Sonntag, 13. Januar 2013

Fringe (5.11) [Update]

Nachdem das Beobachterkind Michael verlorene Erinnerungen an Walter zurückgegeben hatte, begibt sich dieser nun in den stets gute Dienste leistenden Hypnosetank, um den Aufenthaltsort von Donald/September zu identifizieren. Mit Erfolg und das Fringe-Team macht sich auf, wie immer ohne große Vorsichtsmaßnahmen. Bevor sie die Zieladresse erreichen, erzählt ein wie ausgewechselt wirkender Walter, dass Michael ihm auch Erinnerungen an frühere Zeitlinien und vor allem an schöne und glückliche Momente offenbarte. Mit diesen Eindrücken sieht Walter keine Gefahr mehr, sich in sein rücksichtloses altes Ich zu verwandeln.

Donald ist tatsächlich September, der wohl nie die öffentlichen Suchmeldungen nach den Fringe-Rebellen schaute und entsprechend überrascht ist, dass sie alle noch leben. Wegen seiner fortwährenden Einmischung in die Geschicke der Menschen wurde September damals um seine Observer-Implantate und damit Fähigkeiten erleichtert und mit Experimenten zurück in einem Menschen verwandelt. Beobachter werden in der fernen Zukunft gezüchtet und Michael entstammt Septembers Erbgut. Da er tatsächlich eine genetische Anomalie ist und die Logik der Observer mit den Emotionen der Menschen vereint, "entführte" ihn September in die Vergangenheit.

Und endlich wird der Plan enthüllt: Im Jahr 2167 wird ein norwegischer Wissenschaftler einen Weg finden, die Intelligenz des Menschen auf Kosten der Emotionen zu steigern - der Grundstein für die Evolution zu Observern. All die geborgenen Dinge sind Teile einer Zeitmaschine, welche Michael als Mahnung in die Zukunft schicken soll und so die Forscher vor den Folgen ihrer Arbeit warnen. Die beste Szene der Episode: Olivias Blick, als sie still realisiert, dass durch die Veränderungen in der Zeit dann ihre Tochter Etta wieder leben wird.

Gleichzeitig reist Oberbeobachter Windmark in das ziemlich ernüchternd umgesetzte Jahr 2609, um dem "Commander" Bericht zu erstatten. Dieser verweigert ihm die Erlaubnis, bei der Jagd auf die Anomalie Michael und das Fringe-Team einfach die Vergangenheit zu manipulieren, da 2036 die einzigartige Wahrscheinlichkeit von nur 0,0001% bestünde, dass die Invasion scheitert. Erst jetzt erkennen die Beobachter den Zusammenhang zwischen Michael und September und machen ihn mithilfe eines Implantats ausfindig; Cordial Deconstruction dazu:
«Seeing as September was known to have previously sympathized with Walter and the Fringe team and was banished for it, you would think they might keep an eye on him with Walter at learge. [...] If The Observers have the ability to tag someone so that they can track them, shouldn't the first thing they do when taking someone prisoner (like they did Walter in a previous episode) be to tag them?»
Doch Septembers Wohnung wurde kurz zuvor verlassen und Windmark hat ein paar emotionale Anwandlungen (durch den Kontakt seinerzeit mit Peter?). Hätte Septembers zurückgelassene Bombe nicht unübersehbar geleuchtet, wäre dies auch das Ende von Windmark gewesen, aber so entkommt er wieder einmal. Er befiehlt den Loyalisten, die Verkehrskameras auszuwerten (Cordial Deconstruction: "Brilliant!") und das Fluchtfahrzeug wird so identifiziert. Es ist schon beinahe dreist, dass der Überwachungsstaat jede Episode derart rückständig gezeigt wird und das Fringe-Team vor keinerlei Probleme stellt.

Nun, nicht ganz: Windmark lässt das Viertel absperren und Loyalistentruppen durchkämmen das Gebiet, aber Personenkontrollen sind offenbar zu lästig. Wahrscheinlich wurde ihnen auch gar nicht gesagt, wen sie genau suchen. Nach einem Anruf bei Astrid hackt diese sich sofort ins Kameranetz und hat im Gegensatz zu den Loyalisten quasi eine automatische Echtzeitaufbereitung der Informationen - sie leitet Olivia, Peter und Michael zur Lücke im Sperrgebiet.

Walter und Donald sind derweil noch eine wichtige Technologie aus einer nahen Garage holen gegangen und wird offenbart, was den Anderen nicht erzählt wurde: Teil des Plans ist Walters Selbstopferung (analog zu Peter in der Maschine), die er sich selbst auferlegt hat, um für den von ihm verursachten Schaden zu büßen. Währenddessen stellt sich Michael den Loyalisten und ermöglicht Olivia und Peter so die Flucht.

Eine vollgepackte Episode, die in Handlung und Hintergrund geradezu nach vorne spingt. Ärgerlich wieder einmal das Unvermögen der Besatzer, zumal so stets die Geschehnisse beeinflusst werden. Der Plan gegen die Beobachter ist effektiv (wenn auch möglicherweise paradox), aber von kaum abzuschätzender Tragweite - prinzipiell könnte bei Erfolg die ganze Serie annulliert werden. Darüber diskutiert wird noch nicht, obschon ja gerade Walter schwere Schuld wegen seiner früheren Eingriffe ins Raumzeitgefüge plagt. Serienjunkies kritisiert den "Mangel an klarem Denkvermögen"; wahrscheinlich drückt sich die Serie um eine emotionale Diskussion des Plans, weil diese sicher in der nicht gezeigten Vergangenheit innerhalb des Fringe-Teams stattfand. Angesichts des Zeitlinien-Wirrwarrs hält Serienjunkies fest: "Hier ist inzwischen einfach zu viel im argen."

Walters Hochgefühle zu Folgenbeginn bedeuten übrigens eher nicht, dass er tatsächlich durch Michael von seinem alten Ich "geheilt" wurde (was ein platter Abschluss wäre), sondern angesichts seiner bevorstehenden Selbstopferung bereits ein unbemerkter Abschied von Peter.

Zu Beginn dieser Staffel wurde Vergangenes aus früheren Staffeln geradezu totgeschwiegen, aber nach und nach immer stärker darauf zurückgegriffen. Meist waren es aber nur kurze und folgenlose Erwähnungen (das Alternativuniversum ist weiterhin vergessen) oder eben der Einsatz von Technik. Nun werden offen die Zeitlinien erwähnt und sogar rückwirkend umgedeutet; Cordial Deconstruction dazu:
«It is implied in this episode that the reason the Observers were observing the various points in Earth’s history was to determine the point in time in which their plan was most likely to succeed. I actually think this was nicely done.»

«Walter now realizes that September was speaking [...] about his own son and not Peter when he told Walter, "The boy is important, he must live." Sorry, but I don’t buy it; this is clearly (in my opinion) a retcon.»
Und muss Walter überhaupt noch Schuldgefühle haben, wenn die Zeitlinie doch verändert wurde? Ist das alles verwirrend. Aber immerhin geht es nun mit voller Fahrt ins Finale und man darf gespannt sein, ob dort noch positive Überraschungen warten. Irgendwie bezweifle ich das angesichts dieser und der letzten Staffel. "Sw2012" für Serienjunkies stellt noch interessante Überlegungen zu buddhistischen Untertönen an, hält diese Episode jedoch für nicht gut (3/5 Punkte), weil zu viel "erklärt, geplant, besprochen" wird - aber wenn zuletzt zwar recht vie Action passierte, dafür die Handlung nur vorankroch, wird die Erzählzeit eben knapp. Der A.V. Club vergibt die Note B.

<< 5.10

Donnerstag, 10. Januar 2013

POLYGONaler Jahresabschluss 2012



Das Jahr 2012 ist vorbei und wir sind von den Geschehnisse aus Roland Emmerichs gleichnamigem Schrottfilm verschont geblieben. Also Zeit für die Tradition des multimedialen Jahresrückblicks. Für den POLYGON dürfen bis zu zehn vornehmlich 2012er Spiele genannt werden, die im letzten Jahr "unterhalten, geprägt, interessiert oder von der Arbeit abgehalten haben". Wie so oft sind das bei mir gar nicht so viele aktuelle Titel und außerdem habe ich - zumindest hier im Blog - sehr wenig darüber verfasst... Meine Übersicht über diverse Spiel-des-Jahres-Listen findet sich übrigens hier. Nun also alphabetisch mir wichtige Spiele des zurückliegenden Jahres in alphabetischer Reihenfolge. Abschließend folgen dann noch Serien-, Film- und Musikrückblicke meinerseits.

Spiele 2012

DayZ (PC 2012+): Zombiespiele gibt es mittlerweile unüberschaubar viele und DayZ war bloß eine Modifikation in technisch durchwachsenem Zustand für die ebenso unzugängliche Militärsimulation ArmA II. Der simple, aber geniale Kniff: Nicht unbedingt die Zombies stellen die größte Gefahr dar, sondern die anderen Online-Spieler in dem riesigen Ostblockland. Nebenbei muss man noch essen, trinken und gesund bleiben, während das unkomfortable Interface den Überlebenskampf vor dem Bildschirm spürbar werden lässt. Und der Tod bedeutet schlicht den kompletten Neuanfang. Psychologie und Geografie zeichnen DayZ aus: Der innere Widerstreit zwischen Vertrauen und Misstrauen Fremden gegenüber, Philanthropismus versus Utilitarismus. Außerdem der oft lange Leerlauf im trostlosen und weiträumigen Staat Chernarus - aber niemals unwachsam werden! Als ich ins Spiel einstieg, kippte leider bald die allgemeine Grundhaltung der Spielerschaft ins Paranoide und fast immer wurde auf Unbekannte sofort geschossen. Später kamen Hackerangriffe dazu, da ließ ich DayZ dann liegen, aber warte auf die sich in der Entwicklung befindende Vollversion. Einige der denkwürdigsten Spielerlebnisse können mir eh nie mehr genommen werden.

Dishonored (360 2012): Das aktuelle Werk der französischen Arkane Studios, deren Ultima Underworld-Hommage Arx Fatalis ich einst angetan anspielte, schwappte immer mal wieder in meine Wahrnehmung, bis es plötzlich in meinen Händen lag. Eine Mixtur aus Bioshock (toll) und Thief oder Hitman (nie gespielt und eigentlich nicht mein Genre), die am Ende nicht jedem vorbehaltlos mundete, weil der Geschmack nicht ganz vollkommen war. Dishonored unterhält mit großen, frei erkundbaren Spielabschnitten, unterschiedlichen Lösungswegen - ich schlich eher und kämpfte kaum -, einer steampunkigen Welt und einem interessanten Grafikstil. Doch letzterer leidet auf Konsolen an schwacher Technik und die Hintergrundwelt bleibt generell zu blass, auch aufgrund der vorhersehbaren, aber konsequenten Geschichte. Findet und liest man die vielen Bücher und Schriftstücke, bekommt man einen besseren Eindruck von der Welt, die im Spiel nur selten derart lebendig wird (auch weil kleine Details der Handlung leicht übersehen werden können). Dies mag zur Atmosphäre passen, denn Niedergang und Verfall haben die Oberhand, ein jeder Charakter weist seelische Risse auf. Dishonored ist ein eigenständiges Spiel, keine Fortsetzung, das dem Spieler viele Freiheiten gewährt. Allein deswegen hat es mir sehr gefallen und ich bin eher froh, dass es in Teilen zu wenig liefert, anstatt wie andere Titel offenbar völlig überladen zu sein (Assassin's Creed III, Far Cry 3).

FTL (PC 2012): Ich liebe die Echtzeitkämpfe samt Crew- und Schiffsverwaltung. Ich mag die Musik. Ich hadere mit dem Roguelike-Spielprinzip. Ich hasse den Endboss und das Freischalten neuer Raumschiffe. Ich wünsche mir eine richtige Singleplayer-Kampagne und Multiplayer-Duelle.

Hotline Miami (PC 2012): Aufgrund geringer Frustschwelle habe ich diesen Blutrausch noch nicht ausgestanden, aber genug getötet gespielt, um es als höchst bemerkenswert zu erachten. Eine reduzierte, aber ausgereifte Spielmechanik und in allen Leveln ein durch die Auftraggeber euphemistisch umschriebenes Ziel: Kill them all! Der Kern eines jeden Actionspiels wird hier nicht hinter angeblichen Motiven versteckt, sondern auf brutale Weise vorexerziert. Die grobe Grafik schafft dazu die nötige Distanz, quasi der Pixelfilter aus Kane & Lynch 2 auf ein ganzes Spiel ausgedehnt. Hotline Miamis surreal wirkende Geschichte, die nichtsdestrotrotz existiert, habe ich noch nicht verstanden. Vielleicht besser so? Violence: ultra. Music: hypno. Game: psycho.

Spec Ops: The Line (360 2012): Das erste und gleichzeitig einzige Spiel des deutschen Entwicklers Yager war Yager aus dem Jahr 2003. Dann wurde irgendwann Spec Ops: The Line angekündigt, ein packender Deckungsshooter mit moralischen Entscheidungen und viel Sand sollte es werden. Das wurde geliefert, obschon besagte Spielelemente für sich "nur" gut sind. Vielmehr dokumentiert das Spiel jedoch sowohl die Abgründe des Krieges als auch des Kriegsspiels, schleicht sich subversiv als wachsendes Unbehagen in den gemeinen Call of Duty-Zocker. Der kommerzielle Erfolg blieb wenig überraschend aus - eine Auseinandersetzung in Form des Gegenstands der Kritik ist erst einmal schwer zu schlucken. Dafür wurde wohl kaum ein Spiel ausführlicher analysiert und kommentiert. Spec Ops: The Line ist nicht bloß gelungen, sondern ebenso wichtig.

The Walking Dead (PC 2012): Telltale schneidet das Adventure aus ihrem fünfteiligen Adventure und gibt dem Genre so das Abenteuer und die Relevanz zurück. Im letzten Jahr bewegte mich To the Moon, das lineare Interaktionen bot und zudem im 16-Bit-Gewand daherkam. Wahrscheinlich gerade deswegen berührte mich kein Spiel jemals so emotional. Die Spielmechanik von The Walking Dead ist ebenfalls beschränkt, die Grafik bekennt sich mit Cel-Shading zu den Comicwurzeln. Und zusammen mit toll geschriebenen Figuren und hervorragenden Synchronsprechern (Clementine als wahrscheinlich bester Kindercharakter) entfaltet sich eine ergreifende Tragödie über Zusammenhalt und Misstrauen, Mut und Feigheit in einer untoten Welt. Dass die Entscheidungen, die der Spieler treffen muss, die Handlung leider nur bedingt verändern, wird hoffentlich in der kommenden zweiten Staffel verbessert. Aber wie sagte es einer der Gamers with Jobs: Man beeinflusst nicht die Geschichte, sondern die Charaktere.

Welche Spiele warum fehlen

Umgefähr alle Gruselspiele des Jahres (Home, Lone Survivor, SCP-087, Slender), weil ich ein Angsthase bin. Assassin's Creed III, weil ich keinen Teil der Reihe spielte. Crusader Kings II, weil mich das Tutorial überforderte. Far Cry 3, weil ich erst neun Stunden im sperrig-faszinierenden Far Cry 2 verbrachte. Fez, weil mich die Demo damals jenseits der Optik nicht umhaute. Guild Wars 2, weil ich für Multiplayer stattdessen Awesomenauts, Happy Wars, Hybrid, PayDay, PlanetSide 2, wie immer etwas Call of Duty und vor allem Space Marine und natürlich DayZ spielte. Halo 4, weil die Kampagne im Splitscreen ernüchternd eintönig war - Enttäuschung des Jahres! Journey, weil ich keine Sony-Hardware besitze (und auch keine aktuelle von Nintendo). Legend of Grimrock, weil ich zwar Oldschool bin, aber bisher nur die vierte Ebene erreichte. Mark of the Ninja, weil ich die Steuerung zu komfortabel fand. Mass Effect 3, weil ich Rollenspiele mit miesem Ende nicht anfasse. The Witcher II: Enhanced Edition, weil ich erst in Kapitel 1 bin. XCOM: Enemy Unknown, weil es keine Hummermenschen hat.

Spiele, die ich letztes Jahr als fehlend oder interessant aufführte: 24 Stück

Spiele, die ich davon mittlerweile gespielt habe: 5 Stück

Serien 2012

Kaum eine Serie konnte das Niveau ihrer Vorgängerstaffel halten: Alphas schwankte hin und her, nahm zum Finale aber wieder einigermaßen Fahrt auf. Dexter bot endlich die seit Jahren herbeigesehnte Bloßstellung und war dadurch allein schon besser als die arg mäßige sechste Staffel, verhedderte sich aber in ziellosen Nebenplots - jedoch: Jennifer Carpenter und Yvonne Strahovski! Fringe plätschert noch weiter auf durchwachsenem Niveau dahin und hat leider zu viel seiner Vergangenheit entsorgt. Das nach wie vor hochklassige Game of Thrones bekam leichte Probleme mit dem komplexer werdenden Ausgangsmaterial. Homeland näherte sich trotz brillanter Momente und Schauspielleistungen zu sehr 24 an. Spartacus litt vor allem am neuen Hauptdarsteller. Und Strike Back war leider nicht mehr ganz so düster und rücksichtslos.

Überraschend dagegen Misfits und Being Human (UK), die sich konsequent neu erfanden, auch wenn nun beinahe alle alten Charakter ersetzt wurden. Und The Walking Dead ist zur dritten Staffel endlich aufgewacht, auch wenn Telltales Episodenspiel die bessere Adaption gewesen sein dürfte. Leider noch nicht international verfügbar ist die vierte Staffel der abgründigen Krimiserie Engrenages (Spiral) aus Frankreich. American Horror Story, deren erste Staffel eher enttäuschte, habe ich noch nicht weitergesehen. Und während andere unten wursteln, ging Breaking Bad locker oben lang. Als verspätete Entdeckungen nenne ich Justified und als neuen Guilty Pleasure, der ungeahnt zwischen Plattheit und Anspruch pendelt: Teen Wolf.

Enttäuschend leider in der Breite die US- und UK-Neustarts dieses Jahr, vor allem im Bereich der Phantastik: Revolution ist klinisch sauberer Endzeitmüll, Last Resort mangelt es an Charakterbindung und Sinbad bietet nur gute Spezialeffekte (die Inszenierung ist bei Hunted neben der Besetzung auch bloß das Auffälligste). Dass Falling Skies weiterhin SF-Trash blieb, erstaunte nicht.

Filme 2012

Ich hatte im Rahmen der Zelluloidfreaks versucht, wieder mehr Rezensionen statt Movie Tweets zu schreiben und das auch bis Dezember ganz gut durchgehalten. Mein Film des Jahres ist natürlich Drive, der weltweit schon 2011 abgefeiert wurde. Beasts of the Southern Wild ist einer der schönsten und mitnehmendsten Filme. Und wenn man einen Actionfilm wegen Action sehen möchte, führt kein Weg an The Raid vorbei.

Weitere außergewöhnliche Filme sind Die Wand, Moonrise Kingdom und The Cabin in the Woods. Der "Blockbuster done right"-Preis geht an The Avengers, ansonsten haben einige namhafte Filme enttäuscht (The Dark Knight Rises und vor allem die Frechheit Prometheus).

Ältere Filme, die unbedingt zu erwähnen sind: Bad Lieutenant von Werner Herzog, Kill List und The Woman. Den unbeholfenen Iron Sky fand ich übrigens sehr unterhaltsam. Nachholen möchte ich noch Alpen von Dogtooth-Regisseur Giorgos Lanthimos und auch Universal Soldier: Day of Reckoning, weil das Werk des Regisseurs John Hyams in einschlägigen Kreisen hochgelobt wird, der Vorgängerfilm mich aber nicht überzeugen konnte.

Musik 2012

Ausgehend von musikCube hörte ich an letztjährigen Erscheinungen mit Abstand am häufigsten "Blue Jeans" von Lana Del Rey (dank Misfits) - und zwar nur dieses Lied, da ich ihre Musik ansonsten nicht hervorragend finde. Außerdem die Alben "88:88" von Makeup and Vanity Set, "Lehnt dankend ab" von Frau Potz, "SubMashine" von N3XTST3P (dank Teen Wolf), "CVI" von Royal Thunder und "The Killing Jar" von Black Moth. Etwas enttäuscht war ich leider vom überproduzierten "Time I" von Wintersun. Nicht Musik, sondern ein denkwürdiger Stand-up-Comedy-Auftritt, ohne zu viel zu verraten: "Live" von Tig Notaro.

Dienstag, 8. Januar 2013

Fringe (5.10)

Das Beobachterkind Michael wurde gefunden, jedoch gestaltet sich die Kommunikation mit ihm als nicht möglich. Niemand weiß also, welche Rolle er im Plan gegen die Observer spielen soll. Besonders Walter wird darüber wütend und zeigt unübersehbar kalte Charakterzüge seines alten Ichs, vor dessen Rückkehr er sich so fürchtet. Um mit Michael zu sprechen, wird wieder Nina Sharp vom Wissenschaftsministerium gefragt, die natürlich in irgend einem Labor eine passende Technologie herumliegen hat. Überraschenderweise sind die Observer aber mittlerweile tatsächlich ihr auf der Spur - vielleicht auch, weil das Fringe-Team als gesuchte Verbrecher weiterhin ohne jegliche Vorsicht in der Öffentlichkeit auftritt, aber trotzdem von Niemandem behelligt wird.

So entspinnt sich dann ein kaum spannendes und weitgehend vorhersehbares Spiel auf Zeit zwischen den Glatzköpfen und den Rebellen, an dessen Ende Nina gefangen wird und sich selbst erschießt, um nicht vom Oberbeobachters Windmark die Gedanken gelesen zu bekommen. Olivia, Peter und Walter hatten derweil ein Kommunikationsgerät besorgt und finden schließlich Ninas Leiche. Die Observer und ihre Loyalisten haben es offenbar nicht für nötig gehalten, die Tote mitzunehmen, das Labor genauestens zu durchsuchen oder zumindest es weiter zu überwachen (Cordial Deconstruction: "It's a good thing the Observers are more incompetent than the Fringe team is")!

Michael hält sich nämlich noch im Laborraum (!) versteckt und schließlich können sich Walter und der Junge via Ninas Maschine verständigen. Walter bzw. der Zuschauer bekommt eine schnelle Abfolge alter Fringe-Szenen zu sehen, dann erkennt Walter: Der gesuchte Donald ist der verbündete und verschollene Beobachter September. Serienjunkies fragt:
«War er ein Mensch mit Gefühlen und Haaren, bevor er zum Observer wurde, oder ist er ein Observer, der bewusst wieder zur Menschheit zurückgekehrt ist, vielleicht dadurch, dass auch er sich den Chip herausgerissen hat?»
Diese Episode gehört zu den langweiligsten der fünften Staffel! Die Charaktere hetzen wie auf Autopilot von einer Technologie zur nächsten, reden nur über offensichtliche Dinge und wissen am Ende doch nicht, welchen Zweck Michael erfüllen soll. Der Tod von Nina Sharp nimmt nur Walter und (etwas aufgesetzt) Michael mit, dem Zuschauer ist sie als reine Nachschubressource für die Rebellen ziemlich egal - ihr Dahinscheiden jedoch ist somit nicht nur ein menschlicher Verlust. Peters kurzzeitiges Dasein als Observer spielt keinerlei Rolle mehr, Astrid hat auch nichts zu melden, einzig die Information, dass Michael kein Junge, sondern eine genetische Anomalie sei, dürfte relevant sein.

"Sw2012" für Serienjunkies befindet dagegen, dass die Episode wichtige Fragen beantworte, die wir uns schon die ganze Serie gestellt hätten, uns mit neuen und unerwarteten zurücklasse, durchgehend die Spannung erhalte und die Entwicklung der Figuren glaubwürdig schiebe" (5/5 Punkte). Damit wird sogar der gewohnt großzügige A.V. Club übertroffen (B+).

<< 5.09

Montag, 31. Dezember 2012

Movie Month 12/2012 & Movie Tweets VII

Von mir drüben bei den Zelluloidfreaks: Leider sind viele Rezensionen liegen geblieben, die hoffentlich 2013 nachgereicht werden (zumindest teilweise):

Oberklasse: Beasts of the Southern Wild (!); Der Hobbit; Kiss Kiss Bang Bang; Videodrome; The Woman (!)

Mittelklasse: Argo (!); Gnade; In ihrem Haus (!); Ted

Unterklasse: Six Bullets

Bis dahin ein paar Movie Tweets:

Beasts of the Southern Wild (2012): So schön, so traurig, so einfältig, so wahrhaftig.

Der Hobbit (2D) war zwar "nur" gut, jetzt habe ich aber fast Lust, mal wieder in LotRO reinzuschauen. PS: HFR wird nachgeholt.

Metzger Jean-Claude Van Damme empfiehlt: Blutige Leber und Wodka-Steak. Ich empfehle nicht: Six Bullets (2012).

Sonntag, 30. Dezember 2012

Die ersten Staffeln: Hidden & Hunted

Hidden

Der etwas zwielichtig-verlotterte Anwalt Harry Venn (Philip Glenister) übernimmt für die ebenso undurchsichtige Gina Hawkes (Thekla Reuten) den Auftrag, einen bestimmten Entlastungszeugen für einen alten Bekannten im Gefängnis zu finden. Bald erkennt Venn, dass Frau Hawkes, deren Auftraggeber, die Zielperson sowie die schwere Regierungskrise, welche gerade in England tobt, mit Geschehnissen zusammenhängen, in die Venn vor 20 Jahren verwickelt war...

Hidden ist eine weitgehend abgeschlossene Miniserie mit vier knapp einstündigen Episoden. Ordentlich inszeniert bietet sie einmal mehr gestandene und markante Darsteller. Das ganze Geflecht aus dunklen Geheimnissen und düsteren Verschwörungen ist recht spannend und Harry Venn ein granteliger Antiheld. Aber so richtig kann sich Hidden nicht entscheiden, welche der Handlungsmotive nun im Vordergrund stehen sollen. Dadurch wirkt die Serie teils überladen und gehetzt, aber stottert gleichzeitig dramaturgisch. Trotzdem insgesamt recht unterhaltsam, wenn man auf bodenständige Politik- und Intrigenthriller steht.

Hidden | UK 2011 | Written by Ronan Bennett | Darsteller: Philip Glenister, Thekla Reuten, Anna Chancellor, Michael Winder, David Suchet u.a.

Hunted

Melissa George spielt die Agentin Samantha Hunter des privaten Geheimdienstes Byzantium, die nach einem misslungenen Einsatz als tot gilt. Nach einem Jahr kehrt sie zu ihrem Arbeitgeber zurück, um den vermuteten Verräter in den eigenen Reihen zu finden. Gleichzeitig soll Byzantium für einen unbekannten Auftraggeber dessen Konkurrenten in einem internationalen Milliarden-Bauprojekt ausspionieren/-schalten, weswegen Hunter als Londoner Kindermädchen bei einem Mitbewerber eingeschleust wird.

Hunted ist sorgfältig und gekonnt inszeniert und neben der treibenden Kraft Frank Spotnitz (Akte X) spielen ein paar weitere bekannte Gesichter mit (z.B. "Mr. Eko" aus Lost). Mitreißend wird die achtteilige Serie leider nur selten, da die Charaktere überwiegend grob gezeichnet bleiben. Zudem gibt es zwar einige Wendungen und Enthüllungen, was aufgrund der vielen Schattenfirmen und Namen jedoch eher verwirrt als zu Aha-Momenten führt. Action findet regelmäßig statt, wenn auch nie auf Strike Back-Niveau (selber US-Sender). Gleichzeitig ist die Anspannung im Haus gering, da Sam Hunter zu selten in Gefahr gerät - der Serientitel passt daher nicht so ganz. Alles in allem ist Hunted zu oberflächlich und gleichzeitig verworren.

Eine zweite Staffel sollte in Deutschland spielen, da aber die BBC nach der ersten Season ausstieg, wurde dieser Schauplatz vom verbleibenden US-Koproduzenten aus Kostengründen verworfen.

Hunted | UK/USA 2012+ | Created by Frank Spotnitz | Darsteller: Melissa George, Adam Rayner, Stephen Dillane, Stephen Campbell Moore, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Morven Christie, Lex Shrapnel u.a.

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