (leider bietet CD WOW! keine Versionsangaben zu den angebotenen Titeln).

Am 12. März hatte ich noch kein Spiel, also eine Mail an den Support geschickt. Noch am selben Tag meldete sich Johanna bei mir und stellte fest, "dass viele unserer Bestellungen mit dem Versanddatum noch nicht bei unseren Kunden eingetroffen sind." Der Zoll habe meine Ware wohl länger aufgehalten und ich möge doch noch bitte vier bis fünf Tage Geduld haben. Kein Ding!

Am 19. März ging dann meine nächste Mail an CD WOW! raus und ich bekam erneut sofort Antwort, nun von Sarah. Der Zoll habe die Ware erst am Dienstag freigegeben, die daher in ein bis zwei Werktagen da sein sollte - ein "absoluter Einzelfall". Immerhin muss neben der schnellen Reaktion auch der Tonfall des Supports gelobt werden: "Lassen Sie mich wissen, wenn ich sonst noch etwas für Sie tun kann."

Und das tat ich am 27. März. Wie gewohnt unmittelbare Antwort - aber nun plötzlich aus England und von Craig: "Can we please ask you to kindly write back in English, if possible [...]." Hm...

Wie auch immer, ich umriss kurz das Geschehen und Jacob zeigte sich am 29. März betroffen: "[...] sorry to hear you are still yet to receive your order - it really should have reached you by now." Indeed! Obwohl ich meine Adresse in der vorherigen Mail angegeben hatte, sollte ich sie noch einmal mitteilen. Auf meine Frage in derselben Mail, warum ich denn nun plötzlich Englisch schreiben müsse, hieß es: "Also like to inform you that at present we have our customer service only in english." Aha.

Am 31. März informierte mich Ersin dann, dass eine Ersatzlieferung auf den Weg gebracht wird, die auch am 3. April versandt wurde. Angekommen ist aber nie etwas, weswegen ich dezent "pissed" am 29. April CD WOW! mitteilte, dass Link immer noch nicht meinen DS besucht hat.

Kim war sofort "very sorry to hear you have not received the replacement either." Die Firmenpolitik ließe aber nur eine Ersatzlieferung zu (sonst könnte in der Tat jeder dauernd behaupten, nichts erhalten zu haben). Es werde also eine Rücküberweisung geben, die am 5. Mai auch ausgeführt wurde.

Und gestern Abend las ich, dass der End of Level Boss das Gleiche erlebt hat...

PS: Sofern CD WOW! wirklich beide Male die Spiele versandt hat: Ich hoffe die betroffenen Zollbeamten oder Postboten hatten viel Spaß mit Phantom Hourglass.

Mittwoch, 9. April 2008

Drei Meldungen [Update II]

1. Heise online meldet, dass der "Weg frei für Auskunftsanspruch gegen Internetprovider bei Urheberrechtsverletzungen" sei:
«Kern des Vorhabens ist es, einen Auskunftsanspruch gegen an Rechtsverletzungen unbeteiligte Dritte wie Internetprovider zu schaffen. Damit soll es einfacher werden, die Identität von möglichen Rechtsverletzern etwa in Tauschbörsen aufzudecken. Über die entsprechende Herausgabe von hinter einer IP-Adresse stehenden Nutzerdaten muss gemäß dem Entwurf ein Richter entscheiden. Gegen diese Auflage hatten Musik- und Filmindustrie sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei einer parlamentarischen Anhörung protestiert.» (Hervorhebung von mir)
Gulli bringt es auf den Punkt: "Bundestag schafft Freiwild für die Content-Industrie. [...] Im Gesamten betrachtet, ein Meisterwerk der Lobby."

Update: Wie erwartet wurde am 11.04. der Gesetzentwurf zur "Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums" vom Bundestag beschlossen (Pressemitteilung mit anschaulichen Beispielen); wenn der Bundesrat demnächst zustimmt, kann das Gesetzt bereits im Sommer diesen Jahres in Kraft treten. Neben dem Richtervorbehalt bei IP-Auskünften wurde immerhin eine Deckelung der Abmahngebühren beim ersten Urheberverstoß auf 100 Euro festgelegt. Es scheint aber einige schwammige Formulierungen zu geben, heise online und Golem.de bieten ausführliche Übersichten zum Gesetzesinhalt und zu Politikeraussagen.

Update II: Golem.de berichtet am 30.04. über ein thematisch verwandtes Urteil des Landgerichts Offenburg, welches faktisch den nötigen Gerichtsbeschluss bei Herausgabe von Providerdaten an Staatsanwaltschaft und Polizei negiert. 3DCenter kommentiert:
«Da die staatlichen Ermittler aber in typischen Filesharing-Fällen die IP-Adresse schließlich schon in der Hand haben und dafür dann "nur" noch den Kundenamen wollen, handelt es sich hier um einen Zugriff auf Bestandsdaten - und die sind wie gesagt mit der neuen Gesetzeslage nicht besonders geschützt. In der Summe gibt es somit einen Richtervorbehalt bei staatlicher Anforderung von Personendaten zu einer IP-Adresse nicht mehr. Technisch hat das Gericht hier sicherlich absolut recht, der Fehler ist anscheinend bei der Gesetzgebung passiert - wenn das ganze nicht womöglich sogar Absicht war. In jedem Fall konterkariert nun aber der aktuelle Gesetzestext die eigentliche Zielsetzung des Gesetzes in Datenschutzfragen, wonach zu Zeiten der Gesetzgebung ganz klar die Rede von einem Richtervorbehalt in solchen Fällen war.»
2. Spiegel Online berichtet von einer möglichen Abschaffung der Synchronisierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, was aber in meinen Ohren nicht besonders plausibel klingt:
«Wenn es nach dem Willen des Europaparlaments geht, sollen Fernsehfilme in Deutschland bald im Original und mit Untertiteln gezeigt werden. Selbst die "Tagesschau" wäre betroffen.»
3. Damit hätte wohl keiner gerechnet! Wie Golem.de ausführt, wird die "Wertgrenze für zollfreie Warensendungen deutlich erhöht":
«Einkäufe in Onlineshops von Ländern außerhalb der EU dürften ab Ende 2008 einfacher werden. Das Bundesfinanzministerium weist auf eine Anhebung der Wertobergrenze für zollfreie Kleinsendungen von 22,- auf 150,- Euro hin.»

Mittwoch, 2. April 2008

Bakschisch: OOXML wird ISO-Standard [Update II]

Wie heise online aufgrund der offiziellen ISO-Pressemitteilung meldet, wird Microsofts neues Dokumentenformat "Office Open XML", kurz OOXML, zum ISO-Standard erhoben - neben dem "Open Document Format" (ODF), das bereits 2006 von der ISO standardisiert wurde! Wer braucht bitte zwei Formate?! Ein wenig dämpft Heise Microsofts Jubel, trotzdem ist das Lobbyziel erreicht:
«Ein Großteil der Arbeit steht für Microsoft aber noch aus. So haben 36 Länder und Standardisierungsorganisationen ihrem abschließenden Votum bei der ISO-Endrunde zur OOXML-Standardisierung erneut umfangreiche technische Kommentare hinzugefügt, die von Microsoft noch zu berücksichtigen sind. Der Konzern wird nicht umhinkommen, für die voraussichtliche erste Implementierung des "neuen" OOXML das bisherige Office-Standardspeicherformat gründlich umzubauen.»
Bemerkenswert sind die zahlreichen Unregelmäßigkeiten im Abstimmungsverfahren, die eine massive Einflussnahme Microsofts auf die stimmberechtigten Länder nahelegen. Die Kampagnenseite NoOOXML ist entsprechend wütend über das Ergebnis und listet die vielen Merkwürdigkeiten auf, Groklaw geht auf das Abstimmungsgemauschel einiger Länder noch ausführlicher ein, z.B. jüngst Deutschland (!), Kroatien und die Philippinen. Besonders lächerlich sind diese Wahlmodalitäten! Bei Groklaw findet sich auch eine umfassende Materialsammlung zum Thema, u.a. eine Chonologie. In Norwegen wurde gar formaler Protest gegen die Ja-Stimme des skandinavischen Landes eingelegt.

Microsoft Money, Money, Money...

Update: Die ISO scheint nun gemerkt zu haben, dass zwei Standards für dieselbe Sache zu haben nicht so prall ist, weswegen auf lange Sicht ODF und OOXML "harmonisiert" werden sollen, wie heise online meldet. Dazu werden erst einmal ordentlich Arbeitsgruppen gegründet - durch die ganze Organisation steigt eigentlich kaum einer mehr durch (siehe hier und hier für Kommentare zu den ISO-Plänen).
Die c't 9/08 fasst die bisherigen Ereignisse zusammen und bilanziert pragmatisch:
«Nach wie vor hat man bei Bürosuiten die Wahl zwischen Anwendungen, die auf das unvollständig spezifizierte ODF setzen, und auf der anderen Seite Microsoft Office für Windows, das momentan und wohl auf absehbare Zeit als einziges Produkt OOXML und per Add-ins auch ODF unterstützt. Für die Interoperabilität zwischen den Suiten verschiedener Anbieter dürfte die angesehene ISO-Anerkennung von OOXML also ohne Auswirkungen bleiben, abgesehen von absehbaren Patches für Microsoft Office 2007 sowie die Compatibility Packs zu dessen Vorgängerversionen. Außer Spesen nichts gewesen.»
Update II: Wie heise online am 30. Mai meldet, haben nach Südafrika nun auch Brasilien und Indien Einspruch gegen die ISO-Zertifzierung von OOXML eingelegt - das erste Mail, dass dies im ISO-Gremium für Dokumentenformate passierte...

Freitag, 4. Mai 2007

Wir müssen draußenbleiben... [Update]

Wir müssen draußenbleiben I

Wie Xbox-Produkt-Manager Boris Schneider-Johne in seinem bekannten Blog schreibt, wird Microsoft mit dem nächsten "Dashboard"-Update für die Xbox 360 endgültig "Marketplace"-Downloads aus dem Ausland unterbinden; Grund sind wie immer Lizenzrechts- und Jugendschutzfragen (Update von BSJ: "Im wesentlichen sind also nur indizierte Spiele und die unlizensierten Filmdownloads betroffen"). Dumm nur, dass das Download-Angebot für Deutsche eher mager ist und man außerdem in Zukunft gezwungen sein wird, sich lokalisierte Versionen von Spielen zu kaufen, wenn man zusätzliche Online-Inhalte nutzen möchte (dann kann man aber eventuell nur mit deutschen Mitspielern über Xbox Live spielen, wenn die Games für den hiesigen Markt "angepasst" wurden und dadurch international inkompatibel sind).
Und dass es in Deutschland keine praktikablen Möglichkeiten gibt, nicht-jugendfreie Inhalte online anzubieten, ist natürlich Quatsch (Stichwort Identitätsprüfung via PostIdent), auch wenn "Doc Bobo" etwas anderes behauptet. Immerhin habe aber das Deutschsein als Xbox-Live-Kunde auch ein paar, äh, gute Seiten...

Wir müssen draußenbleiben II

Das Pandora Internet Radio, mit welchem man dank Musikanalysen dem eigenen Geschmack entsprechende Lieder entdecken und anhören konnte, muss aus Lizenzrechtsgründen Nutzer, die nicht aus den USA stammen, per IP-Check aussperren:
«We are deeply, deeply sorry to say that due to licensing constraints, we can no longer allow access to Pandora for most listeners located outside of the U.S. We will continue to work diligently to realize the vision of a truly global Pandora, but for the time being we are required to restrict its use. We are very sad to have to do this, but there is no other alternative.»
Mit anonymen Proxy-Servern (z.B. Proxy List oder Web-Proxys bei Privax) gelingt der Zugriff noch, außerdem gibt es auch andere vergleichbare Angebote.

Michael & Truth

Wer die letzten Tage öffentlich-rechtliche Kulturmagazine auf ARD oder BR geschaut (oder ZEIT online gelesen) hat, wird sicher einen herumgereichten Beitrag über den linken US-Filmemacher Michael Moore mitbekommen haben. In dem neuen Dokumentarfilm Manufacturing Dissent von Debbie Melnyk und Rick Caine werden Moores Methoden untersucht, die bei näherer Betrachtung manipulativer und wahrheitsverdrehender als bisher angenommen sind; der in Deutschland sehr beliebte Moore kam bereits 2005 wegen angeblicher Doppelzüngigkeit ins Gerede. Bowling for Columbine bleibt trotzdem ein toller Film, auch wenn man ihn und Moores weiteren Output jetzt noch differenzierter betrachten muss...

Donnerstag, 15. März 2007

404

Wenn man ein Gefühl bekommen möchte, wie sich das Internet unwiderruflich verändert, sollte man mal alte Benutzerkonten überprüfen - das habe ich heute getan: Im Password-Manager meiner Wahl die Einträge durchgegangen und versucht, sich überall mit den gespeicherten Log-ins und Passwörtern anzumelden (schon interessant, wo ich mich im Laufe der Zeit überall registriert habe).

Viele Websites und Foren gab es gar nicht mehr oder führten jetzt zu völlig neuen Angeboten, anderswo waren meine Daten wegen Inaktivität längst gelöscht oder die URLs hatten sich komplett geändert. Manchmal klappte auch die Reaktivierung eines Accounts nicht - mal schauen, ob da Mails im Spam-Filter gelandet sind...

Donnerstag, 4. Januar 2007

Masters of the new Year!

Frohes Neujahr erstmal!

Dank The Formless One habe ich kürzlich "Unemployed Skeletor's video blog of evil" bei YouTube kennengelernt, ein sehr amüsantes Vlog, in dem sich der arbeitslose und übergewichtige Skeletor - bekanntlich Oberschurke bei den Masters of the Universe - seit April 2006 über He-Man und andere Dinge auslässt.
Nicht alle der mittlerweile über 40 Ausgaben sind hervorragend, auch lässt die Tonqualität und Kameraführung manchmal zu wünschen übrig, aber allein "Skellys" Stimme ist das Ansehen aller der meisten Folgen wert!
Hinter der Maske steckt Kevin Conn, ein 31jähriger Stehaufkomiker aus den USA, der auch ein Blog und eine MySpace-Seite hat.

PS: Um die Flash-Filme von YouTube & Co. lokal zu speichern, bietet sich KeepVid o.ä. an.

PPS: MySpace sucks!

Sonntag, 15. Oktober 2006

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Google - YouTube
(c't, 10/2006)

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