Sonntag, 26. Februar 2012

Spartacus so far: Vengeance

Zur Halbzeit der regulären zweiten Spartacus-Staffel lasse ich diese Revue passieren - Spoiler!

2.01-2.04

Ich tat mich bisher schwer mit der zweiten Spartacus-Staffel (Untertitel: Vengeance), die im Schatten des an Krebs verstorbenen Originaldarstellers Andy Whitfield steht. Als Ersatz wurde der zwar nicht unähnliche Liam McIntyre gefunden, aber dessen Ausstrahlungskraft lässt leider weiterhin zu wünschen übrig. Er kann noch so rauh sprechen und versuchen, aufpeitschende Reden zu schwingen: Hinter dem Drei-Tage-Bart ist er eher ein durchtrainierter Büroangesteller, der gegen die Ausdrucksstärke seiner Mitstreiter wie Crixus (auch wenn der manchmal wie ein schauspielender Neandertaler wirkt :-) keine Chance hat.

Es gab aus der ersten Staffel Blood and Sand und dem Prequel Gods of the Arena noch einige offene Rechnungen und Enden, aber gleichzeitig die erzählerische Herausforderung, dass Spartacus und seine aufständischen Sklaven nun auf der Flucht sind. Die Serie zog bisher sehr viel ihrer narrativen Kraft aus der Abgeschlossenheit der wenigen Handlungsorte. Dies wird insofern aufgegriffen, als dass einer der originalen Hauptschurken, Glaber, und dessen durchaus durchtriebene und zeitweise durchgedrehte Ehefrau Ilithyia nach Capua abkommandiert werden, um Spartacus zu erledigen. Als Residenz beziehen sie... die Villa des verstorbenen Batiatus. Gleichzeitig befindet sich Glaber im stillen Machtkampf mit seinem höhergestellten Konkurrenten Varinius und hat zudem mit dem Vater seiner Frau zu kämpfen. Das alles ist arg auffällig aus den anderen Staffeln kopiert!

Inszenatorisch dürfte Spartacus einiges im TV neu ausgelotet haben - Nacktheit, Sex, Splatter, Rockmusik und das alles über- bis hochstilisiert. Ein Großteil der Faszination ging neben den Intrigen und Machtspielen der interessanten Charaktere von der audiovisuellen Umsetzung aus. Vengeance geht nun einen Mittelweg: Die künstlerisch-verfremdeten Bildkompositionen der ersten Staffel sind leider nur noch selten vorhanden, dafür werden generell viele Zeitlupen eingesetzt und die realistisch-brutalere Gewaltdarstellung aus Gods of the Arena übernommen. Irritierend: Zeitlupen in Kämpfen zeigen teilweise gewöhnliche Szenen! Da die Serie schon ziemlich viel geliefert hatte, entschieden sich die Macher (leider?) für das typische "Mehr vom Gleichen": Die erste Folge war das wohl Exploitativste, das ich je in einer TV-Serie gesehen hab - Gedärme, Blut, Sexorgien inklusive Golden Shower...

Die Geschichte plätscherte dann jedoch vor sich hin, man kannte viele der Beteiligten schon, die aber bisher noch nicht in einem Intrigengeflecht hingen. Spartacus ist auf der Flucht und damit für die Dramaturgie unvorteilhaft von seinen Gegenspielern räumlich getrennt. Die frühe Überraschung: Lucretia alias "Xena" hat überlebt! Das gab der Serie Feuer (z.B. wegen der Beziehung zwischen ihr und Ilithyia), aber schmälerte auch das gewalt(tät)ige Ende der ersten Staffel. Und so richtig nachvollziehbar war ihr Überleben nicht, auch wenn später der andere Wiedergänger - Ashur - berichtete, wie er sie fand und heilte. Die beiden verfolgen auch einen Plan, der mir eher unklar ist... Spartacus kloppte derweil irgendwo ein paar Römer, in Zeitlupe. Oenomaus kämpfte in den bekannten Höhlen (Wiederauftritt des Dickgirls), wurde da von Ashur entführt und Glaber überlassen. Spartacus befreite währenddessen irgendwelche Sklaven, in Zeitlupe.

Interessant wurde es eigentlich erst, als Ilithyia keine Lust auf ihren im Aufstieg gefährdeten Ehemann Glaber mehr hatte und heimlich dessen Rivalen Varinius umschwärmte - mit Erfolg. Das war endlich der erste große Unterschied zu Lucretia und Batiatus, die bis zum Tod zusammenhielten - armer Glaber. Gleichzeitig wird Crixus' Geliebte Naevia (neue Darstellerin) unter schweren Verlusten aus der Gefangenschaft befreit. Das führte dann zwar zu viel Zeitschinderei in einem etwas komisch aussehenden Wald, aber auch zu netten Ashur-Szenen, der nicht allzu glaubwürdig in Sekundenschnelle zwischen "Schlangenzunge", Feigling und Superfighter umschalten kann.

2.05

Kommen wir zur jüngsten von zehn Episoden in dieser Staffel. Crixus und Oenomaus sind gefangen und sollen nach einem toll inszenierten Vorgeplänkel in der Arena sterben. Durch die Hand eines "wahren Gottes der Arena" - und Rockmucke setzt ein, das Tor öffnet sich und es wartet dort Gannicus alias "Jared Leto" alias "Heartbreak Kid"! Als die Kamera sein Gesicht zeigt und er aufblickt, setzt Gesang ein - ich liege lachend am Boden und schaue mir die Szene mehrmals an! Dann ein nerviges Stilmittel - die Folge springt zurück in der Zeit. Spartacus versucht sich einmal mehr in einer Ansprache (in einem Unterschlupf von "Professor Challenger" aus Die verlorene Welt) und entscheidet sich, Crixus & Co. aus der Arena zu retten - wie so oft ein verwegener bis leichtsinniger Plan von ihm. Ich dachte da, dass ich nun genau wüsste, was passieren würde, lag aber zum Glück nicht ganz richtig! Ashur emanzipiert sich derweil von Lucretia und vertickt entgegen des eigentlichen Plans dem noch ahnungslosen Glaber, dass seine Frau ihr Kind (das von Spartacus...?) abtreiben will. Sie offenbart ihrem Gatten dann in eiskalten, knallharten Worten, dass es aus zwischen ihnen sei (es wäre epischer gewesen, wenn Glaber erst in einer kritischen Situation davon erfahren hätte). Glaber so: Mist! Ich so: Yeah!

Nach einigen derben Szenen sind dann Spartacus und seine Spezialisten in der Arena, die Kämpfe gehen los - der Beginn der Folge hielt Wort, endlich ist's "wie früher": Abwechslungsreich inszeniertes Gebrawle, nicht nur Zeitlupenödnis, geile Mucke und Spannung! Auf den Rängen brütet Glaber, darunter wird mal eben ein riesiges Feuer gelegt. Kabumm! Die Arena beginnt (schwankend getrickst) einzustürzen, die Zuschauer fallen ins Flammenmeer! Glaber erblickt Spartacus, dieser schleudert einen Speer, der - in Erinnerung an eine ähnliche Szene in Blood and Sand (oder 300) - Glaber knapp verfehlt, stattdessen jedoch Cossutius pfählt (Selbstzitat: "Oh man, ist der Typ bei der DP-Defloration von Naevias Freundin Diona widerlich schmierig"). Ich so: YEAH!

Gannicus, dessen Teilnahme bei der geplanten Exekution etwas weit hergeholt ist, schlägt sich aus Schuldgefühlen für seinen Seitensprung mit Oenomaus' Frau auf die Seite der Aufständischen, Spartacus: "Let us leave this arena forever". Sie fliehen und die Arena - quasi Zentrum und Ziel der ersten Staffel, aufgebaut im Prequel - explodiert geradezu. Auf dem Weg nach draußen kann Glaber noch schnell seinen geringschätzigen Stiefvater beseitigen ("I'm not the fool you and your daughter think me") und die Träume seiner Frau von einer höhergestellten Ehe zerplatzen wie der Kopf ihres Vaters. Ich so: FUCK YEAH!

Drama, Bedeutung, Action - so muss es sein! Nicht nur Zeitlupen und Sex und altbekannte Konstellationen. Diese Episode hätte auch ein gutes Staffelende sein können. Ich fürchte leider, dass nun bis zum wirklichen Finale erst einmal wieder ein Durchhänger kommt, zumal manche Verwicklungen wie Ilithyias Pläne abgehakt scheinen. Viel Zeit für das Aufbauen neuer Intrigen bleibt der Serie nicht mehr. Und blutige Kämpfe und Rumgeficke zum Ausgleich funktionierten bisher nicht so wirklich (was übrigens auch nicht funktionierte: die latent inzestuöse Beziehung zweier Geschwister, die jetzt aber in den Mittelpunkt rücken könnten). Hoffen wir, dass diese Folge nicht das einzige Highlight der Staffel bleiben wird...

2.06-2.10 >>

Montag, 20. Februar 2012

Fringe (4.13) [Update]

Ein vermeintlich schizophrener Junge in einer Nervenklinik hört fremde Stimmen in seinem Kopf und wird so Zeuge eines Mordes. Das FBI beginnt zu ermitteln und findet schließlich heraus, dass ein Arzt unter dem Deckmantel der künstlichen Befruchtung - insgeheim mit seinen Spermien - an den Genen der Babys herumspielte. Dabei wurden in einigen seiner Abkömmlinge telepathische Kräfte aktiviert und ein Schwarmbewusstsein bildete sich heraus. Weil der alte Doktor seine Arbeit nun veröffentlichen möchte, töten die geistig verbundenen Jugendlichen jeden, der ihre Existenz enthüllen könnte. Am Ende ist der Schwarm verhaftet oder untergetaucht, die Stimmen im Kopf des Jungen verstummt (Polite Dissent fragt sich, warum eigentlich).

Gleichzeitig erfährt Olivia immer mehr Erinnerungen der "originalen" Olivia, bis sie sich schließlich an alles erinnert und wieder starke Gefühle für Peter hegt und diese auch offen akzeptiert. Dieser ist darüber aber alles andere als erfreut und gleichzeitig beschuldigt Walter ihn, diese Wandlung hervorgerufen zu haben. Durch eine Haarprobe Olivias findet Walter endlich heraus, dass sie weiterhin mit Cortexiphan behandelt wird (Cordial Deconstruction: "Science! [...] Can you see evidence of cortexiphan in a hair sample under a microscope?"). Nur Nina Sharp hat darauf Zugriff und es stellt sich heraus, dass das Medikament entwendet wurde - Nerdlee und Walter blicken Nina eisig an, die die Unschuldige mimt.

Olivia und Peter, ohne Kenntnis dieser Wendung, sitzen im Auto und schließlich lässt auch Peter seine Gefühle zu - sie küssen sich. Olivia sucht danach kurz das stille Örtchen einer Tankstelle auf ("I just gotta go pee", Schmacht). Und verschwindet. Sie wacht in einem schummrigen Keller auf, an einen Stuhl gefesselt, ihr gegenüber sitzt die ebenfalls verschnürrte Nina Sharp ("Did they hurt you?"). WTF?

Wie schon an der Länge der Inhaltsangabe erkennbar, sind die Geschehnisse dieser Folge vertrackter als letzte Woche. Und auch bedeutender. Der Fringe-Fall selbst ist fast ein Selbstläufer, dafür sind die Entwicklungen im Team - wie so oft - interessanter (Polite Dissent: "A weak 'mystery of the weak' episode, but the uber-plot gained some steam"): Olivia nimmt die neue Situation erstaunlich schnell und geradezu freudig an (Nerdlee ist wohl aus dem Rennen, sorgt sich aber später beim Nina-Besuch auffallend um Olivia), während Peter unvergleichlich zerknirscht dreinschaut. Und Walter, der in der anderen Zeitlinie die beiden einst (wieder) zusammenbringen wollte, knurrt nun als Anstandswauwau. Was genau mit Olivia aufgrund des Cortexiphans geschieht, erfahren wir noch nicht, es dürfte aber spannend werden, denn: Nachdem sich Walter und Peter in dieser Zeitlinie angenähert haben, wäre mit einer liebenden Olivia vieles beim alten - ein billiger Kniff der Autoren? Astrid ermutigt den Jungen zum Schluss: "You're not used to being by yourself. But this is normal." Dieser Satz könnte auch in leicht anderer Bedeutung auf Olivia passen, außer dass diese mehrmals sagt, sie habe keine Angst ob der Veränderungen (im Gegensatz zu Peter).

Tja, und dann das Ende. Wann es genau spielt, ist nicht klar, offenbar ist einige Zeit seit Olivias Verschwinden vergangen. Hat sie sich ungewollt aufgrund des Cortexiphans ins andere Universum teleportiert? Wer hat sie entführt, David Robert Jones? Warum sitzt dort auch Nina Sharp, die eigentlich mit Jones zusammenarbeit - ein Trick? Cordial Deconstruction überlegt dazu, ob die Nina Sharp bei Massive Dynamic ein Gestaltwandler sei.

PS: Serienjunkies' Vladislav Tinchev hat erstaunlich wenig zu sagen und weiß nicht, wie er "die Ereignisse und die vermeintliche Aussage dieser Episode bewerten soll" - also nur 4/5 Sterne.

<< 4.12

Samstag, 18. Februar 2012

Aus der Tiefe... (De Profundis)

De Profundis ist ein Erzählspiel, ein Briefrollenspiel, in dem die Teilnehmer sich handgeschriebene Nachrichten schicken. Thematisch lehnt es sich an Lovecraft an - Schleier beeinträchtigen unsere Wahrnehmung der Realität, verbergen den Blick auf den Wahnsinn am Rande der Wirklichkeit, der den Sehenden oft die geistige Gesundheit raubt.

Das Büchlein selbst ist dem Spiel entsprechend in Briefform geschrieben, die der Autor Michal Oracz an einen guten Freund und damit quasi den Leser schickte. Ich habe es noch nicht durchgelesen oder gespielt, aber ich hielt gestern irritiert inne, als ich plötzlich in den Briefen namentlich angesprochen wurde. Eine Anpassung des Book-on-Demand für den jeweiligen Besteller, kam mir in den Sinn. Unwahrscheinlich. Schließlich die Lösung: Der deutsche Übersetzer hat zufällig den gleichen Vornamen. Trotzdem ein perfekter Einstieg für das "Erzählspiel für geistig stabile Erwachsene. Nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet!"

Donnerstag, 16. Februar 2012

Fringe (4.12)

Nachdem es aufgrund merkwürdiger elektromagnetischer Phänomene zu einem Flugzeugabsturz kam, ermittelt das FBI - und Walter traut sich erstmals aus seinem Labor. Nach einem Abstecher in eine nahe Kleinstadt merken er, Peter und Olivia, dass sie den Ort nicht mehr verlassen können. Ein Überlebender erzählt, dass die meisten Einwohner durchdrehten und gewalttätig wurden. Schließlich findet das Team heraus, dass in dieser Stadt sich die beiden Universen überlagern und schlussendlich alles vernichtet werden wird. Zum Glück gibt es eine Art Auge des Sturms, das zur Rettung führt. Nach dem Vorfall werden Geräte im Umkreis der Siedlung gefunden, angereichert mit Amphilizit (in dieser Episode wird es "Amphilozit" genannt) - David Robert Jones war also am Werk! Am Ende besucht Peter Olivia, die sich plötzlich wie die Olivia aus seiner Zeitlinie benimmt (entsprechende Andeutungen gab es die ganze Folge über)...

Was für eine merkwürdige Episode! Nicht nur ist eine Stadt, die auf "magische" Weise nicht verlassen werden kann (was auch nicht weiter erklärt wird), ein uraltes Science-Fiction-Motiv, auch wurden die katastrophalen Folgen einer Überlagerung beider Universen schon mehrfach in Fringe thematisiert. Generell schien die Folge - passend zur Handlung - nicht wirklich zur Serie zu passen. Gäbe es nicht die herrlich eingespielten Hauptfiguren und die spärlichen Fortschritte für die Haupthandlung, könnte es mittelprächtiger Teil einer beliebigen SF- oder Mystery-Serie sein.

Cordial Deconstruction weist auf massive wissenschaftliche Fehler hin, Polite Dissent auf medizinische (und fühlt einen Silent Hill-Vibe). Und während ich gehofft hatte, dass Walter beim Untersuchen von Olivias Blut Cortexiphan entdeckt, meint Serienjunkies' Vladislav Tinchev (5/5 Sterne, of course):
«Peter muss eigentlich nirgendwohin zurück: Zuhause ist man dort, wo man es sich einrichtet. So kommt das Zuhause zu Peter, nicht umgekehrt.»
<< 4.11

Montag, 6. Februar 2012

Fringe (4.11)

Die alternative Astrid ("Asprid", weil sie Asperger haben soll) reist ohne Erlaubnis ins andere Universum und trifft sich dort erstmals mit Astrid; sie hat Selbstzweifel über ihr Verhältnis zum verstorbenen Vater. Gleichzeitig tötet ein Asiate Leute mit einem unbekannten Gift, nachdem er ihnen von ihrem zukünftigen Leid erzählt - er kann offenbar in die Zukunft sehen. Als Fauxlivia zum Fringe-Team stößt, um Asprid zurückzuholen, sind alle schon fleißig bei der Ermittlungsarbeit und sie steigt mal eben mit ein. Es stellt sich heraus, dass der Asiate ein blau leuchtendes Gerät der Beobachter nutzt, um in die Zukunft zu sehen, und die Menschen als religiöser Erlöser umbringt. Nach einer ersten erfolglosen Festnahme - wieder Inkompetenz des FBI par excellence (vgl. Cordial Deconstruction) - lässt er sich schließlich von Olivia erschießen. Das Fringe-Team schließt den Fall ab, ohne weiter nach dem Gift oder dem Zukunftsgerät zu suchen (!), welches dann von den Beobachtern geborgen wird. Es gehöre September und er müsse es 1985 verloren haben, als er Peter nicht aus dem See rettete, so ein Beobachter zu dem scheinbaren Oberkahlkopf. Serienjunkies' Vladislav Tinchev:
«Überraschenderweise erfahren die restlichen Observer erst jetzt, dass September Peter nicht ausradiert, sondern sich dem Befehl widersetzt hat. Wie ist das möglich? Wurde September schon dafür bestraft, als er verletzt vor Olivia in der Oper auftauchte - an einem zukünftigen Punkt?»
Der Fringe-Fall knirscht für mich an allen Ecken und Enden, auch weil er stark auf den Beobachtern und deren Zeitwahrnehmung fußt; Polite Dissent: "This had to be one of the stupidest plots I've seen in Fringe this season, if not ever." Wieso die Serie "vor allem mit solchen Episoden" in den Serienhimmel aufsteigen werde, weiß nur Vladislav "Fünf Sterne deluxe" Tinchev... Es ist jetzt überfällig, dass die Beobachter näher erläutert werden - eigentlich hat der Zuschauer seit vielen, vielen Folgen nichts Neues über ihren Hintergrund erfahren. Anscheinend können sie nicht von sich aus in die Zukunft blicken, sondern nur mithilfe des Gerätes. Gleichzeitig haben sie aber klar übernatürliche Fähigkeiten: Sie vermögen durch feste Materie bzw. Glas zu gehen, sich aufzulösen und ein Elektroschloss per E.T.-Finger zu öffnen.

Wesentlich gelungener ist das Zwischenmenschliche der Vertreter von FBI und Fringe Division. Den Aufhänger für den Besuch von Asprid fand ich zwar eher konstruiert, aber dadurch gab es unterhaltsame persönliche Szenen und wir erfahren mehr über die beiden Astrids. Durchaus misstrauisch beobachtet Astrid, wie zuvorkommend Walter ihr Gegenstück behandelt und Olivia ist ebensowenig begeistert, als auch noch Fauxlivia auftaucht. Am Ende haben sich dann aber Fauxlivia und Walter, der sie ob ihrer damaligen Scharade als "Viper" und "Mata Hari" bezeichnet, einigermaßen vertragen (Vladislav Tinchev fragt dazu, was im Olivia-Fauxlivia-Konflikt ohne Peter als Dreh- und Angelpunkt geschah), Olivia sieht in Peter einen guten Partner und Astrid beruhigt Asprid, indem sie von ihren eigenen Problemem mit ihrem Vater erzählt. Was aber offenbar nicht stimmt, denn in einer abschließenden Szene scheint die Beziehung zu ihrem Vater liebenswürdig? Zur Charakterzeichung bemerkt Polite Dissent:
«This is third variation of alternate Astrid we’ve seen. First, was Mentat Astrid, not seen since the merging of the universes. A few episodes ago we had Sheldon Astrid — more nerdy than savant (and Sheldon Astrid had more social skills – well, slightly). This episode, we’re back to the savant, though with more clearly autistic symptomatology. I dub this variation Rain Man Astrid.»
Und dass der Asiate des Fringe-Falls einen Zwillingsbruder hatte und in den Augen seiner Mutter leider nicht an dessen Stelle bei einem Unfall umkam, passt zur Fringe'schen Parallelität vom Fall der Woche und den Beziehungen der Hauptfiguren.

<< 4.10

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