Dienstag, 18. Dezember 2012

Fringe (5.09)

Nachts beginnt plötzlich der Radioempfänger, der im Dimensionsversteck des verschwundenen Observer-Kindes gefunden wurde, verschlüsselte Signale auszustoßen. Eine Decodierung ist jedoch noch nicht möglich, da Walter gerade Acid eingeworfen hat: Mit allen Mitteln versucht er verweifelt sich an seinen Plan zu erinnern, bevor sein ursprüngliches und rücksichtloses Ich die Oberhand gewinnt. Sein Drogentrip führt zu zahlreichen Halluzinationen wie fliegende Feen, seine tote Laborassistentin Carla Warren, Farbspielereien und - als kleiner Insiderwitz - eine Art Minas Tirith (John Noble spielte den dort ansässigen Truchsess Denethor in Der Herr der Ringe).

Olivia, Peter und Astrid verfolgen währenddessen mit dem umnachteten Walter im Schlepptau das Funksignal zu dessen Ursprung zurück und finden mitten im Wald die sterblichen Überreste von Olivias früherem Bekannten/Lehrmeister Sam Weiss (Cordial Deconstruction: "a very disappointing way to write out a very interesting character"). Und danach ein älteres Ehepaar, welches seit mehr als 20 Jahren auf den Beobachterjungen aufpasst, der ihnen einst von dem immer noch mysteriösen Donald übergeben worden war. Nur bei Nennung eines Kennwortes will der Ehegatte das Kind namens Michael ziehen lassen und in einer großartigen letzten Wahnvorstellung - eine surreale, Monty Python'eske Animationssequenz (ohne die erste LSD-Episode sicher mit stärkerer Wirkung) -, erinnert sich Walter daran.

Am Ende ist das Fringe-Team also wieder einen Schritt weiter, den diffusen Plan zur Bekämpfung der Beobachter zu rekonstruieren. Doch Walter, der die ganze Zeit halluzinierend mit und gegen sich kämpfte, erkennt nach einer schön als Filmprojektion inszenierten Rückblende, dass er seinem alten Ich nicht entkommen wird. "You've been him longer than you've been you", wie seine eingebildete Forschungsgehilfin ihn mehrmals erinnert...

Die insgesamt sehr ruhige, dafür visuell reizvolle Episode bringt die Handlung nur etwas voran, dürfte aber einen großen Konflikt des Serienendes vorgezeichnet haben: Walter gegen Walter, quasi eine Neuauflage der beiden Bishops in den früheren Paralleluniversen. Überhaupt: Deutlich wie nie zuvor in dieser Staffel wird auf vergangene Ereignisse und Zeitlinien eingegangen, beinahe eine Fringe-Zusammenfassung im Schnelldurchlauf. Da schmerzt es um so mehr, dass vom anderen Universum heutzutage weiterhin nichts bekannt ist. Bis auf ein Pflaster im Nacken und Schlafprobleme kommt Peters kurzzeitiges Observer-Dasein übrigens auch nicht zur Sprache; ich hoffe, das ist jetzt nicht bereits folgenlos abgehakt.

PS: "Christian77" für Serienjunkies widmet sich vor allem Walters innerem Widerstreit und gibt 4/5 Punkte, während der A.V. Club gewohnt eine A- zückt. Polite Dissent wird wohl keine Texte mehr schreiben, Vladislav Tinchev schweigt auch zu Fringe.

<< 5.08

Montag, 10. Dezember 2012

Fringe (5.08) [Update]

Peter berechnet in Ettas Wohnung mit seinen Observer-Fähigkeiten weiterhin die Zukunft des Oberbeobachters Windmark, als dieser sich herbeiteleportiert. Doch Peter ist längst fort und hinterlässt gar einen Hinweis, dass er genau wusste, dass Windmark auftauchen würde. Warum er diesen Wissensvorsprung nicht nutzte, um den Glatzkopf in die Luft zu sprengen? Vielleicht weil er ihn lieber eigenhändig umbringen möchte, wie Peter später anschaulich erzählt. Zuvor überrascht Windmark aber ihn und es entsteht ein stiller Wettstreit, wer die Zukunft des Anderen besser vorhersagen und beeinflussen kann.

Olivia teilt derweil Walter und Astrid mit, dass sich Peter die fremde Technologie (bloß "Tech" genannt wird) eingepflanzt hat. Die beiden Wissenschaftler führen daraufhin Experimente mit einem zweiten Exemplar durch und erkennen - wenig überraschend -, dass das Gehirn dadurch auf Logik getrimmt und das Emotionsempfinden ausgemerzt werden wird. Und bald ist der Vorgang nicht mehr umkehrbar.

Um sich abzulenken, zieht Olivia los, um einen weiteren Bestandteil für Walters Anti-Beobachter-Plan zu besorgen: Einen Elektromagneten von einem abgelegenen Schrottplatz. Dort warten die Anwesenden scheinbar seit Jahren auf sie und eine Frau faselt erfreut von ihrer hellseherischen Gabe und was sie alles in Olivia erkennen würde. Diese erwidert schroff, dass Glaube nichts bedeutet in dieser Welt und die Beobachter schlicht besser rechnen könnten. Außerdem streift sie wieder vergangene Geschehnisse und erinnert so den Zuschauer, was Fringe mittlerweile alles weggeschoben hat:
«I have moved things with my mind. I've lit things on fire. I've caught bullets midair. I've seen things that people only dream about. I've seen the seams between universes ripped apart, things that humans shouldn't see.»
Dann braust Olivia davon über einsame Landstraßen mit dem Magneten und einem Lastwagen, den es glücklicherweise dazu gab. Jedoch gerät sie dabei in einen aufwändig vorbereiteten Hinterhalt zweier Wegelagerer. Einer scannt ihr Gesicht - sie wird als gesuchte Verbrecherin identifiziert ("You don't need money. You are money"). Im Unterschlupf hat er aber plötzlich Gewissensbisse, sie auszuliefern. Olivia mutiert derweil plötzlich zum weiblichen MacGyver und bastelt aus Schrott eine Behelfspistole - seit wann kann sie denn so etwas?! Sie killt ziemlich rücksichtslos die Schufte und vermag sich noch rechtzeitig mit Peter treffen. Woher Walter oder Astrid wussten, wo der sich genau aufhält, bleibt zwar diffus, aber im Appell an seine Gefühle und die Erinnung Ettas bringt Olivia ihn dazu, sich schnell nebenbei die Beobachtertech aus dem Nacken zu schneiden.

So endet Peters kurzer Aufenthalt in der Gedankenwelt der Observer, scheinbar folgenlos für ihn. Gebracht hat es eher wenig außer ein paar tote Beobachter und dem Wissen über Windmarks Tagesablauf in naher Zukunft. Der Rest der Episode ist irritierend überflüssig: Die Frau vom Schrottplatz erfüllt keine Funktion, außer das serientypisch am Ende eine umgekehrte Erkenntis erfolgt: Olivia appelliert an Peters Gefühle, statt an Logik. Nur hat sie eigentlich nie etwas anderes getan! Die kurze Gefangennahme war dann pure Zeitschinderei. Dass endlich auf breiter Front das Fringe-Team als Flüchtlinge bekannt ist, sah man zuvor auf einer riesigen Videowand (außerdem wurden erstmals die "Resist"-Plakate mit Etta von Arbeitern entfernt, wie Cordial Deconstruction belustigt bemerkt).

PS: Polite Dissent wird wohl keine Texte mehr schreiben, Vladislav Tinchev hängt auch noch hinterher. Der A.V. Club vergibt wieder einmal eine Bestnote (A-). Das nachgereichte Review von "sw2012" für Serienjunkies zieht als Fazit (4/5 Punkte):
«[...] In den wenigen verbliebenen Folgen ist noch viel zu tun. Wir können davon ausgehen, dass das letzte größte Beziehungsproblem innerhalb der Gruppe sein wird, Walter nicht auf die Dunkle Seite abgleiten zu lassen. Damit können wir uns auf den äußeren Feind konzentrieren. Vielleicht haben wir sogar endlich genug Teile, um mit dem Bau der Maschine zu beginnen.

Am Ende sind die Action-Szenen in „The Human Kind“ gut gemacht. Aber sie ist eine der Folgen, deren gesamte Tiefe sich eigentlich nur dem Zuschauer erschließt, der über Jahre hinweg die Figuren begleitet hat. Was als ein vorhersehbarer Abschluss für den Superpeter-Handlungsstrang beginnt, bekommt durch einige wenige Sätze von Olivia eine sehr viel tiefere Bedeutung. [...] Jetzt muss die Serie nur noch ähnlich stark zu Ende gebracht werden.»
<< 5.07

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Rettet die Wale

In Arkane Studios' Dishonored gibt es keine Naturschützer, kein Greenpeace, kein WWF. Die leviathanischen Wale werden industriell gejagt, denn ihr Öl ist das Benzin des kaiserlichen Inselreiches. Maschinen jeglicher Art werden von der weißen Flüssigkeit angetrieben, die wissenschaftliche, wirtschaftliche und auch militärische Vormachtstellung beruht darauf. Direkte negative Folgen dieser Ausbeutung der Ozeane sind nicht erkennbar, jedoch scheinen die Meeresgiganten in Zusammenhang mit der übernatürlichen Wesenheit des "Outsiders" zu stehen (aus Walknochen können magische Artefakte geschnitzt werden) - wird irgendwann eine göttliche Strafe die Menschen heimsuchen? So oder so dürften die Wale durch den exzessiven Fang schwinden und die Industrie entsprechend zusammenbrechen. Wenn die Gesellschaft bis dahin nicht längst an Verkommenheit, Korruption, Dekadenz und einer Rattenseuche zugrunde gegangen ist.

Samstag, 1. Dezember 2012

Movie Month 11/2012

Von mir drüben bei den Zelluloidfreaks: Vom Kollegen Tobberich: Skyfall

Donnerstag, 22. November 2012

Fringe (5.07) [Update]

Peter beobachtet die Beobachter und dank seiner Implantatfähigkeiten kann er bereits ziemlich genau deren unmittelbare Handlungen vorhersagen. Eine gleichzeitige Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist dies jedoch nicht, Peter berücksichtigt und berechnet Variablen, während er selbst noch eine unbekannte für die Observer ist. Im Verlauf der Episode verliert er sich zunehmend in emotionsloser Logik - neben Anfällen, Nasenbluten und Haarausfall -, während die misstrauisch-sorgenvolle Olivia ihm langsam auf die Schliche kommt. Als sie die Wahrheit erkennt, findet sie kaum Worte vor Fassungslosigkeit. Hat sie nun auch Peter verloren, an dessen bedingungslose Rache für Etta? Die verfolgt er die ganze Zeit und tötet schließlich ranghohe Beobachter:
«I used a toxin from Walter's cold storage, the flesh-eating toxin that killed everyone aboard flight 627. Our first Fringe experience was their last.»
Als nächstes Opfer hat sich Peter Chefobserver Windmark auserkoren, der jedoch wahrscheinlich Peters "Geheimnis" kennt...

Parallel dazu wird wieder ein Teil von Walters Plan gesucht und Cordial Deconstruction fragt sich, warum Walter alles so überkompliziert dokumentiert hat:
«Why use such an unreliable and volatile medium like analog encoded magnetic video tape? Why not use some medium with some type of redundancy or multiple copies in case of damage? Why record the plan in video at all rather than just write it out? Why not record the whole plan on one single tape? [...] If the plan is useless with any part missing, why scatter the components rather than just store everything in one secure place with the documentation?»
Ziel sind dieses Mal zwei der berühmten Oberver-Zylinder, die sich fortwährend durch die Erde bohren ("they are beacons that allow them to locate different points in spacetime"). Aufbewahrt werden sie in einem alten Labor von William Bell, das leider mittlerweile verschüttet ist. Dies nimmt das Fringe-Team zum Anlass, quasi erstmals über die Geschehnisse zu sprechen, die damals kurz vorm Einschluss der Gruppe in Amber passierte - war z.B. Bell ein Kollaborateur?

Offenbar fällt Walter nichts ein, womit man das unzugängliche Labor betreten kann und findet auch nichts in seinem privaten Fringe-Archiv. Also wendet sich die Gruppe hilfesuchend an Nina Sharp, die als hohe Mitarbeiterin im Wissenschaftsministerium sofort die passende Technologie aus dem Ärmel schüttelt. Allzu emotional verlaufen die Treffen mit ihr jedoch nicht, da sie wie zuletzt Broyles zu zweckhaft in die Serie geschoben wird. Jedoch öffnet sich Walter ihr mit seinen Ängsten, dass er wieder zu einem rücksichtslosen Menschen wird. Nina offenbart ihm, dass Peters Liebe daran leider nichts ändern werde, denn schon ihre Liebe zu William Bell half am Ende nichts. Walter kanzelt sie damit ab, dass Bell sie ja nie geliebt habe. Doch findet er in einem Tresor Bells später ein Foto von Nina - wird die Liebe von Vater und Sohn also tatsächlich nicht helfen...?

Das Bergen der Zylinder geht übrigens wie so oft reibungslos über die Bühne. Ninas Maschine verdampft das im Wege liegende Gestein (und Cordial Deconstrucion runzelt darüber die Stirn), aber die Beobachter sollen laut Nina angeblich kleinste Veränderungen in der Atmosphäre entdecken, weswegen Schnelligkeit geboten ist. Nun können wir uns also endlich denken, warum die Überwachung der Glatzköpfe so lächerlich ist - alle Ressourcen gehen ins Monitoring der Luft. Cordial Deconstruction :
«At this point, I believe Walter, Peter, and Olivia's faces should be on wanted posters all over the place. I don't think the writers have really thought out the world very well for this season. They're not used to the Fringe team being on the wrong side of the law.»
Und weil dann noch Peters Bombenanschlag passiert, hat das Fringe-Team alle Zeit der Welt. Eine Menge Bauteile sind nun schon geborgen worden und doch ist der Plan weiterhin undurchsichtig. Gleichzeitig droht das Fringe-Team den Zusammenhalt zu verlieren, weil der Kampf gegen die Beobachter große persönliche bzw. persönlichkeitsverändernde Opfer von Walter und Peter erfordert. Übrigens hatte Astrid gefühlt mehr Auftritte, aber das ändert nichts an dieser ziemlich zerfahrenen Folge.

PS: Polite Dissent hat noch nichts zur Episode geschrieben, der A.V. Club vergibt mit B- die bisher niedrigste Wertung dieser Staffel. Das nachgereichte Review von Bernd Michael Krannich (?) für Serienjunkies zieht als Fazit (4/5 Punkte):
«Die Episode "Five-Twenty-Ten" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Voranschreiten der Entwicklung der Figuren auf ihrem zuvor eingeschlagenem Pfad. Dabei fällt vor allem das Fehlen von William Bell in der Episode unangenehm auf. [...] Der kleine Einblick in die Lebenswelt der Observer [...] macht durchaus Appetit auf eine Episode, bei der die Handlung durch die Augen eines Observers erzählt wird [...]. Aber das ist vermutlich etwas, was in der kurzen Finalstaffel von "Fringe" dann einfach keinen Raum hat.«
<< 5.06

Suche

 

Beiträge & Kommentare

Über uns
HomiSite, 2023-10-01 10:54
Unterwegs in Düsterburg
HomiSite, 2021-03-04 11:39
Gods - Lands of Infinity [Update]
HomiSite, 2020-07-02 21:53
Spiele des Jahres 2017 im Internet
HomiSite, 2018-02-06 12:46
Spiele des Jahres 2016 im Internet
HomiSite, 2017-01-06 14:51

Microblogging

Glotzen

Lauschen

Zocken

Kaum noch AAA, viel Indie und Multiplayer, wenig Steam und Switch.

Status

Erstellt: 2006-09-02 17:58
Online seit 7229 Tagen
Letztes Update: 2024-10-11 15:45
338 Beiträge mit 178 Kommentaren

Credits & Feeds