Samstag, 16. Juni 2007

Hot Fuzz! Chok-Dee...

Hot Fuzz, der neue Film von und mit Simon Pegg (Spaced) ist Pflicht! Witzig, fies, actionreich... Review folgt später. Achtung: Der "RTL2 Kinotipp" schafft es in wenigen Sekunden viele der besten Szenen zu spoilern.

Und jetzt gerade läuft Chok-Dee auf VOX. Ich hatte auf eine französische Version von Ong-Bak gehofft, aber bis jetzt war das eher American Shaolin (oder "French Muay-Thai"). Und so dolle sind die Kämpfe leider auch nicht - ob sich das in den letzten zehn Minuten ändern wird? Wohl kaum...

Montag, 11. Juni 2007

XIII (RetroZock)

Dreizehn, XIII, so der Titel eines Ego-Shooters, der 2003 erschien und auf den ersten Bänden der gleichnamigen frankobelgischen Comicreihe beruht. Es geht um einen totgeglaubten namenlosen Agenten ohne Gedächtnis, der einen verschwörerischen Staatsstreich in den USA aufdecken und verhindern muss.

Die Geschichte ist recht stark im Spiel präsent, auch wenn mich die Enthüllungen und Charaktere nicht übermäßig gepackt haben. Man kann in den einzelnen Leveln auch hin und wieder Akten und Unterlagen finden, die etwas mehr Details über die Zusammenhänge verraten.

Das Auffälligste am Spiel ist sicher die Grafik, die auf der zweiten Unreal-Engine beruht, aber im Cel-Shading-Design gestaltet ist und somit eine optische Verbindung zu den Comics schafft (ich kenne aber den Zeichenstil der Vorlage nicht). Zwar sind dadurch viele Texturen detailarm, aber der Look ist stimmig und nur selten wirkt die Umgebung eintönig; hin und wieder sind jedoch einige Gegenstände "zu realistisch" und fallen dadurch auf (die Zeichentrickqualität eines Zelda: The Wind Waker wird also nicht erreicht). Die Nähe zu den Comics wird außerdem durch den Einsatz von Splitscreens und Einblendungen kleiner Fenster erhöht, zudem gibt es Lautmalerei, Explosionen und Waffenfeuer hört man nicht nur, es wird auch "Boom" oder "Tatata" eingeblendet. Sehr witzig und nie störend. Die netten Zwischensequenzen sind wie bewegte Comicseiten gehalten, leider sind dort die Figuren oft pixelig oder unscharf.

Im Kern bleibt XIII aber ein normaler Shooter, man durchläuft meist linear gestaltete Abschnitte auf dem Weg zum Ausgang, manchmal muss ein Gegenstand geborgen oder aktiviert werden mit anschließender Flucht. Abwechslung kommt - neben den verschiedenen Locations wie z.B. Militärstützpunkt, Gefängnis, Canyon oder Schneelandschaft - durch zahlreiche Schleicheinlagen ins Spiel, bei denen man zum Teil nicht töten oder keinen Alarm auslösen darf, sonst scheitert die Mission. Hier ist wieder die Comicgrafik am Zug, denn man kann Schritte durch "Taptap"-Einblendungen selbst durch Wände hindurch sehen und so erkennen, wohin ein Gegner geht oder ob er näher kommt. Teilweise werden auch kleine Fenster eingeblendet, die Szenen und Orte zeigen, die man aus der Ich-Perspektive gerade nicht direkt einsehen kann.

Zum konventionellen Waffenarsenal (Pistolen, MPs, Schnellfeuerwaffen etc.) gesellen sich passende Agentenmordwerkzeuge wie Armbrust (meines Erachtens die beste Waffe im Spiel dank Zoom und Instant Kill beim Kopfschuss) oder Wurfmesser zum lautlösen Liquidieren. Außerdem stehen meist überall Dinge wie Besen, Aschenbecher oder Stühle herum, die einen Gegner nach einem kräftigen Schlag sofort K.O. gehen lassen; ein Karateschlag in den Nacken tut's aber auch. Anschließend sollte man die auffälligen Körper jedoch in eine dunkle Ecke schleppen, damit sie nicht später von einer Patrouille entdeckt werden und Alarm ausgelöst wird. Diese Vorgehensweise sollte man oft anwenden, da vermeidbare Feuergefechte viel Munition und Erste-Hilfe-Sets kosten können - besonders viel hält die Spielerfigur nämlich nicht aus!
Weiterhin kann man auch Geiseln nehmen, was aber nur an wenigen Stellen sinnvoll ist. Als Gadgets kommen noch ein Enterhaken und ein Dietrich öfters zum Einsatz, die an vorgegebener Stelle angewandt werden können und müssen.

Die Steuerung ist FPS-typisch und benötigt nur wenige Tasten, geht also leicht von der Hand. Wie man aber einige knackige Abschnitte mit einer wohl trägeren Joypad-Steuerung ohne Probleme überstehen soll, ist mir schleierhaft (das Spiel erschien auch für alle Konsolen der letzten Generation). Diese schwierigen Stellen sind zwar nicht zahlreich, können aber trotzdem frusten. Einen großen Anteil daran hat das Speichersystem, welches konsolentypisch auf Checkpoints setzt. Nur ist es irritierend, dass trotzdem Schnellspeichern eingebaut wurde: Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich nach einer gescheiterten Schleichmission meinen Spielstand schnelllud und trotzdem am Levelanfang startete. Überwiegend sind die Checkpoints aber fair verteilt und liegen nicht allzu weit auseinander; manche Abschnitte sind sogar ausgesprochen kurz.
Das Balacing hakt dann, wenn man viele schwerbewaffneten Gegnern oder einen Endgegner vor sich hat, aber leider kaum noch Medikits. Da kommt es auch aufs Glück an, dass die eigene Waffe vielleicht mal nicht so stark verzieht und vor allem die K.I. der Feinde kleinere Aussetzer hat. Besonders clever sind die meist nicht, immerhin haben sie selten Granaten nach mir geworfen, aber ebenso selten sind sie gegen Wände gelaufen oder haben nicht reagiert (bevor die Gegner einem nachgehen, erscheint erst ein Metal Gear Solid'sches Fragezeichen über deren Köpfen - dann einfach wieder in Deckung oder überraschend alles niedermähen, was auch oft zum Erfolg führt).
In einigen Situationen bin ich zudem gestorben, weil ich nur ein paar Meter tief gefallen bin, während der gleiche Sturz an anderer Stelle nur ein paar blaue Flecken nach sich trug. Nervig, wenn man deswegen mehrfach in den spärlichen (und oft optionalen) "Tarzan"-Abschnitten mit exzessivem Enterhakeneinsatz krepiert.

Positiv erwähnt werden muss jedoch noch die deutsche Sprachausgabe, die hervorragende und auch prominente Sprecher bietet. Laut Abspann waren 20 verschiedene Sprecher beteiligt; leider wird dort nur bei der deutschen Lokalisierung nicht aufgeschlüsselt, wer welche Rollen gesprochen hat. Übrigens ist das Spiel bei uns ungeschnitten, enthält also auch besondere Kopfschusseinblendungen. Und ich glaube, gemeuchelten Gegnern (alles Menschen!) sprudelt am Boden noch das Blut aus der Kehle...

Nach vielleicht 15 Stunden - ich habe nicht so genau darauf geachtet - ist der Spaß vorbei, leider mit einem sehr abrupten Cliffhanger. XIII soll als die ganze Comicreihe umfassende Trilogie geplant gewesen sein, aber daraus wurde wegen des bescheidenen Verkaufserfolgs nichts (ich hab das Spiel auch nur als GameStar-Vollversion). Insgesamt ein sehr ordentlicher Ego-Shooter mit unverbrauchter Optik, der zwar in den meisten Teilen leider arg konventionell ist, dies aber durch Schleicheinlagen und Story wettmacht. [7/10]

XIII (PC)
Ubisoft/Ubisoft Paris 2003 | MobyGames | OGDb
Producer: Julien Barès

Samstag, 9. Juni 2007

Texhnolyze - Anime auf VOX [Update]

Der Privatsender VOX ist seit längerem für die Erstausstrahlung feiner amerikanischer TV-Serien bekannt, bspw. Space 2063, Ally McBeal (Luft raus: in den letzten Staffeln), Six Feet Under (Durchhänger: nach Lisas Tod), Gilmore Girls (Zenit überschritten: Rory in Yale), Boston Legal (Dream Team: Shatner und Spader) oder auch die CSI-Varianten, bevor Muttersender RTL sich die neueren Folgen schnappte. Manchmal ist aber auch Müll dabei, insbesondere die widerliche, konservativ-reaktionäre Himmlische Familie. Die Nacht dagegen gehört regelmäßig Japan, denn VOX sendet - oft als deutsche Free-TV-Premieren - mehrere Episoden am Stück wie die Samuraisaga Okami aus den 1970ern oder die famose Animereihe Samurai Champloo von den Cowboy Bebop-Machern.

Freitag lief nun nach Mitternacht bis in den frühen Morgen knapp die Hälfte (= 12 Folgen!) von Texhnolyze [téknolàiz]:
«Lukuss ist eine experimentelle Metropole der Zukunft tief im Innern der Erde, in der Gangs regieren, brutales Chaos und Vergeltung das alltägliche Leben beherrschen. Um ihre Macht zu beweisen, beraubt eine zwielichtige Organisation ihren Konkurrenten ihrer Gliedmaßen...
Die unterirdische Stadt Lukuss wird von konkurrierenden Banden und religiösen Fanatikern regiert, die ihre Herrschaft über die beklemmende Metropole mit roher Gewalt durchsetzen. Der Frieden hängt an einem seidenen Faden, Lukuss befindet sich am Rande des absoluten Chaos. Doch es gibt Mächtige, die das Schicksal der Stadt in ihren Händen halten: Onshi, Anführer der stärksten Bande von Lukuss; Yoshii, ein mysteriöser Mann aus der 'oberen Welt'; Ran, ein Mädchen mit der Gabe des zweiten Gesichts; Ichise, ein Einzelgänger, dem Arm und Bein durch eine unmenschliche Technologie, bekannt als Texhnolyze, ersetzt wurden. Ein martialischer Kampf um die Zukunft der Stadt beginnt...» (VOX)
Die Serie ist auf jeden Fall bemerkenswert, da sie inhaltlich recht komplex ist. Lange Zeit wird der Zuschauer über genaue Zusammenhänge im Dunkeln gelassen, muss die unbekannte Stadt, die verschiedenen Gruppierungen und die Hauptfiguren erst kennenlernen und einordnen. Die frühen Folgen ziehen sich jedoch leider etwas hin, da Ichise zwar scheinbar als Hauptcharakter aufgebaut wird, aber erst nach langer Zeit seine Cybergliedmaßen bekommt und zudem kaum aktiv an der Handlung teilnimmt. Trotz kybernetischer Ersatzteile und Terminator'esken Ich-Perspektiven ist Texhnolyze aber keinesfalls eine cyberpunkige Science-Fiction-Serie wie z.B. das grandiose Ghost in the Shell: Stand Alone Complex. Die Technik steht größtenteils im Hintergrund, es geht viel mehr um die politischen und gesellschaftlichen Verstrickungen, die so manche gelungene Enthüllung bereithalten.

Optisch kann Texhnolyze ebenfalls überzeugen, obwohl die Animationen nicht immer völlig flüssig sind. Es werden oft detaillierte Standbilder verwandt, aber damit kreieren die Japaner bekanntlich Atmosphäre wie niemand anderes. Computereffekte kommen auch zum Einsatz, die glücklicherweise kaum herausfallen. Sehr angenehm ist das einprägsame und realistische Figurendesign; peinliche feminin-tuntige Burschen (Wolf's Rain...) und halbnackte Kindfrauen mit XXL-Oberweite muss man also nicht befürchten. Musikalisch reicht Texhnolyze nicht an GitS:SAC heran, bietet aber gelungene elektronische Beats. Das Erzähltempo ist phasenweise recht niedrig und es wird viel geredet, da jedoch die Geschichte interessant und die Synchronisation hervorragend gelungen ist, stört das nicht.

Ungeachtet der wie bereits erwähnt guten Story mit einigen surrealen und leisen Momenten ist die Serie nichts für sanfte Gemüter, denn es kommt zu zahlreichen, wenn auch meist kurzen Gewaltexzessen, in denen das Blut nur so spritzt. Jedoch rutscht Texhnolyze nie ins plakative Gemetzel ab, was japanische Animationsfilme ja früher in Verruf gebracht hatte (Stichwort Tentakelsex-Splatter). Nach etwas Anlaufschwierigkeiten nimmt die Serie an Fahrt auf und mündet in einem ersten, spannenden Finale. Mal sehen, wie sich alles weiter entwickeln wird...

Update: In der Nacht zum 16. Juni liefen die letzten zehn Folgen (anschließend noch ein Interview mit dem Produzenten und dem Charakterdesigner; es ging um deren Werdegänge, Mangas und Animes allgemein und die Serie Lain, nicht um Texhnolyze).

Nach den aufpeitschenden Geschehnissen in Lukuss kehrt keine Ruhe in die Stadt ein, es wird noch schlimmer, als eine weitere Partei energisch in die Machtkämpfe eingreift... Die Cyborg-Thematik wird ein großes Stück erweitert, schafft es aber gerade noch nicht übertrieben und unpassend zu wirken. Dies ist vor allem der Geschichte zu verdanken, die stärker als zuvor mit philosophischen Ansätzen über die Evolution und das Schicksal des Menschen aufwartet und teils sperrige, metaphysisch gefärbte Dialoge hervorbringt (in immer noch hervorragender Synchronisation). Mit dem unvermeidlichen Ausflug an die Erdoberfläche wird die Serie dann surreal und elegisch, das Erzähltempo tritt dazu passend für einige Folgen stark auf die Bremse. Der Abstieg zurück nach Lukuss ist schließlich die Vorwegnahme des apokalyptischen Endes...

Montag, 4. Juni 2007

Primeval & Jericho [Update]

Heute ging wieder ProSiebens "Mystery Montag" auf Sendung, mit den beiden neuen Serien Primeval und Jericho.

Primeval, mit dem schmissigen deutschen Untertitel Rückkehr der Urzeitmonster versehen, stammt frisch aus Großbritannien und lief dort erst Anfang diesen Jahres mit beachtlichem Erfolg. Die erste Staffel besteht wie in England durchaus üblich aus nur wenigen Folgen, sechs an der Zahl; eine zweite Staffel soll mit leichten inhaltlichen Änderungen 2008 kommen.

In der ersten Folge tauchen im britischen Wald von Dean urzeitliche Tiere a.k.a. Dinosaurier auf und durch Zufall werden ein Paläontologe, seine zwei Hiwis, eine Zoologin sowie eine Mitarbeiterin des Innemninisteriums zusammengeführt und versuchen gemeinsam, dem Ganzen auf die Spur zu kommen. Es stellt sich heraus, dass im Wald ein merkwürdiger Dimensions- oder Zeitspalt entstanden ist, durch den die "Urzeitmonster" gekommen sind. Außerdem ist in diesem Forst vor einigen Jahren die Frau des Paläontologen spurlos verschwunden - und tatsächtlich finden sich bei einer kurzen Expedition in die fremde Welt Spuren von ihr. Doch dann schließt sich schon wieder der Spalt...

Die Serie punktet vor allem durch die simple Formel Dinos + Gegenwart, mit einer Prise Dimensionsschnickschnack. Visuell sind die Tiere meistens ziemlich gut in Szene gesetzt, auch wenn es ein paar Totalausfälle dabei gibt und die Protagonisten gerne ziellos am CGI-Geschöpf vorbeistarren. Zudem scheinen Bildfilter benutzt worden zu sein, wodurch der Look der Serie manchmal etwas billig wirkt.
Das passt auch etwas zum Handlungsverlauf, denn die Story entfaltet sich sehr ruckartig und setzt auf Zufallsbegegnungen. Von wirklicher Logik ist da nicht viel zu sehen, es geht um actionreiches Entertainment, gewürzt mit etwas Humor.

Mich erinnert Primeval, trotz nicht zu leugnendem Unterhaltungswert, an leicht trashige B-Abenteuerserien wie Relic Hunter oder besonders Special Unit 2: In den kommenden Episoden werden sich wohl irgendwo Dimensionstore öffnen, Urzeitviecher rauskommen und das hippe Team hinreisen um Monsterärsche zu treten...

Jericho ist da völlig anders. Die 2006er Serie stammt aus den USA und umfasst nur eine Staffel mit 22 Folgen - eine der vielen US-Serien, die vorschnell von den Fernsehsendern abgesetzt wurden. (Update: Überraschend hat der Haussender CBS auf die zahlreichen Fanproteste reagiert und offiziell sieben weitere Episoden angekündigt!)
Optik und Ausstattung sind wesentlich aufwändiger als bei Primeval, Spezialeffekte werden dagegen zurückhaltend eingesetzt, denn hier gibt's keine Monster, "nur" atomare Strahlung.

Die Serie spielt in der titelgebenden Kleinstadt Jericho, als mehrere AtomWasserstoffbomben in Amerika detonieren. Die Explosion der ersten Bombe ist hervorragend und packend inszeniert und kann sich durchaus mit The Day After messen. Danach ist die Stadt von der Außenwelt isoliert, niemand weiß was genau geschehen ist: Krieg? Invasion? Der deutsche Untertitel legt sich leider fest: Der Anschlag.

Nun beginnt der Kampf ums Dasein, die Flucht vor dem Fallout, die Suche nach den Ursachen und anderen Überlebenden. Bereits in den ersten beiden Folgen - jede behandelt einen Tag - werden beiläufig viele Informationen über die wichtigsten Charaktere gegeben und Konfliktpotentiale angedeutet, es geht also um das Zusammenleben von Menschen in Zeiten einer große Krise. Dass dabei aber die Hauptfigur so ziemlich jede entscheidene Aktion tätigt, ist weniger schön.

Primeval ist also der anspruchslose, aber spaßige Monster-of-the-Week-Snack, während Jericho zumindest in der Pilotdoppelfolge auf eine dramatische Geschichte und zwischenmenschliche Spannungen setzt. Ob sich dies über die restlichen Folgen hinweg nicht abnutzt, wird sich zeigen...

PS: Und ab nächster Woche gibt's dann auch die Blade-Serie!

Freitag, 25. Mai 2007

Im Sumpf

Diese Woche ist was los...

Der deutsche Profiradsport implodiert medienwirksam: Besonders in den 90ern war - jetzt auch offiziell - Doping an der Tagesordnung. Die Ex-Telekom-Radler geben sich beim Gestehen ihrer Spritzgeschicke momentan die Klinke in die Hand, die Universität Freiburg hängt voll mit drin. Jetzt heißt's eigentlich nur noch "Warten auf Godefroot"... und "Ulle".

Die Geständnisse sind aber bis dato nur ein (notgedrungenes) Eingestehen und Zugeben, eine richtige Aufklärung und Abrechnung hat seitens der Sportler und Beteiligten noch nicht stattgefunden, deren Vergehen auch zufällig alle verjährt sind...

Interessant auch die Darstellung bei ARD und ZDF, Medienpartner des Radsports, die gestern keine Sendezeit scheuten: Live-Übertragungen der Pressekonferenz von Aldag und Zabel, Expertenrunden und -interviews, große Nachrichtenblöcke, Sondersendungen, Last-Minute-Panorama-Beitrag, Maybrit Illner-Talk etc.
Besonders Ex-Doper Rolf Aldag war beim ZDF dauerpräsent, scharfe Kritiker dagegen nicht so oft zu sehen. Immerhin berichtete Zapp über diejenigen, die bereits vor Jahren auf Doping hinwiesen, aber deshalb als Nestbeschmutzer von der Radsportszene geächtet oder schlicht von der Öffentlichkeit ignoriert wurden.

Leider selten wurde zudem der Bogen zum Radsport allgemein gezogen ("Kann man die Tour de France ohne Doping überhaupt gewinnen?"), auch ist noch nicht abzusehen, ob die Mauer des Schweigens jenseits der deutschen Outings nicht international bestehen bleibt...

Ansonsten scheint sich in Sachsen ein gewaltiger Korruptionsskandal anzubahnen: "In mehreren Kommunen sollen Politik, Justiz und Polizei in ein kriminelles Netzwerk verstrickt sein" (SZ).
Da sollte Innenminister Schäuble "mafiöse Netzwerke" (sein Statement zum Doping) suchen, anstatt als "Stasi 2.0" vermeintlich militante G8-Gegner mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln heimzusuchen.

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Erstellt: 2006-09-02 17:58
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