Freitag, 2. November 2012

Movie Month 10/2012

Von mir drüben bei den Zelluloidfreaks:

Samstag, 20. Oktober 2012

Fringe (5.03) [Update]

Die Suche nach den Videobändern geht los, Astrid und Walter finden das erste tief im Amber des Harvard-Labors. Es entpuppt sich als drittes Band, Walter hat damals offensichtlich die Reihenfolge vertauscht. Nach einem tiefen Zug aus der Bong und herrlichen Reaktionen vom restlichen Team (Astrids Augenroller!) schickt Video-Walter die Zuschauer zu Koordinaten mitten in der Pampa. Während Astrid im Labor zurückbleibt, um dem beschädigten Tape weitere Informationen zu entlocken (ein verlässlicheres Speichermedium war Walter damals wohl zu uncool, wie auch Polite Dissent findet), fahren Olivia, Peter, Etta - wie es sich für harte Rebellen gehört alle in Lederkluft - und Walter zum Zielort.

Da springen "Mutanten" hinter den Bäumen hervor und bringen das Team in ihr Lager (erst dort werden ihre Waffen abgenommen). Seit Jahrzehnten wohnen im futuristisch angehauchten Camp eine Gruppe Flüchtlinge, die sich der Aufzeichnung wichtiger Ereignisse der Menschheitsgeschichte seit der Besatzung verschrieben haben. Warum ein weißer Archivraum im kühlen Apple-Design in der Landschaft steht, ist unwichtig, denn der Archivar erkennt Walter aus Aufzeichnungen seines Vaters.

Nach etwas Recherche wird eine nahe Mine entdeckt, aus der fünf Wochen nach der Invasion ein Mann namens Donald - dunkles Haar, Ende 30 - einige seltsame Felsen barg, danach aber von den Beobachtern gefangen wurde. Obwohl sich Walter nicht an diesen Mann erinnern kann, ist das Ziel klar: Die Mine. Die Mutationen in Form schwarzer Hautverschuppungen droht auch das Fringe-Team zu befallen und in der Mine ist die Gefahr am größten (was genau die Veränderungen auslöst, bleibt diffus). Also beginnt Walter einen Schutzanzug zu basteln.

Derweil hat offenbar endlich einmal das lächerliche Überwachungssystem der Besatzer angeschlagen und das Team wurde irgendwie bei einer Reifenpanne holografiert. Zum Glück haben die Rebellen einen der Loyalisten auf ihrer Seite, wodurch Etta sogleich vor der nahenden Gefahr gewarnt wird. Die Telefonüberwachung hat sich in all den Jahren offenbar nicht weiterentwickelt; Cordial Deconstruction über den "unfähigsten Überwachungsstaat der Neuzeit" (Serienjunkies):
«[...] If the Fringe team is using some sort of advanced encryption tech that even the Observers can't decipher, the Observers should at least be able to detect that signal, and any such encrypted signal should be a massive red flag for resistance activity, right? For plot convenience sake, we'll have to assume some sort of special transmission technology/technique that goes unnoticed by the Observers.»
Die Zeit ist also knapp, leider fehlt Walter noch ein wichtiges Bauteil für seinen Anzug. Der Archivar drängt sie zur Flucht, sein Sohn hält ihn deswegen für feige und ab da ist eigentlich klar, dass der Vater über sich hinauswachsen und sterben wird. Peter spendet ihm dann Mut durch mitfühlendes Schulterklopfen und der Archivar opfert sich kurz darauf ohne das Wissen des Fringe-Teams, indem er die rötlichen Kristalle (Kerium? :-) ungeschützt aus der Mine holt und dabei umkommt. Dass diese vielleicht die Ursache der Mutationen sein könnten, kommt niemanden in den Sinn, so Polite Dissent. Die anschließende Flucht gelingt natürlich, auch weil die Loyalisten nur mit schnöden Autos anrücken, wie Cordial Deconstruction und Polite Dissent kopfschüttelnd bemerken. "Sw2012" für Serienjunkies sieht dort das "Borg-Problem": Der Feind sei so übermächtig, dass man ihn nicht in die Nähe seiner Figuren lassen darf. Daher "könnten wir uns jetzt schon Gedanken machen, was der SPOF der Observer sein wird. Vermutlich ist es aber etwas, das wir noch gar nicht gesehen haben."

Eine durchwachsene und untentschlossene Folge, welche die Probleme der aktuellen Staffel gut illustriert. Die konstruierte Suche nach den Bestandteilen für die Waffe ist bisher wenig spannend, denn es ist nichts über das fertige Produkt oder die Bauteile bekannt, Zeitdruck fühlt man kaum und die Beobachter sind dem Fringe-Team nicht wirklich auf den Fersen. Mich hat gewundert, dass nicht nach dem energiereichen Mineral Amphilizit gesucht wurde, das in der letzten Staffel von (vorübergehend) großer Bedeutung war. Aber wahrscheinlich wurde dieser Zopf ebenfalls abgeschnitten und Serienjunkies fragt sich, was eigentlich mit dem Paralleluniversum passiert ist.

Immerhin erwähnt Olivia die Cortexiphan-Versuche beim wöchentlichen Seelenstriptease: Dieses Mal erzählt sie Peter von ihren Selbstzweifeln während der Invasion, ob sie überhaupt eine gute Mutter sein könne, und den dann als Strafe empfundenen Verlust ihrer Tochter. Wie bisher auch: Gut gespielt, aber all das fand in der Vergangenheit statt und hat für die Gegenwart wenig erkennbare Relevanz. Etta scheint zudem oft losgelöst vom Geschehen, als ob sie bloß für die Rebellen-Connections und Wissen über das wenig innovativ erdachte 2036 anwesend sei (also bloß eine bessere Astrid?). Serienjunkies meint aber:
«Zusammen bringen die Schauspielerinnen glaubwürdig herüber, dass hier zwei Frauen mit emotionalen Defiziten darum kämpfen, zu einer Mutter-Tocher-Beziehung zu finden.»
Das fehlplatziert anmutende Aussätzigenlager samit Archiv, das kaum genutzt wird, könnte aus einer beliebigen SF-Serie stammen, die Mutationen wirken wie ein halbherziger Fringe-Fall der Woche. Immerhin gibt es mit dem Fremden Donald ein neues Infohäppchen, auch wenn bisher wiederum weit in der Vergangenheit. Vom Drehbuch zu eingeschnürte Charaktere, findet "sw2012" für Serienjunkies (3/5 Punkte), uninspiriert und zusammengeflickt, wie Polite Dissent festhält und bilanziert: "A rather dull episode with a mysterious disease, mysterious crystals, and unneeded death, and incompetent villains."

PS: Für Vladislav Tinchev geht es geht es darum, wie man Geschichte erinnert. Der A.V. Club gibt Note B.

<< 5.02

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Strike Back: Vengeance

Strike Back kehrt in der dritten Staffel nach Afrika zurück und bleibt den Großteil der zehn Folgen auf dem schwarzen Kontinent. Chaotische Städte, heruntergekommene Slums und endlose Landschaften - weiterhin begeistern die unverbrauchten Schauplätze der Actionserie. Unter der neuen Anführerin (Rhona Mitra) jagt das ansonsten unveränderte Team der britischen Sondereinheit Section 20 nukleare Zünder, mit denen die prominent besetzten Schurken (Charles Dance, Vincent Regan) Ungutes planen.

Die zweite Staffel stach durch eine blutig-nihilistische Atmosphäre hervor, mit vielen und brutalen Toden. Im Verlauf der aktuellen Staffel wird diese Maßlosigkeit reduziert und damit einhergehend auch der entlastende Buddy-Humor etwas zurückgefahren, der die Grimmigkeit zuvor abmilderte. Zugleich wird nun versucht, den Hauptfiguren mehr Tiefe zu geben, sie suchen einen Weg hinaus aus ihrem zermürbenden Geschäft mit dem Tod, mit unterschiedlichem Erfolg. Psychologischer Abgründe vermag die Serie jedoch kaum auszuleuchten.

Action und Munitonsverbrauch sind weiterhin sehr hoch, obschon die Inszenierung der an sich brachialen Schießereien bisweilen immer noch undynamisch bzw. kostensparend daherkommt. Ärgerlich ist die Verknüpfung der einzelnen Folgen, meistens konstruiert durch Zufallsereignisse; übrigens wird jetzt wesentlich mehr 24'sche Überwachungstechnik eingesetzt.

Trotz der tollen Darsteller und eines gelungenen, aber eher kleinen Finales gefällt mir die dritte Staffel nicht so gut wie die vorhergehende. Das Mehr an Tiefe in der Charakterzeichung zündet nicht immer, Strike Back-Fans wollen echte Explosionen. Die bekommen sie auch, dafür deutlich weniger Headshots. Staffel 4 bitte wieder radikaler.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Fringe (5.02) [Update II]

Die Fringe-Rebellen sind weiterhin auf der Suche nach dem verschollenen Plan zur Bekämpfung der Beobachter. Vielleicht gibt es irgendwo auch Aufzeichnungen, nicht nur Erinnerungen, und so macht sich die Gruppe auf den Weg in Walters altes Harvard-Labor. Das ist zwar mittlerweile Sperrgebiet, aber Walter erinnert sich an Versorgungsschächte der Geheimhaltungsstufe Cosmic Top Secret - also mal eben eine unverschlossene Klappe auf einer Wiese öffnen und den Heizungsrohren folgen. Das Labor selbst wurde seinerzeit von Walter in Amber eingeschlossen und in all den Jahren hat hier niemand etwas angerührt, obwohl die Beobachter um Walters Bedeutung wissen!

Eine versiegelte Kamera erweckt die Neugier, als ein Wachmann der "Loyalisten" gefangen wird. Während MacGyver-haft ein Laserbohrer gebastelt wird, versucht Etta dem Kollaborateur Geheimnisse zu entlocken. Dabei zieht sie aus einer Schublade ein fieses Foltergerät, das einem in Sekunden Lebensjahre klaut (Cordial Deconstruction lässt sich dazu aus), und wendet es ohne zu zögern an. Evil Etta! Um den nötigen Strom für den Laser zu beschaffen, schleicht sie sich danach zusammen mit Peter in einen anderen Universitätsbereich mithilfe der Zugangsdaten des Gefangenen. Wieder einmal ist die Überwachung der Beobachter lächerlich: Keinerlei Kameras und Etta wurde anscheinend immer noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben, obschon sie zuletzt als Rebellin identifiziert wurde.

Zufällig werden an ihrem Ziel auch finstere Experiemente durchgeführt, wozu auch immer. Das alles ist so geheim, dass dort niemand auf den Fluren unterwegs ist. Nur mit Mühe kann Peter seine Tochter dann davon abbringen, in einen Raum zu stürmen, in dem der reanimierte Kopf ihres ehemaligen Kollegen Simon Grimassen zieht. Zurück im Labor wird die Kamera befreit und auf dem Betamax-Band schickt Walter die Zuschauer auf eine Queste nach... weiteren Videobändern! Alle Tapes zusammen enthüllen den Plan. Irgendwie verschweigt er zwar den Standort des nächsten Bandes, aber egal: Der Handlungsstrang mit den gescrambleten Infos in Walters Kopf scheint vom Tisch gefegt und durch eine platte Schnitzeljagd ersetzt, auf welche die Beobachter ihrerseits längst hätten stoßen können/müssen. Polite Dissent dazu:
«They know Walter was trapped in Amber. They know he has a plan to stop them. No one thinks it would be a good idea to check out his lab? [...] With this episode Fringe takes one more stop on the way to becoming a video game (dodging steam bursts in tunnels and receiving a quest to find missing artifacts).»
Das Schicksal des Loyalisten ist noch offen und eigentlich darf er nicht überleben, so Etta. Olivia versucht es mit Einfühlungsvermögen beim Gefangenen als auch bei ihrer Tochter und diese Ungewissheit, ob ersterer Lügen erzählt und letztere sich erweichen lässt, transportiert die Folge ganz gut. Leider dürfte Etta den Gefangenen am Ende ziehen lassen, zumindest zeigt sie dies per Video-Call ihrer Mutter.

Dies ist eine weitere Übergangsepisode, die aber nicht unbedingt positiv stimmt. Zuletzt wurde das Team wiedervereint, aber es herrschte Hoffnungslosigkeit, die nun genau eine Folge später wieder mühelos beseitigt wurde. Die Diskrepanz zwischen der eigentlichen Allmacht der Beobachter und dem unbehelligten Vorgehen der Fringe-Rebellen ist bemerkenswert, dadurch werden auch Ausflüge in die ach so düstere Lebensrealität der Menschen untergraben.

Immerhin nimmt sich diese Episode auch den Kollaborateuren an und schildert mögliche Beweggründe, warum diese den Beobachtern helfen. Die charakterliche Wendung zum Guten des gefangenen Loyalisten am Folgenende wirkt jedoch arg aufgesetzt, ist vielleicht aber auch nur vorgespielt. Gelungener dagegen die Erkenntnis von Olivia, dass Etta - in ihren Augen noch ein kleines und unschuldiges Mädchen - ohne Zögern zu Folter und indirekt auch Mord greift (inwiefern man dies der Darstellerin der Tochter abnimmt, ist etwas anderes); Etta hätte dem Gefangenen sicher auch das Auge für einen Iris-Scanner herausgeschnitten, wenn Walter keine (durchaus überraschende) Alternative gewusst hätte. Auch wird deutlich, dass sie in dieser Welt die Nase vorn hat und damit unabhängig von ihrer Mutter ist. Eine Entfremdung ist trotz allem zwischen den beiden noch nicht zu sehen, vielleicht auch wegen Olivias lyrischer Killer Line:
«I don't know your world. But I had hoped for you that, wherever you were, you weren't hardened by what had happened to you. And it's not that I don't see what the Observers have brought, I do. But what concerns me more is what they've taken away.»
Fringe wirkt nach zwei Folgen der neuen Staffel weiterhin sehr glattgebügelt, trotz dystopischem Szenario, das bisher nur selten bedrückend wirkte. Von erzählerischer Komplexität ist nichts (mehr) zu sehen, die nun eingeführte Betamax-Hatz einfallslos. Polite Dissent: "Another good episode, but I want to see more Fringe, and less cliche rebels-fighting-a-totalitarian-despotic-dystopia." Bernd Michael Krannich (?) für Serienjunkies widmet sich der "Verortung der inneren Position der Figuren in der unschönen neuen Welt" in dieser Folge und lässt sich durch "gewisse logische Holperigkeiten nur kaum" stören (4/5 Punkte), stattdessen:
«Sollte ich mir Sorgen darüber machen, dass Georgina Haig aka Etta keine Hauptdarstellerin ist, also vermutlich nicht in allen Episoden auftreten wird und somit akut sterbegefährdet ist? Und wie sieht der Sieg im Kampf gegen die Observer aus - erobern die Jetzt-Menschen die Welt zurück, oder werden die Observer aus der Zeitlinie manipuliert?»
PS: Vladislav Tinchev meint, dass der Schlüssel zu der eigenen Freiheit sich manchmal im Blick des Anderen befinde. Der A.V. Club bewertet die Folge mit A-.

<< 5.01

Montag, 1. Oktober 2012

Fringe (5.01) [Update]

Die neue, die letzte Fringe-Staffel beginnt im Jahre 2036 unter der Tyrannei der Beobachter. Walter, Peter und Astrid - dank jahrzehntelangem Einschluss in Amber nicht gealtert - nehmen den Kampf gegen die emotionslosen Glatzköpfe auf. In der letzten Season stolperte das Fringe-Team bereits über die süße Henrietta/"Etta", die sowohl Tochter von Peter und Olivia ist als auch neben ihrer Tätigkeit für die Fringe Division (jetzt Polizei für menschliche Angelegenheiten) den Rebellen angehört. Wie praktisch. Olivia gilt noch als verschollen, aber Walter erinnert sich, wo sie sich damals zuletzt aufhielt. Lächerlich/überraschend einfach wird sie gefunden und aus dem Amber befreit. Walter trödelt dabei aber irrational herum und wird von der Gruppe getrennt, als die alarmierte Schutzmacht anrückt.

Während Walter nun von einem Chefbeobachter mit Telepathie brutal verhört wird, plant die Fringe-Crew bereits seine Rettung, dank Insiderwissen der Rebellen und Henrietta. Die Zeit drängt, denn Walter hat einen Plan gegen die Beobachter in seinem Kopf, der jedoch zur Sicherheit einst vom philantropischen Observer September verschlüsselt wurde. Die befreite Olivia hatte ein technisches Gerät dabei, welches als Decoder fungieren soll. Während alle noch ewig lange über dessen Funktion diskutieren, ist es dem Zuschauer längst klar. Endlich wird Operation Free Walter gestartet und wiederum überraschend einfach kann er den Griffeln der Beobachter entrissen werden. Peter macht abei auf Chow Yun-Fat und erledigt Gegenspieler mit beidhändigem Pistolengeballer.

Zurück im Versteck wird dann deutlich, dass die Fragmente des Plans in Walters Kopf durch das mentale Verhör und seine Widerstandsversuche offenbar zerstört wurden - "the plan is gone". Niedergeschlagen setzt sich Walter in ein Autowrack, hört Musik im offenbar unkaputtbaren CD-Spieler und erblickt zwischen all dem Schutt eine kleine Blume. Hoffnung.

Soweit die grobe Inhaltsangabe des Staffelauftakts, der mich einigermaßen ernüchtert zurückließ! Ich war aufgrund des nicht unbedingt innovativen Besatzersettings bereits skeptisch, was auch daran liegt, dass ein Großteil der bisherigen Ereignisse der gesamten Serie nun kaum noch relevant oder gar existent sind. Die Beobachter, die all die Jahre eher nebenbei auftraten (und sich als Evolution der Menschheit aus der fernen Zukunft entpuppten), sind nun die übermächtigen Herren der Welt. Leider wirken sie bisher gar nicht so stark, aber vielleicht ruhen sie sich nach der Eroberung einfach aus, denn: Sie vertragen die Atmosphäre der Erde nicht so gut und verändern diese deshalb mit gigantischen Maschinen. In naher Zukunft wird der Vorgang nicht mehr umkehrbar sein und den Menschen die Atemluft ausgehen (eine halbwegs ähnliche Situation gab es im alternativen Universum).

Mehrmals behandelt die Folge die Gefühle von Henrietta und ihrer Eltern, die sich eigentlich nicht kennen, da Peter und Olivia von ihr getrennt wurden, als sie drei Jahre alt war und die Beobachter ihre Invasion starteten. Und auch der Zuschauer kennt Henrietta kaum, hat nie "Polivia" als liebende Eltern erlebt. Die dargestellten Emotionen übertragen sich somit nicht, sind nur behauptet. Ein paar entsprechende Rückblenden helfen dabei wenig. Apropos: Es ist mir noch nicht klar, inwiefern Fringe nun die Vergangenheit zeigen wird - als kurze Rückblenden? Oder ganze Parallelepisoden zur Zeit des Observerangriffs?

Abgesehen von Walters konstruierter Gefangennahme wirkt die Idee des verschlüsselten Plans bekannt: Schon einmal wurden ihm wichtige Teile seiner Erinnerung genommen, damals gar aus seinem Gehirn geschnitten. Cordial Deconstruction spekuliert:
«If Walter and September were really cunning & devious, then the plan in Walter’s head is a trap intended to lead the Observers to their own defeat, and the capture of Walter and the extraction of the plan were both intentional.»
Zum Ende der Episode sieht die Situation der Fringe-Rebellen alles andere als gut aus: Der Plan scheint verloren und Henrietta wurde von den Beobachtern als Kollaborateurin identifiziert. Düstere Aussichten mit zartem Schimmer am Horizont, perfekt auf die Serie übertragbar. Polite Dissent findet den Auftakt dagegen gut, nur nicht für Neueinsteiger - meines Erachtens konnte man jedoch nie so gut in Fringe einsteigen. "Sw2012" weist für Serienjunkies auf einige schöne Details hin, sieht einen erfolgreichen Übergang "zum Widerstandsfilm ohne Qualitätsverlust" sowie "klar eine der stärksten Episoden der Serie" und gibt 5/5 Punkte - Veränderungen um der Veränderungen willen, die dabei oft nur Variationen von Bekanntem sind, würde ich so hoch nicht einschätzen.

PS: Vladislav Tinchev gefällt "die neue Observer-Welt und die Rolle der mysteriösen Männer aus der Zukunft nicht so sehr, aber es ist Mittel zum Zweck", der A.V. Club zückt dagegen die Note A-.

<< 4.22

FTL oder die Frage: Roguelikes = Lazy Game Design?

Man sollte nicht mit Einschränkungen beginnen, trotzdem: Ich bin kein großer Fan von Roguelike-Spielen und habe keine nostalgischen ASCII-Erinnerungen daran, halte das titelgebende FTL dennoch für ein gutes Spiel. Was vor allem daran liegt, dass es das ursprüngliche Konzept des rundenbasierten Dungeoncrawls mit Permadeath in den Weltraum verlegt und um taktische Echtzeitkämpfe samt Crew- und Schiffsverwaltung ergänzt.

Doch wenn die Rogue-Wurzeln hervorstechen und der Spieler auf der begrenzten Allkarte sich von einem losgelösten Zufallsereignis zum nächsten klickt und unverhofft zu Sternenstaub zerblasen wird, hätte ich mir ein "richtiges" Spiel gewünscht. Damit meine ich eine stärker geplante und ausbalancierte Kampagne mit vielleicht mehr Story. (Ich kann mir übrigens auch Multiplayer-Kämpfe zwischen den verschiedenen Raumschiffen und Mannschaften vorstellen.)

Sicher ist die Faszination von Roguelikes, dass jeder neue Versuch der manchmal sehr kurzen Partien ein Aufbruch in unbekannte Welten oder Variationen derselben darstellt. Und ein robustes Kampfsystem sowie einen funktionalen Zufallsgenerator zu programmieren ist natürlich kein Selbstläufer, aber befreit dann doch von der Arbeit des Balancings, Szenario- und Storydesigns. Hierdurch wird in meinen Augen spielerisches Potential verschenkt, denn vielleicht lassen sich Roguelikes quasi endlos immer wieder spielen, jedoch: Ich würde meinen trainierten Kämpfer oder mein gepimptes Raumschiff gerne länger gegen mannigfaltige Gefahren ins Felde führen und nicht wieder bei Null anfangen, nur weil ich ohne Warnung falsch abgebogen bin.

Das schöne Flotilla beispielsweise kombiniert phasenbasierte 3D-Raumschlachten mit FTL-ähnlichen Sternenreisen auf einer limitierten Karte. Man baut sich eine Schiffsflotte auf und versieht diese mit gefundener Ausrüstung - da ist die Partie auch schon vorbei, weil der Flug durch die Unendlichkeit künstlich begrenzt wird. Und die Xbox Live Indie Games Sushi Castle (The Binding of Isaac-Klon) und Diehard Dungeon als eher Diablo'eske Ausprägungen des Genres verlieren unabhängig von der spielerischen Qualität dadurch an Substanz, dass es nicht einmal Highscore-Listen oder ähnliches gibt, welche die zahlreiche Fehlschläge irgendwie festhalten. Hier spielt man tatsächlich für "nichts", um vielleicht irgendwann das Spiel zu bezwingen, wahrscheinlich mit Glück, denn aufgrund des Zufalls bringt Erfahrung nur einen begrenzten Vorteil (mag sein, dass die Achievement-Sucht der heutigen Zeit bei diesem Kritikpunkt zum Tragen kommt).

Alle der willkürlich gewählten Beispiele sind übrigens Indie-Spiele und dies dürfte kein Zufall sein. Das Preisniveau ist in dem Marktsegment teils dermaßen im Keller, dass aus wirtschaftlicher Sicht Kompromisse eingegangen werden müssen. Und da bieten sich Roguelikes natürlich an, weil die Spielemacher sich einen Teil der Entwicklungsarbeit sparen können. Von Faulheit kann keine Rede sein - aber derartige Spiele könnten oft so viel mehr sein.

Movie Month 9/2012

Von mir drüben bei den Zelluloidfreaks:

Suche

 

Beiträge & Kommentare

Über uns
HomiSite, 2023-10-01 10:54
Unterwegs in Düsterburg
HomiSite, 2021-03-04 11:39
Gods - Lands of Infinity [Update]
HomiSite, 2020-07-02 21:53
Spiele des Jahres 2017 im Internet
HomiSite, 2018-02-06 12:46
Spiele des Jahres 2016 im Internet
HomiSite, 2017-01-06 14:51

Microblogging

Glotzen

Lauschen

Zocken

Kaum noch AAA, viel Indie und Multiplayer, wenig Steam und Switch.

Status

Erstellt: 2006-09-02 17:58
Online seit 7228 Tagen
Letztes Update: 2024-10-11 15:45
338 Beiträge mit 178 Kommentaren

Credits & Feeds