Freitag, 1. Januar 2010
Montag, 21. Dezember 2009
Wo die wilden Kerle wohnen
Als ich noch die Stadtbücherei besuchte und in der Kinderecke stöberte - das ist also schon ein paar Jahre her -, haben sich mir zwei Bücher aufgrund ihrer Illustrationen eingeprägt: Irgendeine Ausgabe vom Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen sowie Maurice Sendaks Wo die wilden Kerle wohnen. Ich weiß gar nicht, ob ich damals den spärlichen Text gelesen habe, zumindest ist er mir heute nicht mehr präsent. Nur die Bilder blieben. Jetzt hat Spike Jonze das Büchlein verfilmt und lässt uns in eine aufgewühlte Kinderseele blicken. Max im Katzenkostüm jagt brüllend seinen Hund, der Filmtitel knallt dem Zuschauer unerwartet ins Gesicht. Bald darauf begleiten wir Max auf seiner (inneren) Reise, nachdem er wütend von Zuhause abgehauen ist. Auf einer Insel trifft er eine Gruppe von Ungeheuern, die ihn erwartungsvoll zu ihrem König ernennen...
Wo die wilden Kerle wohnen ist außergewöhnlich: Lustig, verstörend, traurig, hoffnungsvoll, wunderschön. Ein schnödes Eiland, riesige Puppenkostüme mit famoser Mimik, unsichtbare Computereffekte - mehr braucht Jonze nicht, um eindrucksvolle Bilder zu schaffen. Die Ungeheuer und Max tollen herum, streiten und unterhalten sich. Schlichte Sätze werden ausgetauscht, allzu viel passiert nicht, doch die leisen Zwischentöne sind herzergreifend. Dazu ein herausragender Soundtrack und Max' Begegnung mit seinen Dämonen gerät zu einem ganz großen "kleinen Film"!
Wo die wilden Kerle wohnen | Where the Wild Things Are
USA 2009 | IMDb | OFDb
Regie: Spike Jonze
Buch: Spike Jonze, Dave Eggers
Darsteller: Max Records, Catherine Keener, Pepita Emmerichs u.a.
Wo die wilden Kerle wohnen ist außergewöhnlich: Lustig, verstörend, traurig, hoffnungsvoll, wunderschön. Ein schnödes Eiland, riesige Puppenkostüme mit famoser Mimik, unsichtbare Computereffekte - mehr braucht Jonze nicht, um eindrucksvolle Bilder zu schaffen. Die Ungeheuer und Max tollen herum, streiten und unterhalten sich. Schlichte Sätze werden ausgetauscht, allzu viel passiert nicht, doch die leisen Zwischentöne sind herzergreifend. Dazu ein herausragender Soundtrack und Max' Begegnung mit seinen Dämonen gerät zu einem ganz großen "kleinen Film"!
Wo die wilden Kerle wohnen | Where the Wild Things Are
USA 2009 | IMDb | OFDb
Regie: Spike Jonze
Buch: Spike Jonze, Dave Eggers
Darsteller: Max Records, Catherine Keener, Pepita Emmerichs u.a.
Freitag, 18. Dezember 2009
Avatar - Aufbruch nach Pandora
The Terminator. Aliens. The Abyss. Terminator 2. James Cameron hat mit seinen Actionfilmen im Science-Fiction-Gewand Maßstäbe gesetzt, vor allem die Spezialeffekte vorangetrieben. Nun kehrt er nach längerer Genreabstinenz mit Avatar zurück, Gerüchten zufolge das nächste große Ding im SF-Film...
Nüchtern betrachtet waren oben erwähnte Klassiker narrativ nicht übermäßig anspruchsvoll - wenn man verschwurbelte Zeitreisen ignoriert -, was sich in Avatar fortsetzt. Leider! Denn die zugrunde liegende Geschichte ist stark von Der mit dem Wolf tanzt bzw. eher The Last Samurai geprägt: Protagonist gelangt unfreiwillig/zufällig/on a mission in neue Umgebung und Gemeinschaft, lernt diese kennen und lieben und wendet sich am Ende gegen seine Herkunft. Statt Indianer oder Samurais haben wir hier ein glücklicherweise nur zu Beginn arg klischeehaft der Natur verbundenes Alienvolk, auf der Gegenseite steht eine profitgierige Firma samt Militärapparat. Viel Überraschendes passiert dann im Film auch nicht, fast alle Wendungen sind offensichtlich, dazu gibt es klare Seitenhiebe gegen War on Terror und Umweltzerstörung. Der titelgebende "Avatar", künstlich erschaffene Alienkörper, in welche die Protagonisten zeitweise ihr Bewusstsein irgendwie hochladen können, ist interessant, spätestens nach Ghost in the Shell jedoch nichts neues mehr; existentialistische Fragen schwingen dabei kaum mit.
Aufmerksamkeit bekam Avatar vor allem aufgrund seiner Optik samt Fokus auf 3D-Effekte. Die außerirdische Fauna und Flora ist phantasiereich erdacht und nahezu perfekt auf die Leinwand gebracht, gleiches gilt für Flugschiffe und Kampfroboter. Zu Beginn wirkte der Film ob seines CGI-Overkills fast wie ein Animationsfilm, ohne jedoch in die (gewollte?) Künstlichkeit eines Sky Captain and the World of Tomorrow abzurutschen. Jedoch gewöhnt man sich sehr schnell an den Look und die Illusion hat den Zuschauer fest im Griff, was vor allem daran liegt, dass die nahtlose Verbindung von Computereffekten mit echten Schauspielern und Sets wohl die neue Referenz darstellt (einzig die Augen der hochgewachsenen Aliens sehen immer noch unecht aus, die aber ansonsten extrem glaubwürdig sind). Die 3D-Effekte sind teils enorm beeindruckend, der Film legt es erfreulicherweise aber nicht darauf an, nonstop Objekte in den Kinosaal ragen zu lassen. Nur vereinzelt hatte ich Probleme, meist wenn 3D und Unschärfe kombiniert wurde. Ob die 3D-Ausnutzung über die Laufzeit des Film weniger wurde oder man sich schlicht daran gewöhnte, vermag ich nicht zu sagen.
Über weite Strecken führt Avatar dem Zuschauer seine exotische Dschungelwelt und das Leben der Alienbevölkerung vor, viel "klassische" Action passiert nicht. Langweilig ist's beileibe nicht, dazu ist alles zu schön anzusehen, ohne lächerlich zu wirken wie einige Alienwelten in der neuen Star Wars-Trilogie. Die Entwicklung des eingangs doch sehr tölpelhaften Protagonisten geschieht ohne Überraschungen, seine Gewissenskonflikte und innere Zerrissenheit werden schnell abgehandelt. Schließlich macht unser Held gegen sein Volk mobil, eint die Alienstämme und gibt den fiesen Menschen Saures - Indianer gegen Kavallerie, Dinosaurier gegen Mecha-hafte Roboter! Die Kämpfe sind toll inszeniert und zum Glück sehr übersichtlich ohne Wackelkamera gefilmt. Krachende Explosionen und donnernde Kanonen sind allgegenwärtig, auch wenn die Schlacht nicht die Epik und Sogwirkung eines Der Herr der Ringe erreicht.
Das Highlight des Films ist übrigens der "böse" Colonel Quaritch, der als unfassbare Essenz aller kommandierenden Armeeveteranen in jeder seiner Szene einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wie er dem fliehenden Protagonisten hinterherschießt, ohne auf die giftige Armosphäre des Planeten zu achten, ist die Kinokarte allein wert (wenn auch nur bedingt den vollen 3D-Preis, was hier 12 Euro am Wochenende wären!).
Alles in allem ist Avatar handwerklich ein Film nahe der Perfektion, inhaltlich wird jedoch weitestgehend nur bekannte Kost aufgetischt. Bei der Frage, ob der Film nun die nächste technische Revolution des Kinos darstellt, tue ich mich schwer - dazu müsste man Avatar wohl zusätzlich in 2D gesehen haben. Sehr unterhaltsam und eindrucksvoll, keine Frage, nur eben doch keine neue Matrix!
Avatar - Aufbruch nach Pandora
USA 2009 | IMDb | OFDb
Regie: James Cameron
Buch: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez u.a.
Nüchtern betrachtet waren oben erwähnte Klassiker narrativ nicht übermäßig anspruchsvoll - wenn man verschwurbelte Zeitreisen ignoriert -, was sich in Avatar fortsetzt. Leider! Denn die zugrunde liegende Geschichte ist stark von Der mit dem Wolf tanzt bzw. eher The Last Samurai geprägt: Protagonist gelangt unfreiwillig/zufällig/on a mission in neue Umgebung und Gemeinschaft, lernt diese kennen und lieben und wendet sich am Ende gegen seine Herkunft. Statt Indianer oder Samurais haben wir hier ein glücklicherweise nur zu Beginn arg klischeehaft der Natur verbundenes Alienvolk, auf der Gegenseite steht eine profitgierige Firma samt Militärapparat. Viel Überraschendes passiert dann im Film auch nicht, fast alle Wendungen sind offensichtlich, dazu gibt es klare Seitenhiebe gegen War on Terror und Umweltzerstörung. Der titelgebende "Avatar", künstlich erschaffene Alienkörper, in welche die Protagonisten zeitweise ihr Bewusstsein irgendwie hochladen können, ist interessant, spätestens nach Ghost in the Shell jedoch nichts neues mehr; existentialistische Fragen schwingen dabei kaum mit.
Aufmerksamkeit bekam Avatar vor allem aufgrund seiner Optik samt Fokus auf 3D-Effekte. Die außerirdische Fauna und Flora ist phantasiereich erdacht und nahezu perfekt auf die Leinwand gebracht, gleiches gilt für Flugschiffe und Kampfroboter. Zu Beginn wirkte der Film ob seines CGI-Overkills fast wie ein Animationsfilm, ohne jedoch in die (gewollte?) Künstlichkeit eines Sky Captain and the World of Tomorrow abzurutschen. Jedoch gewöhnt man sich sehr schnell an den Look und die Illusion hat den Zuschauer fest im Griff, was vor allem daran liegt, dass die nahtlose Verbindung von Computereffekten mit echten Schauspielern und Sets wohl die neue Referenz darstellt (einzig die Augen der hochgewachsenen Aliens sehen immer noch unecht aus, die aber ansonsten extrem glaubwürdig sind). Die 3D-Effekte sind teils enorm beeindruckend, der Film legt es erfreulicherweise aber nicht darauf an, nonstop Objekte in den Kinosaal ragen zu lassen. Nur vereinzelt hatte ich Probleme, meist wenn 3D und Unschärfe kombiniert wurde. Ob die 3D-Ausnutzung über die Laufzeit des Film weniger wurde oder man sich schlicht daran gewöhnte, vermag ich nicht zu sagen.
Über weite Strecken führt Avatar dem Zuschauer seine exotische Dschungelwelt und das Leben der Alienbevölkerung vor, viel "klassische" Action passiert nicht. Langweilig ist's beileibe nicht, dazu ist alles zu schön anzusehen, ohne lächerlich zu wirken wie einige Alienwelten in der neuen Star Wars-Trilogie. Die Entwicklung des eingangs doch sehr tölpelhaften Protagonisten geschieht ohne Überraschungen, seine Gewissenskonflikte und innere Zerrissenheit werden schnell abgehandelt. Schließlich macht unser Held gegen sein Volk mobil, eint die Alienstämme und gibt den fiesen Menschen Saures - Indianer gegen Kavallerie, Dinosaurier gegen Mecha-hafte Roboter! Die Kämpfe sind toll inszeniert und zum Glück sehr übersichtlich ohne Wackelkamera gefilmt. Krachende Explosionen und donnernde Kanonen sind allgegenwärtig, auch wenn die Schlacht nicht die Epik und Sogwirkung eines Der Herr der Ringe erreicht.
Das Highlight des Films ist übrigens der "böse" Colonel Quaritch, der als unfassbare Essenz aller kommandierenden Armeeveteranen in jeder seiner Szene einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wie er dem fliehenden Protagonisten hinterherschießt, ohne auf die giftige Armosphäre des Planeten zu achten, ist die Kinokarte allein wert (wenn auch nur bedingt den vollen 3D-Preis, was hier 12 Euro am Wochenende wären!).
Alles in allem ist Avatar handwerklich ein Film nahe der Perfektion, inhaltlich wird jedoch weitestgehend nur bekannte Kost aufgetischt. Bei der Frage, ob der Film nun die nächste technische Revolution des Kinos darstellt, tue ich mich schwer - dazu müsste man Avatar wohl zusätzlich in 2D gesehen haben. Sehr unterhaltsam und eindrucksvoll, keine Frage, nur eben doch keine neue Matrix!
Avatar - Aufbruch nach Pandora
USA 2009 | IMDb | OFDb
Regie: James Cameron
Buch: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez u.a.
Dienstag, 1. Dezember 2009
gamesTM: Das Ende einen Tag früher [Update III]
"Das unabhängige endgültige Multiformat-Magazin" steht auf dem Cover. Fatalistisch oder Titanic'esk?
Am morgigen Mittwoch sollte die gamesTM 1/10 erscheinen, doch heute schon lag sie am Kiosk. Bereits am 28. November hatte ein Leser jedoch das Ende der Zeitschrift im gamesTM-Forum verkündet - damit ist also auch der zweite Versuch einer deutschen gamesTM gescheitert. Mit 17 Ausgaben hat sie deutlich länger durchgehalten als das Experiment des Pro Verlags Ende 2003 bis Anfang 2004, während es zudem keinen merklichen Qualitätsabfall gab.
Mir gefiel also Airmotions Neuausgabe im März 2008 und ich hielt dem Heft die Treue, trotz Einschnitte in der Heftausstattung, Veränderungen in der Erscheinungsweise, eines vermutlichen Plagiatsvorfalls und bemüht wirkender Aktionen zur Kundenbindung via Lesertests im Heft. Die Auflagenentwicklung der gamesTM ist mir nicht bekannt, aber zumindest die Community blieb doch stets überschaubar: 1.200 registrierte Mitglieder sind eben nicht genug, um ein Forum zu beleben. Die GamePro hat ob ihrer langen Laufzeit über 38.000 User, aber selbst ConsolPLUS hat 5.000 (jedoch inkl. Consol.AT), die GEE immerhin 3.600 Forumsmitglieder... Wohl bezeichnend: Viel Aufsehen hat das Ende der gTM bis jetzt nicht im Netz erzeugt.
Update: Zurecht in den Kommentaren bemängelt wurde die (Nicht-)Aussage der reinen Zahlen an Forumsusern. So weist das GP-Forum nur knapp 1.200 "aktive Benutzer" aus, eine bei den anderen Foren fehlende Angabe. Rechnet man die Gesamtbeiträge auf die Zahl der registrierten User um, so kommen jeweils abgerundet bei CP/AT 105 Beiträge auf einen Benutzer (531.176 Beiträge insg.), bei GP 60 (2.332.684), bei der GEE 14 (52.092) - bei der gTM nur 12 (14.937). Immerhin war bei der gTM der Besucherrekord mit 342 deutlich höher als GEEs 90 (GP 1612, CP/AT 643). Die unterschiedlich lange Existenz der verschiedenen Magazine bleibt bei allem jedoch unberücksichtigt! Von vielen Redakteuren stets wiederholt: Die Foren repräsentieren nicht die Leserschaft eines Hefts.
Der leitende Redakteur Sönke Siemens ist bei Games und so (Podcast in Kooperation mit gamesTM) oft zu Gast, so auch in Folge 124, die am 27. November aufgezeichnet wurde. Hier wurde die neue - und letzte - Ausgabe 1/10 beworben, aber kein Wort zum Ende des Magazins verloren (Sönke pries stattdessen die erste Printausgabe des Elektrospieler von Robert Bannert, der auch gelegenlich für gamesTM schrieb).
Update: Am 2. Dezember hat Sönke mitgeteilt, dass er "zu diesem Thema vor Beginn dieser Woche noch nicht öffentlich Stellung nehmen" durfte. "Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, dass wir gerade alle Hebel in Bewegung setzen, um die gamesTM-Community und die Webseite zu erhalten." Im Forum verkündete er dann, dass in der nächsten Games und so-Folge noch einmal auf die gamesTM eingegangen wird.
Neben dem Abschiedsposting von Redakteur Benjamin Kratsch hier noch Sönke Siemens' letztes Editorial, das zudem als Newsletter an Forumsuser und wohl auch Abonennten ging:
Am morgigen Mittwoch sollte die gamesTM 1/10 erscheinen, doch heute schon lag sie am Kiosk. Bereits am 28. November hatte ein Leser jedoch das Ende der Zeitschrift im gamesTM-Forum verkündet - damit ist also auch der zweite Versuch einer deutschen gamesTM gescheitert. Mit 17 Ausgaben hat sie deutlich länger durchgehalten als das Experiment des Pro Verlags Ende 2003 bis Anfang 2004, während es zudem keinen merklichen Qualitätsabfall gab.
Mir gefiel also Airmotions Neuausgabe im März 2008 und ich hielt dem Heft die Treue, trotz Einschnitte in der Heftausstattung, Veränderungen in der Erscheinungsweise, eines vermutlichen Plagiatsvorfalls und bemüht wirkender Aktionen zur Kundenbindung via Lesertests im Heft. Die Auflagenentwicklung der gamesTM ist mir nicht bekannt, aber zumindest die Community blieb doch stets überschaubar: 1.200 registrierte Mitglieder sind eben nicht genug, um ein Forum zu beleben. Die GamePro hat ob ihrer langen Laufzeit über 38.000 User, aber selbst ConsolPLUS hat 5.000 (jedoch inkl. Consol.AT), die GEE immerhin 3.600 Forumsmitglieder... Wohl bezeichnend: Viel Aufsehen hat das Ende der gTM bis jetzt nicht im Netz erzeugt.
Update: Zurecht in den Kommentaren bemängelt wurde die (Nicht-)Aussage der reinen Zahlen an Forumsusern. So weist das GP-Forum nur knapp 1.200 "aktive Benutzer" aus, eine bei den anderen Foren fehlende Angabe. Rechnet man die Gesamtbeiträge auf die Zahl der registrierten User um, so kommen jeweils abgerundet bei CP/AT 105 Beiträge auf einen Benutzer (531.176 Beiträge insg.), bei GP 60 (2.332.684), bei der GEE 14 (52.092) - bei der gTM nur 12 (14.937). Immerhin war bei der gTM der Besucherrekord mit 342 deutlich höher als GEEs 90 (GP 1612, CP/AT 643). Die unterschiedlich lange Existenz der verschiedenen Magazine bleibt bei allem jedoch unberücksichtigt! Von vielen Redakteuren stets wiederholt: Die Foren repräsentieren nicht die Leserschaft eines Hefts.
Der leitende Redakteur Sönke Siemens ist bei Games und so (Podcast in Kooperation mit gamesTM) oft zu Gast, so auch in Folge 124, die am 27. November aufgezeichnet wurde. Hier wurde die neue - und letzte - Ausgabe 1/10 beworben, aber kein Wort zum Ende des Magazins verloren (Sönke pries stattdessen die erste Printausgabe des Elektrospieler von Robert Bannert, der auch gelegenlich für gamesTM schrieb).
Update: Am 2. Dezember hat Sönke mitgeteilt, dass er "zu diesem Thema vor Beginn dieser Woche noch nicht öffentlich Stellung nehmen" durfte. "Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, dass wir gerade alle Hebel in Bewegung setzen, um die gamesTM-Community und die Webseite zu erhalten." Im Forum verkündete er dann, dass in der nächsten Games und so-Folge noch einmal auf die gamesTM eingegangen wird.
Neben dem Abschiedsposting von Redakteur Benjamin Kratsch hier noch Sönke Siemens' letztes Editorial, das zudem als Newsletter an Forumsuser und wohl auch Abonennten ging:
«Es gibt manche Texte, die will man einfach nicht schreiben. Texte, bei denen sich die Magenschmerzen schon anbahnen, wenn man nur an sie denkt. Texte, die Kopfschmerzen schon auslösen, wenn man noch nicht mal die ersten Buchstaben des Dateinamens verfasst hat. Texte, die ein Gefühl von Traurigkeit in einem aufkommen lassen, das auch nach Wochen nicht verschwindet. Leider ist dieses ein solcher Fall. Mit zittrigen Händen tippe ich das, was du wohl seit eben ahnst: Ja, gamesTM wird ab 2010 in dieser Form nicht mehr erscheinen. Die Gründe sind so komplex wie der Computer- und Videospielmarkt selbst. Fakt ist, dass der Markt der Fachzeitschriften im Gaming-Sektor seit längerem von rapide schwindenden Auflagenzahlen heimgesucht wird. Am schlimmsten betroffen: PC-Gaming-Magazine und Multiformat-Hefte. Gibt’s für Liebhaber solcher Werke somit keinen Markt mehr? Doch, allerdings haben sich die Schwerpunkte der meist etwas älteren, schon seit Jahren an Games interessierten Leserschaft verlagert. Webseiten, Blogs, Twitter-Kanäle, Videoportale und Podcasts sind zur Informations-Anlaufstelle Nummer eins für viele langjährige Multiformat-Käufer geworden. Weitestgehend immun gegen diese Entwicklungen scheint nur ein Segment der Gaming-Presse: das der Single-Format-Hefte, also von solchen Magazinen, die sich mit nur einem System beschäftigen. Allen voran unsere Schwestermagazine 360 Live und PS3M.PS: Bleibt die Frage, ob die Wirtschaftskrise, dauerhaft zu niedrige Kioskverkäufte, wenig Abonnenten oder die ConsolPLUS der gamesTM das Genick brachen. Wohl alles zusammen. Schade - in seiner Themenkonstellation war das Heft einzigartig!
Trotzdem trauert die Redaktion, die bisher parallel an allen drei Objekten gearbeitet hat. Denn insgeheim war gamesTM unser aller Liebling. Die Spielwiese auf der man sich mit Retro-Features, Entwickler-Interviews, Firmen-Portraits, Hintergrundberichten und etwas anderen Spieletexten – Stichwort »Venetica«-Preview – austoben konnte. Ein Heft, das wir nun gemeinsam zu Grabe tragen mit einer Ausgabe, die sich vor allem an alle gamesTM-Fans wie dich richtet. Speziell für dich sind all die Gags, die wir in dieser Ausgabe versteckt haben und mit der wir noch einmal Danke sagen wollen. Danke für all die kilometerlangen Posts im Forum, für all die abgedrehten Lesertests, die unzähligen, mit Liebe verfassten Leserbriefe und für die amüsanten Mehrspieler-Sessions in vertrauter Runde. Danke für alles. Wir werden euch nie vergessen!»
Samstag, 28. November 2009
Facebook und Twitter LIVE
Seit dem 17. November können Gold-Mitglieder von Xbox LIVE Facebook und Twitter nutzen, zu finden im Dashboard unter "Meine Community". Wie z.B. der Avatar-Editor sind dies separate Anwendungen, es erfolgen also keine Systembenachrichtigungen über neue Tweets.
Facebook
Nach der einmaligen Installation benötigt die Facebook-Anwendung runde 15 Sekunden zum Laden und Abrufen der Daten. Grundlegenden Funktionen werden unterstützt: Statusmeldungen abgeben, Neuigkeiten von Freunden beantworten und bewerten, Fotos betrachten und Profile ansehen (es scheinen aber nicht alle Angaben angezeigt zu werden, z.B. Interessen fehlen); das eigene Profil lässt sich nicht aktualisieren. Einträge mit Links oder Videos werden zwar angezeigt, sind aber natürlich jeweils nicht aufruf- oder abspielbar. Zumindest eingebettete YouTube-Videos hätte Microsoft durchaus unterstützen können, zumal beide Anwendungen erst ab 18 Jahren freigegeben sind. Facebooks Nachrichtenfunktion ist nicht integriert, immerhin sind die eigenen Listen ("News-Feeds") eingebaut. Als Besonderheit lässt sich der Gamertag mit dem Facebook-Namen verbinden und auf diese Weise auch nach Freunden suchen.
Im Gegensatz zur Facebook-App wird Twitter nicht installiert und ist beinahe sofort geladen und kann genauso schnell beendet werden. Seltsamerweise muss man den Login mit Knopfdruck bestätigen - bei Facebook geschieht die Anmeldung automatisch. Es dauert dann unter fünf Sekunden, bis Tweets angezeigt werden: Auf die letzten 49 Tweets der Timeline wird zugegriffen, bei DMs, Mentions etc. sind es jeweils die letzten 25. Auf der Hauptseite sieht man den aktuellsten eigene Tweet sowie die vier neuesten Einträge seiner Timeline. Leider stehen jedem Tweet nur ein auf drei Zeilen fix begrenzter Bereich zur Verfügung - längere Einträge muss man also extra aufrufen, kann dort immerhin per Steuerkreuz durch die Nachrichten schalten. Es wäre sicher kein Problem gewesen, dynamisch den Platz an die Länge der verschiedenen Tweets anzupassen!
Ansonsten gibt es an weitergehenden Funktionen "Suchen" und "Themen Trends", in den Profilen anderer Benutzer werden deren Following und Follower angezeigt, man kann Direktmitteilungen verschicken und auch das Verfolgen kündigen - ungünstig als "Verf. von [Name] aufh." bezeichnet (das "aufh." fällt weg, wenn der Username zu lang ist).
Twitters neues Retweeting und die Listen werden nicht unterstützt, natürlich auch keine Links oder Bilder (wäre eine Anzeige von TwitPic-Bildern so schwer?). Mentions ("@") und Hashtags ("#") in Tweets lassen sich leider nicht direkt aufrufen.
Wer nicht konstant seinen Computer am Laufen hat oder kein Internet-fähiges Smartphone besitzt, dem dürften die beiden Anwendungen durchaus nützen, um sich schnell über Neuigkeiten zu informieren oder gar krampfig seinen Status durchzugeben. Natürlich wiegt das Fehlen einer WWW-Anbindung schwer (Videos, Links...), auch das Verwalten der eigenen Accounts ist nur am Computer möglich. Ich bin gespannt, ob v.a. die Twitter-Anwendung an neueste Entwicklungen angepasst werden wird. Bisher ungenutzt wurde ein möglicher Zugriff auf die Daten der Xbox 360, um bspw. einfach einen Tweet über aktuelle Spiele oder erreichte Erfolge zusammenklicken zu können.
Nach der einmaligen Installation benötigt die Facebook-Anwendung runde 15 Sekunden zum Laden und Abrufen der Daten. Grundlegenden Funktionen werden unterstützt: Statusmeldungen abgeben, Neuigkeiten von Freunden beantworten und bewerten, Fotos betrachten und Profile ansehen (es scheinen aber nicht alle Angaben angezeigt zu werden, z.B. Interessen fehlen); das eigene Profil lässt sich nicht aktualisieren. Einträge mit Links oder Videos werden zwar angezeigt, sind aber natürlich jeweils nicht aufruf- oder abspielbar. Zumindest eingebettete YouTube-Videos hätte Microsoft durchaus unterstützen können, zumal beide Anwendungen erst ab 18 Jahren freigegeben sind. Facebooks Nachrichtenfunktion ist nicht integriert, immerhin sind die eigenen Listen ("News-Feeds") eingebaut. Als Besonderheit lässt sich der Gamertag mit dem Facebook-Namen verbinden und auf diese Weise auch nach Freunden suchen.
«Facebook und Xbox LIVE kooperieren miteinander, um es Xbox LIVE Goldmitgliedern zu ermöglichen, mit ihrer Xbox 360 auf Facebook zuzugreifen. Sie können ihren Freunden mitteilen, was sie gerade machen, ihren Status einsehen, gemeinsam Fotos ansehen, und, und, und. Und zwar direkt auf dem Fernseher!»Twitter
Im Gegensatz zur Facebook-App wird Twitter nicht installiert und ist beinahe sofort geladen und kann genauso schnell beendet werden. Seltsamerweise muss man den Login mit Knopfdruck bestätigen - bei Facebook geschieht die Anmeldung automatisch. Es dauert dann unter fünf Sekunden, bis Tweets angezeigt werden: Auf die letzten 49 Tweets der Timeline wird zugegriffen, bei DMs, Mentions etc. sind es jeweils die letzten 25. Auf der Hauptseite sieht man den aktuellsten eigene Tweet sowie die vier neuesten Einträge seiner Timeline. Leider stehen jedem Tweet nur ein auf drei Zeilen fix begrenzter Bereich zur Verfügung - längere Einträge muss man also extra aufrufen, kann dort immerhin per Steuerkreuz durch die Nachrichten schalten. Es wäre sicher kein Problem gewesen, dynamisch den Platz an die Länge der verschiedenen Tweets anzupassen!
Ansonsten gibt es an weitergehenden Funktionen "Suchen" und "Themen Trends", in den Profilen anderer Benutzer werden deren Following und Follower angezeigt, man kann Direktmitteilungen verschicken und auch das Verfolgen kündigen - ungünstig als "Verf. von [Name] aufh." bezeichnet (das "aufh." fällt weg, wenn der Username zu lang ist).
Twitters neues Retweeting und die Listen werden nicht unterstützt, natürlich auch keine Links oder Bilder (wäre eine Anzeige von TwitPic-Bildern so schwer?). Mentions ("@") und Hashtags ("#") in Tweets lassen sich leider nicht direkt aufrufen.
«Xbox LIVE Goldmitglieder können zukünftig direkt über ihre Xbox 360 twittern! Sie können eigene News posten oder die Tweets ihrer Freunde abonnieren, um so immer auf dem Laufenden zu sein. Alles ganz easy und bequem … von der Couch aus.»Fazit
Wer nicht konstant seinen Computer am Laufen hat oder kein Internet-fähiges Smartphone besitzt, dem dürften die beiden Anwendungen durchaus nützen, um sich schnell über Neuigkeiten zu informieren oder gar krampfig seinen Status durchzugeben. Natürlich wiegt das Fehlen einer WWW-Anbindung schwer (Videos, Links...), auch das Verwalten der eigenen Accounts ist nur am Computer möglich. Ich bin gespannt, ob v.a. die Twitter-Anwendung an neueste Entwicklungen angepasst werden wird. Bisher ungenutzt wurde ein möglicher Zugriff auf die Daten der Xbox 360, um bspw. einfach einen Tweet über aktuelle Spiele oder erreichte Erfolge zusammenklicken zu können.
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