Sonntag, 17. April 2011

Fringe: Lysergsäurediethylamid

Man vermutet, dieser zweitverwertete Stream of Consciousness behandelt die Fringe-Folge 3.19; es kommen Spoiler vor!

Es gibt sie, die Episoden oder Szenen, die eine Serie transzendieren. Wo man etwas sieht, was man noch nicht kannte, nicht erwartete oder sich nicht ausmalen konnte. Der Mund steht offen. Ejakulat tropft von der Mattscheibe. 1997, Babylon 5, "Homo superior" - Garibaldis Verrat an Sheridan in Stroboskoplicht und Fotografien. 2000, Millennium, "Die Zeit ist nahe" - die Apokalypse als neunminütiges Musikvideo zu Patti Smiths "Land". 2007, Stargate SG-1, "200" - die Marionettensequenz.

2011, Fringe, "Lysergic Acid Diethylamide". Mittlerweile schauen wir Serienfolgen direkt nach Release, all hail to the WWW. Wir setzen uns die Fixes sofort, was passt da besser als eine Drogenepisode. Oder eine Unterbewusstseinsfolge. Oder beides. Nichts neues, wurde oft gemacht, funktioniert immer für Lacher. Auch bei Fringe. Schon vor dem Einsatz von Rauschmitteln lassen Astrids subtile Miene, als Bellivia "Kids" sagt, oder Walters Ruf nach Astrid mitten in ihr Gesicht das gekünstelte Schauspiel Anna Torvs als William Bell vergessen. Broyles kann lachen! Inception. Und dann A Scanner Darkly! Leonard Nimoy hatte wohl keine Zeit? Zum Glück! Ja, die Animationen sind nicht besonders flüssig und die Figuren sehen ihren echten Vorbildern kaum ähnlich. Ja... und?! Kommt ein Vogel geflogen.

Das Unterbewusstsein von Olivia ist an sich ähnlich unspektakulär - oder einfallslos - wie in Inception. On Purpose? Unspektakulär vergeht auch Bell. Kein Soul Upload in zusammengesteckte Rechner. Walter hat seinen besten Freund endgültig verloren, aber er braucht Bell nicht mehr, er hat in seinem langen Leben die Weisheit der Demut erlangt. Olivia ist wieder sie selbst, hat sich selbst gefunden, "but I think that he's the man who's gonna kill me." Ach ja?!

"Of course! LSD!"

PS: Mehr Kritik und Analysen gibt es wie immer bei Cordial Deconstruction und Serienjunkies.

Samstag, 16. April 2011

Spaß am Mittelmaß: The Gates & V [Update]

Dies ist mal wieder eine eigene Zweitverwertung. Oder eine zweite Eigenverwertung?

The Gates
= Eureka + Desperate Housewives + Twilight/True Blood/Vampire Diaries o.ä.

Das nach 13 Folgen bereits wieder abgesetzte "supernatural crime drama" (Wikipedia) The Gates spielt in der gleichnamigen elitären, abgeschirmten Wohnsiedlung, dessen neuer Sheriff der Protagonist zu Beginn wird und mit seiner Familie hinzieht. Dem Zuschauer ist von vornherein bekannt, dass einige Bewohner (friedliche) Vampire sind, nach nur zwei Episoden gibt es noch Werwölfe, Kräuterhexen und Succubi. Das hört sich alles ziemlich generisch an, aber im Gegensatz zu Reißbrettserien wie The Event fand ich The Gates unterhaltsam: Die Übernatürlichen, ihre Machtstrukturen und ihre Maskerade, Kriminalfälle, Familien-/Nachbarschaftsleben, Teenage Love und zwielichtige Personen - wider Erwarten ist dies nicht überladen, sondern funktioniert meist gut, weil miteinander verzahnt. Das liegt auch am "Pacing", denn wo bspw. The Cape neun Folgen braucht, um halbwegs loszulegen, benötigt The Gates keine Anlaufzeit, präsentiert fortwährend Entwicklungen und Enthüllungen (quasi jede Figur hat Leichen im Keller) und findet eine gute Mischung aus Suspense, Surprise und Mystery. Es wird nie klar gesagt, was alles in der Welt von The Gates möglich oder existent ist - natürlich um sich alles offen zu halten. Manchmal knarzt die Logik, aber selten in ärgerlicher Weise; das Ende der Serie ist angemessen abgeschlossen. Die Gesichter mancher männlicher Darsteller würde ich euphemistisch als "interessant" bezeichen (einer sieht aus wie ein Mix aus Martin Schmitt und Hayden Christensen), dafür gibt's einige MILFs =). Mir hat's gefallen, dabei habe ich aber auch "langweilige" Szenen vorgespult.

The Gates | USA 2010 | Created by Grant Scharbo & Richard Hatem | Darsteller: Frank Grillo, Marisol Nichols, Luke Mably, Rhona Mitra, Chandra West, Skyler Samuels u.a.

V
= V – Die außerirdischen Besucher kommen + Earth: Final Conflict

Über den Großstädten der Welt tauchen riesige Raumschiffe auf, deren Besatzung sich als friedliebende und hilfsbereite "Besucher" (Visitors/Vs) in Menschengestalt zu erkennen geben - "we are of peace, always" - und (zu) schnell offiziell auf der Erde willkommen geheißen wird. Doch die Aliens haben nicht nur Gutes im Sinn, weshalb sich unter Eingeweihten ein geheimer Widerstand bildet - mithilfe abtrünniger Aliens...

Die Neuauflage des Originals von 1983-85, das ich nie gesehen habe und vor allem durch "Jane Badler isst Ratten" mir bekannt ist, umfasst momentan 22 Folgen in zwei Staffeln. In Staffel 1 geht es um erste Enthüllungen der Alien-Agenda und die Entstehung des Widerstands, das Spannungsverhältnis von V-Befürwortern und -Gegnern (auch innerhalb der Familie) und dezente Paranoia, wer auf welcher Seite steht oder gar ein Alien ist. Vieles wird aber schon recht früh offenbart, auch wenn genaue Details im Dunkeln bleiben - z.B. woher die Aliens kommen und was sie genau sind (die Serie vermischt grenzwertig Echsen, Insekten und Vulkanier...). An diesem Punkt wird die Serie entnervend unglaubwürdig, da der verbündete Besucher von den Protagonisten einfach nicht ausgefragt wird, natürlich um den Zuschauer bei der Stange zu halten! Generell ist der Handlungsverlauf öfters nicht allzu logisch, auch weil die Alientechnik immer so gut oder schlecht ist, wie es die Dramaturgie erfordert. Einige Dialoge sind realitätsfern und dümmlich, wenn Offensichtliches für den begriffsstutzigsten Zuschauer zusammengefasst wird. Weil auch noch die Spezialeffekte teils erstaunlich mittelmäßig sind, bleibt die Frage, was die Serie dann noch halbwegs rettet:

V findet ein ordentliches Mittelmaß aus eher anspruchsloser Unterhaltung (aber mit ein paar Kniffen), angenehmem Erzähltempo und interessanten Charakterkonstellationen. Okay, eigentlich ist es halt Science-Fiction mit drei Genre-Hotties aus Lost, Firefly/Stargate und Smallville, die sich alle herrlich in bedrohlichen, verführerischen und wissenden Gesichtsausdrücken austoben - die Serie könnte auch B für "Bitch" heißen. Erwähnentswert noch ein Reporter, der Sohn der Heldin sowie einige bekannte SF-Nebendarsteller: Ersterer sieht aus wie Michael J. Fox, zweiterer wie ein schmieriger Hinterhof-Pornodarsteller.

Die zweite Staffel aus zehn Episoden zeigt endlich mehr von den Aliens, führt aber auch einen jungen Wissenschaftler für mehr Comedy ein (bekannt aus Reaper), der zwar recht witzig ist, aber nicht unbedingt zur Serie passt. Das Geschehen wird deutlich dramatischer und zu eine konstanten Zerreissprobe für die Beziehungen aller Charaktere! Der Background und Masterplan der Aliens ist jedoch wirr, zudem plötzlich die "menschliche Seele" bemüht wird. Das generelle Problem: Was passiert, ist gelungen, aber es krankt am Wie! Die Dialoge sind im Vergleich zur ersten Staffel nochmals eine Stufe dümmer - alles muss erklärt werden, wo es doch eh gezeigt werden wird! Besonders zum Ende wird der Handlungsverlauf teils arg ruckartig und willkürlich, Inkonsequenzen und Logikbrüche inklusive (z.B. englische Texte bei Aliencomputern?!). Wer die Figuren nicht mag, dürfte sich mit der Staffel bzw. der Serie schwer tun - dafür ist das Finale aber hervorragend düster. Ich würde eine dritte Season begrüßen, dann bitte mit weniger Blödsinn.

Update: V wird keine weitere Staffel erhalten.

V | USA 2009+ | Developed by Scott Peters | Darsteller: Elizabeth Mitchell, Morena Baccarin, Morris Chestnut, Joel Gretsch, Charles Mesure, Laura Vandervoort, Scott Wolf, Logan Huffman u.a.

Sonntag, 10. April 2011

Adventure Impressions: Undercover & Memento Mori

Die letzten fünf DVD-Vollversionen der GameStar waren Point&Click-Adventures - entweder gibt's keine Spiele mehr da draußen oder in der Adventure-Hochburg (?) Deutschland gehen Ausgaben mit derartigen Spielen merklich besser über die Ladentheke.

Reingeschaut habe ich in Undercover - Operation Wintersonne (GS 3/2011; Sproing 2006) und Memento Mori (GS 2/2011; Centauri Production 2008).

Ersteres bietet wie so oft eher grobe 3D-Figuren vor recht detailliert gerenderten Hintergründen. Der Protagonist ist ein mittelalter Wissenschaftler - für mich wenig Identifikationspotential -, der dem britischen Geheimdienst bei der Suche nach einer Naziwunderwaffe helfen soll. Schnell deinstalliert wurde Undercover, weil es scheinbar keine Anzeige für Hotspots gibt, die Spielerfigur sich zu jedem Objekt hinbewegen muss, wenn man es nur anschauen möchte, zumindest auf Maustastendruck Gesprochenes nicht übersprungen wird und schon im zweiten Bildschirm aus einer Kiste ein halbes Dutzend Gegenstände ins Inventar geschaufelt werden. Ich spiele Adventures vor allem wegen der Geschichte, weswegen nervige Rätsel (zweimal Flüssigkeiten mischen, um in ein Gebäude zu kommen) und behäbige Steuerung ein K.O.-Kriterium sind.

Memento Mori bietet vollständige 3D-Grafik in fürs Genre ganz ordentlicher Qualität. Leider wird im ersten Raum schon mit Kamerafahrten und -perspektiven übertrieben. Irritiert war ich, dass die Kommentare der attraktiven Protagonistin (Geheimakte Tunguska?) keine inneren Monologe sind, sondern von ihr sichtbar und gestenreich vorgetragen werden - spooky! Dafür sind die ersten Rätsel angenehm simpel, das Scripting aber etwas starr: Eine CD will die Heldin nur aufnehmen, wenn sie die Hülle dafür benutzt. Hebt man dann die herumliegende Hülle auf, fragt sie sich unironisch, was sie damit wohl anfangen könne. Na ja, ich werde erstmal weiterspielen, weil die Kritikpunkte von Undercover anscheinend hier nicht vorhanden sind.

PS: Beide Spiele wurden von dtp herausgebracht, bieten also eine hochklassige deutsche Synchronisation.

Freitag, 8. April 2011

Meine nächsten steilgeilen Black-Ops-Videos in unscharfem 4:3!

Vielleicht interessiert's jemanden: Meine erste Playlist umfasst mittlerweile 30 kurze Black Ops-Clips, weswegen ich eine neue begonnen habe. Aktuell schon wieder 21 Videos, auch wenn der Output zwischendurch deutlich abgenommen hat - BO ist nicht selten einfach nervig (Hit Detection, Matchmaking)...

Montag, 4. April 2011

GameProStar? GameStarPro? [Update III]

Anfang März vermeldete der Mediendienst Kress einen anstehenden Führungswechsel bei der GamePro: Der bisherige Chefredakteur Markus Schwerdtel werde Boss der Mobilsparte des IDG-Verlags.
«In seiner bisherigen Funktion habe er unter anderem einen iPhone-Kanal auf "GamePro.de" initiiert und den Launch der "GameStar"-Kiosk-App für das iPad begleitet, heißt es bei dem Münchner Medienunternehmen.»
Die Aussage ließ mich etwas säuerlich dreinblicken, denn während man bei IDG offensichtlich genug Reserven für iOS & Co. hat, ist von einem Relaunch der hässlich-unübersichtlichen GamePro-Website nichts zu sehen [Update II: Content Manager Daniel Feith machte am 07.04. dazu Andeutungen: "Die Uhr tickt"]. Kress zitiert zudem Verlagsleiter André Horn mit dessen euphorischen Worten:
«Die Verlage stehen vor der großen Herausforderung, Nutzer und Werbekunden mit passgenau zugeschnittenen Inhalten für mobile Endgeräte zu begeistern.»
Die klassische Homepage genießt in Zeiten von Werbeblockern wohl keine große Priorität mehr - zumindest nicht GamePro.de, denn an GameStar.de wurde zuletzt zweimal massiv geschraubt. Neuer Wagenlenker bei GamePro wird der Chefred der GameStar, Michael Trier. In Personalunion - die Synergie bei IDG schreitet voran. Neben dem schon länger zu bemängelnden Artikelaustausch zwischen dem Konsolen- und dem PC-Magazin sieht man das auch an der Heftausstattung: Mit Ausgabe 4/2011 schaffte die GameStar das Inlay für die DVD ab und setzte wie bisher die GamePro auf eine mit der Heftbindung verklebte, unperforierte Papierhülle (GP-Abonennten bekamen zeitweise bis einschließlich Ausgabe 8/2008 eine Plastikhülle). "Lustigerweise" hatte die GamePro gerade erst mit Heft 3/2011 endlich eine Perforation zum einfachen Heraustrennen eingeführt, die aber Markus Schwerdtel offenbar mit in sein neues Büro nimmt: In 5/2011 muss sich der GP-Leser wieder mit der altbekannten Hülle rumschlagen! The IDG Experience?

Die wunderbare Welt der Abonnements

Im GameStar-Pinboard - wo das Unterforum für Meinungen zum Heft übrigens seit geraumer Zeit "Fragen an die Redaktion" heißt - zitierte ein Leser die Auskunft des Kundenservices. Demnach gäbe es das DVD-Inlay nur noch bei der XL-Ausgabe (zwei statt einer DVD und 6,30€ statt 5,50€). Passend dazu wird im Editorial der GameStar 4/2011 massiv fürs XL-Abo geworben - das normale scheint es nicht mehr zu geben. Bei "meinem" Kiosk lagen vier Tage nach Erscheinungstag übrigens nur noch XL- und Magazin-Ausgaben der 5/2011 aus.

Links neben dem Editorial des März-Heftes prangte außerdem eine ganzseitige Anzeige für GameStar Premium, das "exklusive Angebot für Online-Abonennten mit vielen exklusiven Features!" Hier wird angepriesen, was die GamePro jahrelang als Abovorteil versprach und bis heute nicht einzulösen vermochte: Ein digitales Heftarchiv! Bei GameStar gibt es sogar das aktuelle Heft als PDF vor dem eigentlichen Erscheinungstermin. Unschönes Detail: Das sind keine kostenlosen Dienstleistungen für GS-Abonnenten, diese müssen monatlich noch 1,99€ zusätzlich berappen (beim XL-Abo spart man 55 Cent je Heft...)! Progressiv bietet der Verlag aber auch ein rein immaterielles Abo für 2,99€ an. Übrigens: Die "Jetzt 16 Seiten mehr!"-Offensive aus Heft 11/2010 ist seit 3/2011 offensichtlich beendet worden, 130 sind wieder Standard.

Videospieler, wie sie im Buche stehen

Markus Schwerdtel tauchte erstmals als Trainee in GameStar 6/2000 auf, still und heimlich im Impressum (zusammen mit Petra Schmitz, die erst 2/2002 Redakteurin wurde). Damals hatte das Magazin noch weit über 200 Seiten und jubelte im Editorial über 290.000 monatlich verkaufte Hefte. Zum "vollwertigen" Redakteur erhoben wurde Schwerdtel in Ausgabe 6/2001 (oder 5/2001, deren Impressum fehlt mir). Wer mal gut lachen möchte, beschaue die Teamfotos diesen Jahrgangs - zwölf Hefte wurden mit drei Shootings gefüllt und Schwerdtel glänzt mit Rundsonnenbrille und Spock-Shirt. In Ausgabe 9/2002 wurde Schwerdtel dann Leitender Redakteur ("Ressortleiter 'Aktuelles'"), weil Gunnar Lott als Chef zur neuen GamePro ging. Das Editorial der Ausgabe 1/2007 schließlich verabschiedete den "Testbereich"-Ressortleiter Schwerdtel, der nun seinerseits zur GamePro wechselte; Gunnar Lotts Job machte dort mittlerweile André Horn. Die GS erreichte in dieser Ausgabe letztmalig mehr als 200 Seiten und lag bei 240.000 verkauften Heften (IVW, Q IV/2006). Die GamePro 1/2007 grüßte mit den Worten:
«Markus Schwerdtel [...] steigt bei uns als Stellvertretender Chefredakteur ein. Für ihn die Gelegenheit, jetzt auch beruflich seiner privaten Konsolenleidenschaft zu frönen. Willkommen auf der hellen Seite der Macht, Markus!»
So sollten wohl Bedenken mancher Leser beruhigt werden, die sich noch an Schwerdtels berühmt-berüchtigten Silent Hill 3-"Test" erinnern konnten (GameStar 11/2003: 49%). In gewisser Weise wird Schwerdtel auch zum Gesicht des neu eingeführten und stets umstrittenen additiven Wertungssystems, das erst mit der Relaunch-Ausgabe 6/2010 entsorgt wurde. Mit GP 1/2008 wechselte André Horn in die IDG-Verlagsleitung und Schwerdtel übernahm den Chefredakteursposten. Heft 5/2011 schließlich ist seine letzte GamePro:
«Nach über vier Jahren GamePro-Chefredaktion kümmere ich mich in Zukunft als "Director Mobile Content & Applications" um alle mobilen Aktivitäten von GamePro und GameStar. [...] Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich vollständig aus der GamePro verschwinden werde. Schließlich sind Videospiele nach wie vor mein Leben und ich werde sicher hin und wieder einen Artikel oder Test beisteuern [...]. Das GamePro-Ruder übernimmt mein langjähriger Kollege Michael Trier, der auch unsere PC-Schwester GameStar [...] verantwortet. Michael spielt seit vielen, vielen Jahren leidenschaftlich und hat unter seinem HD-Fernseher daheim etliche Konsolen stehen.»
Markus Schwerdtels professionelles Zockerleben: 6,5 Jahre PC und 4,5 Jahre Konsolen; die Auflage der GamePro fiel in seiner Zeit dort von 50.000 im vierten Quartal 2006 auf 27.000 in Q IV/2010 nach IVW. Und dass sich Michael Trier in Zukunft auch professionell mit Konsolenspielen beschäftigen wird, bleibt ungesagt... Trier erschien im Impressum der GameStar 1/2002 urplötzlich als Leitender Hardware-Redakteur. Erst 2003 durfte er im Heft vermehrt seine Haarpracht zeigen, bis er 12/2004 im Editorial als neuer Stellvertretender Chefred präsentiert wurde, nachdem Florian Stangl mit einigen Abtrünnigen zur PC PowerPlay (R.I.P.) marschierte. Mit Ausgabe 2/2008 erklomm Trier dann den Chefredakteursthron und ersetzte IDG-Wanderer Gunnar Lott, der sich nun "Director of Online and New Business" schimpfte, mittlerweile aber zur PR-Seite gewechselt ist. Die GameStar kam damals noch auf 180 Seiten und 200.000 verkaufte Hefte (Q IV/2007), im gleichen Quartal drei Jahre später sind es 130 Seiten und 120.000 Exemplare laut IVW.

Quo vadis, GamePro?

Markus Schwerdtel versucht die GP-Leser zu beruhigen:
«Gemeinsam mit Henry bildet [Michael Trier] die GamePro-Chefredaktion, natürlich unterstützt von unseren alten Redakteurshasen wie Kai, Bernd, Nino, Thomas, Tobi oder Benedikt. An der einzigartigen GamePro-Mixtur aus Lesespaß, Informationen und kritischen Tests wird sich zukünftig also nichts ändern.»
Zur Selbstdarstellung schweige ich mal, während PhanZero nachschaute, wo die alten Hasen denn sind: Acht der zwölf Tests (ohne 3DS-Special) in GamePro 5/2011 stammen nicht aus der Feder des erwähnten Kernteams, den Handheld-lastigen Rest hat Nino Kerl quasi allein geschrieben. Bei den Berichten und Previews gehen sechs von 14 Texten mit insgesamt 21 von 40 Seiten auf das Konto von freien Mitarbeitern, Praktikanten und GS-Redakteuren. Das übrige Heft hat gefühlt Markus Schwerdtel gefüllt.

Update: In GameStar 5/2011 wird Michael Triers Zweitjob bei GP nicht erwähnt. Sieben Spiele kommen sowohl in GamePro als auch GameStar vor. Markus Schwerdtels News über Prey 2 sowie sein Kingdoms of Amalur-Preview werden von einem GS-Praktikanten dort zu News eingedampft, Ähnlichkeiten sind aber gering. Interessant: Petra Schmitz schreibt eine zweiseitige Brink-Vorschau in GP (!), in GS macht sie daraus nur eine kleine Meldung. F.E.A.R. 2 erhält ein Kai-Schmidt-Preview und eine Schmitz-News. Weitgehend identisch sind dann die seitenstarken Tests zu Crysis 2 und Homefront (beide Fabian Siegismund, GS) sowie das Shift 2 Unleashed-Review (Daniel Matschijewsky, GS).

Die Situation mit den deckungsgleichen Tests in beiden Magazinen, die fast immer von GameStar-Schreibern kommen, ist bekanntlich ärgerlich. Recht positiv überrascht war ich zuerst, dass diesmal in der GP längere Artikel als in GS zu einem Spiel stehen, auch wenn bei Brink wieder ein GS-Redakteur am Werke war. Doch genau diese Vorschau sowie die zu Kingdoms of Amalur stehen schon lange bei beiden Magazinen komplett online! Brink seit 28.02., KoA seit 7. bzw. 8. März! Ersteres bekommt im GP-Heft (aber nur dort!) ein neues Fazit von Tobias Veltin verpasst - das aber quasi identisch zu Schmitz' Meinung und sogar noch gekürzt ist! Auch Markus Schwerdtels abschließende Einschätzung zu KoA ist online umfangreicher. Auf beiden Websites. Übrigens nur folgerichtig, dass der aktuelle "GamePro Elements"-Artikel von Recycling handelt.

Update III: Von den acht Previews und zwölf regulären Tests in GP 5/2011 sind vier bzw. elf auch auf der Website zu finden! Die meisten Artikel gingen bereits Mitte März online. (Randnotiz: Michael Degeners Top Spin 4-Test bekommt im Netz ein Fazit von Thomas Wittulski, im Heft wird das aber Tobias Veltin zugeordnet.)


Ein PC-Chefredakteur, ein veralteter Webauftritt und ein Heft, das zur Hälfte nicht von der eigentlichen Redaktion geschrieben wird...

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