Samstag, 22. September 2007

PC PowerPlay: Das war's! [Update IV]

Auf der Games Convention Anno 2004, da gab es eine sechzehnseitige Leseprobe der PC PowerPlay, CyPress' neues Flaggschiff im Kampf gegen die dicken Pötte GameStar und PC Games auf der rauhen See der PC-Spielemagazine.

Keine Kosten und Mühen hatte man gescheut und beinahe jeden namhaften Redakteur von der Konkurrenz abgeworben: In der GC-Ausgabe wurde der interessierte Leser von Martin Deppe, Florian Stangl, Michael Galuschka, Rüdiger Steidle, Georg Valtin und Patrick Hartmann begrüßt!
Dazu ein prominenter Heftname, denn "PowerPlay" hieß schon eine legendäre PC-Spielezeitschrift in den 1990ern.

Jedoch wollte sich der wirtschaftliche Erfolg gemessen an den Verkaufs- und Abonnentenzahlen im Folgenden nicht recht einstellen. Zu sehr ähnelte die PCPP der GameStar, der es Leser abzujagen galt. Da nützten auch umfangreiche Berichte und das schöne Testsystem mit betont subjektiven Wertungen von mehreren Redakteuren - im Gegensatz zum abstrusen, "transparenten" Additionssystem, welches die GS in Ausgabe 10/2004 mit großem Trara eingeführt hatte - nicht viel.

Die Irrfahrt des Verlags auf der verzweifelten Suche nach der Neuen Welt der hohen Auflage, die zu zahlreichen und halbherzigen Konzeptänderungen im Heft führte, hat "Evil" in seiner Chronologie des Scheiterns nachverfolgt: "Wie CyPress gegen die Wand gefahren wurde - Die Ära Bochdanovits ".

Der endgültige Schiffbruch passierte dann vermutlich mit der August-Ausgabe der PCPP, in der ein Trailer mit Hakenkreuzen auf die Cover-DVD gelangte, die komplette Auflage deshalb zurückgerufen wurde und Chefredakteur Martin Deppe anschließend in "Urlaub" ging. Bis heute gibt es nur noch den stellvertretenden Chefred Florian Stangl...

Irritierung löste auch der "abgehakt"-Eintrag in David Bergmanns Blog The X-Perience Anfang August aus, er ist aber noch in der aktuellen Oktober-PCPP schreibend vertreten.

Auf der letzten Heftseite findet sich dafür keine Vorschau auf die nächste Ausgabe, sondern nur Werbung für CyPress' "Entertainment Network" Cynamite.de (welches im Heft auch noch auf über fünf Seiten gefeaturet, während online die neueste PCPP noch gar nicht aufgeführt wird; Update: Mittlerweile ist dort auch die nun offiziell letzte Ausgabe 10/2007 gelistet).
Zumindest in der "Terminkalender"-Rubrik ist die nächste Ausgabe für den 31. Oktober angekündigt und auch sonst fallen im Heft keine Äußerungen auf, die auf das Ende der Zeitschrift hindeuteten.

Aber in den Foren der PC Games schrieb Redakteur "Burtchen" am 22.09.:
«Der Begriff "übernehmen der PCPP" ist rein rechtlich nicht ganz angebracht, aber "PCPP-Leser übernehmen" ist angesichts der Faktenlage sehr naheliegend. Mehr darf ich derzeit nicht sagen»
Als Ende 2000 der PC Joker eingestellt wurde, bekamen Abonnenten direkt die GameStar zugeschickt...

Aber erst einmal abwarten, wie es nun tatsächlich weitergeht und ob die PCPP wirklich nach 35 regulären Ausgaben ein unrühmliches Ende gefunden hat.

Update: In der Würzburger Mainpost stand am Samstag folgende Meldung:
«Cypress steht vor dem Aus
(md) Nach dem Verkauf zweier Zeitschriftentitel an die Fürther Computec Media steht die Höchberger Cypress GmbH, eine Tochter der Vogel Medien Gruppe in Würzburg, vor ihrem Ende. Immerhin: Etwa zwei Drittel der 45 Mitarbeiter werden zu Computec wechseln – oder beim Stammhaus unterkommen. Das teilte Vogel-Chef Claus Wüstenhagen dieser Zeitung auf Anfrage mit. [...]»
Der vollständige Artikel ist nur für registrierte User abrufbar, der restliche Wortlaut aber hier nachzulesen.

Update II: Am 24.09. meldete Redakteur Simon Fistrich folgende News auf Cynamite.de:
«Cynamite.de ab dem 1. Oktober bei der Computec Media AG [...]

Cynamite.de hat sich einen festen Platz in der Favoritenliste vieler Internetuser gesichert und das soll sich ab dem 1. Oktober 2007 unter der Flagge der Computec Media AG nicht ändern. Gemeinsam mit dem Cynamite.de-Team will die Computec Media AG weiter am Erfolg des beliebten Multiplattform-Portals arbeiten, um in Zukunft noch mehr topaktuelle Berichterstattung aus der Welt des Electronic Entertainment zu liefern.
Weitere Informationen folgen in Kürze.»
Im Forum ergänzt er: "Es gibt derzeit null Pläne, Cynamite.de einzustampfen. Im Gegenteil."

In Cynamite.de ist der offizielle Online-Auftritt der PC PowerPlay integriert. PCPP-Redakteur Simon Fistrich verkündet nun, die Website wird unter dem Dach von Computec fortgeführt und wohl ausgebaut.
Eine Zusammenlegung mit dem (grausigen) Internet-Angebot der PC Games ist also unwahrscheinlich, ebenso aber dass Computec die Zeitschrift PC PowerPlay übernimmt. Werden also vielleicht die PCPP-Schreiberlinge nach dem beschlossenen Ende des Printmagazins zu reinen Online-Redakteuren...?

Update III: Während offiziell von CyPress oder auf Cynamite.de natürlich noch nix darüber zu lesen ist, informiert die PC Games am 28.09. über redaktionelle Umstrukturierungsmaßnahmen:
«1. Games Aktuell / Cynamite.de
Objektleiter wird Ahmet Iscitürk / Thomas Szedlak wird Chefredakteur

[...] Cynamite.de bleibt ein unabhängiges Entertainment-Portal, wird aber künftig "powered by Games Aktuell" sein. Der bisherige Cynamite.de-Chefredakteur Florian Stangl wird eine wichtige leitende Position im von Justin Stolzenberg geleiteten Bereich Neue Medien einnehmen. [...]

4. PC Powerplay künftig bei PC Games und PC Action

Die Fans von PC Powerplay werden künftig von den PC-Spielemagazinen der Computec Media AG bedient. Je nach Geschmack haben die PC-Powerplay-Abonnenten die freie Wahl zwischen einem Abonnement der PC Games und der PC Action, die beide von Petra Fröhlich als Objektleiterin und Chefredakteurin geführt werden.»
In den Kommentaren zu dem PC Games-Artikel wird erläutert, dass ein PCPP-Abo ohne Aufpreis automatisch in eines der PCG umgewandelt wird. Wer lieber die PC Action will (wer schon?!), "wird rechtzeitig eine Gelegenheit haben zu wählen".

Zur Zukunft der PCPP-Truppe: Simon Fistrich wird wie erwartet zu Cynamite.de wechseln. Nach diesem Forumsthema scheinen David Bergmann und Susanne Braun zu gehen und Michael Galuschka erstmal irgendwo bei CyPress zu verbleiben. Von Sascha Bergmann, dem letzten noch fehlenden festen Redakteur im in den letzten Monaten zusammengeschrumpften Team, ist noch nichts bekannt, ebensowenig von den Layoutern und DVD-Produzenten. Und Ex-Chefredakteur Martin Deppe ist immer noch untergetaucht.

Still verstarb die PC PowerPlay, ein unrühmliches Ende für ein ambitioniertes, letztendlich aber gescheitertes Vorhaben...

Update IV: Evil hat in seinem Magaziniac eine interessante Aussage von Florian Stangl vom 15.10. aufgespürt, die ich hier auch wiedergebe:
«Klarstellung
Florian Stangl

Computec Media hat Cypress nicht gekauft und dann PCP eingestellt, damit ein Konkurrent weniger auf dem Markt ist. Das ist falsch.
Richtig ist, dass der Vogel-Konzern, zu dem Cypress bislang gehörte, einen Käufer für den Verlag oder Teile des Verlags suchte. Und Computec hat Teile übernommen, der Rest des Cypress-Verlags wird - salopp formuliert - dicht gemacht. PCP hat immer rote Zahlen geschrieben, so traurig es ist. Und da es keine Perspektive auf Besserung gibt, hat sich kein Käufer gefunden, der das Heft weiterführen will.»
PS: Mittlerweile ist Cynamite.de auch "powered by Games Aktuell".

Donnerstag, 20. September 2007

Rumble in the Sixaxis

Ja, wir lieben alle Sony. Unzählige PR-Desaster des PlayStation-Machers in der Vergangenheit trugen zur weltweiten Belustigung bei. Nun gibt es zur Tokyo Game Show wieder etwas zu lachen, auch wenn es schlussendlich sogar dem Verbraucher zugute kommen wird.

Im Februar tönte Phil Harrison, SCEEs President of Worldwide Studios, gegenüber GameDaily BIZ:
«I believe that the Sixaxis controller offers game designers and developers far more opportunity for future innovation than rumble ever did. Now, rumble I think was the last generation feature; it's not the next-generation feature. I think motion sensitivity is.»
Einen Monat danach dementierte Dave Karraker, SCEAs (früherer) Director of Corporate Communications, Gerüchte um einen neuen Controller:
«We have not added rumble [to PS3], and have no announcements regarding this feature.» (GamePro)
Na ja, heute wurde dann doch ein überarbeiteter "Sixaxis"-Controller inklusive Rumble-Funktion angekündigt, der "DualShock 3":
«Sony Computer Entertainment Inc. (SCEI) today announced that it would release DUALSHOCK®3 Wireless Controller, a new controller for PLAYSTATION®3 (PS3®) incorporating a rumble feature, in Japan in November as a separately sold accessory. It inherits the basic design and functionality of the popular PlayStation® controller, while keeping the high-precision, high response motion sensitive six-axis sensing system. Introduction to North American and European markets is expected in spring 2008.

The added rumble feature, combined with the highly realistic motion sensitive six-axis sensing system, takes gamers deeper into the world of interactivity, delivering a more intuitive, realistic and immersive game play experience. The new controller will also benefit PS3 content creators, by giving them the ability to further expand their creative imagination. PS3 titles that are already in the market may become compatible with the rumble feature through software update.

With DUALSHOCK 3 and the attractive lineup of PS3 titles incorporating the rumble feature, SCEI will introduce more new ways of enjoyment that can only be found on PS3, and will further redefine the world of entertainment.»
Bemerkenswert, dass bei älteren Spiele scheinbar problemlos per Online-Update die Rumble-Unterstützung nachgerüstet werden kann.
Und während in Japan der neue Controller schon in zwei Monaten auf den Markt kommt, wird der Westen auf Frühling 2008 vertröstet. Ob dann aber wirklich Europa bedient wird, bleibt angesichts der Verzögerungen beim PS3-Launch abzuwarten.

Interessant wäre zu wissen, welche Technologie Sony nun genau benutzt hat, denn "offiziell" konnte man damals nicht gleichzeitig Rumble und die Sixaxis-Neigungstechnik einbauen. Währenddessen lag aber Sony noch im Rechtsstreit mit Immersion - Sony soll deren patentierte Rumble-Technologie unlizensiert benutzt haben -, der erst Anfang März beigelegt wurde.

Samstag, 8. September 2007

28 Weeks Later

Fünf Jahre nachdem Danny Boyle in 28 Days Later den Zombies das Rennen beigebracht hatte (okay, eigentlich waren es keine echten Untoten), läuft nun die Fortsetzung 28 Weeks Later in den Kinos.

Der hochansteckende Virus, der jeden in eine rasende, blutrünstige Bestie verwandelt, hat ganz Großbritannien entvölkert, jetzt beginnt die Wiederbesiedelung der Insel unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Doch ausgestorben ist die Infektion natürlich noch nicht...

Die Einleitung des Films ähnelt der des Dawn of the Dead-Remakes: Nach einem beschaulichen Beginn bricht die Hölle los! Zwar wackelt bei 28 Weeks Later leider die Kamera sehr oft hektisch herum, aber zusammen mit der immer treibenderen Musik wird man geradezu mitgerissen.

Dann gibt's einen kleinen Zeitsprung und der Film macht eine Vollbremsung, um ein paar Charaktere einzuführen. Bald darauf wird die Geschichte durch die selten dämlichen Handlungen der beiden Kinder in Gang gebracht; leider wird dies nicht die letzte unlogische und schwer nachvollziehbare Wendung im Film bleiben!
Denn nachdem die Seuche erneut ausgebrochen ist, wechselt sich eine harte Actionszene mit einer dümmlichen Aktion ab, um daraus mehr Action im menschenleeren London zeigen zu können usw. usf.

Dabei ist hervorzuheben, dass der Film eine überraschende Härte aufweist: Blut kotzen ist Standard, aber dass sowohl Zombies als auch Passanten (!) umgenietet, verbrannt und vergast werden, erstaunt schon einigermaßen. Es ist also ordentlich was los auf der Leinwand, nur trübt der löchrig-unlogische Handlungsverlauf den Spaß nicht unwesentlich. [3/5]

28 Weeks Later
GB 2007 | IMDb | OFDb
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Buch: Rowan Joffe, Juan Carlos Fresnadillo
Darsteller: Robert Carlyle, Jeremy Renner, Imogen Poots, Catherine McCormack u.a.

Donnerstag, 6. September 2007

1 Jahr HomiBlog

Hui, jetzt hab ich mein einjähriges Jubiläum doch glatt um ein vier Tage verpennt. Ja, äh, also HomiBlog bei Twoday.net gibt es nun also schon ein ganzes Jahr. Übermäßig viel habe ich nun nicht "gebloggt", aber ein paar nette Einträge sind meiner Meinung schon dabei. Bin auch eher Fan von gehaltvollen Artikeln anstatt kurzer daily entries.

Viele Leser habe ich, glaube ich, aber nicht. Eine Zugriffsstatistik konnte ich bei Twoday auch nicht entdecken, aber egal - die meisten Blogger schreiben doch eh um des Schreibens Willen ;-). Mal sehen, was in der Zukunft so kommt, vielleicht mehr Beiträge von "Gastautoren". Als nächstes erst einmal eine kleine Rezi zum mittelprächtigen 28 Weeks later.

GamePro und GameStar feiern übrigens auch Jubiläen: Erstere wird fünf Jahre alt, zweitere gar zehn - beide Magazine lese ich seit den Erstausgaben! Wie die Zeit vergeht...
Die jeweiligen Geburtstagsspecials in den Heften sind aber nichts Besonderes, aber man kann noch einmal prägnant rekapitulieren, was sich in den letzten Jahren in der Games-Branche getan hat.

Samstag, 1. September 2007

Fantasy Filmfest 2007

Genau vor der Games Convention in Leipzig gastiert das Fantasy Filmfest in Hamburg, das ich seit 1999 besuche. Die Zeiten, in denen fünf Filme am Stück (!) geschaut wurden, sind jedoch schon lange vorbei, dieses Jahr gab's insgesamt sogar nur fünf Filme.

Botched von Kit Ryan (GB 2007) - Fr., 17.08., 23:30

Ein schnörkelloser No-Brainer: Nach wenigen Spielminuten sind die Protagonisten schon in der 13. Etage eines russischen Hochhauses gefangen und werden von einem wahnsinnigen Möchtegern-Ivan-der-Schreckliche (oder Aragorn-Verschnitt) gejagt.
Es folgt eine muntere Verfolgungsjagd durch trostlose Gänge, immer bedroht durch Schwertschwinger Ivan und seinen tödlichen Fallen... Amüsante Dialoge, surreale Szenen und spaßiger Splatter kommen ebenfalls vor, insofern ist Botched einfach sehr unterhaltsam. [4/5]

Get Shorty - Sa., 18.08., 17:00

Das diesjährige Kurzfilmprogramm hatte neun Werke im Angebot, die jedoch leider größtenteils eher durchwachsen waren. Wenn die filmische Umsetzung und Inszenierung gelang, war der Inhalt dagegen schwach.
Am schlimmsten der Auftakt mit dem französischen Kiss and Death ('07, von Guillaume Aurousseau): Trotz netter Bilder einfach zu lang, während auch ungefähr gar nix passierte.
The Handyman (USA '07, von Simon Rumley) mit Greta Scacchi bot keine Überraschungen in einer lahmen Geschichte, Sprössling (D '06, von Anne Breymann) ist ein nettes Stop-Motion-Filmchen, leider auch zum Ende recht vorhersehbar.
Little Brats (F '06, von Pierre-Louis Levacher) zeigte - offscreen - polititisch-unkorrekte, aber unernste Zerlegung von aufmüpfigen Kindern. Im schwarz-weißen The Listening Dead (USA '06, von Phil Mucci) hilft ein Geist einem Komponisten gegen dessen nervige Frau - stilistisch gut gemacht!
Der spanische Happy Birthday 2 You ('06, von David Alcalde) war der härteste Kurzfilm, düster und mit bösem Ende. Guilt (USA '05, von Bill Oliver) scheint zu Beginn fröhlicher, schließt aber auch sehr bitter ab.
Im netten Itsy Bitsy (USA '06, von David May) jagt ein Paar eine CGI-Riesenspinne, während der ruhige und schön gefilmte Little Lise (DK '05, von Benjamin Holmsteen) leider mit einer vorhersehbaren Ende "überrascht".

Fido von Andrew Currie (CDN 2006) - So., 19.08., 21:15

Eine humorvolle Variante des Zombie-Themas: In einer braven Welt der 1950er Jahre sind Zombies als Arbeitssklaven allgegenwärtig, nur hin und wieder trüben amoklaufende Untote die perfekte Vorstadtfassade. Hausfrau Carrie-Anne Moss schaft sich auch einen Zombie als Hilfe an, mit dem sich ihr einsamer Sohn alsbald anfreundet...
Nach längerer Anlaufzeit entwickelt sich ein recht fieses Abenteuer, dessen Witz oft zwischen den Zeilen hervorkriecht. Allzu blutig wird's aber nicht, dazu ist Fido doch zu mainstreamig, aber sympathisch. [4/5]

End of the Line von Maurice Devereaux (CDN 2006) - Di., 21.08., 19:00

Ein U-Bahn-Film: Kontroll oder doch Creep-Müll? Zu Beginn kommen die obligatorischen Schockeffekte (vorhersehbar, aber trotzdem packend), doch dann schwenkt der Film eher auf die psychologische Schiene ein. Sektenanhänger bekommen das Ende der Welt mitgeteilt und sollen noch möglichst viele Ungläubige "erretten", also mal schnell umbringen. Die Figuren - auch die Schurken - werden erstaunlich vielseitig gezeichnet, zudem sind manche Szenen ziemlich harter Tobak. Eine hirnlose Metzelorgie ist End of the Line nie (aber schon eine Metzelorgie). Und das Ende, ja, das ist brilliant! [5/5]

The Signal von David Bruckner, Dan Bush und Jacob Gentry (USA 2007) - Di., 21.08., 21:15

Positive Überraschung, Teil zwei. Zu Beginn wurde vom Veranstalter noch erklärt, dass der Film momentan in einem Rechtsstreit wegen der Filmmusik liegt und sicher noch etwas entschärft werden wird. Das klingt doch gut, da fühlt man sich gleich exklusiver.
Ein allgegenwärtiges Signal setzt moralische Schranken außer Kraft und verwandelt die Menschen in rasende Gewalttäter. Der Film beleuchtet die Erlebnisse von einigen Personen in drei Teilen, jeder von einem anderen Regisseur inszeniert, wodurch im Verlauf tolle Perspektivwechsel entstehen. Die hervorragende Inszenierung, einige aberwitzigen Szenen plus brutaler Ausbrüche erstaunen, nur das Ende zieht sich leider etwas hin. [4/5]

Alles in allem hat sich das FFF wieder gelohnt; die Filme, die ich gesehen habe, waren überraschend gut oder anders als erwartet (abgesehen von Get Shorty). Festivalatmosphäre kommt im CinemaxX natürlich nicht auf, dafür sieht man viele Gesichter aus den letzten Jahren. Und Bela B. war auch erneut am Start (wer zu spät kommt, muss eben ganz vorne außen sitzen - oder bessere Solo-Alben aufnehmen).

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