Donnerstag, 22. November 2012

Fringe (5.07) [Update]

Peter beobachtet die Beobachter und dank seiner Implantatfähigkeiten kann er bereits ziemlich genau deren unmittelbare Handlungen vorhersagen. Eine gleichzeitige Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist dies jedoch nicht, Peter berücksichtigt und berechnet Variablen, während er selbst noch eine unbekannte für die Observer ist. Im Verlauf der Episode verliert er sich zunehmend in emotionsloser Logik - neben Anfällen, Nasenbluten und Haarausfall -, während die misstrauisch-sorgenvolle Olivia ihm langsam auf die Schliche kommt. Als sie die Wahrheit erkennt, findet sie kaum Worte vor Fassungslosigkeit. Hat sie nun auch Peter verloren, an dessen bedingungslose Rache für Etta? Die verfolgt er die ganze Zeit und tötet schließlich ranghohe Beobachter:
«I used a toxin from Walter's cold storage, the flesh-eating toxin that killed everyone aboard flight 627. Our first Fringe experience was their last.»
Als nächstes Opfer hat sich Peter Chefobserver Windmark auserkoren, der jedoch wahrscheinlich Peters "Geheimnis" kennt...

Parallel dazu wird wieder ein Teil von Walters Plan gesucht und Cordial Deconstruction fragt sich, warum Walter alles so überkompliziert dokumentiert hat:
«Why use such an unreliable and volatile medium like analog encoded magnetic video tape? Why not use some medium with some type of redundancy or multiple copies in case of damage? Why record the plan in video at all rather than just write it out? Why not record the whole plan on one single tape? [...] If the plan is useless with any part missing, why scatter the components rather than just store everything in one secure place with the documentation?»
Ziel sind dieses Mal zwei der berühmten Oberver-Zylinder, die sich fortwährend durch die Erde bohren ("they are beacons that allow them to locate different points in spacetime"). Aufbewahrt werden sie in einem alten Labor von William Bell, das leider mittlerweile verschüttet ist. Dies nimmt das Fringe-Team zum Anlass, quasi erstmals über die Geschehnisse zu sprechen, die damals kurz vorm Einschluss der Gruppe in Amber passierte - war z.B. Bell ein Kollaborateur?

Offenbar fällt Walter nichts ein, womit man das unzugängliche Labor betreten kann und findet auch nichts in seinem privaten Fringe-Archiv. Also wendet sich die Gruppe hilfesuchend an Nina Sharp, die als hohe Mitarbeiterin im Wissenschaftsministerium sofort die passende Technologie aus dem Ärmel schüttelt. Allzu emotional verlaufen die Treffen mit ihr jedoch nicht, da sie wie zuletzt Broyles zu zweckhaft in die Serie geschoben wird. Jedoch öffnet sich Walter ihr mit seinen Ängsten, dass er wieder zu einem rücksichtslosen Menschen wird. Nina offenbart ihm, dass Peters Liebe daran leider nichts ändern werde, denn schon ihre Liebe zu William Bell half am Ende nichts. Walter kanzelt sie damit ab, dass Bell sie ja nie geliebt habe. Doch findet er in einem Tresor Bells später ein Foto von Nina - wird die Liebe von Vater und Sohn also tatsächlich nicht helfen...?

Das Bergen der Zylinder geht übrigens wie so oft reibungslos über die Bühne. Ninas Maschine verdampft das im Wege liegende Gestein (und Cordial Deconstrucion runzelt darüber die Stirn), aber die Beobachter sollen laut Nina angeblich kleinste Veränderungen in der Atmosphäre entdecken, weswegen Schnelligkeit geboten ist. Nun können wir uns also endlich denken, warum die Überwachung der Glatzköpfe so lächerlich ist - alle Ressourcen gehen ins Monitoring der Luft. Cordial Deconstruction :
«At this point, I believe Walter, Peter, and Olivia's faces should be on wanted posters all over the place. I don't think the writers have really thought out the world very well for this season. They're not used to the Fringe team being on the wrong side of the law.»
Und weil dann noch Peters Bombenanschlag passiert, hat das Fringe-Team alle Zeit der Welt. Eine Menge Bauteile sind nun schon geborgen worden und doch ist der Plan weiterhin undurchsichtig. Gleichzeitig droht das Fringe-Team den Zusammenhalt zu verlieren, weil der Kampf gegen die Beobachter große persönliche bzw. persönlichkeitsverändernde Opfer von Walter und Peter erfordert. Übrigens hatte Astrid gefühlt mehr Auftritte, aber das ändert nichts an dieser ziemlich zerfahrenen Folge.

PS: Polite Dissent hat noch nichts zur Episode geschrieben, der A.V. Club vergibt mit B- die bisher niedrigste Wertung dieser Staffel. Das nachgereichte Review von Bernd Michael Krannich (?) für Serienjunkies zieht als Fazit (4/5 Punkte):
«Die Episode "Five-Twenty-Ten" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Voranschreiten der Entwicklung der Figuren auf ihrem zuvor eingeschlagenem Pfad. Dabei fällt vor allem das Fehlen von William Bell in der Episode unangenehm auf. [...] Der kleine Einblick in die Lebenswelt der Observer [...] macht durchaus Appetit auf eine Episode, bei der die Handlung durch die Augen eines Observers erzählt wird [...]. Aber das ist vermutlich etwas, was in der kurzen Finalstaffel von "Fringe" dann einfach keinen Raum hat.«
<< 5.06

Samstag, 17. November 2012

Fringe (5.06) [Update II]

Eingerahmt ist diese Episode von zwei persönlichen Gesprächen, in denen sich Olivia bzw. Walter von Peter Zusammenhalt und Beistand wünschen: Olivia in der Trauer über Ettas Tod ("I want to understand what you're going through, and I want you to understand what I'm going through"), während Walter schlussendlich realisiert, dass er sich nach der Vervollständigung seines Gehirns zu Staffelbeginn wieder in den rücksichtslosen Wissenschaftler verwandelt ("I'm losing the man that you helped me become").

Als Anzeichen seiner Veränderung neben späteren Wutanfällen zieht Walter nach Bergung einer weiteren Kassette leichtsinnig alleine los, um einen kritischen Teil des Plans gegen die Beobachter einzusammeln. Geradezu überraschend wird er dabei tatsächlich einmal auf einer videoüberwachten Straße identifiziert; Cordial Deconstruction dazu:
«It seems like the Observers have functioning security cameras only in locations that are convenient to advancing or complicating the plot as the writers desire.»
Natürlich mahlen die Mühlen der Observer'schen Diktatur entsprechend langsam, sodass Olivia, Peter und Astrid mithilfe des Tapes noch in Ruhe und unbehelligt zu Walter gelangen. Dieser hat mittlerweile ein künstliches Taschenuniversum betreten, das zwischen den beiden bekannten existiert. Die Alternativwelt wird jedoch weiterhin nur indirekt thematisiert; Walter:
«I have had some experience with transversing parallel universes. What we have done is we have opened a space in the membrane that separates the two universes.»
Das Team trifft sich und sucht in einem dezent an M. C. Escher erinnerenden Wohnblock, in dem Zeit langsamer abläuft (aber nicht korekt, wie Cordial Deconstruction vorrechnet), nach dem Bestandteil des Plans - laut Videoband ein kleiner Empathenjunge bzw. Observerspross aus einem früheren Fringe-Fall (1.15). Nach Türen mit selbstreferenziellen Symbolen in Form der Fringe-Chiffren (wieso?) finden sie das gesuchte Zimmer jedoch verlassen vor. Nur ein nicht funktionaler Radioempfänger kann geborgen werden, während perfekt abgepasst endlich die Beobachter- und Loyalistentruppe auftaucht und dann wider Walters Ansage doch die Raumfalte entdeckt.

Verfolgungsjagden, Schießereien und Peter schickt die andere vor, um mit eigenen Händen die Glatzköpfe aufzuhalten - was ihm auch bald seiner implantierten Beobachtertechnologie gelingt. Sein Gegner bemerkt noch "I know what you have done. You have made a grave mistake. You do not realize what is happening to you", bevor sich Peter selbst teleportiert und ihm das Genick bricht. Doch Oberbeobachter Windmark hat die Szene beobachtet und ein leichtes Grinsen schleicht sich in dessen Gesicht. Walter fürchtet, dass er sich verwandelt, aber bei Peter ist dies längst geschehen...

Eine dröge Folge, in der man zwar undeutliche Blicke auf Walters mysteriösen Partner Donald erhascht und die Zukunftsaussichten für die Bishops nicht rosiger werden, aber sonst nur in einem leeren Haus herumgeirrt wird. Die inkompetente Überwachung durch die Beobachter und die sorglose Wahl der Verstecke für die Einzelteile des nach wie vor diffusen Plans sind mittlerweile traurige Running Gags.

PS: Vladislav Tinchev fragt, ob "bei Fringe dieses Die-Handlung-voran-Treiben nicht über sich selbst zu reflektieren" bedeute und spekuliert über das verschollene Kind. Polite Dissenthat noch nichts zu dieser Episode verfasst, der A.V. Club gibt für seine Verhältnisse die fast mäßige Note B+. Das nachgereichte Review von Bernd Michael Krannich (?) für Serienjunkies zieht als Fazit (4/5 Punkte):
«Die Folge "Through the Looking Glass and What Walter Found There" ist eine eher verspielte "Fringe"-Episode. Nachdem Peter sich am Ende von "An Origin Story" mit Observer-Tech aufgepeppt hatte, wäre eine schnellere Entwicklung seiner Verwandlung durchaus wünschenswert gewesen. Für sich betrachtet ist "Through the Looking Glass" es aber durchaus wert, ein zweites Mal gesehen zu werden.»
<< 5.05

Freitag, 9. November 2012

Fringe (5.05) [Update II]

Nach Ettas Tod gehen Olivia und Peter auf unterschiedliche Weise mit dem Verlust um: Sie versucht verzweifelt an der Normalität festzuhalten, um sich nicht in Trauer zu verlieren, er will Rache und gegen die Beobachter rücksichtslos vorgehen. Gelegenheit dazu erhält Peter, als eine Materiallieferung aus der Zukunft für die Observer'sche Atmosphärenmaschine im Central Park eintrifft und der Rebellenuntergrund einen Beobachter samt Portalwürfel gefangen nimmt.

Astrid soll das sichergestellte Notizbuch und damit den Termin der nächsten Ladung entschlüsseln. Doch die Schrift der emotionslosen Glatzköpfe ist mehrdimensional, wie sie bald feststellt. Viel mehr Computerleistung sei fürs Decodieren nötig - die irgendwie schnell aufgetrieben wird. Nun muss Peter nur noch rechtzeitig herausfinden, wie der Würfel funktioniert, dann soll nach Walters Idee aus dem entstehendes Wurmloch ein Schwarzes Loch in der Zeit der Beobachter gemacht werden. Peter verhört den Gefangenen und glaubt, er könne in ihm noch Gefühle erkennen und diese gegen ihn einsetzen. Dabei wird er jedoch von seinen eigenen Emotionen, seiner Wut und seiner Trauer geblendet. Oder er hat dem Beobachter eine Chance zur Manipulation gegeben, indem er ihm herablassend seinen Plan zum Lesen der Emotionen erläuterte...

Der Würfel funktioniert schließlich offenbar aber, nur das Schwarze Loch bildet sich nicht. Zornig stellt Peter den Beobachter zur Rede, während Olivia sich ein altes Geburtstagsvideo von Etta anschaut, das ihr Walter mit dem Hinweis gab:
«You must watch it and remember what you both had, what you still are, and you must hold on to that. You must face this pain together. The pain is her legacy to you both. It's proof that she was here.»
Olivia hat es sich nun zwar alleine angeschaut, ruft aber sofort Peter an und fleht ihn unter Tränen an, zu ihr zu kommen. Doch Peter hat da dem gefangenen Beobachter schon ein Stück Hardware aus dem Halswirbel geschnitten und sich selbst eingesetzt. "I love you too", erwidert er - eine menschliche Emotion. Aber hat er mit seinem durch tiefe Gefühle motivierten Tun nicht bereits Menschlichkeit aufgegeben?

Eine Episode direkt nach dramatischen Veränderungen hat es nie einfach, so auch diese Fringe-Folge. Die Suche nach weiteren Videobändern wird ausgesetzt, die Trauerbewältigung ist allgegenwärtig. Dabei findet die Serie einen guten Mittelweg und stellt die Gefühle nicht zu plakativ dar (was auch problematisch gewesen wäre, da Etta dem Zuschauer nicht annähernd so vertraut war wie die Hauptfiguren - dafür ist sie bereits eine Widerstandsikone mit Straßenplakaten). Gleichzeitig ist der Weg zu einem Peter-Beobachter-Hybriden überraschend schnell vollzogen, die Entführung eines Observers - was offenbar die Besatzer nicht weiter störte -, die Entschlüsselung seiner Geheimnisse und der Anschlag auf das Wurmloch gelingen geradezu mühelos. Wie so oft (worüber sich Cordial Deconstruction dann u.a. und zu Recht aufregt). So plätschert die Folge kraftlos vorüber, aber entlässt den Zuschauer neugierig auf Peters Schicksal.

PS: Während es von Polite Dissent noch keinen Text zu dieser Episode und der A.V. Club die Höchstnote A gibt, fragt sich Vladislav Tinchev, wie viel Hilfe und wie viel Schaden Peters Tat mit sich bringen werde. Das nachgereichte Review von Bernd Michael Krannich (?) für Serienjunkies zieht als Fazit (3,5/5 Punkte):
«Die Folge "An Origin Story" ist wegen des Themas der Trauer an vielen Stellen bedrückend, zumindest aber ruhig gehalten. Leider kann sie im Mittelteil, bei der Befragung des gefangenen Observers durch Peter, auch die eine oder andere Länge nicht vermeiden.»
<< 5.04

Donnerstag, 8. November 2012

RapidShare verlässt die Szene [Update II]

In diesem Blog wurden 2010 bis 2011 die sprunghaften Veränderungen der Preise und Konditionen des One-Click- bzw. Sharehosters RapidShare dokumentiert. Als bekanntester und wohl auch erster Anbieter dieser Art stand das ursprünglich 2004 gegründete Unternehmen stets unter dem Vorwurf von Urheberrechtsverletzungen und wurde wie kaum ein zweites von entsprechenden Rechteinhabern angegangen. In den letzten Monaten stellte sich RapidShare verstärkt als "normaler" Cloud-Speicherdienst auf und reagierte sehr schnell mit Löschungen auf illegale Uploads.

Im Januar diesen Jahres wurde dann der Konkurrent MegaUpload spektakulär vom FBI abgeschaltet. Die Schockwelle dieses "Busts" einschließlich der Festnahme des illustren Firmenchefs Kim Dotcom/Schmitz verschlang eine Vielzahl Sharehoster und RapidShare beschränkte aufgrund des Zuflusses neuer Nutzer die Downloadgeschwindigkeit auf 30 Kilobytes pro Sekunde, sofern man kein Premiumkonto erwarb. Diese Begrenzung wurde Ende Oktober ohne eigene Ankündigung aufgehoben, aber andere Anti-Piraterie-Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Am heutigen Tag vermeldet das Unternehmen nun offiziell:
«RapidShare verwendet in Zukunft ein klassisches Hosting-Modell, bei dem nicht nur der Speicherplatz, sondern auch der durch den Dateitransfer entstandene Traffic ausschliesslich durch den Besitzer der Datei bezahlt wird. Die Preise ändern sich dadurch nicht. Mit RapidPro hast du automatisch unlimitierten Traffic für eigene Downloads deiner Dateien und Downloads durch deine Kontakte, sowie 30 GB pro Tag für öffentlichen Traffic. Die Empfänger deiner Dateien haben keinerlei Einschränkungen beim Download - völlig unabhängig davon, ob sie selber RapidPro, einen kostenlosen oder gar keinen Account haben! [...]»
Mit diesem Schritt, gültig ab 27.11., haben reine Downloader keine Nachteile und Uploader können ihre Dateien an sich weitgehend problemlos verteilen. Dem massenhaften Herunterladen von möglicherweise illegalen Dateien über öffentliche Webseiten dürfte so jedoch der Riegel vorgeschoben und das Angebot indirekt ausgetrocknet werden (von Prämien für Uploader besonders "beliebter" Dateien hatte sich RapidShare schon vor Jahren verabschiedet). Aus Nicht-Warez-Sicht ein cleverer Schachzug, aber die Karawane wird weiterziehen und es bleibt abzuwarten, wie sich RapidShare gegen Dienste wie Dropbox oder SkyDrive behaupten können wird.

Update

Die Eckpfeiler des neuen Modells klingen gelungen, denn sowohl Free- als auch Premium-User ("RapidPro") bekommen unlimitierten Speicherplatz. Ein Free-Account samt aller Daten wird gelöscht, wenn er großzügige 90 Tage nicht genutzt wurde. Man selbst und alle eingetragenen Kontakte können Daten beliebig oft herunterladen ("Group Traffic"), an "Public Traffic" gibt es täglich 1 GB bzw. 30 GB für RapidPro-Kunden. Über das Programm "RapidDrive" lässt sich der Speicherplatz in den Windows Explorer integrieren (Mac-Support soll nächstes Jahr kommen). Eine Geschwindigkeitsbeschränkung scheint nicht zu existieren, dafür können hochgeladene Lieder wohl auch per Stream wiedergegeben werden (wie RapidShare sich im Detail gegen Amazon Cloud Player oder Google Play Music schlägt, weiß ich nicht). Während einschlägige Seiten quasi über Nacht von RS-Links leergefegt wurden, bliebt die Frage, ob RapidShare jetzt nicht in der kostenlosen Version schon zu viel anbietet.

Update II

Mitte Dezember 2012 drehte RapidShare am täglichen Traffic-Volumen, "um die Bedürfnisse von RapidPro-Kunden besser abzudecken sowie die missbräuchliche Nutzung von Group Traffic zu verhindern". Für Free-User gilt 1 GB pro Tag nun auch jeweils für Group Traffic und Self Traffic. Als Premium-Kunde bleibt der Self Traffic unlimitiert und die beiden anderen Traffic-Arten liegen jetzt bei je 50 GB pro Tag.

Samstag, 3. November 2012

Fringe (5.04) [Update]

Peter wird beinahe von Beobachtern gefangen, kann sich aber leicht verletzt ins Labor retten. Da er von der unerklärten Holografieüberwachung aufgezeichnet wurde, klickt es bei den Besatzern endlich: Das Fringe-Team muss von den Rebellen unterstützt werden. Wie gut, dass just einer ihrer Spione unter den Loyalisten enttarnt wurde. Im schmerzhaften Verhör wird das Harvard-Labor als Unterschlupf und die "Taube" offenbart. Letztere ist offenbar ein mächtiger Verbündeter der Rebellen - in Gestalt von Broyles, der endlich wieder auftaucht. Es folgt ein stiller Machtkampf zwischen einem Observer und Broyles, der aber zu nichts führt, auch weil kein Gedankenlesen versucht wird.

Derweil bergen Walter und Astrid weitere Videokassetten aus dem Amber. Was bringt es bitte, die Informationen zum Anti-Beobachter-Plan auf verschiedenen und stets unzuverlässigen Tapes zu verteilen, diese dann aber alle am selben Ort aufzubewahren?! Und sollte man nicht alle Bänder am Stück sammeln, fragt Cordial Deconstruction. Ein neuer Ort für ein wichtiges Bauteil ist schnell identifiziert, aber schwer zugänglich. Walter zaubert daraufhin sein privates Fringe-Archiv im Keller aus dem Ärmel, in dem viele Requisiten Asservaten früherer Fälle zu sehen sind. Nostalgie. Walter hofft hier Hilfsmittel zur Bergung des Waffenteils zu finden: "There was a time when we solved Fringe cases. Now I think it's time we created a few of our own" (Cordial Deconstruction: "WTF? That's nothing especially new. Weren't nearly all of the Fringe cases at least indirectly caused by Walter?"). Das herumstehende Portal, das "uns in ein anderes Universum bringt", wird von Peter abgelehnt - weiterhin also kein klares Bekenntnis zum Alternativuniversum der vergangenen Staffeln.

Als dann die Loyalisten zur Razzia anrücken, sind die Fringe-Rebellen längst von Broyles gewarnt und das Labor unverdächtig hergerichtet. Eine nähere Untersuchung mit fortschrittlicher Observer-Technik steht natürlich nicht an. Danach schlägt das Fringe-Team los, das lächerliche Sicherheitssystem der Besatzer darf wieder einmal "glänzen", Cordial Deconstruction geradezu verzweifelt:
«I am constantly baffled by the Observers techniques for observing. They occasionally have holographic footage of suspects at large, and yet whatever captures this holographic footage appears to not be particularly ubiquitous as they really see very little of what's going on. You'd think they would have cameras, spy drones, and satellites all over the place recording everything that goes on, at least in populated areas. You'd also think they would be constantly monitoring all communications in real time, but apparently you'd be wrong.»
Als Waffe benutzen Walter und Co. das "barbarische" Gas (O-Ton Beobachter) aus einem früheren Fringe-Fall der ersten (!) Staffel, welches das Gesicht zuwachsen lässt; "befremdlich, mit welcher Kaltblütigkeit unsere Helden nicht nur die Observer, sondern auch die menschlichen Kollaborateure umlegen" (Serienjunkies). Nach der Bergung des Waffenteils - selbst für Walter unverständliche Matheformeln - und ein paar ungefährliche Schießereien inklusive Dual-Wielding-Peter erfährt das Team erst, dass Broyles noch lebt und auf ihrer Seite ist. Er wagte ein Treffen bisher nicht, macht es nun aber doch und riskiert damit alles (das Fringe-Team ist noch nicht in der Blockade des Observer-Gedankenlesens geschult, was ungefähr ein Jahr dauert - "good move, Colonel Broyles", meint Cordial Deconstruction trocken). Und natürlich wurde zuvor ein Autopeilsender angebracht und die Beobachter tauchen auf. Warum nicht auf einmal in Überzahl, wird auf ewig ihr Geheimnis bleiben, so materialisieren sie sich schön nacheinander und können in Seelenruhe abgeschossen werden (Polite Dissent: "For being geniuses, they sure haven't learn not to teleport into battle one a time").

Das Fringe-Team flieht dann zu Fuß und kann von Broyles' mitgebrachten Waffen kaum etwas mitnehmen, Loyalisten und Beobachter auf ihren Fersen. In einem ruinösen Lagerhaus kommt es zu wirren Schießereien und Verfolgungsjagden, an deren Ende Etta vom Oberbeobachter Windmark gefangen wird. Und dieser erschießt sie dann einfach! Kurz darauf findet das restliche Team die Sterbende. Sie hat da schon eine Zeitbombe aktiviert und wird schweren Herzens zurückgelassen. Windmark, längst wieder vor dem Gebäude, fällt dann ein, dass die Flüchtenden aus Liebe wohl bei Etta sein dürften (Serienjunkies: Er "hat verstanden, was für eine mächtige Waffe die Liebe sein kann, auch wenn er das Gefühl selbst nicht teilt"). Und hätte das Fringe-Team Ettas Bombe versteckt, wäre Windmark bei der folgenden Explosion auch draufgegangen.

Diese Episode deckt einmal mehr die gesamte Bandbreite ab: Aus logischer Sicht liegt weiterhin eine Menge im Argen, dafür gibt es humorige Walter-Szenen, ein schönes, zart herantastendes Gespräch zwischen Etta und Olivia (um "die Kugel, die die Welt rettete", also Olivia einst in den Kopf traf) und eben den dramatischen Tod Ettas. Den hatte ich absolut nicht vorhergesehen, "weil einfach so viel passiert, dass man nicht viel Zeit zum nachdenken hat. Zum anderen ist das foreshadowing in der Folge selbst so subtil, dass man es erst am Ende der Folge versteht" (Serienjunkies). Und auch wenn man mit Peter und Olivias Tochter noch nicht allzu sehr emotional verbunden war, trifft ihre intensive Todesszene (hoffentlich ist und bleibt sie wirklich tot, gibt Serienjunkies zu bedenken). Jetzt dürfte das Fringe-Team keinerlei Gnade mehr kennen, von der es ja schon durch den Einsatz des Giftgases Abstand nahm. Vielleicht erwachen nun Olivias Cortexiphan-Fähigkeiten? Ob sie die gegen die dilettantisch vorgehenden Besatzer überhaupt braucht, ist jedoch fraglich. Ebenso ärgerlich, dass Geschehnisse früherer Staffel in dieser Episode zwar verstärkt angedeutet, aber kaum offen angesprochen und damit efektiv verschwiegen werden.

Mehr ein Spionagethriller, findet Polite Dissent, sieht aber eine gute Folge trotz "some poor decision making on both the Fringe team and Observers". "Sw2012" für Serienjunkies fragt sich gar, ob eine Folge so gut sein könne, dass sie zu gut ist, sieht auf der "Meckerliste" nur Triviales und eine der "stärksten Folgen von Fringe überhaupt" (5/5 Punkte); nach dem Tod Ettas sei die Frage nach einem Reboot der Zeitlinie nun dringender denn je, denn Olivia verdiene nach den vergangenen fünf Jahren nicht nur einen Sieg, sondern klassische poetische Gerechtigkeit, wenn nicht sogar Glück. Dem stimme ich zu, es macht aber aufgrund der Entbehrungen der letzten Folgen diese Episode nicht automatisch zu einem Meisterstück.

PS: Für Vladislav Tinchev ist Fringe "ein Labyrinth aus Erinnerungen und die Liebe ist die einzige Navigation, die man hat." Der A.V. Club zückt eine A-.

<< 5.03

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