Sonntag, 11. Mai 2008

Gods - Lands of Infinity [Update]

Heute habe ich Gods - Lands of Infinity durchgespielt, ein ziemlich unbekanntes Rollenspiel, was man am Fehlen von GameFAQs erkennt (eine einfache Lösung gibt es hier [R.I.P.] oder bei IGN). Der SpielerVier hatte das slowakische Low-Budget-Rollenspiel wohlwollend vorgestellt, die Printmedien... nicht!

Wieder einmal wurde die tatsächliche Qualität eines Spiels aufgrund falscher Erwartungen übersehen. Es mag zwar unfair sein, die Tests der Zeitschriften nun auf Basis des gepatchten Spiels zu kritisieren, aber auf vom Patch behobene Details gehen die Reviews eh nicht ein - und außerdem erschien nur der letzte Patch 1.40 kurz nach GameStar 9/2006 (ich wünsche seit langem, dass die getestete Version angegeben wird).

PC Games, Thomas Weiß in 8/2006 (48%)
«Dass "deutsche Texte" als Feature auf der Packung auftauchen, lässt erahnen, wie es um den Rest steht:»
Wenn aber ein Spiel mal nicht in Deutsch ist, zählt das schon als Kritikpunkt...
«Gods ist ein Rollenspiel für Geschmacksverirrte, die Namen wie Arswaargh oder Svatopluck für eine gute Sache halten.»
An Svatopluck kann ich mich gerade nicht erinnern, aber schön, dass sich über Geschmack streiten lässt.
«Gespielt wird als Vivien, die nach Betätigung der Tastatur durch eine angeblich "fotorealistische Umgebung" schwankt. In Wahrheit ist sie nicht schöner als ein Backstein.»
Schwanken? Und die Grafik ist sicher nicht besonders herausragend, aber insgesamt durchaus stimmig. Aber immer schön am Packungstext des Publishers hochziehen...
«Bei Gegnerkontakt führt Vivien Rundenkämpfe, während die Kamera Karussell fährt. Das würde Dynamik erzeugen, so es denn klappte.»
Ja, die Kampfkamera wackelt unansehnlich herum - deswegen habe ich sie auch in den Optionen ausgestellt (Patch 1.40).
«Amüsant ist die Sprachausgabe: Ein einziger Sprecher vertonte Armeen an Figuren - in einer Stimme wie geschaffen für Vokabeltrainer vom Grabbeltisch.»
Sprachausgabe gibt es nur in Ausnahmefällen bzw. als Begrüßungssatz der verschiedenen Händler, insofern stört es nicht wirklich. Eine weibliche Stimmen gibt es übrigens auch.

GameStar, Daniel Matschijewsky in 9/2006 (45%)
«Ein Rollenspiel, das keine Rolle spielt.

Götter, zürnt nicht wegen Gods! Es will wie Gothic 2 sein, doch es ist nur ein öder Klon.»
Wer sagt, dass es wie Gothic 2 sein will!?
«Die Quests langweilen, die Welt ist detailarm und leblos. Auch die rundenbasierten Kämpfe nerven, da sie stets gleich ablaufen.»
Es stimmt, die Quests sind kaum besonders spannend, treiben aber die Handlung voran. Optionale Quests sind in der Tat rar gesäht und kommen eher in der ersten Spielhälfte vor. Die Welt ist zwar klein und in separate Örtlichkeiten aufgeteilt, aber sicher nicht leblos - andererseits will es halt auch kein Gothic mit Tagesabläufen und vielschichtigen Charakteren sein. Und komisch, dass die Kämpfe immer gleich ablaufen - liegt vielleicht daran, dass es immer dasselbe Kampfsystem bleibt!? Oder weil man mit Level 4 wie auf dem Screenshot im Heft erkennbar noch nicht viele Manöver beherrscht.
«Das Lustige an Gods sind eigentlich nur die von Publisher Frogster hochgelobten Features auf der Rückseite der Verpackung. Da ist zum Beispiel von einer epischen Story mit abwechslungsreichen Handlungssträngen die Rede.»
Das Lustige an GameStar ist, dass der Test eine Ausgabe nach dem PC Games-Review sich ebenfalls an den Packungstexten hochzieht.
«In Wahrheit steuern Sie die langweilige Heldin Lydia (übrigens der einzige Charakter) durch eine noch langweiligere Geschichte um Götter, die auf der irdischen Welt Bellarion ihre finale Schlacht austragen.»
In Wahrheit heißt die Heldin im Spiel Vivien, auch wenn auf der "lustigen" Verpackung Lydia steht. Sie ist der Hauptcharaker, aber es schließen sich ihr vorrübergehend auch weitere Begleiter an - wie auf dem Screenshot im Heft und auch auf der Packung erkenntlich.
«Von dem Krieg bekommen Sie jedoch kaum etwas mit, da Sie ständig mit öden Botengängen und dem Bekämpfen von Wölfen oder Orks beschäftigt sind.»
Die Hintergrundgeschichte spielt in der Tat leider lange Zeit kaum eine Rolle und scheint zudem sehr losgelöst vom Spielgeschehen selbst. Nur liegt dies nicht an ablenkenden Botengängen, die auch gar nicht "ständig" auftauchen. Und mehr Gegner gibt es jenseits von Level 4... Jedoch lässt deren Vielfalt insgesamt schon zu wünschen übrig.
«Kommen Sie in die Reichweite eines Feindes, schaltet das Spiel in den rundenbasierten Gefechtsmodus. Trotz diverser Taktikmöglichkeiten (Heilung oder besonders starker Angriff?) gewinnen Sie immer auf dieselbe Weise.»
Hat GameStar eine tolle Geheimtaktik gefunden? Oder auf "leicht" gespielt? Oder halt nur bis Charakterlevel 4? Es trifft bei einer kleinen Party aber zu, dass die effektiven Taktiken dort begrenzt sind.
«Doch zurück zur Packung: "Animierte Landschaft und fotorealistische Umgebung" steht da. In Sachen Detailfülle, Animationen und Effekten sieht aber selbst das über vier Jahre alte Gothic 2 besser aus. Bleibt nur noch zu beten: Ihr Götter, blickt lieber nach Oblivion. Denn dort ist alles besser.»
Ja, das Lesen der Packung bzw. des PCG-Reviews ist auch viel entspannter als Gods ordentlich zu testen. Die Grafik ist nicht gut, aber durchaus stimmungsvoll und mit netten Shader-Effekten verziert. Oblivion mag "besser" sein, aber vor allem anders.
«[Meinungskasten] Von wegen göttlich: Eine ganz persönliche Frage an die Macher von Gods: Kennt ihr Oblivion, Knights of the Old Republic 2 oder das uralte, aber immer noch brillante Gothic 2? Wenn nicht, dann solltet ihr die Titel unbedingt mal ausprobieren. So würde die Wahrscheinlichkeit auf Null sinken, dass ihr noch einmal so ein ödes Möchtegern-Rollenspiel entwickelt.»
Im Gegensatz zu den drei erwähnten Titeln ist Gods ein klassisches PC-Rollenspiel gepaart mit einem konsolentypischen Kampfsystem. Wer ein RPG der alten Schule sucht, wird es nicht "öde" finden.
«Denn in Gods motivieren weder die Story noch die Charakterentwicklung oder das Kampfsystem. Und damit ist dieser Titel überflüssig.»
Die Geschichte ist in der Tat ein Schwachpunkt, vor allem da ein bedeutender Götterkonflikt thematisiert wird, der so nicht passiert. Aber das einfache Verbessern und Aufrüsten der Charaktere hält einen bei der Stange, ebenso wie die vielleicht nicht immer abwechslungsreichen, aber vor allem später durchaus taktischen Kämpfe.

Update: Abschließend und nachträglich meine Einschätzung zu Gods - und wie damals der SpielerVier kann eine uneingeschränkte Empfehlung nicht erfolgen. Die Kritikpunkte in den oben zitierten Tests treffen im Kern schon zu und ich habe selbst noch einige nervige Kleinigkeiten bemerkt, aber wer Rollenspiele klassischer Bauart wie Wizards & Warriors (Heuristic Park 2000) oder Wizardry 8 (Sir-Tech 2001) mag, sollte ruhig zugreifen. Eine packend inszenierte und spannende Geschichte darf man halt nicht erwarten.

Trotz diverser Detailmängel - die Bedienung ist z.B. etwas umständlich, das unausgegorene Alchemiesystem überflüssig, die Animationen sind hakelig - macht Gods Spaß, weil es eben nicht übermäßig komplex ist: Sowohl Charakterentwicklung als auch Kampfsystem sind einfach zu verstehen, letzteres besonders im späteren Verlauf mit größerer Party aber nicht anspruchslos (einige Gefährten gehen leider ohne direkte Vorwarnung inklusive ihres Inventars, also save often, save early), und in der kleinteiligen Spielwelt wird man sich - auch dank guter Automap - nicht verirren.
Es ist eben keine Gothic'sche Mittelaltersimulation, denn Häuser lassen sich grundsätzlich nicht betreten, die zweckmäßigen NPCs von Tageszeiten nicht beeindrucken, Forschernaturen werden (leider) auch nur spärlich belohnt. Und wer immer die beste Ausrüstung haben will, muss ausgiebig Handel treiben, während man niemals in Dungeons hinabsteigen oder mit Rätseln hadern wird.

Gods ist ein sympathisches Spiel mit Ecken und Kanten, welches nicht kaum nervt und nicht überfordert. Das nächste Ziel ist immer vor Augen und man muss keine Angst vor "Verskillen" oder endlosem "Aufleveln" haben; ich habe normalerweise alle der meist nicht wiederkehrenden Gegner in den einzelnen Locations erledigt und kam ohne astronomisch teures High-End-Equipment sehr gut klar. Nur zwei Kämpfe waren übermäßig schwer - und im letzten Spielabschnitt musste ich dann doch auf den leichten Schwierigkeitsgrad wechseln, weil jeder Kampf Russisches Roulette darstellte. Das trifft aber nicht aufs Spiel zu.

PS: Anfang 2007 erschien eine vor allem technisch verbesserte Special Edition, die es aber meines Wissens nicht nach Deutschland geschafft hat.

Gods - Lands of Infinity (PC)
Frogster/Cypron Studios 2006 | MobyGames | OGDb
Update: Link zum SpielerVier-Artikel

Mittwoch, 7. Mai 2008

Social Networking mit CD WOW!

Vor einiger Zeit hatte ich zum ersten Mal The Legend of Zelda: Link's Awakening gespielt und plante einen Vergleich mit dem 14 Jahre jüngeren Phantom Hourglass-Ableger, welcher sicher bald in meinen Händen wäre, denn der End of Level Boss wies am 27. Februar auf eine 24-Stunden-Sonderaktion bei CD WOW! hin. Doch sollte ich mehr als ein Stundenglas beim Warten auf die Sendung brauchen und am Ende mein Spiel sich gar als Phantom entpuppen...

Die Bestellung lief ohne Probleme: Eine Registrierung bei CD WOW! - früher absoluter Geheimtipp für spottbillige CDs - war nicht nötig, ich konnte die 19,99 € bequem per giropay zahlen (abgewickelt über Paynova) und bekam eine Versandbestätigung am 29. Februar; CD WOW! versendet weltweit versandkostenfrei aus Hongkong, weswegen die Lieferzeit fünf bis sieben Werktage beträgt. Im Nachhinein fiel mir zwar ein, dass ich wahrscheinlich nicht die deutsche Version bekommen würde, aber das war mir relativ egal (leider bietet CD WOW! keine Versionsangaben zu den angebotenen Titeln).

Am 12. März hatte ich noch kein Spiel, also eine Mail an den Support geschickt. Noch am selben Tag meldete sich Johanna bei mir und stellte fest, "dass viele unserer Bestellungen mit dem Versanddatum noch nicht bei unseren Kunden eingetroffen sind." Der Zoll habe meine Ware wohl länger aufgehalten und ich möge doch noch bitte vier bis fünf Tage Geduld haben. Kein Ding!

Am 19. März ging dann meine nächste Mail an CD WOW! raus und ich bekam erneut sofort Antwort, nun von Sarah. Der Zoll habe die Ware erst am Dienstag freigegeben, die daher in ein bis zwei Werktagen da sein sollte - ein "absoluter Einzelfall". Immerhin muss neben der schnellen Reaktion auch der Tonfall des Supports gelobt werden: "Lassen Sie mich wissen, wenn ich sonst noch etwas für Sie tun kann."

Und das tat ich am 27. März. Wie gewohnt unmittelbare Antwort - aber nun plötzlich aus England und von Craig: "Can we please ask you to kindly write back in English, if possible [...]." Hm...

Wie auch immer, ich umriss kurz das Geschehen und Jacob zeigte sich am 29. März betroffen: "[...] sorry to hear you are still yet to receive your order - it really should have reached you by now." Indeed! Obwohl ich meine Adresse in der vorherigen Mail angegeben hatte, sollte ich sie noch einmal mitteilen. Auf meine Frage in derselben Mail, warum ich denn nun plötzlich Englisch schreiben müsse, hieß es: "Also like to inform you that at present we have our customer service only in english." Aha.

Am 31. März informierte mich Ersin dann, dass eine Ersatzlieferung auf den Weg gebracht wird, die auch am 3. April versandt wurde. Angekommen ist aber nie etwas, weswegen ich dezent "pissed" am 29. April CD WOW! mitteilte, dass Link immer noch nicht meinen DS besucht hat.

Kim war sofort "very sorry to hear you have not received the replacement either." Die Firmenpolitik ließe aber nur eine Ersatzlieferung zu (sonst könnte in der Tat jeder dauernd behaupten, nichts erhalten zu haben). Es werde also eine Rücküberweisung geben, die am 5. Mai auch ausgeführt wurde.

Und gestern Abend las ich, dass der End of Level Boss das Gleiche erlebt hat...

PS: Sofern CD WOW! wirklich beide Male die Spiele versandt hat: Ich hoffe die betroffenen Zollbeamten oder Postboten hatten viel Spaß mit Phantom Hourglass.

Sonntag, 4. Mai 2008

Is it that good?

GTA4 (GR)
(GameRankings.com)
GTA4 4 (MC)
(metacritic.com)

Movie Shortcuts by Dämlord

Der Dämlord hat drei kurze Filmrezensionen für euch:

Das perfekte Verbrechen von Gregory Hoblit (USA 2007)

Ted Crawford AKA Anthony "Hannibal" Hopkins erfährt, dass seine Frau Jennifer (Embeth Davidtz) ihn fleißig mit dem Polizisten Robert Nunally (Billy Burke) betrügt. Der Gehörnte fletscht die Zähne und entledigt sich mittels Waffengewalt seiner untreuen Ehefrau.

Ein Sunnyboy-Staatsanwalt names Willy Beachum (Ryan Gosling) sieht in dem vermeintlich offensichtlichen Verbrechen seine Chance, die Karriereleiter weiter hinauf zu klettern, und übernimmt die Anklage - doch Anthony Hopkins hat noch einige Überraschungen in petto...

Ich habe den Film bei zwei Bier und einer Pizza gesehen und fühlte mich die ganze Laufzeit über gut unterhalten und - nein - es lag nicht am Bier. Es ist spannend zu sehen, wie das scheinbare eindeutige Verbrechen nach und nach in ein perfides Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Anwalt ausartet. Die Frage nach dem "Wie" zieht sich als roter Faden durch den Film, die Auflösung ist letztlich tricky und zum Abspann hin denkt der geneigte Zuschauer: "Was für ein intelligenter Film!"

Ist dem denn nicht so? Nun ja, nachdem ich die Pizza verdaut und mir die Ausübung des Verbrechens noch einmal vergegenwärtigt hatte, ist mir klar geworden, dass das "perfekte" Verbrechen doch auf ziemlich
wackligen Beinen steht und im eigentlichen Sinne viel zu konstruiert auf dem Faktor Zufall aufgebaut ist. Dadurch geht dem Film leider eine gehörige Portion Glaubwürdigkeit flöten. [3/5]

I am Legend von Francis Lawrence (USA 2007)

Ein von Menschenhand geschaffener Virus rafft die gesamte Menschheit dahin! Sagte ich die ganze Menschheit? Okay, ich korrigiere: Die gesamte Menschheit, bis auf Einen - "the only one" Will Smith!

Wieso hat Will Smith überlebt? Wahrscheinlich weil er gerade der "preiswerteste" Charaktermime auf'm Markt war, höhö...
Macht es denn Spaß, Will Smith als neuzeitlichen Mad Max zu begucken? Nicht wirklich. Optisch und atmosphärisch vermag die erste Stunde noch durchaus zu überzeugen, bis Hollywood die offensichtlich CGI-(de)generierten Endzeitvampire auspackt - ab da wird es strunzlangweilig und schrecklich vorhersehbar. Potential ganz klar verschenkt und unterdurchschnittlich! [2/5]

Motel von Nimród Antal (USA 2007)

Sehr aussagekräftiger Titel... Bei diesem Film aber von einer Story zu sprechen, wäre leicht übertrieben, sprechen wir daher eher von einem Aufhänger:
Ein junges Pärchen (Kate Beckinsale und Luke Wilson) bleibt des Nachts mit dem Auto mitten in der amerikanischen Pampa liegen, doch welch ein (Un)Glück, denn ein paar Meter weiter finden die beiden - Zufall und Drehbuchautoren sei Dank - tatsächlich ein leicht versifftes Motel mit einem ziemlich dubiosen Hotelchef...

Klingt ziemlich vorhersehbar und das ist es auch! Der zwielichtige Hotelier, die unheilschwangere Grundstimmung, die blassen Charaktere sowie der Horror, der auf einmal über die Protagonisten hereinbricht - all das hat man schon in unzähligen Genrefilmen gesehen.

Während des Films fragte ich mich daher des Öfteren nach der Daseinsberechtigung dieses Machwerks. Der Schund bietet bis auf eine nett anzusehende Beckinsale keinerlei Schauwerte, Überraschungen oder Innovationen, nicht einmal Nuancen davon, gar nix! Da kann ich auch Gras beim Wachsen zusehen und hätte meine Lebenszeit deutlich sinnvoller genutzt als diesen Müll zu sehen. Allein für den öden Mist schon eine Rezension zu verfassen, ist die Zeit eigentlich gar nicht wert! Mies, grottig, ich will mein Geld zurück! [01/5]

Montag, 28. April 2008

Späte Heftnotizen

Beinahe zum Erscheinen der nächsten Ausgaben will ich noch kurz meine Meinung zur zweiten gamesTM und anderen Magazinen kundtun.

gamesTM 05

Nach der gelungenen Erstausgabe kann auch das zweite, am 02.04. erschienene Heft insgesamt überzeugen. Der Umfang ist um acht Seiten auf 104 angewachsen, die Werbeanzeigen haben sich aber ebenfalls auf ca. 16 Seiten verdoppelt. Formal gibt es kleinere Änderungen:
Unleserliches Gelb wird nicht mehr für Text verwandt, die Gestaltung der Artikelanfänge wurde vereinheitlicht. Bei manchen Beiträgen vermisse ich immer noch den Verfasser (z.B. "Der Monat" in News und Tests), die Japankolumne "Kongetsu" fehlt ebenso wie die (wohl auch überflüssige) Erklärung des Wertungssystems. Der Hinweis auf games-tm.de-Zusatzinhalte steht nun auffällig und fett in der Kopfzeile einer Seite. Dafür ist das Covermotiv mit Mario Kart Wii gelungener als Vegas 2 in der vorherigen Ausgabe; der Heftrücken wird von einem Nintendo'schen Pilz und dem Spruch "Zu spielen liegt in der Natur des Menschen" geziert.

Es werden in gamesTM 05 im Gegensatz zur Erstausgabe mehr Spiele getestet als vorgestellt; das "Hitpotenzial" bei Previews wurde aber nicht entsorgt. Wie ausführlich Mario Kart Wii bei sechs Seiten Testbericht tatsächlich gespielt wurde (8,8 Punkte), ist mir übrigens nicht ganz klar: Es wird erwähnt, dass die gamesTM von der deutschen Testversion keine eigenen Screenshots machen durfte; die GamePro brachte erst am 11.04. ihren Online-Test.
Enttäuschend: Die wohl ziemlich geniale Adaption der Wii-Steuerung in Konamis Pro Evolution Soccer 2008 wird nicht gewürdigt, das Spiel wird gar mit einem 1/8-Seiten-"Test" und 7,4 Punkten abgespeist.

In der Erstausgabe wurden übrigens einige Texte aus dem Schwestermagazin 360 Live übernommen, interessanterweise mit marginalen Wertungsunterschieden: Condemned 2 landet in gamesTM bei 8,8 Punkten, in 360 Live sind es 9,0. Die Einzelnote "Steuerung" fällt in gamesTM trotz gleicher Kritik um einen Punkt auf sieben Punkte. Lost Odyssey bekam nur einen kurzen Test, die Wertung wurde aber ebenso um 0,2 Punkte auf 7,5 reduziert, gleiches bei FIFA Street 3 (7,5). Bei Bully: Die Ehrenrunde wird diese Regelmäßigkeit dann aber durchbrochen mit einem Absturz von 8,3 auf nun 7,5 Punkte. Richard Löwenstein offenbarte zum Heft-Launch: "Wir versuchen bei gamesTM von vornherein, die Zehner-Skala mehr aus zu nutze... man könnte auch sagen, wir werten strenger..."
Wie es nun bei der zweiten Ausgabe aussieht, weiß ich nicht. Es sollen in der Erstausgabe auch viele Inhalte von der englischen gamesTM "inspiriert" worden sein, ob als Übersetzungsvorlage oder nur thematische Inspiration ist mir nicht bekannt.

Die Reportagen konnten mich diesen Monat nicht vollends überzeugen: Der fünfseitige WiiWare-Bericht von Robert Bannert ist zwar interessant, lässt aber die Konkurrenzangebote von Microsoft und Sony ziemlich außer acht. Vom selben Autor stammen die nächsten vier Seiten über das Erwachen des "Giganten" Sony bzw. der PS3 - insgesamt leider wenig neues, zudem mit PR-Phrasen von Spieleentwickler; im Anschluss folgen noch zwei Seiten mit Minipreviews kommender PS3-Titel. Den Tiefpunkt stellt einige Seiten zuvor "Sternenfahrer" von Ann-Kristin Witter dar, die in der Erstausgabe gar nicht in Erscheinung getreten war. Hier wird recht ziellos über ein paar Science-Fiction-Spiele geschrieben, insgesamt wirkt der Bericht wie eine aufgeblähte Einleitung für den Heftinhalt.
Der Retrobereich ist gelungener, auch wenn mit Command & Conquer und Elite zwei sehr bekannte Spielereihen im Fokus stehen.

PS: Wie Evil in den zweiten Mediadaten des Heftes entdeckte, wird demnächst wohl das Heftformat auf 22 x 29,7 cm anwachsen, vielleicht als Reaktion auf Kritik an der zu kleinen Schrift.

PPS: Sönke Siemens und andere unterhielten sich am Ende des 41. Games und so-Podcasts anlässlich der neuen IVW-Zahlen und dieses Golem.de-Interviews mit PC Games-Chefin Petra Fröhlich über den Auflagenschwund und die Probleme bei Printmagazinen. (Hier die Reaktion des Gamona-Bosses Garry Leusch auf das Interview.)

GameFront 3/08

Von der GameFront, dem "Videogame Magazine For Insider" (sic!), erschien Anfang April auch die neue Ausgabe, korrekterweise noch als 3/08 bezeichnet. Die GameFront existiert nun schon seit fast 13 Jahren, hat es aber wegen zwei- bis dreimonatlicher (und mehr) Erscheinungsweise bisher auf nur 53 Ausgaben gebracht - in Schwarzweiß, aber damit ist nun Schluss:
Das Heft erstrahlt in Farbe! Leider wurde nur die Kopfzeile neu gestaltet, der Rest des Heftes ist teilweise extrem grausig gelayoutet ("Online Scout", "Chatterbox"); der Wertungskasten besteht immer noch aus StarCraft-Grafiken! Im Impressum wird versprochen, den "Gamefront Look" beizubehalten, dabei wäre es an der Zeit, endlich ein professionelleres Heftaussehen anzugehen. Und ein Endlektorat einzuführen, denn die Ablehnung der Redakteure gegen Bindestriche ist zwar bekannt, aber diese Ausgabe gibt es noch einige Buchstabendreher und auf Seite 42 gar einen doppelten Text.
Leider beträgt der Umfang bloß magere 54 Seiten bei immerhin nur knapp fünf Seiten Werbung; in den vergangenen Jahren waren es meist 60 oder gleich 68 Seiten.

GameStar 5/08

Interessanter Neuzugang in der April-GameStar: Martin Deppe, Chefredakteur der untergegangenen PC PowerPlay, der nach der "Hakenkreuz-Affäre" in Urlaub ging und seitdem vom Erdboden verschwunden war, schreibt als freier Mitarbeiter wieder für GameStar:
«Martin Deppe gehörte zum Gründungsteam von GameStar und war bis 2002 stellvertretender Chefredakteur. Heute arbeitet Martin als Spiele-Producer und freier Journalist.» (Editorial 5/08)

Freitag, 18. April 2008

Sorry, ELSA, ich geh' jetzt mit Alice

Es waren schöne Zeiten mit Dir, ELSA! Du kamst damals aus Aachen zu mir und als unsere Beziehung noch "basic" war, hattest Du mich bereits mit Deiner kurvenreichen Figur und weichen Haut verzaubert. Es tut mir leid, dass ich Dich dann schnöde verstieß, als mich Deine Maße von 5-6-k zwischenzeitlich nicht mehr reizten.

Du wusstest sicher damals schon, dass ich zurückkommen würde - alte Liebe rostet nicht. Mittlerweile warst Du gereift, von etwas spröder und kühler Erscheinung, ganz entsprechend Deines "Office"-Jobs - vielleicht auch wegen des Todes Deiner Eltern. Ich blieb Dir nun viele Jahre treu, selbst als sich alle Welt den Schnelllebigeren und Jüngeren zuzuwenden schien.

Bei Dir fand ich Halt und Erholung, Deine manchmal piepsige Stimme beruhigte mich und während wir oft lange beisammen saßen, gespannt aus dem Fenster zur Welt schauend, verlor ich mich in Deinen funkelnden Augen.

Doch jetzt ist es aus, unsere gemeinsamen Wege haben sich getrennt! Während Du verlässlich Deiner Arbeit nachgingst, aber nichts von Neuerungen oder Innovationen wissen wolltest, hat mich Deine jüngere Kollegin verführt. Alice nennt sie sich und ist schon ein ziemliches Geschoss! Eine schöne Hanseatin mit italienischen Wurzeln, die mir das Wunderland zeigen möchte. Da konnte ich doch nicht ablehnen, das verstehst Du hoffentlich, ELSA? Klar, die Landstraße führt auch zum Ziel, wie Du immer gesagt hast, aber auf der Autobahn geht es halt schneller voran.

Ich wünsche Dir trotzdem alles Gute für Deine Zukunft, denn auch wenn Dich viele ob Deiner Art mittlerweile belächeln: Für mich gehörst Du nicht zum alten Eisen. Aber fürs Erste bin ich lieber "die schönste Verbindung" eingegangen...

PS: Ich danke außerdem dem OnlineTimer Pro (trotz Bedienmängel) und dem onlinekosten.de Tarif-Agenten.

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